Hilde Willes Irgendwo im Nirgendwo

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Inhaltsangabe zu „Irgendwo im Nirgendwo“ von Hilde Willes

Prinzessin Eisenherz liebt Waffeln mit Sahnewolken, verabscheut jedoch Taranteln, Einläufe und Schlachtekohle. Was hat Wirtschaft mit Wundern zu tun, und woher kommt eine Krankheit ohne Namen? Babys werden vom Onkel Adebar gebracht, bis Jugendzeitschriften aufklären. Tugend bedeutet: edel, hilfreich und gut, dennoch sollte man Lümpern besser aus dem Wege gehen. Auch ein Vater kann träumen, und Musterschülerinnen haben’s schwer. Ein Leben voller Wunderlichkeiten für ein Mädchen, dessen Wurzeln tief sitzen. Doch werden ihr eines Tages auch Flügel wachsen? „Irgendwo im Nirgendwo“ ist kein Kinderbuch im eigentlichen Sinn. Humorvoll und berührend malt es Bilder einer Kindheit und Jugend in den Jahren um 1960 bis 1980. Leser mittleren Alters finden sich wieder in einem Gestern, das den heutigen Kindern und Jugendlichen nicht mehr vertraut sein kann. Erzählt wird mit Liebe zum Detail und auch mit Ironie, denn gerade der „ernste Schalk“ vermag es, manchem die Dinge ins rechte Licht zu rücken.

ein schönes Buch über eine Kindheit

— Petra54
Petra54

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  • ein lesenswerter Bericht über eine unbeschwerte Kindheit

    Irgendwo im Nirgendwo
    Petra54

    Petra54

    15. October 2016 um 13:03

    Ich kaufte das Buch, weil ich bereits „Wenn Mauern fallen“ von dieser Autorin gelesen habe. Mit gefällt ihr Schreibstil und die Art, wie sie über ihre Heimat berichtet. Die kleine Hilde wächst während ihrer ersten Lebensjahre bei ihren Großeltern auf, die sie voll in ihren arbeitsreichen Alltag einbinden. Ich wünsche jedem Kind solche umsichtigen und liebevollen Großeltern, die das Unvermögen der Eltern wunderbar ausgleichen. Mit kindlicher Selbstverständlichkeit nimmt Hildchen die Lieblosigkeit und das Desinteresse ihrer Eltern hin. Die ältere Schwester kann ihr wegen des großen Altersunterschieds von sieben Jahren keine wirkliche Kameradin sein. Der Leser fühlt sich in Hildes Kindheit mit all den ersten Entdeckungen hineinversetzt und spürt deutlich die Heimatverbundenheit der Autorin, was mir ausgesprochen sympathisch ist. Außerdem gefielen mir die vielen Sprüche, Lebensweisheiten, Zitate und Gedichte ganz wunderbar. 

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  • Jung sein ist immer wieder neu

    Irgendwo im Nirgendwo
    Lottewoess

    Lottewoess

    16. July 2016 um 11:47

    In diesem Buch schildert die Autorin ihre Kinder- und Jugendjahre der Sechziger- und Siebziger Jahre.Der Krieg war lange vorbei und dennoch waren die Nachwirkungen noch Jahrzehnte später zu spüren. Die Menschen waren traumatisiert. Aber damals gab es keine Psychologen und Therapien - die Arbeit musste getan werden und alle funktionierten irgendwie. Die Kinder liefen daneben her, Freizeit war ein Fremdwort und Zeit, mit den Kindern zu spielen, gab es wenig oder gar nicht. Die Erziehung hatte sich gelockert, aber eine Tracht Prügel war ein durchaus gängiges Erziehungsmittel.Die Stellung der Frau war klar definiert: sie hatte sich dem Mann unterzuordnen und tat dies meist auch ohne Murren. Lediglich wenn sie ihre Kind beschützen mussten, zeigten sie Courage, so auch die Mutter der kleinen Hilde, als es ihrem Baby dermaßen schlecht ging und niemand es sehen wollte. Sie brachte das Kleine ins Krankenhaus - das hieß zur damaligen Zeit, das Kind nur mehr hinter Glas anschauen zu dürfen und das für Wochen.In dieser Zeit wächst "Prinzessin Eisenherz" , wie sich die Autorin zu dieser Zeit nennt, auf. In ihrem unnachahmlich locker amüsantem Schreibstil schildert Hilde Willes ihre Kinder- und Jugendjahre. Man hatte wenig und konnte sich doch so richtig an Kleinigkeiten erfreuen. All jene, die in diesen Jahren Kind waren, werden sich teilweise wiederfinden. Man freute sich an Süßem wie Waffeln, die es doch nur selten gab und Freuden, wie einer einfachen Kirmes. Die Zeitschrift "Bravo" - die man heimlich kichernd las und die doch oft das einzig Aufklärende dieser Zeit war, das Tagebuch schreiben und Einkleben von Eintrittskarten und Blüten. Die erste Enttäuschung mit Jungs, Partys, Zigaretten - einfach jung sein. Und das Verbotene hatte durchaus seinen Reiz. Auch wenn die Strafe folgte.Besonders bewegt hat mich die Einsicht von Hildchens Vater am Schluss: "Vielleicht hab ich nicht alles richtig gemacht. Aber glaub mit, ich hab's gewollt. Ich hab's versucht!" Tun wir das nicht alle?Ich habe mich unterhalten, war gerührt und fühlte mich in meine Kindheit zurückversetzt. Ob man das Buch in einem Rutsch durchliest, oder sich jede einzelne Episode auf der Zunge zergehen lässt: dieses Buch ist ein Genuss!

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