Franziskas Verführung

von Holly Katz 
5,0 Sterne bei1 Bewertungen
Franziskas Verführung
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Inhaltsangabe zu "Franziskas Verführung"

Franziska Taittinger, Besitzerin einer exklusiven Pension am Bodensee, führt ein beschauliches Leben. Als plötzlich ein Gast auf der Bildfläche erscheint, den sie nur aus dem Kino kennt, wird ihr wohlig eingerichtetes Leben allerdings spielend aus dem Gleichgewicht gebracht.
Tristan Kiely plant eine Fernsehserie in der Stadt, aus der seine Familie kommt, und er ist vom ersten Augenblick an hingerissen von seiner charmanten Gastgeberin - Franziska weniger, denn sie ist viel zu bodenständig, um sich auf einen charismatischen Filmstar mit dementsprechendem Selbstbewusstsein einzulassen. Denkt sie zumindest, bis Tristan anfängt, sie nach allen Mitteln der Kunst zu verführen.

Das Erste, was er von ihr hört, ist ihr Lachen. Ein dreckiges, dunkles Lachen, das so gar nicht zu ihrer Erscheinung passen will.
Aber das wird er erst später feststellen.
Er hört dieses dreckige, dunkle Lachen über dem Knarren der alten Holztreppen. Seinen Koffer hat er unten gelassen, er hat nicht viel Gepäck dabei bei diesem ersten Besuch in der Stadt, seit er ein Kind war. Damals, als er ein Kind war, seine Großtante noch gelebt und er die Sommer am See verbracht hat.
Einmal wäre er fast ertrunken, daran kann er sich noch erinnern. Tatsächlich ist das eine seiner ersten Erinnerungen überhaupt.
Das Wasser, das nicht kalt ist - schließlich ist es schon August -, schwappt über seinem Kopf zusammen. Er kann noch nicht schwimmen, er ist erst drei, und er fühlt eine seltsame Gelassenheit - falls man denn mit drei Jahren gelassen sein kann.
Aber wahrscheinlich war er mit drei Jahren gelassener als er es jetzt ist, dreißig Jahre später.
Jetzt ist er getrieben.
Und jetzt hat ihn die Erinnerung, der Drang, etwas mit dieser Erinnerung zu machen, in die Stadt getrieben, aus der seine Familie stammt.
Eine erstaunliche, aus der Zeit gefallene Idylle am Bodensee. Mittelalterliche Türme, Zinnen und schmale, kopfsteingepflasterte Gassen wie die, die er vor er ein paar Minuten im Schneetreiben entlanggegangen ist - nachdem er mit dem letzten Zug des Abends angekommen war, um acht wohlgemerkt, und Lorenz ihn abgeholt hatte.
Lorenz, mit dem er anscheinend als kleines Kind im Sandkasten gespielt hat, aber sie können sich beide nicht daran erinnern.
„Das ist meine Schwester“, sagt Lorenz, als hätte er Tristans Gedanken gelesen, und bevor die Tür zur Küche aufgeht, erwartet er unwillkürlich eine weibliche Version des Mannes, der sein einziger Kontakt in der Stadt ist und den er doch erst vor einer Viertelstunde am Bahnsteig tatsächlich kennengelernt hat.
Er erwartet eine Frau, die in dieses Haus passt, das ein paar hundert Jahre alt sein muss. Jemanden, der genauso praktisch wirkt wie Lorenz, der im Vorbeigehen nasse Jacken und Kinderstiefel aufsammelt und sie mit einem Seufzen, das klarmacht, das ist Routine für ihn, auf dem Treppenabsatz ordentlich in die Ecke stellt.
Jemanden, der hier zu Hause ist, auch wenn Tristan weiß, dass diese Schwester hier nicht lebt. Sie lebt da, wo er die nächsten Tage verbringen wird, denn sie ist seine Gastgeberin, nicht Lorenz.
Aber das ist das einzige, was er von ihr weiß. Und jetzt kennt er ihr Lachen, das die knarrenden Holztreppen übertönt.
Dann schiebt Lorenz die Tür auf und Tristan kippt ohne Vorbereitung mitten in den Schoß der Familie Taittinger, die irgendwann, wahrscheinlich zu der Zeit, als das Haus gebaut wurde, in dem sie sich jetzt befinden, aus dem Elsass an den Bodensee gekommen ist und ihn nicht wieder verlassen hat.
„Dieses Haus ist seit sieben Generationen in Familienbesitz. Und das, in dem Franzi die Pension aufgemacht hat, seit fünf“, sagt Lorenz und klingt dabei wie ein Fremdenführer, aber plötzlich kann sich Tristan nicht mehr auf die Stimme neben sich konzentrieren.
Plötzlich ist da nur noch die Frau, die Lorenz eben mit brüderlicher Gleichgültigkeit Franzi genannt hat.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:B0776DNTP9
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:219 Seiten
Verlag:
Erscheinungsdatum:08.12.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    RKMvor 6 Monaten
    Happy Begin

    Gleich zu Beginn war ich mir sicher, dass sich Franziska und Tristan finden werden, und das ist bei Holly Katz nicht immer klar. Eine so schöne kuschelige Geschichte, bei der ich mich immer mit einem halb grinsenden Lächeln in meine Leseecke verzogen habe, um Franziska heimlich dabei zu beobachten, wie sie sich selbst überwindet. Sie wirkt so richtig zum Anfassen, sehr präsent und vertraut. Man spürt Hollys Nähe zur Schauspielerei und ihre Liebe zum Bodensee. Und so ist es nicht nur ein happy begin, sondern auch ein happy end geworden.

    Genau das richtige Buch für eine stürmische Winternacht.

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