Holger Weinbach Irrwege

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Inhaltsangabe zu „Irrwege“ von Holger Weinbach

In Begleitung seines treuen Gefährten Konrad wird der Benediktinernovize Faolán in das streng reglementierte Columbankloster verbannt. Dort scheint jedoch nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen, und Tag für Tag wächst auch Faoláns Sorge um Svea, seine große Liebe. Von dieser Furcht getrieben, entwickelt Faolán einen gefährlichen Fluchtplan um den eigenartigen Columbanbruder Clemenza. Etwa zur selben Zeit befindet sich der Edelherr Brandolf auf der Suche nach dem verschollenen Grafensohn Rogar, dessen ermordetem Vater er einst den Eid geleistet hat, sich um den Knaben zu kümmern. Doch der Mörder von damals lässt nichts unversucht, um dies zu verhindern. Eines Tages trifft der Edelherr auf zwei verwahrloste Pilger, deren Identität einige Fragen aufwirft, während Prior Walram, Graf Rurik und dessen Sohn Drogo bereits neue Ränke schmieden. Allerdings rechnet keiner von ihnen mit dem Einfluss jener Männer, die einst für den Überfall auf die Grafenburg verantwortlich gemacht wurden ... bis das Schicksal ihre Wege kreuzt!

Fazit: Ein gelungener 2. Teil, der mühelos an den ersten Band anknüpft und der wieder einmal mit einer spannenden, kurzweiligen und hervorragend recherchierten Story aufwarten kann.

— Bellexr

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  • Rezension zu "Irrwege" von Holger Weinbach

    Irrwege

    steffis-und-heikes-Lesezauber

    17. January 2013 um 06:36

    Inhalt Nach einem gewaltigen Irrtum wird der Novize Faolan mit seinem Freund Kondrad in ein Kloster im Schwarzwald verbannt. Dort werden die beiden auf Schritt und Tritt beobachtet und irgendetwas stimmt dort nicht. Außerdem macht sich Faolan schreckliche Sorgen um Svea und deswegen beschließt er, in einem günstigen Augenblick mit Konrad zu fliehen. Zur selben Zeit versucht Brandolf weiter, den jungen Rogar zu finden. Doch dessen böser Onkel Rurik macht ihm das Leben weiterhin schwer und versucht alles, dies zu verhindern. Eines Tages stößt Brandolf zufällig auf zwei verwahrloste Pilger, deren Identität einige Fragen offen lässt. Meinung Der 2. Teil der Saga beginnt mit neuen Charakteren, die ich am Anfang noch nicht genau einordnen konnte. Es geht um Nordmänner aus Schweden und um einen weisen Mann, der prophezeit hat, das zwei Wölfe und Feuer in Land kommen müssten. Einer steht für Gut und einer für Böse. Diese Charakteren werden im Verlauf des Buches weiter beschrieben und fügen sich dann etwas in die Geschichte ein. Da es ja noch 4 weitere Teile dieser Saga geben soll, wird man da bestimmt noch mehr über diese Personen erfahren. Die sonstige Geschichte fügt sich nahtlos an den 1. Teil und geht genauso spannend und kurzweilig weiter. Der Autor wechselt wieder zwischen den einzelnen Erzählungen durch und somit bekommt man jede Sichtweise sehr genau und exakt beschrieben. Man kann sich somit leichter in jede einzelnen Person hineinversetzen. So erfährt man z.B. sehr authentisch, wie Svea mit dem Verschwinden von Faolan umgeht, und welche Gefühle sie dabei hat. Auch die rachesüchtigen Pläne von Rurik, dessen Sohn Drogo und Prior Walram hat der Autor sehr detailgerecht rübergebracht. Diese sind mir immer noch nicht symphatisch, weil sie einfach zur sehr gewaltsam beschrieben werden. Leider war dies in dieser Zeit wahrscheinlich nur normal. Herr Weinbach schafft es auch diesmal wieder, mir das Mittelalter sehr bildlich näher zu bringen. Man merkt, das er gut recherchiert hat, denn die Beschreibungen von Orten und Dingen wirken absolut authentisch. Auch seinen Schreibstil hat er auf diese Zeit angepasst, er ist flüssig und fesselt einen ganz leicht. Einzig und allein die kleine Schrift machten mir etwas Schwierigkeiten. Ganz toll fand ich auch wieder das Personenverzeichnis am Schluß des Buches. Man kann somit nochmal die einzelnen Personen nachschlagen, wer wer ist, und wer zu wem gehört. So etwas finde ich sehr hilfreich. Cover Das Cover von „Irrwege“ passt super zum ersten Teil „Brudermord“. Diesmal in leicht grün/grau gehalten ist es zwar nicht super aufwendig, passt aber zu der gesamten Geschichte und ihrem Stil. Fazit „Irrwege“ ist für mich ein sehr gelungener 2. Teil der Saga. Wieder sehr spannend und fesselnd geschrieben und ich freue mich schon auf den 3. Teil. Er bekommt von mir 4 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung.

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  • Rezension zu "Irrwege" von Holger Weinbach

