Hilke Gerdes Rumänien

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Inhaltsangabe zu „Rumänien“ von Hilke Gerdes

Seit Januar 2007 gehört Rumänien zur Europäischen Union. Doch das Land scheint nach wie vor weit weg vom westlichen Teil des Kontinents, wo es oft nur als »Armenhaus Europas« wahrgenommen wird. Dabei gibt es einen starken wirtschaftlichen Aufschwung, den man nicht nur in der blühenden Kulturhauptstadt Sibiu (Hermannstadt) besichtigen kann. Hilke Gerdes hat für einige Jahre in Bukarest gelebt und das Land intensiv bereist. Sie schildert den Alltag mit seinen Tücken, behandelt die wechselvolle Geschichte, erzählt von ihren Begegnungen bei den nationalen Minderheiten und gibt Einblicke in das vielfältige Kulturerleben. Wer sich für mehr als das Dracula-Schloss, die Moldau-Klöster und den Strand am schwarzen Meer interessiert, kann hier das Land von innen kennenlernen.
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  • Rezension zu "Rumänien" von Hilke Gerdes

    Rumänien
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    20. April 2009 um 21:02

    Der Kalte Krieg ist längst vorbei, die Grenzen sind offen, das Land ist Mitglied des europäischen Friedensprojekts. Rumänien ist trotz seines EU-Beitritts 2007 immer noch im Abseits. Nur wenige Europäer wissen etwas über das Land und assoziieren es weiterhin mit blutsaugenden Vampiren und diebischen “Zigeunern”. Die deutsche Autorin Hilke Gerdes will sich all diesen verstaubten Ansichten in ihrem Buch “Rumänien. Mehr als Dracula und Walachei” abwenden, nachdem sie selbst von einem längeren Aufenthalt in Rumänien heimgekehrt ist. Das gelingt ihr auch mit einem ansprechenden Themenmix. Es ist kein Reiseführer im klassischen Sinne und bei weitem nicht vollständig, schließlich hat Rumänien eine wechselhafte Geschichte hinter sich, die sich nicht einfach so erzählen lässt. Die Grenzen haben sich immer wieder verschoben. Zahlreiche Minderheiten unterschiedlicher Sprachen leben in dem Land so wie die ungarische oder die deutsche Volksgruppe. Der türkische Einfluss ist in der Musik zu hören, die Blütezeit der Zwischenkriegszeit in der Architektur zu erkennen. Monarchie, Nationalsozialismus, Kommunismus und der rumänische Diktator Ceauşescu haben ebenso ihre Spuren hinterlassen. Einer Studie zufolge zählen die Rumänen zu den unglücklichsten Menschen, sie trinken gerne und wer mit der Bürokratie schnell vorankommen möchte, sollte seinen Dokumenten stets einen Geldschein beilegen. Das Buch berichtet über die Geschichte, die Menschen und deren Kultur abseits der klassischen Tourismusklischees, gespickt mit persönlichen Erlebnisberichten der Autorin. Erdölpipelines, Bergarbeiterstreiks, der autostoppende und hubschrauberflüchtende Diktator, die Securitate, bis hin zu amerikanischen Genpflanzen und österreichischen Firmen wie OMV und Erste Bank. Das Land hat viel zu erzählen - und nach dieser Lektüre will man sich sofort selbst ein Bild von Rumänien machen.

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