Hilmar Klute

 3.6 Sterne bei 17 Bewertungen
Autor von HerzKammerJäger, Winston oder Der Hund, der mich fand und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Hilmar Klute

Alles über Haustiere und Burn-out: Hilmar Klute ist ein deutscher Journalist und Sachbuchautor. Geboren wurde er 1967 in Bochum, zog dann aber nach München, um ab 2009 für die Süddeutsche Zeitung zu schreiben. Dort verantwortet er seit 2010 die beliebte Kolumne „Streiflicht“. Neben seiner journalistischen Tätigkeit veröffentlichte Klute mehrere Sachbücher. Größere Aufmerksamkeit wurde ihm 2012 mit dem Titel „Wir Ausgebrannten: Vom neuen Trend, erschöpft zu sein“ zuteil, der im Diederichs Verlag erschien. Klute ergründet darin den Burn-out als eine Modeerscheinung, hinter der sich Egoismen und Selbstbezogenheit verstecken. Diese Polemik wendet sich insbesondere gegen die Nutznießer der neuen Befindlichkeit in Form von zahlreichen kostspieligen Therapieangeboten. Im Berliner Galiani Verlag brachte Klute 2015 ein Buch über das Leben des Dichters Joachim Ringelnatz unter dem Titel „War einmal ein Bumerang“ heraus. Seine schmalen Bändchen über Hunde und Katzen als Haustiere im Antje Kunstmann Verlag aus den Jahren 2008 und 2010 fanden wenig Beachtung. Klutes belletristisches Debüt „Was dann nachher so schön fliegt“, 2018 ebenfalls von Galiani verlegt, spielt im Ruhrgebiet und thematisiert die Liebe zum Schreiben und die Leidenschaft für die Literatur. Hilmar Klute lebt in München und schreibt nach wie vor für die Süddeutsche Zeitung.

Neue Bücher

Was dann nachher so schön fliegt
Neu erschienen am 16.08.2018 als Hardcover bei Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch.

Alle Bücher von Hilmar Klute

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Hilmar KluteHerzKammerJäger
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HerzKammerJäger
HerzKammerJäger
 (7)
Erschienen am 18.10.2008
Hilmar KluteWinston oder Der Hund, der mich fand
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Winston oder Der Hund, der mich fand
Winston oder Der Hund, der mich fand
 (5)
Erschienen am 03.09.2008
Hilmar KluteWir Ausgebrannten
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Wir Ausgebrannten
Wir Ausgebrannten
 (2)
Erschienen am 03.09.2012
Hilmar KluteWar einmal ein Bumerang
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War einmal ein Bumerang
War einmal ein Bumerang
 (2)
Erschienen am 09.02.2015
Hilmar KluteWir Ausgebrannten: Vom neuen Trend, erschöpft zu sein
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Wir Ausgebrannten: Vom neuen Trend, erschöpft zu sein
Hilmar KluteDas Streiflicht
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Das Streiflicht
Das Streiflicht
 (0)
Erschienen am 06.04.2013
Hilmar KluteWas dann nachher so schön fliegt
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Was dann nachher so schön fliegt
Was dann nachher so schön fliegt
 (0)
Erschienen am 16.08.2018
Hilmar KluteDer Kater Kasimir und anderer Tiere meines Lebens
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Der Kater Kasimir und anderer Tiere meines Lebens