    Irrwege

    Bellexr

    20. November 2011 um 18:37

    Faoláns Geschichte geht weiter . Zusammen mit seinem Freund Konrad wird der Novize Faolán in das streng geführte Columbankloster im Schwarzwald verbannt. Faolán ist verzweifelt: Er weiß nicht wie es seiner großen Liebe Svea geht und mit dem Leben in der Verbannung kommt er kaum zurecht. So beschließen Konrad und Faolán schnell, aus dem Kloster zu fliehen und zurück nach Neustadt zu gehen. Doch die beiden Novizen unterliegen einer strengen Überwachung durch den hinterhältigen Abt und eine Flucht scheint unmöglich. . Währenddessen hat Edelherr Brandolf die Suche nach dem verschollenen Grafensohn Rogar nicht aufgegeben, doch alle bisher eingeschlagenen Wege führen ins Nichts. Eines Tages rettet Brandolf eher durch Zufall zwei ziemlich verwahrlosten Pilgern das Leben, deren Identität eine Menge Fragen aufwirft. Doch auch Graf Rurik und dessen Sohn Drogo wie auch der intrigante Prior Walram haben die Suche nach Rogar noch lange nicht aufgegeben, allerdings wollen diese den Tod des Grafensohns. . Mit dem 2. Teil seiner auf 6 Bände angelegten Eiswolf-Saga führt Holger Weinbach anfangs einige neue Protagonisten ein. Hierbei handelt es sich um die Nordmänner aus Briga (Schweden), deren Heilige Mann das Kommen eines Wolfes ankündigt. Doch schon gleich nach dem Prolog trifft man wieder auf Altbekannte und fühlt sich auch gleich wieder wohl in der Story. . Gewohnt spannend und kurzweilig erzählt Holger Weinbach die Geschichte von Faolán, dem verschollenen Sohn von Graf Falondar weiter, die in diesem Band mit dem Jahr 960 beginnt. Der Autor wechselt recht gleichmäßig zwischen den einzelnen Erzählsträngen und so erfährt man, wie Svea mit dem plötzlichen Verschwinden von Faolán umgeht, welche Pläne Graf Rurik und dessen Sohn Drogo schmieden und wie die Suche nach Rogar für Edelherr Brandolf verläuft. Die Nordmänner aus Briga nehmen noch nicht viel Platz in der Geschichte ein, ich gehe aber mal davon aus, dass sich dies im Verlauf der Saga ändern wird. Der Schwerpunkt des Romans liegt jedoch eindeutig bei Faolán und Konrad. . Mühelos gelingt es der Autor wieder, einem das Leben im Mittelalter näher zu bringen und man merkt deutlich, dass sich Holger Weinbach in diesem Zeitalter bestens auskennt. So wirken seine Beschreibungen über das Leben in Kloster wie auch das Burgleben durchweg überzeugend und authentisch. Hinzu kommt auch noch der flüssige, fesselnde und dem Mittealter angepasster Schreibstil, der die Geschichte absolut rund wirken lässt. . Einziges kleines Manko waren für mich jedoch die Charaktere. Gerade Faolán war mir etwas blass beschrieben und so einen richtigen Bezug konnte ich jetzt nicht zu dem intelligenten, oft etwas ungestüm handelten Jungen bekommen. Allerdings ist seine Figur ja auch auf 6 Bände angelegt und so hat er noch ein wenig Zeit sich entsprechend zu entwickeln. Ansonsten überzeugt die Geschichte wirklich von der ersten Seite an und bietet durchweg sehr kurzweilige und spannende Unterhaltung. . Im April 2012 soll übrigens der dritte Teil der Eiswolf-Saga erscheinen

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  • Rezension zu "Irrwege" von Holger Weinbach

    Irrwege

    Chilischoten

    15. April 2011 um 17:49

    Bevor ich mit "Die Eiswolf-Saga, Teil 2: Irrwege" angefangen habe, muss ich gestehen, da habe ich erst noch einmal Teil 1: "Brudermord" gelesen und fand dies auch sehr hilfreich um so zügiger konnte ich in die Geschehnisse des 2. Teils reinkommen. In diesem Teil geht es mit Faolán und Konrad, die in das Columbankloster verbannt wurden weiter. Sie werden vom Abt bei einem Gespräch ermahnt, sich an die Klosterregeln zu halten und vor allen Dingen nicht zu widersprechen. Faolán und Konrad müssen viel über sich erdulden, versuchen sich aber an die Worte des Abts zu halten. Denn sie wissen es gibt nur einen Ausweg aus dem Kloster zu kommen ... die Flucht. Mehr möchte ich gar nicht verraten. Es ist spannend geschrieben und ich freue mich schon auf Teil 3.

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  • Rezension zu "Irrwege" von Holger Weinbach

    Irrwege

    marion_gallus

    12. April 2011 um 19:42

    Mittlerweile wird das Jahr 960 geschrieben und Faloán befindet sich gemeinsam mit seinem Gefährten Konrad in der Verbannung, in dem absolut strengen Columbankloster in dem Prior Walram seine Kindheit verbracht hat. Er pflegt dorthin noch sehr gute Kontakte und leider hat er sich durchgesetzt als es um die Auswahl des Verbannungsortes anging. Konrad und Faloán werden dort auf eine harte Probe gestellt, denn ihr Alltag ist mehr als schwerlich und unangenehm. Zusätzlich kann der Novize nicht aufhören sich ständige Sorgen um Svea, seine große Liebe, zu machen. Gemeinsam mit Konrad entwickelt er einen Fluchtplan. Er muss heraus aus diesem Kloster und zurück nach Neustatt. Um diesen Plan zu verwirklichen, müssen sich Faloán und Konrad des mehr als seltsamen Bruders Clemenza annehmen, der eine sehr angsteinflössende Person ist. Der Edelmann Brandolf sieht sich immer noch an den Eid gebunden, den er dem sterbenden Grafen Farold geleistet hat und sucht nach wie vor dessen geflohenen Sohn Rogar. Doch Rurik, Farolds Bruder und mittlerweile zum Grafen ernannt, lässt nichts unversucht sich ihm in den Weg zu stellen. Plötzlich trifft Brandolf auf einem Marktplatz auf zwei Pilger und rettet ihnen – aus dem Bauch heraus – die Haut. Sind dies wirklich Pilger? Deren Herkunft lässt Brandolf keine Ruhe, er nimmt sich ihrer an und er gibt die Nachforschungen nicht auf. Drago, Sohn des Rurik und ehemaliger Novizenbruder von Faloán hat sich zu einem bösartigen jungen Mann entwickelt, der seine Macht ausspielt und dann, als sein Vater nicht nach seinen Vorstellungen handelt, eigene Pläne entwickelt… doch da waren noch die Eiswölfe, die Männer, die seinerzeit die Grafenburg überfallen und dort das Massaker angerichtet haben sollen, bei dem Faloán (Rogars) Eltern zu Tode kamen… Der zweite Teil der Eiswolf Saga knüpft nahtlos an Teil I an, was mir sehr entgegenkam. Somit hatte man in keinster Weise das Gefühl irgendetwas verpasst zu haben. Die Geschichte ist wieder sehr spannend und fesselnd und man kann schwerlich aufhören zu lesen. Immer möchte man wissen, wie es nun weitergeht. Der Schreibstil ist erneut sehr gut. Ich finde ein Autor wächst mit jedem Roman selber und verbessert den Stil, das ist auch hier festzustellen. Die Entwicklungen der verschiedenen Charaktere sind gut und eingehend beschrieben und hochinteressant. Wieder einmal hatte ich das Gefühl wirklich in dieser Zeit zu sein. In den dunklen Klostermauern, in den kalten Wäldern, auf den belebten Marktplätzen und in den Schlaflagern unter den Burgbewohnern. Es gab einige Lieblingsszenen die ich eigentlich nicht verraten darf, da sie der Handlung vorgreifen aber der Kampf, der Konrad auf die Probe stellte, der war eine dieser Stellen :-) . Weinbach hat wieder Fäden gesponnen, die auf den dritten Teil hinwirken. Hier konnte ich Dinge erahnen aber was oder wer sich wohinter nun genau verbirgt, habe ich noch nicht durchschaut. Ich denke auch, dass das nicht wirklich nötig ist. Dies sind Dinge die dann im nächsten Band behandelt und aufgelöst werden und man als Leser dann einfach mal so hinnehmen muss. Das Finale war sehr dramatisch und eigentlich sehr unbefriedigend… denn man blättert dann um und denkt: Wie? Schluß? Tja, da bleibt es nur zu hoffen, dass Holger Weinbach mit der Arbeit an dem dritten Teil gut vorwärts kommt, damit ich nicht so lange auf die Fortsetzung warten muss. Denn ich bin sehr gespannt und freue mich darauf weiterzulesen. Ich habe wieder 4,5 von 5 Punkten in der Gesamtbewertung vergeben. Wobei sich die 0,5 Punkte Abzug noch einmal auf das Erscheinungsbild des Buches beziehen und nicht auf den Roman! Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man die Seiten ein wenig auflockern könnte und nicht so eng beschreiben muss. Ich habe hier immer den Eindruck, Verlage möchten Seiten und somit Kosten sparen. Das ist eigentlich schade. Und leider ist die Inhaltsangabe auf der Rückseite wieder „unordentlich“. Weder im Blocksatz, noch zentriert geschrieben und somit für mich – die ein rundum schönes Erscheinungsbild eines Buches schätzt – unaufgeräumt. Möchtet ihr noch ein wenig über den Autor erfahren? Hier auf Buchwelten gibt es in den nächsten Tagen ein aktuelles Interview mit Holger Weinbach © Buchwelten 2011

