Hiroko Yoda Ninja Attack!

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Inhaltsangabe zu „Ninja Attack!“ von Hiroko Yoda

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  • Bunter Einstieg in die Welt der Ninja

    Ninja Attack!
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    02. October 2014 um 06:57

    Wer denkt bei dem Wort "Ninja" nicht sofort an schwarze Gestalten, sie sich behende an Häuserwändern hoch hangeln, meterweit springen können und jeden Gegner geschickt und leise aus der Welt schaffen? Die Ninja und ihr Leben waren in der Tat vielfältig und aufregend, aber mit den Film- oder Literaturfiguren haben sie trotzdem nicht viel zu tun. Hiroko Yoda und Matt Alt haben für dieses Buch zahlreiche historische Aufzeichnungen und wissenschaftliche Quellen genutzt, um zu zeigen, was es mit diesen Spionage- und Abwehrspezialisten wirklich auf sich hatte. Im Vorwort räumen die beiden sehr schnell mit dem ersten Klischee auf: Keine schwarze Kleidung! Und sie hießen über Jahrhunderte hinweg noch nicht einmal Ninja. Sondern Rappa, Onmitsu, Kamari oder Nokizaru, je nach Region. Den Großteil des Buches nehmen die Steckbriefe und Kurzbiografien bedeutender Ninja ein. Zwar müssen zwei Doppelseiten genügen, aber für die wesentlichen Eckpunkte reicht es. Jeweils zwei bis drei wichtige Lebensstationen portraitieren Denkweise, Taktiken und Erfolge, aber auch allfällige Niederlagen. Zu jeder Person zeichnete Yutaka Kondo ein farbiges Portrait mit den wichtigsten Insignien oder einer Schlüsselszene aus der Biografie; Kondo gilt als Spezialist für Ninja- und Samurai-Themen. Aufgelockert werden die Kapitel durch historische Zeichnungen, Infoseiten über Waffen oder eingesetzte Techniken. Yoda und Alt gehen auf die Guten ein ebenso wie auf die, die vom rechten Weg abgekommen sind und ihr Knowhow als Straßenräuber und in Diebesbanden eingesetzt haben. Es soll Ninja mit magischen Tricks gegeben haben und überraschend viele Frauen (auch, wenn von denen historisch kaum etwas überliefert worden ist). Diejenigen werden vorgestellt, die gerne und erfolgreich Ninja engagiert haben und ganz zum Schluss kommt der Mann, der die Dienste der Ninja im 16. Jahrhundert langsam aber sicher nutzlos gemacht hat. Oda Nobunaga, eigentlich als Warlord eingestuft, hat das Land nachhaltig unter seine Regie gebracht und damit einen Schlussstrich hinter jahrhundertelange unruhige Zeiten gesetzt. Denn Ninja waren nur gefragt, so lange sich die Clans pausenlos bekämpft haben. Nach Nobunagas Aufstieg wurden ihre Spionage-Dienste kaum noch benötigt. Natürlich fehlt der Hinweis nicht, ob und wo noch Spuren der Ninja-Legenden erhalten sind. Dazu taucht das Buch kurz in die Geschichte von Tokyo ein und stellt einzelne Orte vor, wobei das Tor Hanzomon zum Kaiserpalast noch eines der offensichtlicheren sein dürfte, der persönliche Zugang des Ninja Hattori Hanzo zum Herrscherpalast. Ein kleines Glossar sowie ein Literaturverzeichnis schließen das Buch ab. Das Buch bietet einen guten Einstieg in das Thema Ninja und findet eine vernünftige Balance zwischen Weglassungen zu Gunsten der Kürze und der historischen Präzision. Yoda und Alt können viele Mythen klären, weil sie die historischen Rahmenbedingungen kennen und zum Beispiel die wahre Existenz von historischen Personen hinterfragen oder einschätzen können, ob bestimmte Ereignisse in der überlieferten Form stattgefunden haben können. Nicht jeder Kapmf, der es in die Anime oder auf die Leinwand geschafft hat, ist in dieser Form (oder überhaupt) historische Realität. Schade ist es, dass die verwendeten Fotos nicht besonders gut rüberkommen. Das ist umso bedauerlicher, da die Zeichnungen von Kondo knallbunt und in bester Qualität dabei sind; für viele Fotos und Abbildungen wäre eine bessere Wiedergabequalität durchaus angemessen gewesen. Nichtsdestotrotz: Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, ist gut bedient. Die beiden Autoren haben in demselben Stil übrigens auch kleine Kompendien zu japanischen Monstern (Yokai Attack) und Geistern (Yurei Attack) geschaffen.

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