Neue Rezensionen zu Hilmar Klute

Neu
H

Rezension zu "Winston oder Der Hund, der mich fand" von Hilmar Klute

Wie ein Mann auf den Hund kommt.
hundimbuchvor 2 Jahren

Eigentlich glaubte ich immer, dass man die Menschen sauber und ordentlich in zwei Sorten einsortieren kann: In diejenigen, die Hunde lieben, und in solche, die Hunde hassen. Hilmar Klute (Jahrgang 1967 und Redakteur der Süddeutschen Zeitung) zählt sich zu einer dritten Gruppe: Zu den Menschen, denen Hunde völlig gleichgültig sind. Diese Position der Gleichgültigkeit ermöglicht Klute eine distanzierte, sezierende Beobachtung von Hundebesitzern: Menschen, die gekleidet in irgendetwas zwischen Schlaf- und Straßenanzug, zu unmöglichen Zeiten (meist abends spät oder morgens früh) den unterschiedlichen Wettererscheinungen trotzen. Menschen die, den Hund an der Leine, dessen kleine und großen Verrichtungen beobachten und letztere nach kritischer Prüfung entfernen. Klute beobachtet und beschreibt die ganz normalen Momente im Leben des Hundehalters mit der neutralen Analysefähigkeit eines Ethnologen, der nicht am Amazonas unterwegs ist, sondern irgendwo im Münchner Süden.

Was passiert nun, wenn an einem kalten Winterabend ein ausgesetzter Hundewelpe die kultivierte Wohnung eines solch kultivierten Hundegleichgültigen betritt? Natürlich, man ist kein Unmensch. Das Tierchen darf über Nacht bleiben. Und weil das Tierheim belegt und der Welpe noch jung ist, behält man ihn, bis sich etwas Besseres für den Kleinen findet. Schritt für Schritt erobert der kleine Bullterrier namens Winston mit dem „Gurkengesicht“ die Wohnung des Ich-Erzählers Hilmar Klute. Winston geht seinem Zerstörungswerk nach. Er zerbeißt Stuhlbeine, sortiert den Müll um, zerfetzt Schuhe und ist nicht stubenrein. Das ganz normale Programm also.

Hilmar Klute beschreibt alles mit sehr viel Humor, was vor allem auch in der distanziert-neutralen Betrachtung des Zusammenlebens Mensch-Hund begründet liegt. Klute wagt es nicht so recht, sich zum Hundeliebhaber zu bekennen. Findet es befremdlich, in seinen Taschen zerbröselnde Hundebiskuits und Häufchen-Beutel mit sich zu führen. Er findet es verstörend, im Schlafanzug den nächtlichen Gassi-Gang des Welpen zu begleiten. Aber Winstons neues Herrchen tut dies Alles. Der Hund gehört dazu, darf mit in den Urlaub, wird mit sämtlichen Hunde-Must-Haves ausgerüstet, bekommt karierte Mäntelchen und albernes Spielzeug gekauft.

„Von einem Tag auf den anderen bin ich Teil dieser wahnsinnigen Welt geworden (…), in der die Grenzen zwischen Mensch und Tier in einer Weise verschwimmen, die daran zweifeln lässt, dass es überhaupt Unterschiede zwischen Tieren und Menschen gibt.“

Natürlich lernt der frischgebackene Hundebesitzer auch die Hundewiesen Münchens kennen. Die Gespräche, sie drehen sich wie auf allen Hundewiesen des Landes natürlich nicht nur um den Hund, sondern um das allgemein Menschliche, eröffnen dem Gassi-Neuling einen „ganzen Kosmos“.

Die Zuneigung zu Winston ist nicht ungetrübt: Er macht Probleme in der Hundetagesstätte und bringt den Hundetrainer zum Aufgeben der Erziehungsversuche. Er ist für seinen Herrn explizit „kein Therapeutikum (…). Er ist ein aggressives Nervengift.“ Klute bleibt bei aller Sympathie zu Winston aufrichtig, wenn es darum geht, die negativen Seiten des Hundebesitzerlebens zu benennen. Gleichzeitig wachsen die Gemeinsamkeiten mit dem Hund: Die gemeinsame Verachtung gegenüber Nordic Walkern beispielsweise schweißt Herr und Hund zu einem Team zusammen.