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  • Rezension zu "Irrwege" von Holger Weinbach

    Irrwege

    Federchen

    29. January 2011 um 15:05

    „Doch wenn ihr mich fragt, so liegt auch Faolan´s Zukunft nicht in einem Kloster. Das ist ein Irrweg.“ . Irrwege, der zweite Teil der Eiswolf-Saga von Holger Weinbach ist ein wie ich finde, vortrefflicher Titel. Denn nicht nur die Protagonisten der Geschichte wandeln auf Irrwegen, nein auch der Leser wird hier und da in die Irre geleitet. Holger Weinbach hat wieder einmal bewiesen, dass er spannend und informativ schreiben kann. Über den Inhalt will ich mich jetzt mal schweren Herzens nicht äußern, aber ich würde wahrscheinlich zu viel über den ersten Teil und auch über den zweiten verraten. Nur soviel sei gesagt. Ich liebe Bücher, bei denen sich das Kopfkino von selbst startet und man sich rein theoretisch in einem Kinosaal befindet und angespannt sein Popcorn knabbert. Einzelne Szenen erscheinen dabei so lebendig, dass man sich mitten im Geschehen befinden möchte. Hier beobachtet man eine Schneeballschlacht, die eigentlich eine Prüfung ist, dort reitet man vor einer Horde wilder Krieger davon, um sich dann schnell im Unterholz des nahen Waldes zu verstecken. Dabei ist man genau so leise, wie es der Autor von seinen Helden erwartet. Irrwege bietet einfach alles, was das Leserherz begehrt. Liebe, Intrigen, Kampf, Verlust und Freundschaft um nur einige zu nennen. Einziger Wehrmutstropfen ist die lange Wartezeit, bis endlich der 3. Teil der Saga erscheint. Aber auch hier spiegelt sich eine gewisse Qualität des Autors wieder, der nicht einfach mal so Geschichten nieder schreibt. Eher hat es den Anschein, dass auch der 3. Teil wieder gut durchdacht, spannend und vermutlich mit einigen Überraschungen in Erscheinung treten wird.

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  • Rezension zu "Irrwege" von Holger Weinbach

    Irrwege

    dark_angel

    26. January 2011 um 11:51

    Konrad und Faolán werden in das streng geführte Columbankloster verbannt, in dem nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen scheint. Außerdem will Faolán so schnell wie möglich zurück zu seiner Svea und denkt bereits an eine Flucht. Was er jedoch nicht ahnt; sein Leben ist innerhalb der Klostermauern in Gefahr... Nach dem viel versprechenden ersten Teil der Eiswolf-Saga - Brudermord - setzt Holger Weinbach die Handlung um den jungen Faolán und seine Freunde nahtlos fort. Der Leser darf sich wieder auf ein finsteres und bedrohliches Mittelalter freuen, in dem der Autor verschiedene Handlungsebenen geschickt miteinander verstrickt. Die Geschichte lebt hauptsächlich von ihren Charakteren und deren Erlebnissen. Der Autor hat wunderbar glaubwürdige und authentisch wirkende Charaktere erschaffen, die sich im zweiten Teil festigen und weiterentwickeln. Man hofft und bangt mit ihnen auf ihrem weiteren Weg. Und trotz des gründlich recherchierten historischen Hintergrunds, wird der Leser nie mit Daten und Fakten erschlagen oder belehrt, denn dem Autor gelingt es, alles gekonnt in die Geschichte einfließen zu lassen. Dadurch ist der Roman auch für jene Leser geeignet, die sonst wenig bis gar keine historischen Romane lesen. Spannend von Anfang bis Ende kann man das Buch nur schwer zur Seite legen. Die Geschichte ist flüssig zu lesen, mit Action behaftet, aber zugleich auch liebevoll gestaltet. Zudem ist sie mit einigen Wendungen und Überraschungen behaftet, so dass es dem Leser nie langweilig wird. Die bildhafte Sprache erschafft im Kopf des Lesers eine klare Vorstellung jener Zeit und der darin handelnden Charaktere.

