Nach einer Einleitung, die einen Grobüberblick über das Weltbild, das der Autor aus der Dichtung erstellt, werden die fünfzehn Dichtungen der Liederedda – aufgeteilt in kurze Stücke – wiedergegeben und Deutungen aber auch Erläuterungen dazu gegeben.
Der Autor sagt über sich selbst, er sei der Erste, der die Edda dazu nutzt eine Interpretation als Weltbild zu machen. In der Einleitung wird die Dreiteilung der Welt als eine Vorstellung in Bezug auf Seele und Seelenzustände erläutert. Hier sind die Andeutungen, dass er selbst an eine solche Weltvorstellung glaubt sehr stark. Dazu kommt immer wieder Kritik an andere Herangehensweise an die Edda als Naturdeutung oder literarisches Werk. Schon hier wurde ich skeptisch.
Die Liederedda zeigte sich als Bruchstücke eines Ganzen, das sich auch auf Grund des Alters von der jüngeren Prosaedda unterscheidet. Die verwickelte Geschichte, die nicht gradlinig erzählt wird
birgt viele Namen aber auch Kennings (Umschreibungen dieser). So ist sie schwer zu verstehen. Der Autor behauptet, dass er nicht deuten, sondern nur kurze Bruchstücke noch einmal mit anderen Worten darlegen will. Leider gelingt ihm dies selten. So zieht sich Odin als Allwissender und das Beharren auf die Nicht-Stofflichkeit der Prinzipien durch seine Beschreibungen.
Um die Liederedda kennenzulernen eignet sich dieses Buch bedingt. Die einzelnen Dichtungen werden hier immer wieder durch die Erläuterungen unterbrochen. Einerseits hilft das zwar beim Verständnis, da gesagt wird, wann andere Namen genannt werden und in welcher Verbindung die vielen Orte, Götter und Riesenabkömmliche zueinander stehen (was auch sehr anschaulich in vielen Skizzen gezeigt wird). Hinzu kommen viele interessante etymologische Deutungen. Andererseits empfand ich die Interpretationen des Autors doch öfters sehr eigen. Seine eigenen Überzeugungen fließen stark mit ein, andere Meinungen werden rigoros abgelehnt und so konnte ich die Informationen nicht als gegeben sehen.
Fazit: Wer das Ganze mit einer guten Portion Kritik liest, kann einiges über das Totenbuch der Germanen erfahren – meiner Meinung nach gibt es dazu aber leichtere Methoden.









