Hjalmar Hjorth Boyesen Selbstbestimmung

(3)

Lovelybooks Bewertung

  • 4 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(2)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Selbstbestimmung“ von Hjalmar Hjorth Boyesen

Hulda, älteste Tochter des Pfarrers einer Fjordgemeinde, soll den durchaus sympathischen, jedoch etwas langweiligen Hilfspfarrer heiraten, aber ein eleganter Nichtsnutz und ihr eigener fester Wille stehen dem entgegen. Trotzdem schließen sich die Fesseln immer enger um sie und eine Entscheidung zwischen Selbstbestimmung und Anpassung ist mit allen daraus folgenden Konsequenzen unvermeidlich …
Hjalmar Hjorth Boyesens Roman spannt einen ungewöhnlichen Bogen vom norwegischen Landleben zwischen Idylle und Zwang hin zur amerikanischen Großstadt zwischen kapitalistischer Gier und demokratischem Lebensstil. Dabei spielt er mit den Klischees des klassischen Liebesromans, die er alle an der Realität einer starken Frau scheitern läßt. „Selbstbestimmung“ erschien 1893 und wurde vier Jahre später von der bekannten Übersetzerin Mathilde Mann ins Deutsche übertragen.

Stöbern in Romane

Leere Herzen

Konnte mich nicht überzeugen

dartmaus

Die Lichter von Paris

Ganz nett, aber mehr nicht.

sanrafael

Mudbound – Die Tränen von Mississippi

Mitreißendes Buch über Rassismus.

EmmaBunny

Macadam oder Das Mädchen von Nr. 12

Zutiefst menschlich sind diese tollen Erzählungen, die einen inne halten lassen.

talisha

Lied der Weite

Was ist ein gelingendes Leben? Warmherziger Roman um diese Frage; Figuren, die man mit nach Hause nehmen möchte. Großartig!

alasca

Die Hauptstadt

Geistreich, ja, stellenweise amüsant, aber zu großen Teilen zäh und verzettelt. 3-4 Sterne.

Apfelgruen

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Selbstbestimmung" von Hjalmar Hjorth Boyesen

    Selbstbestimmung

    emeraldeye

    13. July 2009 um 16:40

    Hulda, eine 19-jährige Pfarrerstochter aus einem entlegenen Fjorddorf an der Westküste Norwegens, dort wo die Ankunft eines Dampfers ein Großereignis ist, soll den sympathischen, wenn auch langweiligen Hilfsprediger Falck heiraten. Damit hat die Familie eine Esserin weniger und der einzige Sohn kann die Lateinschule besuchen. Hulda hat sich nach langer Gegenwehr überreden lassen, da taucht ein junger Künstler auf. Dieser wurde "aufs Land" geschickt, um ihm seinen unsteten Lebenswandel abzugewöhnen. Hulda ist hingerissen und ihr Verlobter gerät zusehends ins Hintertreffen. Der Künstler schwärmt von der Freiheit Amerikas und wenig später ist er auch schon auf dem Weg dorthin. Hulda bleibt zurück, erst voller Hoffnung, dann resigniert. Die Hochzeit mit Falck wird angesetzt, doch in letzter Minute flieht Hulda und folgt ihrem wahren Geliebten nach Amerika. Ende des 19.Jahrhunderts geschrieben, ist der Roman von Hjalmar Hjorth Boyesen überraschend modern und zeigt die Frauen als die aktiven, bestimmenden Elemente einer an sich immer noch streng patriarchalischen Gesellschaft. Eine sehr junge Frau rebelliert gegen die Konventionen und begibt sich auf eine ungewisse Reise zu sich selbst und in ein anderes Land. Ob sie letztendlich glücklich wird, bleibt offen. Der letzte Kommentar dazu kommt von dem düpierten Hilfspfarrer, aber zumindest hat sie für sich entschieden und es ist nicht für sie entschieden worden. Das ist meiner Meinung nach die zentrale Aussage des Romans. Erstaunlich finde ich, dass ein Mann einen solchen "Emanzipationsroman" schreiben konnte.