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  • Rezension zu "Irrwege" von Holger Weinbach

    Irrwege

    Lerchie

    Anno 960 nach Christus: Auf Björkö ritt Bjoren, der Jarl von Birka zu dem Weisen Jorund, um den Rat der Götter zu vernehmen. Doch was er erfuhr, erschreckte ihn zutiefst, und er konnte es nicht glauben. Denn er sollte für den Untergang Birkas verantwortlich sein. Aber es könnte auch einen Neuanfang bedeuten, so der Weise Jorund. Anno 963 nach Christus: Drogo, der Sohn Ruriks, wurde nach Hause geholt. Am selben Tag brach Abt Degenar zusammen mit Walram und einem heilkundigen Mönch auf, um die beiden Novizen Faolán und Konrad an ihren Verbannungsort zu bringen: Das Columbankloster in dem auch Walram als Novize gedient hatte. Sie wurden nicht gerade freundlich empfangen, und Abt Degenar empfahl den beiden sich zu fügen. Er werde alles tun, um sie wieder zurück zu holen. Walram hatte indessen mit dem Prior des Klosters, Martin, ein Komplott geschmiedet, denn Martin war ihm noch einen Gefallen schuldig. Doch die beiden Novizen verließen sich nicht auf Degenar, sie beschlossen, gleich nach dem Verlassen der Büßerzellen, dass sie fliehen wollten. Es musste sich aber eine günstige Gelegenheit ergeben, und so schnell war die nicht da, denn sie wurden unablässig beaufsichtigt. Mehr als zwei Jahre verbrachten sie in dem Kloster, bis sie endlich mit Hilfe von Beren, einem Novizen, und der unfreiwilligen Hilfe eines wollüstigen Mönchs fliehen konnten. Nach dem Willen eines bestimmten Mannes, sollten sie die Flucht nicht überleben. Aber es kam anders. Sie fielen Brandolf in die Hände, der sie auslöste, und mit auf seine Burg nahm, damit sie die Schuld bei ihm abarbeiten konnten. Brandolf stellte fest, dass Konrad sich zum Knappen eignete und behielt ihn bei sich. Mit Faolán machte er sich auf den Weg zum Kloster bei Neustatt, da er Verdacht geschöpft hatte. Er vermutete in Faolán ganz richtig Rogar, den Sohn des ermordeten Grafen Farold. Und dieser Verdacht sollte sich im Kloster bestätigen. Inzwischen war Svea ganz verzweifelt. Sie weigerte sich, weiterhin bei Alveradis unterrichtet zu werden. Doch als eines Tages ihr Halbbruder Zacharias erkrankt war, ging sie doch mit der Heilerin zum Hof ihres Vaters und half ihr bei der Behandlung. Drogo hatte auf der Burg Langeweile. Er hatte hier nichts zu tun, und so machte er sich an die Mädchen heran, die ihn auch willig bei sich liegen ließen. Doch auch vor Kindern machte er nicht halt. So ertappte ihn Svea, als er ein Mädchen bedrängte, und lenkte seine Aufmerksamkeit auf sich, um dem Mädchen die Flucht zu ermöglichen. Als es für sie auch brenzlig wurde, konnte sie sich jedoch herauswinden und verfluchte Drogo scheinbar. Das sollte jedoch später noch Folgen für sie haben. Faolán indessen durfte immer noch nicht erfahren, wer er eigentlich war. Er wollte nur noch eines: Zu Svea… Wird er Svea wieder sehen? Und was wird Drogo tun, den sie ja vor seinen Kumpels auch maßlos blamiert hatte? Welche Folgen wird es für ihren ‚Fluch’ geben? Wie wird es mit Faolán weitergehen? Auch dieser zweite Band der Eiswolf-Saga ist wieder sehr packend geschrieben. Holger Weinbach versteht es, Spannung aufzubauen und sie auch zu halten. Wie bei Mehrteilern üblich gibt es am Ende des Buches einen Cliffhanger. Viele Fragen bleiben offen, aber das macht Hunger auf den dritten Band. Ich bin schon sehr gespannt, wie es mit Faolán und Svea weitergeht. Das Buch kann ich wirklich sehr empfehlen.

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  • Rezension zu "Irrwege" von Holger Weinbach

