Holger Kalweit

 2.8 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Das Totenbuch der Kelten, Das Totenbuch der Germanen und weiteren Büchern.

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Neu erschienen am 28.09.2018 als Taschenbuch bei epubli.

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Rezension zu "Das Totenbuch der Kelten" von Holger Kalweit

Rezension zu "Das Totenbuch der Kelten" von Holger Kalweit
Ferrantevor 11 Jahren

Ja, ja, es waren die liebe Neugier und auch das gute alte Verlangen nach Spiritualität, die mich zu dem Buch greifen ließen. Der Autor inszeniert sich allerdings grauenhaft penetrant als der erleuchtete Guru schlechthin, der aus den Überlieferungen der Kelten Verschwörungstheorien der (real existierenden) Feen gegen die Menschen usw. herausliest. Die grundlegenden spirituellen Aussagen in diesen Mythen, die der Autor für so revolutionär hält, sind gar nicht neu: nach dem Tod lebt die Seele weiter, alles ist eins/"wie oben so auch unten" usw. Allerdings werden sie hier in Kalweits schwer verdauliches Gemisch aus Selbstbeweihräucherung, Gesellschaftskritik nach dem Motto "alles ist scheiße" und "Ich weiß alle Antworten, sage sie aber nicht"-Posiererei reingeworfen und gehen darin unter.

Sicher gibt es mehr auf dieser Welt, als wir sehen können. Auf jeden Fall sollte man aber Abstand nehmen von "Gurus" wie Holger Kalweit, die sich als vollkommen Erleuchtete inszenieren und sich selbstherrlich im Besitz aller Antworten wähnen - egal, auf welchem Gebiet! Der gefährliche religiöse Fanatismus ist hier nur eine andere Seite derselben Medaille. Einen Rat dazu gibt David Harp in seinem empfehlenswerten Buch "Meditieren in drei Minuten", wenn er davon spricht, dem Nicht-Wissen in unserem Denken doch größeren Raum zu geben. In einer Geschichte vergleicht er den Verstand mit einer Teetasse und schreibt: "Eine Teeschale, die zu voll ist, kann nichts weiter aufnehmen. Ebenso ist es mit dem Geist" (S. 110). Und wie schon Kant klarstellte: Wir können mit unseren Sinnen Gott u.ä. nicht begreifen, sondern eben nur als vage Idee erahnen.

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