Holger Reiners Psychotherapeuten im Visier

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Inhaltsangabe zu „Psychotherapeuten im Visier“ von Holger Reiners

20 Jahre lang ließ sich der bekannte Sachbuchautor Holger Reiners wegen seiner Depression therapieren. Zeit für eine gründliche Abrechnung mit der deutschen Therapeutenszene. Inkompetenz, Anmaßung, Eitelkeit und auch Zynismus gegenüber Patienten sind trauriger Alltag in diesem Land. Oft stehen am Ende nicht nur gedemütigte, sondern auch zermürbte Patienten. Ein aufrüttelnder Report! Die nüchterne Bilanz einer langen Hilfesuche: Therapeuten arbeiten in einem völlig unkontrollierten Raum. Man könnte ihn das Schlaraffenland der Selbstverwirklichung nennen - nur bitte nicht im Umgang mit kranken Menschen. Neben besserer Kontrolle braucht es endlich ein radikales Umdenken im Umgang mit jenen, die seelisch leiden.

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  • Im Wesentlichen liefert der Klappentext die Erklärung

    Psychotherapeuten im Visier
    Matthias2

    Matthias2

    14. September 2014 um 15:37

    Im Grunde ist alles Wesentliche bereits im Klappentext gesagt: "20 Jahre lang ließ sich der bekannte Sachbuchautor Holger Reiners wegen seiner Depression therapieren." Da wird die Tragödie bereits offenkundig. "Sich therapieren lassen" funktioniert mit Medikamenten, aber nun mal nicht bei einer Psychotherapie. Skandalös finde ich allenfalls, dass Psychotherapeuten hier Psychotherapie versucht haben, statt dem Patienten gegenüber offen und ehrlich zu sein, ihm die Wahrheit zu sagen, in so einem Fall klar ihre Grenzen aufzuzeigen und an einen Facharzt für Psychiatrie zu verweisen. Schade, denn solche Fälle, also eine Psychotherapie versuchen, ohne dass man aus der Anamnese eine ausreichend günstige Prognose für eine Psychotherapie ableiten kann, schafft in der tat nur Frustration, weil falsche Hoffnungen und unerfüllbare Erwartungen geweckt werden. Vor diesem Hintergrund kann ich dann auch einen Teil der Wut und Kritik des Autors nachvollziehen. Es liegt aber sicher nicht an der Psychothrapie im Ganzen oder an Psychotherapeuten generell (die Krankenkassen stellen immer wieder das Gegenteil fest, auch unabhängig vom Verfahren). Es liegt allenfalls an der Scheu von Psychotherapeuten, Patienten die Wahrheit zu sagen und trotz hohen spürbaren Leidendrucks nicht als Patienten anzunehmen (und das ist zugegeben sehr schwer). Natürlich müssen sie sich dann den zweiten Teil der hier vorgebrachten Kritik gefallen und sich als unnütz, arrogant, inkompetent und überheblich kritisieren lassen.  Patienten, denen noch die innere Haltung für eine Psychotherapie fehlt, kann mit Psychotherapie aber nun mal nicht geholfen werden. Wenn sich ein Patient "therapieren lässt", dann entspricht das dem Verhalten, ein verordnetes Medikament nicht einzunehmen. Eine Behandlung ist dann wirkungslos. Motivationsarbeit ist nur bedingt möglich und (leider) auch nur bedingt bis gar nicht im Rahmen einer kassenfinanzierten Psychotherapie vorgesehen. Diese soll eigentlich durch die Ärzte im Vorfeld erfolgen, wofür sie weder ausgebildet sind noch die nötige Zeit haben. Ein letzter Aspekt, der mir aufgefallen ist und was mit der Situation des Autors zusammenhängen dürfte (und ich zweifle, ob es hier um eine Depression geht): es ist erschreckend wenig von der Beziehung zu Psychotherapeuten die Rede, also von dem, was in den aktuellen Outcome-Studien zur Wirksamkeit von Psychotherapie als die mit Abstand wichtigste Einflüssgröße (neben den Patientenvariablen) für den Erfolg einer Psychotherapie angeführt wird, noch weit weit vor dem Therapieverfahren ...

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  • Nur wenig konstruktive Kritik...

    Psychotherapeuten im Visier
    WildRose

    WildRose

    13. September 2014 um 16:00

    Eins vorweg: Es gibt sicherlich einiges, was an der heutigen Psychotherapieszene kritisiert werden kann und auch muss. Da kommt es zu teilweise haarsträubenden Vorfällen, denen psychisch kranke Menschen oft hilflos ausgeliefert sind. Von Holger Reiners erwartete ich mir daher, dass er in seinem Buch diese Missstände auf sachliche Art aufzeigt, die Ursachen für diese näher beleuchtet und Alternativen vorschlägt. Tatsächlich greift der Autor einige durchaus interessante Punkte auf: so schreibt er von den langen Wartezeiten, die Kassenpatienten oft erdulden müssen, obwohl sie unter starken Depressionen leiden, von der Arroganz und Inkompetenz mancher Therapeuten und der mangelnden Transparanz und Effizienz, von der die Therapieszene immer noch beherrscht wird, weil einige Therapeuten sich nur ungern in die Karten schauen lassen und starren Dogmen anhängen, anstatt sich auf Neues einzulassen und jene Therapierichtungen zu praktizieren, welche sich tatsächlich als hilfreich erwiesen haben. Leider gelingt es dem Autor nicht, sachlich zu bleiben. Sein Buch liest sich eher wie eine einzige Schuldzuweisung. Er stellt zahlreiche Behaptungen auf, ohne diese mit Zahlen, Fakten und Studienergebnissen zu belegen (z.B. dass 90% aller Therapien nichts bringen. Hier hätte ich mir eine Quellenangabe gewünscht, welche die Zahl bestätigt. Eine solche Angabe gab es jedoch nicht). So kann man natürlich nicht mehr von konstruktiver und fundierter Kritik sprechen. Ich glaube dem Autor aufs Wort, dass er in seinen Psychotherapien schlechte Erfahrungen gemacht hat und behaupte auch gar nicht, dass die von ihm erwähnten Missstände nicht existieren oder aufgebauscht werden. Allerdings halte ich es für wichtig, auf der Sachebene zu bleiben, was hier leider versäumt wurde. Zudem fehlt der rote Faden, der sich durch jedes Sachbuch ziehen sollte. Der Autor hüpft wild zwischen einzelnen Themenbereichen hin und her, ohne diese ausreichend miteinander zu verknüpfen. Auch werden in dem Buch sehr wenige Lösungen präsentiert, sodass es gerade für depressive Patienten nicht unbedingt mutmachend ist, sondern eher bewirkt, dass diese sich vielleicht noch hilfloser und einsamer in ihrem Leiden fühlen. Vielleicht hätte der Autor einen reinen Erfahrungsbericht über seine eigenen Therapieerfahrungen verfassen sollen. Ich glaube, diese Version hätte wirklich aufrütteln und Missstände aufzeigen können, ohne so angriffslustig und unwissenschaftlich zu wirken wie "Psychotherapeuten im Visier". Leider kann ich diesem Buch aufgrund mangelnder Sachlichkeit nur 2 Sterne geben, obwohl die Thematik sehr interessant ist. Kritik sollte nun einmal konstruktiv sein. Die Diffamierung eines gesamten Berufsstandes hingegen - ohne sich auf irgendwelche seriösen Quellen zu berufen - halte ich für unangemessen und wenig hilfreich.

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