    Irrwege

    Karin1970

    17. January 2011 um 20:32

    Kennt ihr das? Man fängt einen Mehrteiler an und zwischen den Büchern liegt meist ein Jahr, oder mehr. Endlich ist die Zeit des Wartens vorbei. Der zweite Band der sechsteilig geplanten Eiswolf-Saga ist erschienen. Der erste Eindruck - Gut. Das Buch passt sich dem Vorgänger perfekt an, obwohl etwas kleiner und dicker. Auch schriftstellerisch ist das Buch gewachsen. Wir begegnen alten Bekannten wieder, lernen aber auch schon im Prolog die Ersten neuen Protagonisten kennen. Unter anderem die Nordmänner aus Birka (Schweden), Bewohner aus Neustadt und die Klosterbewohner in das Faolan und Konrad verbannt wurden, sowie viele andere. Der Prolog war für mich ein klitzekleiner Störfaktor. Ich wusste überhaupt nicht, wo ich mich befand. So habe ich den Prolog einfach überflogen und bin gleich im ersten Kapitel eingestiegen. Man darf den Prolog aber keinesfalls ganz auslassen, da er wichtig für das Kapitel "Entscheidungen" ist. Ab dem ersten Kapitel fühlte ich mich gleich wieder an das Ende des ersten Teils erinnert und war sofort in der Geschichte. Dennoch hatte ich Probleme mich mit dem Geschriebenen abzufinden. Es liegt wohl in der Zeit begründet, in der diese Saga spielt. Einen Ausflug aus dem 21. Jahrhundert in eine frühere Welt zu unternehmen ist nicht so leicht. Und so habe ich mich mit den ersten 4 Kapiteln etwas schwer getan. An dieser Stelle sei aber nochmal erwähnt, dass es nicht am Autoren lag, sondern an meinem Verständnis der damaligen Zeit und der dazugehörigen Macht der Kirche. Worum geht es: Faolan und Konrad werden in die Verbannung geschickt. Prior Walram hat dafür gesorgt, dass es ein Kloster ist, welches für seine Strenge bekannt ist. Und es gibt in diesem Kloster noch jemanden, der ihm etwas schuldet. Degenar beschwört Faolan und Konrad sich dem Kloster unbedingt anzupassen, während dieser beim Bischof für die Entlassung aus der Verbannung vorsprechen will. Faolan und Konrad gelingt es sich dem neuen Klostergewohnheiten anzupassen. Und obwohl es ihnen beiden schwer fällt, gelingt es ihnen der Bitte Degenars nachzukommen. Auch Drogo hat das Kloster verlassen und lebt endlich auf der Burg bei seinen Eltern. Wie schon im Prolog erwähnt, werden die Nordmänner vom ihrem König auf Reisen geschickt. Bjoren führt als Jarl diese Reise an, die durch den Seher arrangiert worden ist. Gesucht wird ein Wolf, der als solcher aber nicht zu erkennen ist. Svea muss lernen, ohne Faolan zurecht zu kommen, und ohne zu wissen, wie es ihm geht und was aus ihm geworden ist. Mit der ihr gegebenen Gabe des zweiten Gesichts will sie aber nichts mehr zu tun haben. Brandolf und Graf Rurik haben eine schicksalshafte Begegnung ... Ihr dürft euch also über Altbekanntes und Neues freuen. Ich habe mit zunehmender Seitenzahl schneller gelesen, denn es gibt so viel zu erfahren und unsere Protagonisten müssen so sehr leiden, dass man mit ihnen hofft und bangt. "Irrwege" verdient seinen Namen, der Autor Holger Weinbach hat mich mehr als einmal in die Irre geführt, dennoch bezieht sich dieser Buchtitel auf eine Kapitelüberschrift. Ein passendes Kapitel, wie ich finde. Die uns gefestigten Protagonisten hat der Autor noch etwas mehr Leben eingehaucht. Besonders beim Grafensohn Drogo, dem Widersacher von Faolan, war das nötig. Man kann jetzt viel besser nachvollziehen, warum Drogo ist, wie er ist. Einfach nur ein verzogener Grafensohn zu sein, würde ihm nicht stehen. Seine Rolle, die er bisher innehatte und die er noch spielen wird, wäre dafür einfach zu groß. Das Format des Verlages wurde etwas verändert. Wie schon am Anfang erwähnt, ist das Buch minimal kleiner. Die Covergestaltung passt aber hervorragend zum ersten Teil. Auch Irrwege wurde nicht im üblichen Format gedruckt, das Buch hat somit eigentlich eine Seitenzahl von ca. 577 Seiten, anstatt der 385 enthaltenen. Lässt sich trotz allem, sehr gut lesen, ohne große Knicke im Buchrücken zu hinterlassen. Positiv möchte ich noch die Karte vor dem Prolog erwähnen, hier wurde auch die Reise von Brandolf (welche? Müsst ihr schon selber lesen) und Bjoren eingezeichnet. So weiß man auch immer, wo man sich gerade befindet, denn die Schauplätze liegen weit auseinander. Im Anhang befindet sich zu meiner Freude ein Personenregister. Ich habe am Anfang noch mal alle Personen nachgelesen und mir dort die neuen Protagonisten angeschaut. Trotz der vielen Protagonisten verliert man nie den Überblick. Der Autor versteht in dieser Hinsicht sein Handwerk. Man kommt nicht durcheinander, weil jeder seinen Handlungsschauplatz hat. Für mich ist diese Saga kein typisch historisches Epos und trotz der vielen Seiten, befasst sich Holger Weinbach nur mit dem Nötigsten und macht die Geschichte so auf diese Art spannend. Lesenswert!

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  • Rezension zu "Irrwege" von Holger Weinbach

