Holly Seddon Locked In

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Inhaltsangabe zu „Locked In“ von Holly Seddon

Alex Dale ist eine brillante Journalistin. Doch sie hat ein Alkoholproblem. Mehr als ein paar Stunden am Tag hält sie ohne Drink nicht aus, beruflich hangelt sie sich von einem Freelance-Job zum nächsten. Bei der Recherche für einen Artikel stößt sie auf den Fall von Amy Stevenson, die seit vielen Jahren im Koma liegt. Und plötzlich erwacht Alex’ untrüglicher journalistischer Spürsinn wieder. Sie ahnt, dass Amy ein Geheimnis hat. Aber wer soll einer Alkoholikerin schon glauben?

Spannendes Buch, sympathische Protagonistin, nur das Ende hat mich ein bisschen enttäuscht

— SophieNdm

Die düster-melancholische Stimmung hat mir gut gefallen, das Tempo war mir aber zu gemächlich und die Auflösung am Ende zu plump.

— Svenjas_BookChallenges

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  • Kein Thriller und dennoch ein sehr gutes Buch

    Locked In

    Shaaniel

    17. March 2018 um 00:11

    👣👁️Rezensionsexemplar👁️👣 -Bloggerportal Randomhouse - ⁉️👣🕵🏻Locked In🕵🏻👣⁉️ Autorin: Holly Seddon Verlag: Heyne Preis: 9,99€,Taschenbuch Seiten: 432 Seiten ISBN: 978-3-453-42237-7 Erscheinungsdatum: 11.12.2017 5 Von 5 Sternen ⭐⭐⭐⭐⭐ 🕵🏻⁉️👣🕵🏻⁉️👣🕵🏻⁉️👣🕵🏻⁉️👣🕵🏻⁉️👣🕵🏻⁉️👣🕵🏻⁉️ Inhaltsangabe: Entnommen von:www.randomhouse.de Alex Dale ist eine brillante Journalistin. Doch sie hat ein Alkoholproblem. Mehr als ein paar Stunden am Tag hält sie ohne Drink nicht aus, beruflich hangelt sie sich von einem Freelance-Job zum nächsten. Bei der Recherche für einen Artikel stößt sie auf den Fall von Amy Stevenson, die seit vielen Jahren im Koma liegt. Und plötzlich erwacht Alex’ untrüglicher journalistischer Spürsinn wieder. Sie ahnt, dass Amy ein Geheimnis hat. Aber wer soll einer Alkoholikerin schon glauben? 👁️👁️👁️👁️👁️👁️👁️👁️👁️👁️👁️👁️👁️👁️👁️👁️👁️👁️👁️👁️ Weitere Informationen: https://www.randomhouse.de/Autor/Holly-Seddon/p578286.rhd 🕵🏻 https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Locked-In/Holly-Seddon/Heyne/e528533.rhd (plus Leseprobe und Trailer) 🕵🏻 https://www.instagram.com/heyne.verlag/ 🕵🏻 https://www.facebook.com/heyne.verlag/ 🕵🏻 https://www.facebook.com/hollyseddonauthor/ 🕵🏻 https://www.lovelybooks.de/autor/Holly-Seddon/Locked-In-1208154246-w/ 🕵🏻⁉️👣🕵🏻⁉️👣🕵🏻⁉️👣🕵🏻⁉️👣🕵🏻⁉️👣🕵🏻⁉️👣🕵🏻⁉️ Hey ihr Süßen💕 Ich habe gerade dieses Buch in einem Zug durch gelesen, es war so unglaublich gut, dennoch Meer ich direkt zu Anfang. Einen minimalen Kritikpunkt habe ich nämlich, dieses Buch von Holly Seddon, ist alles, aber ganz bestimmt kein Thriller! Also für alle Hardcore Thriller-Fans, wird dieses Buch enttäuschend sein. Für mich allerdings war es grandios, ein packender Familienkrimi, mit unheimlich viel Gefühl und Dramatik. Holly hat eine ganz klare einfache Sprache und es ist ein wirklich guter Unterhaltungsroman, nichts was hoch gestochen geschrieben wurde, sondern ganz alleine zur Unterhaltung dienen sollte. Unterhalten hat mich dieser Roman auf jeden Fall sehr gut! Es ist eine packende Geschichte, mit Sympathischen Protagonisten und einer noch viel sympathischer wirkenden Wachkoma Patientin. Denn obwohl diese nicht Sprechen kann und sich in einem sogenannten "Locked In" Zustand, dem Wach koma befindet, ist sie immer sehr präsent in diesem Buch und man fühlt sich ihr sehr verbunden und nahe. Auch die Journalistin Alex Dale, ist eine sehr sympathische junge Frau, die mit ihrer schweren Alkoholabhängigkeit ihre ganz eigenen Probleme in dieser Geschichte hat und dennoch alles versucht um den mysteriösen Fall Amy Stevenson, die seit 15 Jahren im Koma liegt, aufzudecken. Ich würde sehr sehr gut unterhalten und könnte das Buch kaum aus der Hand legen! Auch mit dem Ende und Ausgang der Story, war ich mehr als zu Frieden, denn damit hatte ich so überhaupt nicht gerechnet! Also alles in allem hat die Autorin Holly alles richtig gemacht, ein sehr gutes Buch, KEIN Thriller, aber dennoch für mich sehr Emotional und packend geschrieben. Vielen lieben Dank an den Heyne Verlag, für dieses wirklich gute Buch. Lieben Gruß Sonja/Shaaniel

