Holger Schmale , Jochen Arntz Die Kanzler und ihre Familien

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Inhaltsangabe zu „Die Kanzler und ihre Familien“ von Holger Schmale

Konrad Adenauer hatte acht Kinder, das weiß heute fast niemand mehr, weil es damals kaum der Rede wert war. Helmut Kohl versuchte in den Siebzigern und Achtzigern den Deutschen das Ideal der heilen Kleinfamilie zu demonstrieren. Gerhard Schröder machte dann Patchwork auch im Kanzleramt bekannt. Und Angela Merkel? Sie hat keine Kinder, konzentriert sich auf die Arbeit, auch das kennen viele Deutsche. Wie sich unsere Gesellschaft verändert hat, zeigt sich auch an den Menschen, die dieses Land regiert haben. Und an ihren Familien. Ihre Vorstellungen von Familie wiederum haben Deutschland geprägt. So bremste Helmut Kohl stets eine Reform des Scheidungsrechts aus. Dominierten Sicherheit und Wirtschaft die Politik des Exsoldaten Helmut Schmidt. Und Gerhard Schröder tat so viel für die Gleichberechtigung von Mann und Frau wie kein anderer Kanzler. Die Journalisten Jochen Arntz und Holger Schmale entwerfen anhand der Kanzlerfamilien ein faszinierendes Panorama dieses Landes.

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  • "Das Private ist politisch und das Politische ist privat"

    Die Kanzler und ihre Familien
    R_Manthey

    R_Manthey

    19. April 2017 um 18:32

    Diese Kampfparole stellen die beiden Autoren in den Mittelpunkt ihres in der  Summe etwas  unscharfen Buches. Der erste Teil dieser aggressiven Aussage stammt von Feministinnen der 68'er-Bewegung, der zweite soll wohl der Leitspruch dieses Buches sein. Wer im Sozialismus gelebt hat, der kennt sich mit solchen Parolen und ihren möglichen Folgen gut aus. Wenn das Private nämlich politisch wird, dann bedeutet das am Ende nichts anderes, als dass der Staat sich ins Private nach seinen Vorstellungen einmischen kann und natürlich auch wird. Dann schreibt er vor, was richtig und falsch zu sein hat. Man muss nur bei bestimmten Parteien richtig hinsehen oder zuhören, dann findet man schnell Ansätze dieser Art. Dass die Autoren sich auf eine solche Aussage ausdrücklich beziehen, lässt also tief blicken. Vordergründig geben die beiden Autoren an, sich mit dem Einfluss der Kanzlerfamilien oder der Herkunft der Bundeskanzler auf die jeweilige Politik befassen zu wollen. Dabei sparen sie die Kanzler Erhard und Kiesinger völlig aus. Sigmar Gabriels Babypause bekommt dagegen im Nachwort eine spezielle Würdigung. Die Autoren teilen ihr Buch in drei Teile: (I) Erste Familien, (II) Herkunft, (III) Das Private und das Politische. In jedem dieser Teile werden unter diesen Gesichtspunkten, die man jedoch nicht wirklich klar erkennen kann, die sechs noch verbliebenen Kanzler abgearbeitet. Dabei entsteht ein merkwürdiges Gemisch aus Biografie und dem Versuch, aus der Herkunft und den jeweiligen Familien gewisse Entscheidungen dieser Kanzler abzuleiten. Das muss schon deswegen schiefgehen, weil eine solch eindimensionale Erklärung politischer Entscheidungen naiv oder gar absurd ist, zumal man aus dem Text der Autoren deutlich herauslesen kann, dass nur die wenigsten Kanzler sich tatsächlich von ihren Frauen, Männern oder gar Kindern grundsätzlich beeinflussen ließen. Und im Übrigen - so erfährt man aus diesem Buch - scheint es um die Partnerschaften von Kanzlern nicht immer besonders gut bestellt gewesen zu sein. Brandt und Kohl waren nach den Aussagen ihrer Kinder nur Gast in ihren Familien. Durch die Dreiteilung bringen die Autoren eine unnötige Unruhe in ihr Buch, weil sich die Berichte über das Familienleben der Kanzler und die von den Autoren daraus abgeleiteten Schlüsse sich nicht in einem Guss lesen lassen, sondern ohne erkennbaren Nutzen für den Leser zerrissen werden. Man kann sicher über viele Aussagen im Text streiten, was jedoch im Rahmen einer Rezension zu weit gehen würde. Doch leider findet man an einigen Stellen auch regelrechten Unsinn. So steht zum Beispiel auf Seite 17: "Gleichwohl bleiben die Kohls lange Zeit Vorbilder der Mehrheitsgesellschaft, wie auch die viermalige Wiederwahl dieses Kanzlers zeigt." Der Mehrheitsgesellschaft (?) hat sich bei der Wahl Kohls sicher nicht von seinem Familienleben inspirieren lassen. Im Nachwort behaupten die Autoren am Beispiel von Merkel und ihrem Gatten, dass die Ostdeutschen sich in der kurzen Nachwendezeit nicht mit dem Kinderkriegen befassen wollten, weil sie "eine zweite Chance für ihre Lebensplanung hatten". Das ist eine nette Umschreibung für eine Situation, in der die ganze bisher gekannte Welt der meisten Ostdeutschen sich in vollständige Unsicherheit auflöste, oft verbunden mit dem Verlust der Arbeit, der gesellschaftlichen Stellung und der Perspektive. Es ließen sich noch einige andere Beispiele dieser Art finden. Was bringt es, dieses Buch zu lesen? Man erfährt Einiges über die sechs Kanzler, ihre Lebensläufe und ihr Familienleben. Daneben lernt man auch etwas über die Geschichte der alten Bundesrepublik. Alles immer aus der Sicht der Autoren. "Die Kanzler und ihre Familien" erweist sich dabei als treffender Buchtitel. Darunter steht allerdings "Wie das Privatleben die deutsche Politik prägt", was wiederum nur schwer verständlich ist. Das Privatleben der Kanzler hat natürlich in gewisser Weise zu ihren politischen Entscheidungen beigetragen. Wie das ablief, wissen wahrscheinlich noch nicht einmal die Betroffenen selbst. Die Autoren können es bestenfalls vermuten. Aber im Untertitel steht eben nicht "Wie das Privatleben der Kanzler die deutsche Politik prägte", sondern eine ganz andere implizite Behauptung, die so einfach Blödsinn ist, weil man gar nicht weiß, wessen Privatleben eigentlich gemeint ist. Das ist leider sinnbildlich für viele Passagen dieses Buches.  Lässt man also die gelegentlich fehlende Präzision der Autoren und ihre oft erkennbare ideologische Positionierung sowie die unnötige Zerrissenheit des Textes beiseite, dann findet man ein Buch vor, das reichlich Informationen enthält und dadurch interessant wird. 

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