Holger Heimann Die beste Buchhandlung der Welt

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Inhaltsangabe zu „Die beste Buchhandlung der Welt“ von Holger Heimann

Natürlich lassen Sich Bücher über den heimischen Computer rasch und bequem beziehen. Aber es gibt Orte, wo es lustvoller und überraschender ist, auf die Suche zu gehen. Wo sich hinter der Eingangstür ein eigenes Reich auftut. Um solche besonderen Buchhandlungen geht es hier. Fünfzig Schriftsteller, unter ihnen Durs Grünbein, Peter Stamm, Katja Lange-Müller, Annette Pehnt, Felicitas Hoppe, Urs Widmer, Georg Klein und Adolf Muschg, porträtieren ihren Favoriten. Es ist eine Einladung zu einer Entdeckungsreise quer durch Deutschland: Von Aachen bis Leipzig, von Rostock bis Freiburg. Und in einigen Fällen auch darüber hinaus. Entstanden sind höchst subjektive, auch witzige Porträts, die Einblick geben in eine verheißungsvolle Welt und von ihren Bewohnern ebenso erzählen wie von den Vorlieben der Gäste. Erstaunliches wird dabei zutage gefördert: Da gibt es die Wiener Buchhandlung, die bis ein Uhr früh geöffnet hat und wo zuweilen Thomas Glavinic beim Whisky anzutreffen ist. Begegnen kann man aber auch jenem Buchhändler in Köln, der Navid Kermani frank und frei erklärt, dessen neuer Roman sei schlicht unverkäuflich. Türen auf!
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  • Rezension zu "Die beste Buchhandlung der Welt" von Holger Heimann

    Die beste Buchhandlung der Welt
    capkirki

    capkirki

    23. January 2013 um 15:13

    “Ich kaufe die Bücher nicht, weil ich sie alle benötige, sondern weil ich mir ausmale, wie herrlich es sein wird, sie demnächst – sagen wir: eines Tages, zu lesen.” (Durs Grünbein) Jeder von uns hat sie sicher, “seine” Buchhandlung, in die er immer wieder gerne geht, in der er sich gut beraten und aufgehoben fühlt. Für manche ist das die kleine Bücherstube um die Ecke, wo man vielleicht schon als Kind eingekauft hat, für andere kann es der riesen Laden einer großen Kette sein. Vorlieben sind verschieden. Manche mögen den persönlichen Kontakt, andere wollen lieber anonym und in Ruhe in einer großen Auswahl stöbern. Vereinen tut sie alle das Verlangen nach Büchern, nach Lesestoff für ihre Sucht. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich fühle mich in guten Buchhandlungen immer ein wenig wie ein kleines Kind zu Weihnachten. Gerade, wenn ich das Geschäft vorher noch nicht kenne, beschleicht mich immer eine angenehme Aufgeregtheit, wenn ich durch die Türen gehe und an den Regalen entlang schlendere. Dieses Gefühl bringen auch die 50 Autoren, die hier im Buch zu Wort kommen, zum Ausdruck. Sie alle erzählen von ihrer Lieblingsbuchhandlung. Warum es gerade dieser Laden ist und nicht ein anderer, was ihnen beim Bücherkauf wichtig ist und welche persönlichen Geschichten sie mit diesem speziellen Stückchen Buchhimmel verbinden. Sie machen das auf ernste, lustige, ironische, offene Art und Weise und ihre Begründungen sind ganz unterschiedlich. Urs Widmer liebt die die Buchhandlung am Hottingerplatz in Zürich, weil er da auch mal schnell in Pantoffeln hinschlurfen kann, Adolf Muschg baut zum Besitzer des Ladens eine ganz spezielle Beziehung auf und besucht daher besonders gern die Regensburger Buchhandlung Atlantis, wieder anderen geht es vor allem um gute Buchempfehlungen, um die Erinnerung an Tante Helli oder um den Geruch nach “Papier, Staub und zwischen Buchdeckeln konservierter Zeit.” Es gibt auch durchaus Autoren, die den Mut haben, dazu zu stehen, hauptsächlich in großen Ketten einzukaufen – Thalia Hamburg wird z.B. einmal genannt oder auch Orell & Füssli in der Schweiz. Einzig der Online Buchhandel bleibt außen vor. Den Anfang der Reihe macht Andreas Maier, ein Autor, den ich letztes Jahr erst entdeckt habe und sehr schätze. Zugegeben, dass er sich ausgerechnet die Buchhandlung ausgesucht hat, in der ich selbst als Jugendliche oft war – die “Bindernagelschen Buchhandlung” in Friedberg – hat ihm und dem ganzen Buch einen dicken Pluspunkt bei mir eingebracht. Jedem Autor stehen zwei bis drei Seiten zur Verfügung und in jedem Kapitel gibt es zur Auflockerung eine große schwarz/weiß Fotografie der genannten Buchhandlung, des Autors oder des Inhabers des Ladens. Der Titel ist vielleicht nicht ganz so glücklich gewählt. “Die besten Buchhandlungen Deutschlands” hätte ich passender gefunden, dann eigentlich erwartet man bei dem Titel, Buchhandlungen aus der ganzen Welt kennenzulernen. Das ist hier aber nicht der Fall. Trotzdem ist das Buch ein kleines Schatzkästchen, in dem ich sehr gern gestöbert habe. Sicherlich werde ich bei meinen Reisen auch mal in den einen oder anderen Land reinschauen. Am Ende des Buches findet sich eine Liste mit allen genannten Buchhandlungen und eine Liste aller Autoren, die in diesem Werk zu Wort kommen. Das erspart einem das Einkleben von Merkzettelchen, eine Tatsache, die ich sehr schätze. Meine Lieblingsbuchhandlung findet sich übrigens dort, wo sie kaum einer vermuten mag – in der Dubai Mall: “Book World” by Kinokuniya. Ein wunderbarer Laden, der zwar sehr groß ist, aber trotzdem seine ganz eigene Atmosphäre hat. Ich liebe es, neben Arabern, Deutschen, Amerikanern, Franzosen nach guten Büchern zu suchen. Die Liebe zu den Büchern führt hier fast die ganze Welt friedlich zusammen. “Die Türen sind offen – für alle, die hindurchgehen wollen.” (Holger Heimann) In diesem Sinne gebe ich dem Buch fünf Sterne und freue mich selbst auf den nächsten Besuch in der Buchhandlung!

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