Mit dem autoritären Habitus von Hundebesitzern im Allgemeinen können weder Winston noch Klute etwas anfangen Die vielgelobten Treue des Hundes – als seine Kardinalstugend – ist Klute suspekt. Auch Thomas Manns Herrschaftsallüren gegenüber seinem Hund Bauschan, wie sie in seinem Idyll „Herr und Hund“ beschrieben sind, empfindet Klute als schwer erträglich. Auch hier würde Winston sicher zustimmen. Obwohl, manchmal träumt Klute schon davon, „nichts als ein richtig asozialer Hundebesitzer zu sein, der seine Töle herbeipfeift und nichts als Gehorsam und Unterwerfung erntet.“ Natürlich sind diese Allmachtsphantasien vom „Vollproleten“ in Trainingshose und Muskelshirt, der seinen Hund auf dem Hundeplatz abrichtet, nicht ernstgemeint. Aber eines ist ihm auch klar: „Der Hund wird sich unsere Schwäche und Gutmütigkeit immer zunutze machen und seine Interessen vertreten.“

Viele Hundebesitzer, die sich nicht zur autoritären Hundeplatzerziehung bekennen mögen, kennen dieses Dilemma: Von tiefsten Herzen der antiautoritären Erziehung zugeneigt, möchte man sich eigentlich nicht zum autoritären Rudelführer aufschwingen. Die unerwünschten Entwicklungen, die sich zeitgleich sich am anderen Ende der Leine manifestieren, möchte man aber auch nicht dulden. Und wer – Hand aufs Herz – hat in der einen oder anderen Situation noch nicht davon geträumt, dass der Hund aufs erste „Fingerschnippen“ reagiert?

Hilmar Klutes Buch ist lesenswert, weil er sich bei seiner Untersuchung der Beziehung zwischen Hund und Herrchen (oder Frauchen oder Vati oder Mutti) einmal abseits der ausgetretenen Pfade bewegt. Abseits von Ratgeberliteratur und sentimentalem Hundekitsch ist „Winston“ nicht nur ein Buch, dass man jedem Hundeneuling auf den Nachttisch legen sollte, sondern auch ein unterhaltsamer Sittenspiegel für altgediente Hundeleute.

Ein nettes Gimmick ist der Anhang. Hier finden sich nicht nur kulturhistorische Ausflüge zu prominenten Hunden und Herr(ch)en (man erfährt, dass Schopenhauer seinen Pudel Atmann liebevoll Butz nannte und Richard Wagner seinen Fips), sondern auch Literaturhinweise und ein praktischer, nicht ganz ernst gemeinter, Entschuldigungszettel. Um den Lesespaß perfekt zu machen, wurde das Buch von Dirk Schmidt liebevoll illustriert.

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L

Rezension zu "War einmal ein Bumerang" von Hilmar Klute

Über einen Seemann, der zum Artisten wurde
Lesemanievor 3 Jahren

Wer war eigentlich Joachim Ringelnatz?
Hilmar Klute, Streiflicht-Chef der Süddeutschen Zeitung versucht in seinem Buch, dieser Frage auf den Grund zu gehen. 1883 wird Hans Bötticher als Bildungsbürgersohn geboren. Die Kindheit ist behütet bis zu dem Moment, in dem er vom Gymnasium fliegt, weil er sich auf einer Völkerschau auf samoanische Weise hat tätowieren lassen. Den jungen Hans zieht es hinaus in die Welt, er will sie entdecken und seinen Abdruck in ihr hinterlassen. Er geht zur Marine, umsegelt die Welt und schreibt, schreibt, schreibt.

In München entdeckt er die erwachende Boheme, doch es dauert noch, bis aus Hans Bötticher schließlich Joachim Ringelnatz wird. Der erste Weltkrieg kommt und geht und auf den Bühnen der Weimarer Republik schließlich verwandelt Bötticher sich in Ringelnatz. Der kleine Mann mit der großen Nase tritt oft in Matrosenkleidung auf. Er trinkt, singt und brüllt auf der Bühne; seine derbe Sprache kann schockierend sein, ungeschönt schreibt er über Armut und Verzweiflung zu Zeiten der Wirtschaftskrise und um so überraschender kommt er besonders in den letzten Jahren seines Lebens mit teilweise bildschönen Liebesgedichten daher.
Dieser Kabarett-Star, eigentlich ein Produkt des wilhelminischen Zeitalters, der es als junger Mann kaum abwarten konnte, den Krieg kennenzulernen, ist entsetzt über den wiedererstarkenden Militarismus in seinem Heimatland. Nach dem Machtwechsel verweigert er es, sich dem neuen Regime anzubiedern, auch dann, als seine Bücher brennen und er Arbeitsverbot erteilt bekommt.