    Mehr
  • Rezension zu "Selbstbestimmung" von Hjalmar Hjorth Boyesen

    Selbstbestimmung

    Binea_Literatwo

    11. July 2009 um 21:37

    Ein Schwan unter den Enten Jeder Mensch hat seine eigenen Vorstellungen und seinen eigenen Kopf. So will auch Hulda, die älteste Tochter des Pfarrers einer Fjordgemeinde, ihr Leben in die eigene Hand nehmen. Doch ihre Mutter sieht das etwas anders, denn sie möchte ihrem Sohn eine gelehrte Erziehung ermöglichen. Um das verwirklichen zu können, muss Hulda als hübscheste Tochter verheiratet werden. Am besten natürlich mit einem vermögenden Herrn. Obwohl Hulda den für sie Bestimmten noch nicht gesehen hat, hasst sie ihn schon jetzt. Herr Falck ist Hilfsprediger und entpuppt sich als sympathisch-eleganter Nichtsnutz. Hulda willigt in die Verlobung ein, verliebt sich aber fast zeitnah in den charmanten Eisenbahningenieur Olaf Brun. Sie befindet sich in einer Zwickmühle und als die beiden eines Nachts entdeckt werden, wird Olaf Brun von ihrer Mutter aus dem Haus verwiesen. Hulda entscheidet sich, das Elternhaus zu verlassen und reist dem Glücklosen hinterher. Er versucht sich nun als Maler in Amerika eine Existenz aufzubauen. Der Weg ist für ihn, wie auch für sie, sehr schwer, denn Amerika bietet wenige Möglichkeiten. Gemeinsam ohne Fremdbestimmung wird dieses Abenteuer in Angriff genommen. Hulda als starke Frauengestalt widersetzt sich den familiären Zwängen und findet ihren eigenen Weg durchs Leben. Hjalmar Hjorth Boyesen beschreibt vor allem den in Amerika spielenden Teil für den Leser sehr packend. Mit der Protagonistin zusammen wird dem Leser ein Eindruck vermittelt, wie damalige Einwanderer behandelt wurden. Am Ende wird ein Einblick über das Leben des Autors und über seine Zeit gegeben. Auch biographische Daten der bekannte Übersetzerin Mathilde Mann werden erwähnt. Der Roman zeigt den Gegensatz zwischen norwegischer Landschaft und dem geschäftig-verrückten Großstadtleben auf und vermittelt, dass in jeder Lebenslage Freundschaft und Liebe alles bezwingen kann.

    Mehr
  • Rezension zu "Selbstbestimmung" von Hjalmar Hjorth Boyesen

    Selbstbestimmung

    Clari

    05. October 2008 um 00:48

    Hjalmar Hjorth Boyesen Selbstbestimmung Lilienfeld ISBN 3940357057 Mit herber Melancholie und leisen Tönen beginnt die Geschichte einer jungen Frau, die weit ab aller Zivilisation im Hause ihres Vaters an der Westküste Norwegens aufgewachsen ist. Der Vater ist Pfarrer in einem Fischerdorf. Im Kreise ihrer fünf Schwestern und des kleinen Bruders geht es verständlicherweise spartanisch und einsam zu. Besorgt zeigt sich die Mutter, wie sie ihre sechs Töchter unter die Haube bringen soll. Als ihr Mann einen Hilfsprediger einstellt, zielt ihre Hoffnung auf die baldige Verlobung mit der ältesten Tochter Hulda. Diese ist ein eigenständiges Wesen, das den Gedanken an ein Alltagsleben mit dem gehemmten Hilfsprediger Franck weit von sich weist. Romantisch veranlagt hofft sie immer noch auf die große Liebe. Als sie schließlich schon in die Verlobung eingewilligt hat, begegnet ihr ein verführerischer und ansehnlicher junger Mann von zweifelhaftem Ruf: Bahningenieur Olaf Brun hat es aus gegebenem Anlass in die einsame Gegend verschlagen. Er ist hübsch, charmant, musikalisch und hegt hochfliegende Pläne, sobald er mündig ist und damit den Vorgaben seines Vormunds entkommen kann. Dass er sich in Hulda verliebt, und sie ihm auf verschlungenen Wegen begierig in ein neues Leben folgt, entwickelt sich zum eigentlichen Plot der Geschichte. Bunt und heimelig wird das Leben der Familie geschildert. Charaktere wie der Pfarrer und seine Frau, der eine gutmütig und freundlich, die Frau eher von strengem und nüchternem Wesen, lassen einen mit Vergnügen am Leben der Familie teilnehmen. Selbst bestimmt, stolz und eigenwillig zeigt sich die schöne Tochter in ihrem heiteren Wesen. Die Dramatik im Leben der abtrünnigen Tochter entsteht aus dem Gegensatz von geordnetem Leben zu Hause und ihrer unstillbaren Sehnsucht nach romantischer Liebe und dem fernen Abenteuer. Die Handlung ist im 19. Jahrhundert angesiedelt. Der Autor Hjalmar Hjorth Boyesen ist Norweger, hat von 1848 -1895 gelebt, und hat zwei Jahre vor seinem frühen Tod diese kleine Geschichte veröffentlicht. Es geht ihm wie in vielen seiner Werke um die Selbstbestimmung des Menschen, die zu seiner Lebenszeit noch nicht die Regel war. Fesselnd und lebendig ist ihm auf nur 169 Seiten das Lebensbild der selbstbewussten Hulda in einer in sich geschlossenen Erzählung gelungen. Sein Stil trifft den Ton der Zeit: betulich, etwas steif und umständlich, gelegentlich leicht amüsiert und dabei höchst unterhaltsam und lesenswert. In einem Nachwort ist eine anspruchsvolle literarische Expertise über das Leben und Schaffen des Autors angefügt. Mathilde Mann ist die hervorragend Übersetzerin. Dem Lilienfeld Verlag gebührt Dank dafür, dass er die Geschichte neu aufgelegt und einem größeren Publikum zugänglich gemacht hat.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks