Die Zwei spielt in diesem stilsicher komponierten Krimi von Holger Karsten Schmidt eine prägende Rolle. Es ist der zweite Fall des Ermittlerduos Lona Mendt und Frank Elling. Das Geschehen spielt auf zwei zeitlichen Ebenen mit der Schnittmenge 31.12.2006. Bis zu diesem Zeitpunkt sind Mendt und Elling die tragenden Figuren des Romans, danach übernimmt das Duo Hagen Dudek, vom LKA Mecklenburg-Vorpommern und Maja Kaminski von der Bundespolizei, die weitere Ermittlung in einem blutigen Fall, in dem es gilt Menschenhandel aufzudecken und Schleuserbanden zu bekämpfen. Menschen, meist Kinder aus Bulgarien sind die Leidtragenden, vor allem die Geschwister Raya und Sarah, wobei Letztere zu einer entscheidenden Augenzeugin wurde und sich mit Polizei als auch Verbrecherbande eine nervenzehrende Verfolgung liefert.
Soweit in aller Kürze der Handlungsrahmen. Warum es hier auf einmal zwei Ermittlerduos gibt und wie das Ganze doch irgendwie zusammenpasst, soll hier nicht durchgestochen werden. Der Krimi lebt von den filmreifen Szenen und den Dialogen, die teilweise sogar ein paar Lebensweisheiten zutage fördern: „‘Keiner steht ja morgens auf und sagt: heute begehe ich mal einen Mord. Es gibt immer eine Vorgeschichte. Und nachvollziehbare Gründe: Leute unter Druck, persönliche Umstände, Geldsorgen, Beziehungsstress, Krankheit … Nöte … die Leute tun plötzlich Dinge, die sie normalerweise nie tun würden. Aber … die Menschen sind nicht schlecht. Letztendlich sind sie nur … in Not. […] Ich glaube, dass der Mensch ein evolutionärer Irrläufer ist. Jedem Lebewesen auf diesem Planeten ginge es ohne ihn jedenfalls besser.‘“
Bei solchen Sätzen kommt man jedenfalls ins Grübeln, auch wenn ansonsten die flotten Szenenabfolgen kaum Zeit zum Atmen lassen.
(1.12.2024)

















