Hilke Müller

 4 Sterne bei 20 Bewertungen

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Die Tochter des Gerbers

Die Tochter des Gerbers

 (16)
Erschienen am 19.09.2011
Die Braut des Kreuzfahrers

Die Braut des Kreuzfahrers

 (4)
Erschienen am 17.06.2013

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Rezension zu "Die Braut des Kreuzfahrers" von Hilke Müller

Die Braut des Kreuzfahrers
-sabine-vor 5 Jahren

Frankreich im 12.Jahrhundert. Die siebzehnjährige Tiessa wächst behütet im Kreis ihrer Familie auf. Eher zufällig lernt sie den charmanten Ivo Beaumont kennen und beiden verlieben sich ineinander. Die Heirat ist schon beschlossene Sache, da erreicht die Grafschaft Perche der Ruf des Papstes. Ivo und Tiessas Vater schließen sich den Kreuzfahrern an, ins Heilige Land zu ziehen, doch Tiessa lässt sich durch nichts abhalten, die beiden heimlich zu begleiten. Doch ein Kreuzzug ist mehr als ein aufregendes Abenteuer …

Ich bin sehr zwiegespalten bei diesem historischen Roman, waren doch die ersten zwei Drittel des Buches eher langatmig und konnten mich nicht richtig fesseln, während das letzte Drittel dann Spannung bot und ich den Schmöker in einem Rutsch zu Ende gelesen habe.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, die Sprache der Zeit angemessen. Aus Sicht der jungen Tiessa wird das Leben in ihrer Familie eindrücklich beschrieben, so dass ich mir alles gut vorstellen konnte. Auch auf der beschwerlichen Reise ins Heilige Land fühlte ich mich mitgenommen in ferne und unbekannte Welten, an Beschreibungen hat es auch hier nicht gefehlt. Manchmal jedoch war es mir zu viel der Schilderungen, und ich hätte mir mehr Handlung gewünscht. Insgesamt war der Spannungsbogen des Romans eher flach, erst im letzten Drittel war ich wirklich gefesselt und habe mitgefiebert, wie es weitergeht.

Die Geschichte selber ist zwar nicht wirklich neu, hat mich aber trotzdem angesprochen und neugierig gemacht. Die Protagonistin Tiessa ist für das späte 12. Jahrhundert eine patente junge Frau, die nicht auf den Mund gefallen ist und weiß, was sie will. Sie ist von Natur aus neugierig und bringt sich damit immer wieder in Gefahr. Das macht sie auf der einen Seite sehr sympathisch, andererseits fand ich ihre Naivität manchmal sehr anstrengend.

Die Figur des Ivo Beaumont hat mir nicht so gut gefallen, er scheint nur aus zwei Seiten zu bestehen: einer guten und einer schlechten. Einerseits wird er als gutaussehender und charmanter junger Mann dargestellt, der zu seinen Schwächen steht und Fehler einsieht, dann jedoch ist er genau das Gegenteil und entpuppt sich als bösartiger und betrügender Lügner. 

Gottfried von Perche dagegen ist mir wieder sympathisch: er ist ein Protagonist, der viele Facetten zu bieten hat und sich nach innerem Kampf über die Gepflogenheiten der Zeit hinwegsetzt. Er macht eine interessante Entwicklung durch während des Kreuzzuges, immer hin und her gerissen zwischen Verantwortung und seinem Gefühl. Er braucht lange, um sich seiner Liebe bewusst zu werden, kann dann letztlich aber doch zu sich selber stehen.

Es gibt noch viele weitere Nebencharaktere, die die Geschichte wirklich interessant gemacht haben und von denen mir einige sehr ans Herz gewachsen sind. Einige begleiten den Leser durch das ganze Buch, andere nur für einige Kapitel. Aber sie runden die Geschichte ab und machen sie interessant und spannend.

Während des Lesens wird man in ganz verschiedene Welten entführt. Beginnt der Roman in Frankreich und schildert das Leben einer Familie im 12. Jahrhundert, wird der Leser dann während des Kreuzzuges in eine andere, zum Teil sehr brutale Wirklichkeit entführt. Doch es geht hier nicht nur ums kämpfen, denn Tiessa erkundet die Gegend und dadurch erhascht man auch einen Blick „hinter die Kulissen“. Dass auch Frauen den Kreuzzug begleiteten, sie zum Teil selber kämpften, sie aber auch hinderlich waren in den Kriegen – all das war mir so nicht bewusst. Als Tiessa gefangen genommen wird, lernt man dann auch die andere Seite kennen, nämlich die der Sarazenen. Ihre Lebensart und Kultur ist ganz anders als das, was wir kennen, für mich war daher auch dieses Kapitel sehr anschaulich und interessant. Gerade die Zeit der Flucht fand ich dann sehr spannend, und auch in der Heimat zurück, kehrt noch immer nicht Ruhe ein, denn Intriganten sind am Werk und bringen Tiessa erneut in große Gefahr.

Insgesamt fand ich den Roman durchaus lesenswert, und über einige Längen in den ersten beiden Dritteln konnte ich gut hinwegsehen. Denn gerade die letzten 250 Seiten waren sehr spannend und haben mich den schwächeren Einstieg wieder vergessen lassen. Wer historische Romane mag, sollte sie diesen also nicht entgehen lassen!

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Nina2401s avatar

Rezension zu "Die Tochter des Gerbers" von Hilke Müller

Rezension zu "Die Tochter des Gerbers" von Hilke Müller
Nina2401vor 7 Jahren

Als ich den Titel las, dachte ich, ach nein, schon wieder ein historisches Massenwarebuch. Aber ich wurde eines besseren belehrt. Hilke Müller bringt mir in ihrem Erstlingswerk die Geschichte von Wilhelm, dem Eroberer nahe und das auf eine sehr interessante und unterhaltsame Art und Weise. Dieses Buch hat alles, was ich von einem guten historischen Roman erwarte: eine gründliche Recherche, eine bildhafte Sprache, eine interessante Geschichte, die in diesem Fall das Leben geschrieben hat. Ich fand es klasse, viele Hintergrundinfos zu bekommen und gleichzeitig in die Geschichte eintauchen zu können. Die Sprache hat mir gut gefallen, sie ist der Zeit angemessen und nicht zu modern. Ich durfte die Gerbertochter und ihre Kinder in einem Zeitraum von über 20 Jahren begleiten und ich habe jede Zeile genossen.

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arnos avatar

Rezension zu "Die Tochter des Gerbers" von Hilke Müller

Rezension zu "Die Tochter des Gerbers" von Hilke Müller
arnovor 7 Jahren

Ein Buch das auffällt, aber nicht aus dem Rahmen. Hilke Müller schreibt über eine Person die zwar bekannt ist, aber über die nichts aktuelles geschrieben steht. Ich wage zu behaupten, daß "Die Tochter des Gerbers" in die Reihe von Rebecca Gablé passt, in Stil und Spannung ist es das Buch welches vor "Das zweite Königreich" kommt. Ich hoffe auf einen neuen Stern am Histo-Himmel.

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