Holger Burmeister Kleinstadtmelodie

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Inhaltsangabe zu „Kleinstadtmelodie“ von Holger Burmeister

Mitte der 70er ist Helge Förster ein Kind der ostwestfälischen Provinz. Und solange die Lieder von ABBA durch die Blocks der Kleinstadt Espelkamp wehen, scheint die Welt in Ordnung. Doch als die regelmäßigen Frühschoppen des Vaters überhand nehmen und Helges Körper mit Asthma und Allergie gegen die häuslichen Probleme rebelliert, verlangt das Leben nach einem Soundtrack der härteren Gangart. Dank einer Single der Toten Hosen ist der richtige Weg schnell eingeschlagen, und Helge reiht sich ein in die selbsternannte Armee der Verlierer, den Espelpunks, welche in Domestosjeans und Anarcho-Lederjacke vor keiner Fußgängerzone haltmacht. Kaum hat er die Initiationsriten der Szene absolviert, spürt er sehr bald den Druck der Gilde, und es stellt sich die Frage: Was ist eigentlich ein echter Punk? Und ist er dafür nicht gut erzogen?

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  • Rezension zu "Kleinstadtmelodie" von Holger Burmeister

    Kleinstadtmelodie
    maili

    maili

    07. July 2011 um 14:29

    Ein wunderbares Buch. Als ich das Buch nachmittags in die Hand nahm, wusste ich schnell: Das wirst du vor morgen früh nicht aus den Händen legen. Sofort nimmt die Geschichte fahrt auf, katapultiert den Leser in die ostwestfälische Provinz der 70er-Jahre. Für die Hauptfigur, Helge Förster, geht es mit Schwester und Vater erst mal in die Kneipe, in eine ganz spezielle Idylle. Später gerät das Leben weiter in die Schieflage. Helge wird krank, trägt Asthma und Hautirritationen mit sich herum, brillant beschrieben, authentisch und erschreckend. Überhaupt kommt das alles so real rüber und ist dabei so schön selbstironisch, dass man fast selber Atemnot bekommt vor lachen. Das Buch lässt einem keine Wahl: Man ist erschüttert und aufs Höchste amüsiert zugleich. Und wenn alles gut scheint, wartet an der nächsten Ecke garantiert schon wieder das Unheil. Es ist nur logisch: Helge bricht aus, wird Punk. Doch leider hat er sich in seinem Krankenlager eine gewisse Skepsis angeeignet, die ihm da nicht gerade weiterhilft. Es beginnt eine wilde Reise einmal um den Punkplaneten. Genug Stoff um wieder haufenweise Zwerchfell zerreißende Metaphern und Vergleiche aufzufahren. Helge verschont niemanden, auch nicht sich selbst. Die Suche nach dem Punk-Gral, eine poetische, traurige, witzige Achterbahn, die deutlich macht: Helges Heimatstadt Espelkamp lauert überall, könnte überall sein. Fazit: faszinierend, humorvoll, trübsinnig, voller Bilder, als hätten Rocko Schamoni und Heinz Strunk unter einem Pseudonym ein gemeinsames Buch verfasst. ultimativ. wunderbar.

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