Hisashi Kashiwai

 4 Sterne bei 151 Bewertungen

Lebenslauf

Hisashi Kashiwai, geboren 1952 in Kyoto, ist Zahnarzt und Leiter einer Zahnklinik in Kyoto. Nebenher schreibt er seit Jahren Bücher, die in seiner Heimatstadt spielen. Sein Roman Das Restaurant der verlorenen Rezepte war in Japan so erfolgreich, dass eine mehrbändige Serie folgte, die inzwischen auch verfilmt wurde.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Rückkehr ins Restaurant der verlorenen Rezepte: Roman (Die Food Detectives von Kyoto 2) (ISBN: B0FXJXR3B3)

Rückkehr ins Restaurant der verlorenen Rezepte: Roman (Die Food Detectives von Kyoto 2)

Neu erschienen am 26.12.2025 als Hörbuch bei Hörbuch München von RBmedia Verlag.
Cover des Buches Das Restaurant der verlorenen Rezepte: Roman (Die Food Detectives von Kyoto 1) (ISBN: B0G1FQXD7L)

Das Restaurant der verlorenen Rezepte: Roman (Die Food Detectives von Kyoto 1)

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Neu erschienen am 27.11.2025 als Hörbuch bei Hörbuch München von RBmedia Verlag.

Neue Rezensionen zu Hisashi Kashiwai

Wenn Erinnerungen nach Zuhause schmecken

"Das Restaurant der verlorenen Rezepte" ist ein leises, unaufgeregtes Buch – und genau darin liegt seine große Stärke. Die Geschichten, die sich im  Kamogawa Shokudō, sind ruhig erzählt und dennoch durchweg spannend. Kein einziges Mal hatte ich das Gefühl, dass sich die Handlung zieht oder langweilig wird. Im Gegenteil: Ich habe sehr gern darin gelesen und bin förmlich durch die Seiten getragen worden.

Im Mittelpunkt stehen die Gäste des kleinen Restaurants, die alle mit einer ganz eigenen Geschichte kommen, oft verbunden mit einem verlorenen Gericht, einer Erinnerung oder einem Abschnitt ihres Lebens. Diese einzelnen Schicksale sind feinfühlig und interessant erzählt. Besonders gefallen haben mir aber auch die wiederkehrenden Figuren: Nagare, der Koch selbst, und seine Tochter Koishi. Sie sind keine lauten oder überzeichneten Charaktere, sondern ruhig, nahbar und gerade dadurch sehr spannend.

Das Buch lebt stark von seiner Atmosphäre. Es vermittelt viel über die japanische Kulinarik, über regionale Unterschiede, Städte und Gegenden. Darüber, wie unterschiedlich gekocht wird und welche Bedeutung Essen haben kann. Genau diese Art von Romanen liebe ich besonders: japanische oder allgemein asiatische Geschichten, die in Restaurants, kleinen Läden oder dörflich anmutenden Orten spielen. Dieser besondere Flair, dieses Reduzierte und Alltägliche, fühlt sich für mich immer ein bisschen wie Nach-Hause-Kommen an.

Japan wirkt in solchen Büchern für mich wie ein riesiges Dorf – vertraut, warm und voller leiser Geschichten. Egal ob in Romanen, Filmen oder Dokumentationen: Diese Stimmung berührt mich jedes Mal aufs Neue. Auch "Das Restaurant der verlorenen Rezepte" hat genau dieses Gefühl in mir ausgelöst.

Ganz besonders möchte ich hervorheben, dass mir dieses Buch geholfen hat, aus meiner Leseflaute herauszukommen. Nach langer Zeit hatte ich endlich wieder richtig Freude am Lesen. Es war eines dieser Bücher, bei denen man gern weiterliest, ohne Druck, ohne Hast. Einfach aus purer Lust an der Geschichte und der Atmosphäre.

Ein ruhiges, warmes und dennoch fesselndes Buch, das zeigt, wie viel Tiefe in einfachen Geschichten liegen kann – und wie stark Essen, Erinnerungen und Menschen miteinander verbunden sind.

Japanische Erzählkunst zwischen Ruhe und Genuss

Aufgrund vieler guter Rezensionen und einiger Empfehlungen habe ich mich für die Lektüre dieses Buches bzw. eigentlich für dieses Hörbuches entschieden. Ich persönlich kann die wohlwollenden Meinungen verstehen und nachvollziehen, aber verstehe auch, woher die Kritik an dem Buch kommt.