    Irrwege

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Anno 960. Bjoren Langarm verschlägt es die Sprache. Der Jarl von Birka kann nicht glauben, was ihm der Einsiedler von Björkö prophezeit. Eine große Veränderung soll über das Land kommen. Ein von einem Wolf entfesseltes Feuer wird kommen, aber es wäre nicht Ragnarök, der Weltenbrand, doch es könnte zumindest das Ende von Birka bedeuten. Unklar sind die Bilder und Pläne der Götter, aber es wird nicht Lokis Wolf und somit nicht das Ende aller Dinge sein. Ein anderer Wolf wird kommen und er ist nicht allein. Eine Frau wird ihn begleiten, und sie wäre wie eine Tochter seines Volkes, würde ihre Bestimmung erfüllen und dereinst mitten in dem entfachten Feuer stehen, ohne zu verbrennen. Das Merkwürdigste aber ist, dass der blinde Weise vorraussagt, Bjoren würde sich dem Wolf nicht in den Weg stellen, sondern ihn gar beherbergen und selbst nach Birka bringen! Bjoren versteht den Willen der Götter nicht mehr. Und er fürchtet, König Erik Segersäll würde dies niemals zulassen. Jorund der Weise entgegnet, dies sei auch nicht nötig, denn niemand könne sich dem Willen der Götter entgegenstellen. Vielmehr soll er seinen Einfluss beim König nutzen, um ihn von der Prophezeihung der Götter zu überzeugen und ihn ziehen zu lassen, denn seine Aufgabe sei es, den Wolf zu finden und herzubringen ... Drei Jahre später. Es ist soweit. Faolán und Konrad werden verbannt. In Gedanken nimmt Faolán Abschied von der Abtei, von Bruder Ivo, der ihm wie ein Vater war, und von seinem treuen Freund Ering. Er denkt an all die Jahre, die er hier verbrachte und ein letztes Mal durchstreift er im Geiste die vielen vertrauten Gebäude des Klosters. Erst jetzt, da er Abschied nehmen muss, erkennt er den wahren Wert seiner neuen Heimat, die er nun verlassen muss. Das Schlimmste aber ist, dass ihn der Weg zum Verbannungsort weg von Neustatt und damit weg von Svea führt! Abt Degenar, Prior Walram und Bruder Wunhold machen sich zusammen mit Faolán und Konrad auf den weiten Weg zum Columbankloster. Die Mönche sind zu Pferde, doch die Verurteilten barfuß unterwegs und nur mit einem Büßerhemd bekleidet. Nach vielen Tagen erreichen sie ihr Ziel. Die beiden Novizen sind völlig erschöpft und am Ende ihrer Kräfte. Im Kloster angekommen werden sie zunächst überaus unfreundlich empfangen. Selbst Abt Umbert scheint ein überaus düsterer Zeitgenosse zu sein. Die ganze Abtei macht einen wenig einladenden Eindruck. Die Gebäude sind dunkel und kalt, so wie ihre Bewohner. Misstrauen schlägt ihnen entgegen und ein erbarmungsloser Abt, ein gnadenloser Verfechter von Disziplin und Härte, der weder Gnade noch Gastfreundschaft zu kennen scheint. Er wagt es gar, Abt Degenar Führungsschwäche vorzuhalten, denn nur ein schwacher Abt würde sich dem Willen der Gemeinschaft beugen. Nur unter einer starken Führung könne man seine Herde, selbstverständlich unter den strengen Augen des Herrn, auf dem richtigen Weg ins Paradies führen. Der Beeinflussung von jungen Männern, insbesondere duch fleischliche Versuchungen, müsse man mit aller Härte, eiserner Disziplin und mit jahrelanger Züchtigung entgegentreten. Faolán und Konrad stehen keine leichten Jahre bevor, was auch Abt Degenar schnell klar wird. Ein schlechtes Gewissen beginnt ihn zu plagen, doch er ahnt nicht, welches weitere Unheil sich anbahnt. Zwar vermutet er richtig, dass Prior Walram alles Erdenkliche in die Wege leiten wird, um den beiden Novizen das Klosterleben so schwer wie möglich zu gestalten, doch welchen teuflischen Plan er tatsächlich ausheckt, übersteigt seine Phantasie um ein Vielfaches ... Faolán träumt in seiner Zelle von einem gewaltigen Feuer. Er kennt dieses Traumbild schon seit seiner Kindheit. In einem brennenden Gebäude steht eine schwarze Gestalt, die langsam im Meer der Flammen untergeht. Doch plötzlich verändert sich das Bild und wird durch ein neues ersetzt. Das brennende Haus verschwindet und alles wird schwarz. Aus der Dukelheit löst sich eine Gestalt, die langsam auf ihn zukommt. Es ist ein weißer Wolf! Faolán fürchtet sich nicht, denn von dem Tier scheint keine Bedrohung auszugehen ... Svea vermisst ihren Geliebten. Sie glaubt, Faolán vergessen zu können, doch es gelingt ihr nicht. Auch sie hat seltsame Träume. Über dem Wasser schwebend sieht sie eine Hafenstadt, die in Flammen steht. Ein Teil der Menschen flüchtet oder versucht vergeblich, die vielen Brände zu löschen. Sie selbst kann nicht eingreifen, ist wie gelähmt und kann weder sprechen noch hören. Über der Stadt bildete sich eine gewaltige Säule aus Rauch und darin formte sich eine Gestalt. Ein Wolf mit glühenden Augen. Doch an der Stadt scheint er nicht interessiert zu sein, sondern er stürzt sich auf Svea ... Im Jahr 965 hat Brandolf ganz andere Sorgen. Er kann die Berge nicht mehr erkennen, weil ihm das dichte Schneetreiben jede Möglichkeit dazu nímmt. Kaiser Otto entscheidet sich für eine spontane Abreise aus Italien, wobei niemand den Grund für den überstürzten Rückmarsch kennt. Es ist Winter und ein Fußmarsch über die Alpen nicht gerade ein Spaziergang. Selbst die engsten Vertrauten des Kaisers kennen seine Beweggründe nicht und trotz allen Bedenken bricht das Heer in Richtung Heimat auf. Viele Jahre suchte Brandolf Rogar, den Sohn seines ehemaligen Lehnsherrn, Graf Farold. Die Spur, die sich bald verlor, führte ihn in ein Kloster. Nicht einmal den Namen des in Frage kommenden Novizen hat er noch im Gedächtnis. Sehr wohl aber die Tatsache, dass Graf Rurik seinen Bruder Graf Farold und seine Gemahlin umbringen ließ. Leider gibt es für diese Greueltat nach wie vor keine Beweise, und Rogars Aufenhaltsort ist ihm noch immer unbekannt ... Ab Mitte Dezember wollte ich mich eigentlich anderen Projekten widmen. Ausgerechnet zu Beginn einer geplanten Lesepause erreichte mich "Irrwege" und ich schwöre, dass ich diesmal wirklich nur einen kurzen Blick in das Buch werfen wollte. Die Erfahrungen mit dem ersten Teil der Eiswolf-Saga hätten mich jedoch lehren sollen, dass dies völlig unmöglich ist! Höchst erfreut registrierte ich ein Personenregister am Ende des Buches, was (nicht nur) den Wiedereinstieg in die Geschichte unmittelbar in Gang brachte. Danach betrachtete ich mir ausgiebig das neue Cover. Besser ausgedrückt, ich bewunderte es (wieder), denn selten gibt es derart markante Covergestaltungen. In der Ausführung scheinbar spartanisch angelegt, eröffnet Schrift und Grafik der Phantasie des Lesers Tür und Tor. Das fängt schon damit an, dass sich dieses Buch irgendwie anders anfühlt und in der Hand liegt als zahlreiche andere "Kollegen" ...! Abschließend wollte ich mir noch ein paar Testzeilen genehmigen, bevor ich dann das Buch zu den anderen auf den Stapel zu legen gedachte. Dies war ein kapitaler Fehler, denn damit ging ich einen Schritt zu weit. An ein Zurück war jetzt nicht mehr zu denken und meine Lesepause bereits am ersten Tag beendet ... ... denn schon im Prolog versteht es Holger Weinbach, seine stetig wachsende Fangemeinde aufs Neue in ebenso freudige wie spannungsgeladene Alarmbereitschaft zu versetzen. Ich hätte es mir ja denken können, denn beim ersten Band war es nicht anders. Einmal im Sog der Geschichte gibt es kein Entrinnen mehr. Nun besitze ich nicht gerade das beste Gedächtnis, aber nach elf Monaten und einer ganzen Menge anderer gelesener Bücher war die Erinnerung sofort wieder da. Ein schwerer, samtener Vorhang öffnet sich, und wir reisen wieder über eintausend Jahre zurück. Dort treffen wir all jene Figuren wieder, die wir im ersten Band bereits lieben, hassen und fürchten gelernt haben. Die mitunter zweidimensionalen Charakterzeichnungen werden im zweiten Band (teilweise) korrigiert, dürfen wachsen und sich entwickeln. Insbesondere über Drogos innere Welten erfahren wir im zweiten Band nicht unwesentlich mehr, und wahre Abgründe öffnen sich bei seinem Vater Rurik. Lange war die Wartezeit auf den zweiten Band der Eiswolfsaga, doch sie hat sich gelohnt. Das Buch ist kein Schnellschuss und ein zweiter Teil, der eben mal locker aus dem Ärmel geschüttelt und hinterhergeschoben wurde. Die Story ist durchdacht und bis ins kleinste Detail recherchiert. Einmal mehr weiß Holger Weinbach die diversen Handlungsstränge filmreif in Szene zu setzen! Drei Ebenen führt er behutsam und doch sehr eindringlich zusammen. Seine Worte lassen wahre Bilderfluten auf zunächst unabhängigen Leinwänden entstehen. Der Plan scheint zu sein, die monumentalen Bilder dereinst zusammenzuführen. Da dies sehr langsam geschieht, steigt die Spannung ins Unermessliche. Ein Kunstgriff, den ich mir sehr gerne gefallen lasse, denn schnelle Lösungen wären in dieser Geschichte ebenso unglaubwürdig wie unbefriedigend ... Wahrhaft filmreif sind aber auch einzelne Szenen (welche dennoch in einem größeren Zusammenhang stehen). Auch und im Besonderen denke ich hier an Konrads "Prüfung" in Brandolfs Burg - (nicht nur) diese Szene würde ein Kinopublikum außerordentlich beunruhigen - selbst als Leser möchte man aufstehen und an jenes Fenster hasten, um den Dingen, die sich da tun mögen (oder auch nicht), beizuwohnen! Gleichzeitig ist da diese Angst, etwas zu lesen/sehen, das man nicht will. Oder doch? Spätestens an dieser Stelle bin ich bei einem Punkt angelangt, der so etwas wie ein Höhepunkt (von vielen) sein mag. Und wenn mir etwas gefällt und mich restlos überzeugt, lehne ich mich gerne auch einmal ziemlich weit aus dem Fenster. Träume sind wichtig und halten uns am Leben. Schon deshalb sollte man ab und zu einen wagen. Wenn Hollywood nicht bald erkennt, welches Potential hier für ein monumentales Historienepos -fernab vom Potter-Hokuspokus- vorliegt, dann sollte man sich mit vereinten Kräften einmal bemühen, dies irgendwie zu ändern ... Wieder ein Jahr Wartezeit steht uns nun bevor. Damit das Warten auf "Wolfsnacht" (vorläufiger Titel für den dritten Teil) nicht wieder zur Last wird, werde ich nun den Standpunkt ändern, indem ich Ungeduld einfach in Vorfreude verwandle. Tag für Tag will und werde ich sie genießen! © Thomas Lawall - www.querblatt.com

