Maria Regina Kaiser gibt uns mit ihrem kompakten Büchlein über Hildegard einen Einblick in das umfangreiche Werk der Heiligen. Es ist nicht auf Dinkelkekse oder Tees beschränkt, sondern es geht um das Zusammenleben von Frauen und Männern, um Verantwortung in der Gesellschaft und für die Schöpfung. Klar, muss man sich in die Sprache von vor fast 1000 Jahren erstmal einlesen, aber für jeden sollte ein passender Satz, der zum Nachdenken anregt, dabei sein. Man muss sich nur darauf einlassen und anschließend kann man sich immer noch eine warme Dinkelsuppe oder Dinkelwaffeln aus dem kleinen Rezeptteil kochen.
Hildegard von Bingen
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Hildegard von Bingen
Hildegards Schatzkiste
Über die Liebe
Der Weg der Welt
Hildegard von Bingen - Gesunde Ernährung
Wisse die Wege
Weisheit in göttlicher Liebe
Neue Rezensionen zu Hildegard von Bingen
Dieses Büchlein stellt die Lehre von Hildegard von Bingen vor. Doch anders als von mir erwartet beschäftigt es sich mehr mit Weisheiten und Ratschlägen für verschiedenste Lebenslagen und Bereichen als mit naturheilkundlichen Rezepten.
Sie war eine erstaunliche Frau mit sehr weitreichendem Wissen, das wird rasch deutlich. Da aber auch einige ihrer Ansichten zwischenzeitlich längst überholt scheinen, kann ich daraus leider nur wenig Mehrwert für mich ziehen. Trotzdem gibt dieses Buch schöne Impulse und lässt die Person Hildegard greifbarer werden. Die Texte jedoch sind kurz und nicht selten etwas oberflächlich, mehr würde auch den Rahmen des recht kleinen Buchs sprengen. Doch für einen ersten Eindruck, als Impulsgeber und für das ein oder andere Zitat reicht dieses Buch durchaus.
Das Cover des Büchleins ist sehr schön gestaltet, dezent und natürlich, und passt mit den Zeichnungen von Kräutern und Pflanzen gut zum Inhalt.
Die "Glaubenssätze" und Zitate finde ich interessant, aber irgendwie auch schwer verdaulich, so aus dem Zusammenhang gerissen. Aber so manches hat mich zum Nachdenken angeregt, auch wenn vieles natürlich sehr fremd in unserer Zeit wirkt, sei es das Religiöse, wenn man nicht religiös ist, sei es, die Mann-Frau-Aussagen zum Teil. Anderes, gerade zum letztgenannten Thema, finde ich sehr erfrischend.
Spannend finde ich auch, dass Hildegard zum Thema Ernährung und Trinken teilweise Ratschläge gibt, die mich an Ayurveda erinnern, z.B. warmes Wasser und Speisen warm zubereiten. Anderes wie der Rat zum absoluten Verzicht auf Rohkost lässt mich etwas ratlos zurück; war manches vielleicht auch einfach den hygienischen Zuständen ihrer Zeit geschuldet? - Insgesamt hatte ich auch eigentlich mehr Rezepturen und gesundheitliche Ratschläge erwartet.
Permanent habe ich bei der Lektüre zwischen, Staunen, Bewunderung, Entsetzen und vielen Fragezeichen geschwankt. Vieles ist nur sehr kurz abgehandelt, manches passt exakt zu modernen Seelen- und Ernährungswissenschaften /-erkenntnissen, anderes ist völlig konträr. Z.B. die positive Wirkung, die Alkohol, wie Wein und Bier, auch haben soll. Dinkel wird ja aktuell wieder sehr gehyped. Und Frühstücken nach 12 h hat mich an Intervallfasten erinnert. Die heilende Wirkung von Dachsfell fand ich faszinierend und würde ich gerne ausprobieren - aber was machen Veganer?
Insgesamt fand ich das kleine Buch sehr informativ und interessant, aber es werden viele Themen einfach nur angerissen. Will man sich wirklich mit Hildegard von Bingen und ihren Gedanken und Lehren beschäftigen, dann muss man sich anderweitig weiter informieren, sei es in Literatur oder beispielsweise in dem wirklich tollen, ihr gewidmeten Museum in Bingen.
Gespräche aus der Community
"Hildegards Schatzkiste. Kräuterwissen, Rezepte und Heilsames für die Seele" ist eine übersichtliche Einführung in die Gedankenwelt der klugen Nonne vom Rhein. Das Büchlein versammelt ihre wichtigsten Weisheiten für schwierige Lebenslagen und Krisen, heilkundliche Rezepte und Ratschläge für ein gesünderes Leben. Ein wunderbarer Wissensschatz auch für Menschen von heute."
Oh, sehr interessant. Insgesamt ist es ja so, dass man in früherer Zeit - ich denke an Großmutter und Großtante - nicht so auf Zeitersparnis beim Kochen geachtet hat. So manches gute Gericht brauchte eben seine Zeit bei der Aufbereitung des Materials und wiederum beim Kochen oder Backen.
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