Durchaus kritisch bespricht Klute die ersten literarischen Gehversuche von Ringelnatz und er beschreibt seine Weiterentwicklung als Dichter, erläutert, wie die Gedichte sprachlich und inhaltlich reifen und illustriert seine Argumente mit Auszügen aus vielen verschiedenen Werken - darunter auch das titelgebende Gedicht "War einmal ein Bumerang". Diese Geschichte "wollen die Leute immer wieder hören, und sie wollen sehen, wie Ringelnatz da vorne mit unendlich blödem Gesichtsausdruck dem imaginären Gegenstand hinterherblickt, auf dessen Rückkehr alle warten und der aufgrund eines Konstruktionsfehlers wohl für immer verschwunden bleibt. Er kann tatsächlich so blöd ins Leere glotzen, dass alle den Eindruck haben, hier schaut einer [...] stellvertretend für das dumme Volk stundenlang dem Bumerang hinterher."

War einmal ein Bumerang
War ein weniges zu lang
Bumerang flog ein Stück
Kam nicht mehr zurück.
Publikum noch stundenlang
Wartete auf Bumerang.


Welten liegen zwischen diesem Kalauer, mit dem Ringelnatz sich die Lacher des Publikums sichert, und der in seinen Turngedichten 1920 veröffentlicht wird, und seinem leisen Liebesgedicht "An M.", veröffentlicht in Allerdings 1928:

Wenn ich tot bin, darfst du gar nicht trauern
Meine Liebe wird mich überdauern
Und in fremden Kleidern dir begegnen
Und dich segnen.


Und wer war er nun, dieser Ringelnatz?
Die Person des Ringelnatz ist eine gelungene Kunstfigur; er selbst bezeichnet sich nicht nur als Dichter sondern vielmehr als "Artisten". Er liest seine Gedichte nicht vor, er performt sie auf den Bühnen Deutschlands. Hilmar Klute bemerkt auf der letzten Seite beinahe resigniert: "Der Welt ist er manchmal abhanden gekommen, oft genug hat er sie auch umarmt und sie ihn. Aber fremd ist er ihr immer ein bisschen geblieben."

Vielleicht ist es auch falsch zu sagen, dass Klute in diesem Buch der Figur des Joachim Ringelnatz auf den Grund gehen will. Das ist wahrscheinlich sowieso ein Ding der Unmöglichkeit - zu gekonnt hat Hans Bötticher seine Kunstfigur ersonnen. Und so bleibt Ringelnatz auch nach der Lektüre dieses Buches, nachdem man seinem Lebensweg mit Hilmar Klute gefolgt ist, ein bisschen fremd. Aber eben weniger fremd als zuvor.

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sala83s avatar

Rezension zu "HerzKammerJäger" von Hilmar Klute

leider vorhersehbar
sala83vor 4 Jahren

Mit diesem Buch hält man einen seichten Kriminalroman in Händen. Der Ermittler kommt recht amüsant daher, weiß er doch sein nicht ganz so glamoröses Leben mit Humor zu nehmen. Das ihm am nähsten stehende Wesen ist sein Kater Egolf und auch dies macht ihn in meinen Augen recht symphatisch. Leider ändert der angenehme lockere Schreibstil nichts daran, dass der Kriminalfall doch sehr öde ist. Trotz zahlreicher eingebauter Wendungen erscheint die Hintergrundgeschichte unaufregend und viele der Abläufe leider vorhersehbar. Für eine lange Bahnfahrt ok, mehr aber auch nicht.

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