Hildegard Burri-Bayer Die Bluterbin

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Inhaltsangabe zu „Die Bluterbin“ von Hildegard Burri-Bayer

Ihre unerklärliche Gabe wird zum Fluch-…

Das mitreißende Schicksal einer starken jungen Frau. Packende geschichtliche Details und ein Schuss Mittelalter-Mystik - spannend, dicht, atmosphärisch erzählt.

Im Schatten der mächtigen Kathedrale von Bourges fristet Marie, die Tochter eines begüterten Tuchhändlers, ein einsames Dasein. Die Kathedrale ist es auch, die sie mit den drei Männern zusammenführt, die ihr Leben aus dem Gleichgewicht bringen werden: König Ludwig IX. stellt sie unter seinen Schutz; doch Bischof Radulfus, der eine krankhafte Leidenschaft für Marie hegt, liefert sie - von ihr zurückgewiesen - der Inquisition aus. Robert, ihrem Geliebten, bleiben nur wenige Tage, um sie vor dem Scheiterhaufen zu bewahren-…

ich habe es abgebrochen, weil es einfach nur zum Gähnen war...

— AllesSchwarz

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    Die Bluterbin

    Zroyas_Papiergefluester

    07. July 2014 um 14:22

    „Im Schatten der ehrfurchteinflößenden Kathedrale von Bourges wächst Marie, die jüngste Tochter eines begüterten Tuchhändlers auf. Von außergewöhnlicher Schönheit, verlebt sie dennoch eine einsame Kindheit. Denn sie wird wegen ihrer immer wiederkehrenden, unerklärbaren Krampfanfälle sowohl von ihrer Familie als auch den Menschen ihrer Umgebung gemieden. Doch zunächst ahnt niemand etwas von dem Geheimnis, das sich hinter ihrer Krankheit verbirgt. Die Kathedrale wird zu Maries einzigem Zufluchtsort und sie wird ihr zum Schicksal, denn in ihr lernt Marie die drei Männer kennen, die ihr weiteres Leben bestimmen werden.  Mit Robert, dem Sohn des Grafen Guido de Forez‘, verbindet sie eine zarte Freundschaft, die sich schon sehr bald in Liebe verwandelt, eine Liebe, die nicht sein darf, da sowohl Robert als auch Marie jeweils jemand anderem versprochen sind. Und da ist König Ludwig IX., der die Kathedrale eines Tages wegen seiner starken Rückenschmerzen voller Gottvertrauen aufsucht. Als Marie dort in einem Seitenschiff plötzlich vor ihm steht, ist er nicht nur vollkommen fasziniert von ihr, seine Schmerzen sind auch von einem Augenblick auf den anderen verschwunden. Ludwig glaubt, dass Marie dieses Wunder bewirkt hat und stellt sie fortan unter seinen Schutz. An ein Wunder glaubt auch der Bischof Radulfus, der Marie schon länger beobachtet und eine krankhafte Leidenschaft für sie entwickelt hat. Er glaubt zudem, das Geheimnis, das hinter ihren seltsamen Krämpfen steckt, zu kennen und will es sich zunutze machen. Als Marie ihn jedoch abweist, verfolgt er sie mit glühendem Haß, so dass Marie zusammen mit Robert schließlich aus der Stadt fliehen muß. Die beiden ziehen durchs ganze Land, in dem Marie schon bald als wundertätige Heilige verehrt wird. Dann aber werden sie von Radulfus Schergen gefasst. Zurück in Bourges wird  Marie der schwarzen Magie angeklagt und Robert bleiben nur noch wenige Tage, um die Frau, die er liebt, vor dem Scheiterhaufen zu bewahren.“ (Inhaltsangabe auf der Verlagsseite) Nach Büchern wie denen der Hebammen-Reihe oder der Geschichte rund um die Wanderhure bin ich ein großer Fan des Genres historischer Romane. Nachdem „Das Geheimnis der Hebamme“ schon vor langer Zeit zu einem meiner Lieblingsbücher avanciert ist, fand ich die grundlegende Idee des Buches „Die Bluterbin“ schon mal sehr interessant – ein Mädchen heilt Kranke mithilfe einer übernatürlichen Gabe. Trotz vieler schöner Passagen mochte mich das Buch aber leider irgendwie nicht so recht überzeugen. Marie, die Tochter eines angesehenen Tuchhändlers hat die Gabe, Kranke