Mein Fazit:
Für mich ist dieses Epos eine ganz besondere Reise in die Vergangenheit. Denn sie gleicht der Geschichte meiner Großeltern, die mit 7 Kindern und einem Leiterwagen mit wenigen Habseligkeiten flüchten mussten. Sie überlebten Fliegerangriffe,Hunger, nur der kleine Bruder meiner Mutter ist an einer Lungenentzündung gestorben. Er konnte nicht mal beerdigt werden. Vielleicht hat mich deshalb das Schicksal von Hildegard und ihrer Familie so getroffen. Der Neuanfang in der Fremde ist nicht einfach und wird begleitet von Missgunst der Menschen,Boshaftigkeit der Menschen in der neuen Heimat, aber es gibt auch vereinzelt Fremde, die helfen. Die nicht wegschauen und helfen, die letzten Kriegsmonate zu überleben. Eine Welt der Solidarität, der unglaublichen Hilfsbereitschaft und der Glaube an Gott … Dieses biografische Werk setzt allen Vertriebenen aus Ostpreußen ein Denkmal. Aber heilt Gottes Liebe wirklich alle Wunden? Das können nur Menschen beurteilen, Betroffene wie Hildegard Bonacker. Mir ging die Geschichte von Hildegard sehr ans Herz. Ihr Kampf gegen das Vergessen, ihr unerschütterlicher Glaube an Gott, ihr Leben nach dem Krieg … und ihr Neuanfang …
Der bildhafte Schreibstil der Autorin ist brillant, sehr authentisch, mit gut recherchierten Hintergrundinformationen, sehr gefühlvoll und mit viel Feingefühl niedergeschrieben. Ein wundervolles Epos mit viel Herz.


