Zugegebenermaßen war ich die ersten 75 % hier und da mal gelangweilt. Ich hatte das Gefühl, dass es sich relativ hingezogen hat, aber im Nachhinein musste es so sein, damit das letzte Viertel Bedeutung bekommt.
Satoru besucht drei (bzw. vier) Freunde aus seiner Jugend und Kindheit. Mit allen hatte er damals eine besondere Zeit und Erlebnisse durchlebt, woraus eine Zuneigung und Vertrauen entstand. Während seines Besuches bei dem jeweiligen Freund, bekommen wir Rückblenden in die Vergangenheit. Das war der Grund, weshalb ich mich ab und zu gelangweilt hatte. Doch die Rückblicke sind wichtig, um zu verstehen, welche Beziehung die Freunde jeweils zueinander haben und auch wieso Satoru letztendlich doch weiterziehen muss.
Im letzten Teil sind Satoru und Nana an ihrer letzten Station angekommen. Hier hat sich dann auch alles zusammengefügt. Das war definitiv der emotionalste Abschnitt und meine Tränen konnte ich letzten Endes nicht mehr zurückhalten.
Wenn man Geduld mitbringen kann, ist Satoru's und Nana's Geschichte es wert, gelesen zu werden.
Hiro Arikawa
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
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Satoru und das Geheimnis des Glücks
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The Travelling Cat Chronicles
Neue Rezensionen zu Hiro Arikawa
"Satoru und das Geheimnis des Glücks" von Hiro Arikawa nimmt den Leser mit auf eine Reise durch Japan – eine Reise voller Begegnungen, Rückblicke und stiller Momente.
Doch worum geht es denn genau?! Satoru und sein alter Kater Nana machen sich auf den Weg. Auf ihrer Reise quer durch Japan besuchen sie alle Menschen, die Satoru auf seinem bisherigen Lebensweg begleitet, ihn geformt und geprägt, geliebt und geachtet, aber auch beneidet und kritisch beäugt haben. Doch am Ende schließen alle ihren Frieden: mit ihrem Freund und Wegbegleiter Satoru genauso wie mit sich selbst. Und Nana? Betrachtet alles aus der ihm eigenen Katzenperspektive. Er blickt den Menschen ins Innerste, bis in die tiefsten Tiefen ihrer Seele. Doch was Nana nicht ahnt: Es wird Satorus letzte Reise sein...
Der Schreibstil von Hiro Arikawa ist für mich unverkennbar japanisch: schlicht, ruhig und irgendwie zurückhaltend. Mir ist dieser Stil schon in mehreren japanischen Büchern begegnet, dennoch kann ich mich immer noch nicht ganz mit ebenjenem anfreunden.
Die gesamte Geschichte liest sich wie eine Abfolge von mehreren Kurzgeschichten, die alle, in irgendeiner Form, mit der Vergangenheit des Protagonisten Satoru verbunden sind. Jede dieser Episoden beleuchtet eine Person aus Satorus Leben näher, allerdings leider ohne viel Tiefgang.
Die Beziehung zwischen Satoru und seinem Kater Nana hat mir demnach persönlich am besten gefallen. Gerade für Katzenliebhaber bietet die Story eine Fülle von vertrauten Momenten. Nana fungiert dabei nicht nur als treuer Begleiter, sondern auch als stiller Beobachter und Kommentator der menschlichen Welt. Dennoch fiel es mir auch hier schwer, eine emotionale Verbindung aufzubauen.
Die Geschichte erinnert somit fast schon an einen Fluss, der seine Höhen und Tiefen hat. Das Ende ist beispielsweise durchaus gefühlvoll, während der Rest der Handlung über weite Strecken eher langatmig bleibt. "Satoru und das Geheimnis des Glücks" ist ein stilleres Buch, welches sich meiner Meinung nach besonders für Katzenfans und Liebhaber Japans eignet. Es bietet Einblicke in zwischenmenschliche Beziehungen und beleuchtet auch die Bedeutung von Freundschaft. Für jene, die sich mit dem speziellen Stil der japanischen Literatur anfreunden können, mag es demzufolge ein stilles Highlight sein. Für mich war es eher schwer zu greifen.
Satoru päppelt eine angefahrene Katze auf und nennt sie Nana, weil ihr abgeknickter Schwanz aussieht wie das Kanji-Zeichen für eine Sieben. Nicht zuletzt weil sie einer Katze aus seiner Kindheit ähnelt, hängt er sehr an dem Tier. Dem erfahrenen Leser ist klar, dass sehr einschneidende Dinge geschehen sein müssen, als er schließlich beschließt, die Katze wegzugeben.
Er reist durch das Land und besucht seine alten Freunde aus Grund-, Mittel- und Oberschule. Als sich immer einer ein Grund findet, warum er die Katze nicht bei dem jeweiligen Freund lassen kann, wird klar, dass er sich nicht von Nana trennen kann.
Jedes zweite Kapitel wird aus der Sicht der Katze erzählt. Der Stil ist zwar etwas simpel und schmucklos, aber dadurch wird auch jegliche Rührseligkeit vermieden, als es auf das Ende zugeht. Es wird erzählt von Dingen, die zwischen Satoru und seinen Freunden stehen, die er durch seine Reise beseitigen kann. Gerade die Schlichtheit des des Erzähltones und der Handlung machen den Text so berührend.
Actionfreunde werden hier nicht auf ihre Kosten kommen. Aber jene, die die leisen Töne zu schätzen wissen, wird dieses kleine Buch gefallen.