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  • Gefangen im Wachkoma

    Locked In

    tootsy3000

    28. February 2018 um 14:54

    Das Buch hat mich wegen seiner Thematik interessiert. Auch ich hatte jemanden in der engeren Familie im Koma liegen. Ich war also sehr gespannt, wie die Autorin das Opfer darstellt. Und ich muss sagen, ich fand es total gut gemacht und auch glaubwürdig. Das Glaubwürdig kommt eben durch die eigene Erfahrung.Alex Dale ist, wie schon oben erwähnt, eine brillante Journalistin. Vor allem aber ist sie Alkoholikerin. Sie hat sich selber einen ausgeklügelten Timetable erstellt, damit während ihrer öffentlichen Arbeiten niemand etwas davon mitbekommt. Bis zwölf Uhr funktioniert sie hundertprozentig. Danach verkriecht sie sich in ihren eigenen vier Wänden, damit sie ihre Krankheit pflegen kann. Jahre vorher hatte sie einen gut bezahlten Job bei einer Zeitung mit einer eigenen Kolumne. Nun will sie wieder versuchen in ihrem alten Leben Fuß zu fassen. Ihr Artikel soll vom Wachkoma handeln. Im Royal-Infirmary-Krankenhaus stößt sie bei ihren Recherchen auf Amy Stevenson. Seit 15 Jahren liegt sie dort im Koma. Alex kann sich an die tragische Geschichte der jungen Frau erinnern und beschließt, diesem noch immer ungelösten Fall, weiter nachzuforschen. Ein Mann scheint der Journalistin dabei höchst verdächtig…..Der Thriller liest sich wirklich sehr gut. Der Aufbau ist auch ganz interessant gemacht, mit einer Zeitspanne von 15 Jahren und aus abwechselnden Perspektiven auf das Geschehen. Sehr gut gemacht fand ich Amys Teil der Geschichte. Sie ist sehr präsent, das hat mir gefallen. Man konnte sich sehr gut in ihre gefangenen Gedankenwelt hineinversetzten und ich für meinen Teil, kann mir das gut vorstellen, dass es so sein könnte. Auch Alex fand ich gut dargestellt. Ihr Alkoholproblem erlebt man natürlich auch ganz nah. Doch man erfährt auch, wie es dazu kam und wie tief Alex’ Fall wirklich war. Trotz ihrer Sucht ist sie aber doch eine gute Journalistin, ohne Sensationsgeilheit. Ihr liegen die Menschen, über die sie schreibt am Herzen. Zu Amy baut sie allmählich eine tiefe Verbundenheit auf, denn auch sie ist ohne Freunde und Familie. Nach und nach rollt Alex Amys Fall neu auf, deckt Geheimnisse auf und nimmt gleichzeitig den Kampf gegen die Alkoholkrankheit auf. Denn wenn sie das nicht macht, dann wird sie bald sterben und dann ist Amy ganz allein.Mein Fazit:Ein rund um gut gemachter Spannungsroman mit glaubwürdiger Handlung und gut gewählten Charakteren. Auch wenn man als Leser schon eine ganze Zeit früher eine Ahnung zum Täter hat, schafft es die Autorin doch ab und zu Zweifel zu dieser Ahnung zu sähen. Kein Thriller im klassischen Stil, aber wer Bücher wie “Girl on the Train” oder ähnliches mag, dem kann ich diesen Titel durchaus empfehlen. Wie immer meine eigene Meinung und wer es lesen möchte, soll sich bitte seine eigene zu Locked in bilden!