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  • Rezension zu "Irrwege" von Holger Weinbach

    Irrwege

    Tialda

    10. January 2011 um 12:37

    x Autor: Holger Weinbach x (Original-) Titel: Die Eiswolf-Saga Teil 2: Irrwege x Genre: Historischer Roman x Erscheinungsdatum: 30. November 2010 x 388 Seiten x Acabus Verlag x ISBN: 3941404296 x Der erste Satz: Das gelbe Herbstlaub fiel sacht von den Birken des Waldes, die der kleinen Insel in der weit verzweigten Bucht des Aestenmeeres den Namen Björkö verliehen. Klappentext: In Begleitung seines treuen Gefährten Konrad wird der Benediktinernovize Faolán in das streng reglementierte Columbankloster verbannt. Dort scheint jedoch nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen und Tag für Tag wächst Faoláns Sorge um Svea, seine große Liebe. Von dieser Furcht getrieben, entwickelt Faolán einen gefährlichen Fluchtplan um den eigenartigen Columbanbruder Clemenza. Etwa zur selben Zeit befindet sich der Edelherr Brandolf auf der Suche nach dem verschollenen Grafensohn Rogar, dessen ermordetem Vater er einst den Eid geleistet hat, sich um den Knaben zu kümmern. Doch der Mörder von damals lässt nichts unversucht, um dies zu verhindern. Eines Tages trifft der Edelherr auf zwei verwahrloste Pilger, deren Identität einige Fragen aufwirft, währen Prior Walram, Graf Rurik und dessen Sohn Drogo bereits neue Ränke schmieden. Allerdings rechnet keiner von ihnen mit dem Einfluss jeder Männer, die einst für den Überfall auf die Grafenburg verantwortlich gemacht wurden… bis das Schicksal ihre Wege kreuzt! Worum geht es? Nach dem finalen Ereignis, aus dem ersten Teil „Brudermord“, werden Faolán und sein Bruder im Geiste, Konrad, in ein sehr strenges Columbankloster verbannt, in dem Gehorsam und harte körperliche Arbeit das A und O sind. Seine große Liebe Svea im Hinterkopf, beschließt Faolán an diesem unmenschlichen Ort nicht lange zu verweilen und so schmieden er und Konrad einen gefährlichen Fluchtplan, bei dem der seltsame Bruder Clemenza eine Rolle spielen soll. Die Flucht gelingt, doch auf ihrem Weg zurück nach Neustatt bricht der Winter herein, Konrad bangt um Faoláns Leben und sie können ihren Weg vorerst nicht weiter gehen, da sie vom Edelherren Brandolf aufgegriffen und als Gefangene auf dessen Burg gebracht werden. Und dann ist da noch Faoláns Widersacher, Drogo, der aus dem Kloster entlassen wird, zu seinen Eltern auf die Burg zieht und dort mit Bruder Walram Intrigen schmiedet. Rezeption: Mich hat „Irrwege“, wie schon der Vorgänger „Brudermord“, wieder sehr gefesselt und man kommt auch, wie schon beim letzten Mal, schnell und leicht durch den Text, da Holger Weinbach einen angenehmen, flüssigen Schreibstil hat. Was mir ebenfalls gefallen hat ist, dass das Buch an keiner einzigen Stelle langweilig wird. Keine Textstelle wirkt unwichtig und obwohl es zeitweise bis zu vier verschiedene Handlungsorte gibt, zwischen denen geswitcht wird, fügt sich am Ende alles zu einem Gesamtbild, bzw. der finalen Szene, zusammen. Vor allem hat mich diese besagte finale Szene mitgerissen, die zum Ende des Buches nochmal richtig einschlägt, um dann einen offenen Schluss zu lassen und Lust auf den dritten Band der Reihe, „Wolfsnacht“, zu machen. Die Karte am Anfang des Buches rundet das Gesamtbild ebenso ab, wie das Personenregister und die Anmerkungen des Autors am Schluss. Allerdings würde ich denen, deren Interesse an diesem Buch jetzt geweckt wurde empfehlen, auf jeden Fall zuerst den ersten Teil der Buchreihe zu lesen, da einem sonst das Vorwissen fehlt. Fazit: Dieser zweite Teil der Eiswolf-Saga kann auf jeden Fall mit seinem Vorgänger mithalten und man kann auch hier wieder in einer mittelalterlichen Welt versinken und spannende Stunden in ihr verbringen. Meine Originalrezension findet ihr auf necroweb.de