Wie so oft bei japanischen Romanen, ich möchte hier als Beispiel die Romane von Satoshi Yagisawa oder von Shiori Ota nennen, gibt es keine eindeutig durchgehende Handlung, sondern die einzelnen Kapitel erinnern an Kurzgeschichten. Oft ist es sogar noch so, dass sich die Handlung von Kapitel zu Kapitel sehr stark ähnelt, so dass man das Gefühl bekommt, dass hier alles nach dem Schema F abgehandelt wird. Dieses Gefühl trügt natürlich nicht, den in gewisser Weise ist dies auch wirklich so, dennoch steckt so viel mehr dahinter. Ich kann aber verstehen, wenn man mit dieser Art von Romanen nichts anfangen kann.

Ich greife sehr gerne immer wieder zu dieser Art von Büchern, da es hier mehr um die leisen Zwischentöne geht und man zur Ruhe kommen kann. Einen großartigen Spannungsbogen sucht man vergeblich, ich für meine Teil, haben dieses aber weder erwartet noch vermisst. Dafür habe ich mehrere zauberhafte Erzählungen bekommen, bei denen sowohl die persönlichen Erinnerungen und Gefühle der Protagonisten, sowie schmackhaftes japanisches Essen die Hauptrolle gespielt haben.

Nagare-san und seine Tochter Koishi-chan habe ich von Anfang an in mein Herz geschlossen und mir gefällt sowohl die respektvolle und doch liebevolle Art und Weise wie sie miteinander umgehen, sowie ihre Leidenschaft für gutes Essen. Ihr Restaurant ist ein ganz besonderes Kleinod und ich würde mir so sehr wünschen, dass es so ein Lokal wirklich gibt und ich irgendwann das Glück habe, dort hinzufinden. Die kulinarische Detektivarbeit, die die beiden leisten fand ich äußerst spannend und interessant und ich bin sehr glücklich, dass es sich hierbei nicht um einen Einzelroman handelt. Denn ich kehre gerne wieder auf einen Besuch in das Komogawa-Restaurant zurück.

Hisashi Kashiwai hat meiner Meinung nach einen zauberhaften Erzählstil und ich habe mich gerne in seinen Worten und seinen Beschreibungen der Umgebung und der Lebensmittel verloren. Japanische Küche zählt zu einen meiner großen Leidenschaften, daher kannte ich viele der erwähnten Zutaten und Gerichte, dennoch habe ich auch noch das eine oder andere dazulernen können.

Gelesen wird das Hörbuch von Thomas Höricht. Für mich war es das erste Hörbuch dieses Sprechers und ich hatte anfangs Schwierigkeiten mich an seine Stimme und an seine Art die Wörter zu betonen zu gewöhnen. Mit der Zeit wurde es besser, aber wirklich komplett zufrieden war ich mit dieser Kombination nicht. Wobei ich mittlerweile denke, dass es weniger an Thomas Höricht lag, sondern dies eines jener Bücher ist, die ich lieber lesen als hören möchte.

Der Sprecher hat nämlich eine sehr ruhige und unaufgeregt Art beim Lesen, was in diesem Fall perfekt zur doch sehr ruhigen und entspannenden Atmosphäre des Buches passt.

Alles in allem hat mich die Geschichte sehr angesprochen und ich will das Buch gerne weiterempfehlen. Allerdings wie bereits angesprochen mit einigen kleinen Einschränkungen. Daher kann bei diesem Buch auch nur 4 Sterne vergeben.

Ein warmherziges Buch über die Magie verlorener Rezepte

Das Restaurant der verlorenen Rezepte“ ist ein warmherziges und atmosphärisches Werk das die Leser in die Gassen Kyotos entführt. Im Mittelpunkt stehen Nagare und seine Tochter Koishi, die gemeinsam das kleine Kamogawa-Café betreiben, einen besonderen Ort, den man nur dann findet, wenn man ihn wirklich braucht. Diese besondere Stimmung begleitet das gesamte Buch und verleiht ihm einen leisen Zauber.


Der aussergewöhnliche Service der beiden bildet das Herz der Geschichte: Sie rekonstruieren Gerichte, die in der Erinnerung ihrer Gäste eine wichtige emotionale Bedeutung haben. Mit Feingefühl und detektivischer Genauigkeit spüren sie längst verlorene Rezepte auf und helfen ihren Gästen, vergangene Momente wieder lebendig werden zu lassen. Jede Episode erzählt eine eigenständige, berührende Geschichte, die mal voller Sehnsucht, mal voller Hoffnung ist und immer menschlich und warmherzig wirkt.


Der Roman überzeugt durch seine ruhige Erzählweise, die liebevoll gestalteten Figuren und die poetische Verbindung von Essen und Erinnerung. Wer kulinarische Erzählungen liebt oder Geschichten schätzt, die von Familie, Verlust, Liebe und Heilung handeln, wird hier ein besonderes Leseerlebnis finden.


Insgesamt ist „Das Restaurant der verlorenen Rezepte“ ein  Roman, der nachklingt wie der Duft einer dampfenden Schüssel Udon, die nicht nur satt macht, sondern auch die Seele wärmt.

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