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  • Subtile Spannung

    Locked In

    maeddsche

    27. January 2018 um 17:42

    Cover: Das Cover wirkt durch die helle Gestaltung und blauen Akzente sehr kalt und beklemmend. Vor allem das Mädchen am oberen Bildrand wirkt durch die künstlich-blauen Augen und die fast weiße Haut nahezu leblos. Es soll vermutlich Amy darstellen, die in einem Wachkoma liegt. Dadurch ist die Verbindung zum Inhalt geschickt hergestellt und auch insgesamt weckt das Cover sofort das Interesse. Inhalt: Alex hat den Auftrag einen Bericht über eine Krankenstation zu schreiben und trifft dabei auf Amy Stevenson, die seit einem schlimmen Überfall in ihrer Jugend im Koma liegt. Doch Amy ist kein gewöhnlicher Komapatient, denn sie liegt auf der Wachkomastation. Das heißt sie kann ihre Umgebung bewusst wahrnehmen und sich über Umwege sogar mitteilen, jedoch nicht sprechen oder sich bewegen. Aus einem Instinkt heraus interessiert sich Alex für die fast gleichaltrige Amy, deren Fall ihr noch von damals in Erinnerung ist. Sie macht sich daran mehr über ihre Geschichte zu erfahren, recherchiert, führt Gespräche und befindet sich so schon bald auf der Suche nach dem Täter, der immer noch ungestraft herumläuft. Dabei ist das Buch zunächst in verschiedenen Kapiteln aus Sicht von Alex und Jacob geschrieben. Vor allem bei ihm fragt man sich am Anfang erst einmal was es mit ihm auf sich hat. Da es aber auch Kapitel aus Amys Sicht gibt, die am Tag des Überfalls spielen, bei denen immer wieder dir Rede von ihrem Freund Jake ist, ist einem gleich klar, dass dies Jacob sein muss. Offen bleibt jedoch die Frage, ob er irgendwas mit all dem zu tun hat. Während man die Geschehnisse in der Gegenwart durch Alex und Jacob erlebt, bekommt man den Überfall gleichzeitig durch Amy quasi hautnah mit und erfährt wie es überhaupt dazu kam. Nach circa 100 Seiten erlebt man den Tag des Überfalls dann auch aus der Sicht von Sue, Jacobs Mutter. Nach circa 150 Seiten werden dann die Geschehnisse einen Monat nach dem Überfall geschildert und zwar aus Jakes Sicht. Durch diese Einschübe wird noch einmal deutlich wie die beteiligten Charaktere alles miterlebt haben. Währenddessen recherchiert Alex in der Gegenwart fleißig weiter, besucht Amy regelmäßig und kommt langsam aber sicher auf die heiße Spur. Als sich die Ereignisse dann auf den letzten 100 Seiten zuspitzen, werden die Kapitel sehr kurz und die Perspektiven wechseln ständig. Beinahe jedes Kapitel endet mit einem kleinen Cliffhanger, sodass die ganze Erzählweise sehr rasant wird, an Spannung zunimmt und sich schließlich im auflösenden Höhepunkt entlädt. Diese Auflösung spielt im Oktober 2010. Wirklich alle Fragen werden dann auf den letzten acht Seiten beantwortet, die einige Monate später im März 2011 spielen. Nicht nur hinsichtlich des Falls findet das Buch einen vollständigen Abschluss, auch Alex‘ Privatleben und ihr Alkoholproblem werden so geschildert, dass der Leser ohne Fragen zurückbleiben muss. Fazit: Insgesamt war Locked In auf jeden Fall ein gelungenes Buch, was mir angenehme Lesestunden bereitet hat. Jedoch sehe ich es nicht als Thriller, da dafür zu viele Elemente fehlen. Auch einen Psychothriller sehe ich hier nicht, sondern vielmehr einen sehr spannenden Roman. Denn genau genommen, begleiten wir Alex nur bei ihren Recherchen. Dies mag im ersten Moment banal klingen, Holly Seddon hat es aber geschafft diese Recherchen gekonnt darzustellen, sodass das Spannungslevel durchweg hoch war. Man fühlt mit Alex mit, ist gespannt auf die nächste Enthüllung, rätselt was es mit diesem oder jenem auf sich haben könnte und fragt sich dabei die ganze Zeit wer Amy das angetan hat. Hier muss ich sagen, dass ich von Anfang an einen Verdacht hatte und damit auch goldrichtig lag. Die Hinweise darauf sind eigentlich sehr offensichtlich, man muss aber schon um ein paar Ecken denken, um darauf zu kommen. Als dann im Laufe der Geschichte mehr und mehr Details ans Licht kamen, war ich mir zunehmend sicherer. Dies hat der Spannung und dem Lesespaß aber überhaupt nicht geschadet. Toll fand ich außerdem auch Alex als Protagonistin. Sie ist kein leichter Charakter und ihre Alkoholsucht wird eingehend thematisiert. Ich fand es aber unheimlich spannend sie bei ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten und zu sehen wie sich der Fall auch auf ihr Privatleben auswirkt. Alles in allem kann ich dieses Buch durchaus empfehlen. Die Story hat mich durchweg unterhalten und blieb bis zum Ende spannend. Als Thriller würde ich das Buch aber nicht bezeichnen, da es falsche Erwartungen wecken könnte.

