Hisham Matar In the Country of Men

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Inhaltsangabe zu „In the Country of Men“ von Hisham Matar

On a white-hot day in Tripoli, Libya, in the summer of 1979, nine-year-old Suleiman is shopping in the market square with his mother. His father is away on business - but Suleiman is sure he has just seen him, standing across the street. This novel tells a tale from the point of view of a young boy growing up in a terrifying and bewildering world.
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  • Rezension zu "In the Country of Men" von Hisham Matar

    In the Country of Men
    Ein LovelyBooks-Nutzer

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    29. May 2007 um 17:56

    Die Geschichte spielt Ende der Siebziger Jahre in Libyen und wird aus Sicht des 9-jährigen Suleiman erzählt. Das Land steht unter der Diktatur Ghaddafis. Die kindliche Perspektive ist dem Autor sehr gut gelungen, Suleiman erzählt mit kindlicher Naivität über seinen Vater, der häufig auf Geschäftsreisen ist, und seiner Mutter, die während dieser Abwesenheiten immer „krank“ wird und ihre „Medizin“ braucht. In diesen Nächten erzählt die Mutter von der Zwangsheirat mit seinem Vater. Eines Tages sieht er seinen Vater, der eigentlich auf Geschäftsreise ist, auf der Straße. Er ist einer derer, die gegen die Diktatur kämpfen. Dann wird der Nachbar der Familie „entführt“, sein Entführer beschattet ständig ihre Häuser. Sein Vater verschwindet, seine Mutter und Moosa, ein Freund der Familie verbrennen die heißgeliebten Bücher seines Vaters. Suleimans Welt gerät immer mehr aus den Fugen. Die Erzählung aus Sicht eines Kindes, dass die Tragweite dessen, was um ihn herum passiert, nur nach und nach begreift, hat mir sehr gut gefallen. Suleiman macht in seiner Naivität Dinge, dessen Auswirkungen er nicht abschätzen kann. So rettet er eines der Bücher seines Vaters vor der Verbrennung und wird, ohne es zu wollen, selbst zum Verräter, indem er Dinge preisgibt, die seine Familie und Freunde seiner Familie in Gefahr bringen. Durch diese Naivität erkennt er häufig nicht, was wirklich um ihn herum passiert. Als Leser gewinnt man dennoch eine gute Vorstellung davon, was wirklich passiert, denn dem Autor gelingt es, gerade genügend Andeutungen zu liefern, so dass einerseits die Ahnungslosigkeit von Suleiman aufrechterhalten, der Leser diese aber durchschauen kann An Suleiman selbst gehen die Ereignisse nicht spurlos vorbei, er muss erkennen, das seine Welt immer mehr aus den Fugen gerät und tut Dinge, die nicht nachvollziehbar sind. Danach plagen ihn Schuldgefühle. Ein Buch über das Leben in Libyen unter einer Gewaltherrschaft. Bespitzelungen gehören zum Alltag, Telefongespräche werden ganz offen belauscht, im Fernsehen werden Verhöre von Gegnern des Regimes gezeigt. Es finden Hinrichtungen im Stadium statt, die im Fernsehen übertragen werden. Ein Buch, das schockiert und bewegt und dabei über die Zustände in Libyen aufklärt. Denn der Autor weiß, wovon er spricht, hat selbst seine Kindheit in diesem Land verbracht. Sein Vater hat sich für den Widerstand eingesetzt und ist seit mehr als 15 Jahren verschwunden.

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