Hildegard E. Keller

 4 Sterne bei 66 Bewertungen
Autor*in von Was wir scheinen, Was wir scheinen und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Hildegard E. Keller veröffentlichte Theaterstücke, Hörspiele und Filme, die Frauen und ihre Werke ins Leben zurückholen. Sie war Jurorin beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb und Mitglied im Literaturclub des Schweizer Fernsehens. Seit 2001 ist sie Professorin für Literatur. Zehn Jahre lang lehrte sie in den USA an der Indiana University, heute lehrt sie Multimedia-Storytelling an der Universität Zürich. "Was wir scheinen" ist ihr erster Roman.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Hildegard E. Keller

Cover des Buches Was wir scheinen (ISBN: 9783847901242)

Was wir scheinen

 (63)
Erschienen am 25.08.2022
Cover des Buches Was wir scheinen (ISBN: B095Z4Q13B)

Was wir scheinen

 (3)
Erschienen am 21.06.2021

Neue Rezensionen zu Hildegard E. Keller

Cover des Buches Was wir scheinen (ISBN: 9783847900665)
Ana80s avatar

Rezension zu "Was wir scheinen" von Hildegard E. Keller

Große Frau
Ana80vor 8 Monaten

Hannah Arendt reist im Sommer 1975 ein letztes Mal von New York nach Tegna, einem kleinen verschlafenen Dorf im Schweizer Tessin. Dort erinnert sie sich an viele wichtige Momente ihres Lebens, Momenten in New York, Berlin, Paris, Marseille, vor allem aber die in Jerusalem und rund um den Eichmann Prozess. Ihr Bericht über den Prozess und über die Person Eichmann führt zu einer großen Kontroverse, die ihr Leben maßgeblich beeinflusst. Dieses Buch lässt Hannah Arendt ein wenig lebendig werden, hier begegnet man einer unabhängigen und starken Frau, die bis ins hohe Alter mit Scharfsinn glänzt.

Diesem Buch merkt man an, dass die Autorin Hildegard Keller sich eingehend mit dem Leben, den Werken und der Person Hannah Arendt beschäftigt hat. Das ist ein Vorteil, weil man so dieser großen Frau ein ganzes Stück näher zu kommen scheint. Gleichzeitig ist es aber auch ein Nachteil, weil man als Leser:in, der/die sich möglicherweise nicht ganz so gut auskennt, des öfteren merkt, dass es einem an Hintergrundwissen fehlt. Ich hatte zunächst Schwierigkeiten in den Roman zu finden und mich mit dem Schreibstil vertraut zu machen. Dieser war manchmal etwas verwirrend für mich, da ich hin und wieder nicht zuordnen konnte, wer gerade spricht oder denkt und in welcher Situation man sich gerade befindet. Als ich mich darin so langsam zurechtfinden konnte wurde das Buch ein tolles Erlebnis für mich.

Abschließend kann ich dieses Buch jedem empfehlen, der das Portrait einer großen und interessanten Frau erleben und erlesen möchte und nicht davor zurückschreckt, dass es manchmal eventuell etwas holprig ist. 

Cover des Buches Was wir scheinen (ISBN: 9783847901242)
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Rezension zu "Was wir scheinen" von Hildegard E. Keller

Dann wird dieses Leben erzählt sein...
Hopeandlivevor 2 Jahren

Wir begeben uns im Sommer 1975 mit Hannah Arendt auf eine Reise in das Tessiner Dorf Tega in der Schweiz. Es wird ihre letzte Reise sein. Ob sie es geahnt hat?

Schon auf der Zugreise werde ich mit in die komplexe Gedankenwelt dieser außergewöhnlichen Frau mitgenommen und in ihrem Hotel angekommen, diesmal das erste Mal ohne ihren geliebten Heinrich, gehen ihre Gedanken auf Erinnerungsreise und erzählen dem Leser ihren Werdegang, ihre Geschichte. Wir reisen mit Hannah Ahrendt in die Vergangenheit weit zurück nach Berlin, nach Paris, nach Marseille und schließlich in die USA, nach New York, dessen Entwicklung und Veränderung wir seit den 1940er Jahren geschildert bekommen, nach Jerusalem und nach Rom.