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  • Ein düster-melancholischer Thriller mit eher gemächlichem Tempo

    Locked In

    Svenjas_BookChallenges

    20. January 2018 um 18:19

    Locked in von Holly Seddon war eine typische Cover-Entscheidung. Die Covergestaltung und der Klappentext versprechen Spannung pur und ich hatte einfach mal wieder Lust auf einen Nerven zehrenden Thriller. Die Ausgangssituation ließ auch tatsächlich auf eine rasante, düster bedrohliche Geschichte mit ungewissem Ausgang hoffen: Die 15-jährige Amy verschwindet auf dem Nachhauseweg spurlos und wird erst Tage später gefunden - offensichtlich schwer misshandelt und dem Tod näher als dem Leben. Seitdem liegt sie im Wachkoma, ein schlimmes Trauma für ihre Freunde und Angehörigen. In diese Welt aus stiller, ängstlicher Trauer platzt 15 Jahre später die Journalistin Alex, als sie einen Artikel über die Wachkomastation des städtischen Krankenhauses schreibt. Fasziniert von Amys Schicksal und der ungeklärten Identität ihres Angreifers, nimmt Alex die Spur auf und versucht mit allen Mitteln, das Rätsel um das Verbrechen zu lösen...Wie gesagt: Die Ausgangssituation klingt vielversprechend und ähnlich wie Alex war ich fasziniert von dem mysteriösen Fall um den Angriff auf Amy und betroffen angesichts der fatalen Folgen für ihr Umfeld. Gefühlstechnisch war da bei mir auf jeden Fall einiges los, was ganz besonders an Holly Seddons intensivem Erzählstil liegt. Sie teilt die Suche nach dem Täter auf in drei Blickwinkel und erzählt abwechselnd aus Alex', Jacobs und Amys Perspektive. Eine interessante Herangehensweise, die Einblicke in drei grundverschiedene Charaktere ermöglicht und vor allem Amys Situation von einem Standpunkt aus betrachtet, der ungewöhnlich und ziemlich düster ist. Die Stimmung passt auf jeden Fall fabelhaft. In diesen sehr düsteren und bedrückenden Tenor passt auch Seddons "Heldin" Alex wunderbar, denn von einer typischen Ermittlerin ist sie weit entfernt.Alex ist Alkoholikern und Seddon gelingt es, ihre Sucht so realistisch darzustellen, dass einem beinahe selbst übel wird von all dem Hochprozentigen. Alex ist alles andere als eine klassische Identifikationsfigur, alles andere als eine engagierte, scharfsinnige Ermittlerin. Und genau das macht die Geschichte auf eine ganz andere Art und Weise spannend, als man das vielleicht erwartet hätte. Man spürt, dass in Alex mehr schlummert als ihre Alkoholsucht und begleitet sie dabei, wie sie durch den Fall langsam wieder zurückfindet ins wirkliche Leben. Generell legt Seddon den Fokus auf die Gefühls- und Gedankenwelt ihrer drei Hauptpersonen und wagt sich tief hinab in psychische Tiefen. Besonders