und Verletzte durch bloßes Ansehen zu heilen. Nach einer Heilung schütteln das Mädchen jedoch epileptische Krämpfe, was ihr und ihrer Familie bald den Ruf einbringt, sie sei vom Teufel besessen. Das Leben in der Heimatstadt, sowie die Situationen im Haus der Familie und in der Kirche hat die Autorin meiner Meinung nach sehr anschaulich und authentisch beschrieben. In anderen Rezensionen des Buches las ich häufiger den Vorwurf, der Schreibstil der Autorin sei lehrbuchartig, unpassend und langatmig. Diesen Eindruck hatte ich ganz und gar nicht, denn trotz inhaltlicher Längen gefiel mir der flüssige Schreibstil, dessen Ausdrücke perfekt zum mittelalterlichen Schauplatz passten, doch sehr gut. Nach einigen Geschehnissen in der Kirche und ihrer nahen Umgebung werden gleich drei Männer auf Marie und ihre Fähigkeiten aufmerksam – ein junger Student der Kirche, Robert de Forez, der Bischof Radulfus, sowie König Ludwig IX. Während Radulfus Marie für seine dunklen Machenschaften und seinen eigenen Vorteil nutzen will, und dabei nicht einmal vor Entführung und Mord zurück schreckt, sehen Robert und der König eine Heilige in Marie und wollen sie um jeden Preis beschützen. Schließlich sind Robert und Marie durch Radulfus‘ Intrigen gezwungen, aus der Stadt zu fliehen, woraufhin sie von einem skrupellosen Grafen als Geiseln genommen und für mehrere Jahre in seinen Dienst gezwungen werden. Als die beiden schließlich auch aus dieser Misere entkommen können, kommt es zum Showdown mit Radulfus in der einstigen Heimatstadt der beiden. Dieser Haupthandlungsstrang hat mir wirklich gut gefallen. Auch wenn es hier und da eine Wendung gab, die sich dem Leser nicht ganz erschließen mag, bzw. Situationen, in denen einem die Beweggründe der Figuren nicht ganz klar waren, war es eine Geschichte, die sich angenehm und flüssig las und in der ich mit den Figuren mit gefiebert habe. Zusätzlich zur Haupthandlung gab es jedoch noch ein paar weitere Handlungsstränge, mit der sich die Autorin meiner Meinung nach keinen großen Gefallen getan hat. Oder anders formuliert – aus denen sie wesentlich mehr hätte machen können. König Ludwig IX. taucht immer wieder im Buch auf und hilft Marie sogar in einer dunklen Stunde aus der Patsche. Seine Kämpfe während des Kreuzzuges werden in einigen Kapiteln sehr kurz beschrieben oder auch nur umrissen. Ich persönlich interessiere mich sehr für die Zeit der Kreuzzüge und fand es daher sehr schade, dass das Thema hier nur so kurz kam. Die Entscheidung, das Thema entweder ganz herauszulassen oder wesentlich ausführlicher in die Geschichte einzuarbeiten wäre die richtige gewesen – denn so, wie es im Endeffekt ins Buch eingeflossen ist, hat es keinerlei Relevanz für die eigentliche Haupthandlung und war somit eher langatmig und störend als wirklich interessant. (zumindest für mich) Die zweite, wenn auch kleinere Unstimmigkeit war der „familiäre Hintergrund“ Maries á la Davinci Code, über den ich hier aber nicht zu viel verraten möchte, da ich kein Fan von Spoilern bin. Auch hier hätte sich die Autorin meiner Meinung nach für entweder oder entscheiden sollen und wieder fand ich es schade, dass sie die Idee nicht noch weiter vertieft hat – denn es war ein spannender Gedanke, der noch etwas mehr Mystik ins Buch gebracht hätte. Für mich war das Buch flüssig zu lesen und eine nette Wochenendlektüre, kommt aber leider nicht an andere Vertreter des Genres heran. Trotzdem gab es viele schöne Abschnitte, die allerdings im Gesamtbild etwas untergingen. Ich werde es trotzdem noch mal mit einem anderen Buch der Autorin versuchen, da mir ihr Schreibstil insgesamt recht gut gefallen hat!

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