Wir erleben Hannah als Tochter, Geliebte und Ehefrau, als Professorin, gibt es noch solche Professoren heute? und als leidenschaftliche Freundin, wen sie in ihr Herz geschlossen hatte, der hatte dort einen festen Platz. In Tegna erleben wir sie als Witwe und über ihren Erinnerungen hängt ein Hauch von Melancholie, nicht dass sie ihr Leben und ihre Entscheidungen bereut, doch ihr unabhängiges Denken, dass sie bis zu ihrem Lebensende scharf verteidigt, fordert seinen Preis, ganz besonders 1961 in Jerusalem, wo sie als Berichterstatterin im Eichmann-Prozess aktiv war und mit ihrem Buch "Die Banalität des Bösen" darüber eine für sie unerwartete Kontroverse entfachte.

Der Witz von Hannah Arendt und ihre eigenen ganz zarten Gedanken, die sie meistens für sich behielt, ihre Gedichte und überhaupt ihre Liebe zur Philosophie und dem geschriebenen Wort haben mir diese Frau auf eine besondere Weise symphatisch gemacht. 

Die Autorin Hildegard Keller, Literaturprofessorin in Zürich, hat mit diesem Roman, der auf profunde Kenntnisse und sorgfältige Recherche zurückgreift und ihr einfühlsames und tiefgehendes Beschreiben der Gedankenwelt von Hannah Arendt, sowie die Gespräche und Diskussionen, die sie mit ihren Freunden geführt hat, basierend auf regem Schriftverkehr mit denselben und wenn auch paraphrasiert, so nehmen sie doch den Leser auf eine ganz neue Art mit in das Leben dieser ungewöhnlichen Frau, mit Recht eine der ungewöhnlichsten Frauen den 20. Jahrhunderts, hinein, anders als es eine nüchterne Biografie getan hätte.

"Vielleicht ist das, was einem Manschen geschieht, nur dazu da, seine Eigentümlichkeit zu vollenden."

Ein Roman über eine besondere Frau, der es mehr als wert ist gelesen und bewegt zu werden.


Der Roman ist mit seinen 550 Seiten in drei Abschnitte geteilt, die jeweils 8-10 Kapitel beinhalten. Der Leser taucht sofort in die Gespräche und Diskussionen ein, als wäre er dabei und muss dann erstmal herausfinden mit wem Hannah denn redet, denn sie hat für fast jeden einen Spitznamen. Doch das hat mich nicht in meinem Lesefluss gestört, ich habe mich als einen Teil der Geschichte gefühlt und mehr als einmal gedacht, welch ein Segen sie doch für ihre Freunde war. 

Cover des Buches Was wir scheinen (ISBN: B095Z4Q13B)
Jin_nys avatar

Rezension zu "Was wir scheinen" von Hildegard E. Keller

Review
Jin_nyvor 2 Jahren

Ein unglaublich detailliertes und lebhaftes Portrait von Hannah Arendt, lebensnah und spannend erzählt! Das Buch hat mir insgesamt gefallen und auch die Erzählweise war gut gewählt und einfach zu lesen. Wir begleiten Hannah Arendt dabei wie sie auf ihr Leben zurückblickt und dabei Meilensteine der Geschichte und die ihres Lebens nacherzählt und überdenkt. Da ich fast nichts über Hannah Arendt selbst gekannt habe, musste ich zwar einiges nachschlagen, aber trotzdem war es ein schönes Leseerlebnis! Ich hatte anfangs etwas Angst, dass das Buch etwas zu trocken sein könnte, aber dem war nicht so; Man fühlt sich Hannah Arendt und ihrer Zeit verbundener als man denkt. Die Gedichte zwischendurch fand ich manchmal zu viel, aber das ist wohl Geschmackssache. Wer gerne biografische Romane mit historischen Bezügen liest, wird dieses Buch sicherlich lieben.

** Dieses Buch wurde mir über NetGalley als E-Book zur Verfügung gestellt **

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