in Amys und Jacobs Fall ist das manchmal schwer zu ertragen und geht es einem ganz sicher an die Nieren. Mir gefällt es, dass Seddon nicht den Verbrecher und die Tat an sich in den Fokus rückt, sondern das Opfer und die Verarbeitung dieses schrecklichen Verbrechens.Aber: Hierbei verliert sich Seddon leider in allzu vielen Details, die für die Handlung wenig bis gar nicht von Belang sind, geht viel zu sehr in das Privatleben von Jacob und Alex hinein - was vielleicht gar nicht mal uninteressant ist, aber einfach die Auflösung des Falls überhaupt nicht voranbringt. Das Tempo ist sehr, sehr, sehr gemächlich. Die Geschichte entwickelt sich über 200 - 300 Seiten, ohne richtig in Fahrt zu kommen. Es ist auch ehrlich gesagt nicht besonders spannend, die mäßig talentierte Alex dabei zu beobachten, wie sie seitenlang dieser und jener kalten Spur nachgeht, auf die sie ihr Ex-Mann, der Polizist ist, widerwillig gebracht hat. Weder Alex noch Jacob haben auch nur ansatzweise ermittlerische Fähigkeiten und so kauft man es ihnen schlicht nicht ab, dass sie am Ende einen Fall lösen wollen, den die Polizei geschlossen hat. Einem Holmes/Watson Team hätte man das natürlich abgekauft, aber davon sind Alex und Jacob weit, weit entfernt.Zugegebenermaßen hat mich Seddon auf den letzten 30 Seiten doch noch überrascht, indem sie mir dann wieder Erwarten einen anderen Täter präsentierte, als den, den ich von Anfang an im Verdacht hatte. Besonders gelungen wirkte dieser Twist allerdings nicht. Denn irgendwie ergab die Auflösung am Ende wenig Sinn, war in sich nicht wirklich stimmig und einfach überhaupt nicht rund. Ich möchte natürlich nicht spoilern, deshalb nur so viel: Die Täterauswahl war recht plump und unglücklich angesichts der Spannung, die Seddon zu Beginn durch den rätselhaften Überfall auf Amy aufbaut. Mit einem packenden Thriller hat Locked in deshalb und aufgrund des eher in den Hintergrund rückenden Kriminalfalls und der drögen Tätersuche wenig gemein. Die Innensicht in die Figuren und die harte, ehrliche Schilderung der Gefühle aller Beteiligten sind aber wirklich grandios gelungen. Meine Gefühle sind deshalb eher zwiegespalten...Mein Fazit:Ein spannender Thriller zum Mitfiebern und Nägelkauen ist Locked in für mich definitiv nicht. Die Suche nach dem Täter und die Auflösung am Ende sind dafür für meinen Geschmack zu ungeschickt und plump, ja beinahe schon hingeworfen. Langweilig ist der Roman aber trotzdem nicht, was vor allem an der ungewöhnlichen "Heldin", Seddons intensivem Erzählstil und dem Fokus auf Opfer und Angehörige liegt. Für mich ist Locked in nicht hundertprozentig das Richtige, aber das ist ganz einfach Geschmackssache.