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  • Rezension zu "Irrwege" von Holger Weinbach

    Irrwege

    ladymarion

    09. January 2011 um 16:35

    Die Geschichte um Faolán, Svea, Brandolf und Drogo geht weiter. Achtung, wer das erste Buch nicht gelesen hat, sollte jetzt vielleicht nicht weiterlesen, da einige Details aus dem ersten Band verraten werden! Der zweite Band der Eiswolf-Saga beginnt mit einem gänzlich unerwarteten Schauplatz, nämlich der Insel Birka im Königreich Schweden. Dem weisen Einsiedler Jorund offenbaren die Götter, dass der Jarl des Königs, Bjoren, sich auf den Weg machen soll, um einen geheimnisvollen Wolf zu suchen und nach Birka zu bringen. Dieser Wolf wird das Schicksal von Birka wenden! (Wir erinnern uns: Die Geschichte heißt „Die Eiswolf-Saga“) Nachdem Faolán und sein Freund Konrad im Kloster nahe Neustatt für ihre vermeintlichen Missetaten durch Prior Walrams Betreiben zur Verbannung in ein strenges Columbankloster im Schwarzwald verurteilt wurden, machen sich Abt Degenar, Prior Walram und die beiden Novizen auf den beschwerlichen Weg. In dem düsteren und unmenschlichen Kloster angekommen, schmieden sie schnell den Plan zu fliehen, die Vorbereitung für die Flucht nimmt indes noch 2 ½ Jahre in Anspruch. Währenddessen trifft Brandolf in Italien erneut auf Rurik und entgeht nur knapp einem Mordanschlag. Wird den beiden Freunden Faolán und Konrad die Flucht gelingen und wird Faolán Svea wiedersehen? Gelingt es Brandolf endlich den tot geglaubten Rogar, den rechtmäßigen Erben der Grafschaft, zu finden? Werden Prior Walrams und Drogos Intrigen Faolán und Svea ins Unglück stürzen? Und was hat Bjoren mit all dem zu tun? Die Charaktere entwickeln sich und wachsen einem immer mehr ans Herz. Einige dieser Fragen beantwortet Holger Weinbachs 2. Band der Eiswolf-Saga, nur um dann doppelt so viele neue Fragen aufzuwerfen! Wie im ersten Buch hat mir auch hier wieder die schöne, altmodische Sprache wunderbar gefallen! Das Leben im Mittelalter wird wieder detail- und kenntnisreich beschrieben. Geschickt steigert der Autor einige Male die Spannung bis ins Unerträgliche, um den Leser kurz darauf erleichtert aufatmen zu lassen. Für mich ist „Irrwege“ ein rundum gelungenes, spannendes und sehr gut erzähltes Buch! Einziges Manko ist auch hier, wie im ersten Band, nur wieder die lange Wartezeit auf den nächsten Band!

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  • Rezension zu "Irrwege" von Holger Weinbach

    Irrwege

    Ailis

    04. January 2011 um 21:12

    Die Besprechung eines zweiten Teils stellt den Rezensenten immer vor ein wirklich schwieriges Problem: Wie soll man die folgenden Bände eines Mehrteilers rezensieren, ohne das Ende des vorangegangen Teils zu verraten? Vor dieser Schwierigkeit stehe nun auch ich, denn die Handlung des zweiten Teils resultiert aus einer drastischen Wendung am Ende des ersten Teils. Ich könnte das übergehen und mich in meiner Besprechung nur dem zweiten Band der Eiswolf-Sage Holger Weinbachs verbunden fühlen, doch das will ich nicht. Nur so viel sei gesagt: auch am Ende von Teil 2 ist Faolán noch lange nicht am Ziel. Ebenso wie bereits schon "Brudermord" endet auch "Irrwege" offen, was mich immer ein bisschen gereizt zurücklässt, weil ich nun so lange auf die Fortsetzung warten muss. Aber das kann ich kaum dem Autor anlasten, ich wusste ja schließlich, dass ich mich auf eine mehrbändige Saga einlasse. Schriftstellerisch ist "Irrwege" so gut wie sein Vorgänger, vielleicht sogar insgesamt noch ein wenig routinierter, auch der Plot scheint mir raffinierter und geschliffener zu sein. Ich würde mir noch wünschen, dass Faolán mehr an Tiefe gewinnt und ein wenig mehr Charakter entwickelt, doch ich denke, die Entfaltung des Helden ist in einem Mehrteiler auch durchaus ein eher gemächlich angelegter Prozess. Faoláns Gegenspieler, Drogo, ist mir hingegen zu stereotyp: aggressiv, einzig von Hass getrieben, ohne Ausstrahlung und auch nicht so helle, das ist eine Kombination an Eigenschaften, die mir nicht so liegt - clevere Gegenspieler mit einer gewissen geheimnisvollen Aura sind mir da lieber. Doch im Vergleich zu "Brudermord" hat Drogo im zweiten Band schon ein bisschen mehr Charakter und Farbe bekommen und die Figur wurde mit mehr Leben gefüllt - man kann nur hoffen, dass sich diese Entwicklung im dritten Band fortsetzt. Alles in allem ist "Irrwege" ein Roman, der mich sprachlich und inhaltlich überzeugt hat! Die Handlung ist spannend und mit vielen Wendungen versehen, so dass ich gespannt auf den dritten Teil der Eiswolf-Saga warte. In letzter Zeit habe ich nur wenige historische Romane gelesen - der Markt ist überlaufen und nur mühsam trennt sich die Spreu vom Weizen -, doch schon nach wenigen Seiten hätte ich "Irrwege" nicht mehr aus der Hand legen können: trotz der kleinen Schwächen ein gutes Buch!

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