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  • Leserunde zu "Eine Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens

    Eine Weihnachtsgeschichte

    Luftpost

    Dies ist ein Lesemarathon der Werwolf-Spielgruppe und der Challenge Gruppe “Zukunft vs. Vergangenheit”. ______________________________________________________________________________ Der Marathon findet vom 27. - 30.12. statt. Anmeldungen sind bis zum 25.12., 24 Uhr möglich! Bitte gebt bis dahin auch eure voraussichtliche Lesezeit an.______________________________________________________________________________ Dieses Mal müssen wir den Weihnachtswichteln helfen, die Geschenke für die Kinder auf der ganzen Welt rechtzeitig fertig zu bekommen. Teams gibt es diesmal nicht. Wir werden alle zusammen arbeiten. Außerdem wird es in diesem Marathon keine schwierigen Rätsel geben, ihr könnt also jederzeit einsteigen. ______________________________________________________________________________ Zu unseren Werwolf-Runden hier auf Lovelybooks veranstalten wir immer einen thematisch passenden Lesemarathon. Um dieser Tradition treu zu bleiben, findet auch dieses Mal einer dieser Marathon statt. Ihr könnt auch teilnehmen, wenn ihr diese Werwolf-Runden nicht kennt! Neulinge sind immer willkommen. Es sind keine Kenntnisse zu “Momo” oder “Die Weihnachtsgeschichte” notwendig, um hier teilzunehmen und man hat dadurch auch keinerlei Vorteil. Die Wahl der Lektüre ist euch absolut selbst überlassen und muss nichts mit dem Thema zu tun haben. Der Spaß bei unserem Lesemarathon steht natürlich an erster Stelle. Und frei nach dem Motto “Alles kann, nichts muss” könnt ihr euch eure Zeit einteilen, wie ihr wollt. Unser Ziel ist es, einen spannenden und abwechslungsreichen Marathon zu gestalten, zusammen zu lesen und gemütliche Stunden zusammen zu verbringen.  ______________________________________________________________________________ Die AnmeldungBitte gebt bei eurer Bewerbung an, wie viel ZEIT ihr mit Lesen verbringen wollt, da es dieses Mal wieder planungsrelevant ist. (Ob ihr letztendlich mehr oder weniger lest, ist natürlich nicht ganz so wichtig, hilft uns aber bei der Einschätzung). Ihr dürft euch bei der Anmeldung auch gerne einmal “Unterm Tannenbaum” umsehen und euch drei Geschenke aussuchen. ______________________________________________________________________________ Der AblaufDer Marathon startet am Mittwoch, den 27.12. um 9.00 Uhr. Es werden wieder im Abstand von 3 Stunden Aufgaben gepostet, diese sind keine Gruppenaufgaben und können von jedem Leser zu jeder Zeit bearbeitet werden. Ausgenommen sind hier einzelne Aufgaben, wie z. B. die Sammelaufgabe. Dies wird aber bei der Aufgabenstellung extra erwähnt. Die gelesene Zeit zählt bis zum 30.12. um 21.00 Uhr. Das Finale des Marathons findet anschließend statt. ______________________________________________________________________________ Zeit eintragen Wir sammeln diesmal Zeit und keine Seiten. Eure gelesene Zeit könnt ihr im Dokument in “Die Elfenwerkstätten” eintragen. Rundet dabei bitte immer auf 5 Minuten. Beispiele: Ihr habt 12 Minuten gelesen => Ihr dürft 15 Minuten eintragen.Ihr habt 38 Minuten gelesen => Ihr dürft 40 Minuten eintragen. Um Weihnachten zu retten, müsst ihr die Werkstätten aller Kontinente mit genug Zeit versorgen, damit alle Geschenke produziert werden können! _____________________________________________________________________________________ Das Orga-TeamDieses Mal besteht das Orga-Team aus stebec, BlueSunset, Henny176, katha_strophe & sternchennagel. Bei Fragen, Anregungen etc. meldet euch einfach bei der Luftpost. _____________________________________________________________________________________ Vergangene RundenDoctor Who | Phantom der Oper | Panem | Piraten | Märchenland | Vampire Diaries | Wunderschöne Winterzeit | Supernatural | Game of Thrones | Asterix - Der Gallier | Alice im Wunderland _____________________________________________________________________________________ Teilnehmerliste:⭐️ AnnikaLeu | 720 Minuten⭐️ BlueSunset | 720 Minuten⭐️ Buchgeborene | 765 Minuten⭐️ Elke | 180 Minuten⭐️ Fire | 300 Minuten⭐️ Henny | 600 Minuten⭐️ histeriker | 720 Minuten⭐️ Joel | 60 Minuten⭐️ katha | 240 Minuten⭐️ kattii | 300 Minuten⭐️ kaytilein | 600 Minuten⭐️ Knorke | 300 Minuten⭐️ LadySamira | 300 Minuten⭐️ LaLecture | 600 Minuten⭐️ mabuerele | 720 Minuten⭐️ mareike | 600 Minuten⭐️ Melanie | 1200 Minuten⭐️ Mitchel | 240 Minuten⭐️ mysticcat | 720 Minuten⭐️ papavero | 720 Minuten⭐️ Pippo | 960 Minuten⭐️ samea | 720 Minuten⭐️ Snorki | 800 Minuten⭐️ stebec | 870 Minuten⭐️ sternchen | 600 Minuten⭐️ Traubenbaer | 480 Minuten⭐️ Vucha | 720 Minuten

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    • 999
  • Koma-Patienten und Kommunikation?

    Locked In

    abuelita

    25. October 2017 um 18:16

    Der Klappentext:Alex Dale ist eine brillante Journalistin. Doch sie hat ein Alkoholproblem. Mehr als ein paar Stunden am Tag hält sie ohne Drink nicht aus, beruflich hangelt sie sich von einem Freelance-Job zum nächsten. Bei der Recherche für einen Artikel stößt sie auf den Fall von Amy Stevenson, die seit vielen Jahren im Koma liegt. Und plötzlich erwacht Alex’ untrüglicher journalistischer Spürsinn wieder. Sie ahnt, dass Amy ein Geheimnis hat. Aber wer soll einer Alkoholikerin schon glauben?Mir hat es sehr gut gefallen, wie die Autorin Ihre Protagonistin Alex beschrieben hat mit all ihren Problemen. Das hört sich für mich „echt“ an, wenn auch dann im Laufe des Buches doch ein paar Ungereimtheiten auftauchten und vieles auch unwahrscheinlich war. Auch die im Koma liegende Amy ist gut gezeichnet. Die Geschichte selber hört sich zwar zuerst spannend an, flacht dann aber doch ab und nimmt einen nur mässig gefangen. Ich finde, es ist ein netter Unterhaltungsroman mit einigen Spannungsmomenten, aber beeindruckt hat mich das Ganze nun nicht.  

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  • Tolles Buch, aber kein Thriller

    Locked In

    Knorke

    27. September 2017 um 08:22

    Dieses Buch habe ich in einem Buchpaket gewonnen, doch der Klapptext hat mich auch direkt angesprochen und ich hoffte auf einen spannenden Thriller mit einer interessanten Thematik.Nach dem Lesen kann ich sagen, dass mich die Thematik wirklich begeistert hat, jedoch das Buch überhaupt kein Thriller ist, nicht mal unbedingt ein Krimi.Alex möchte einen Artikel über Wachkoma-Patienten schreiben und stößt so auf Amy. Ihren Fall hat sie selbst als Teenager mitverfolgt und irgendwie fühlt sie sich mit Amy verbunden. Sie beginnt also mit ihrer Recherche und versucht zwischen ihrer Alkoholsucht und ihren Abstürzen mehr über Amys Vergangenheit zu erfahren.Ich fand die Geschichte, trotz der fehlenden Thriller-Elemente sehr spannend und mitreißend. Zum einen lag dies an der Protagonistin, die einige schwere Schicksalsschläge durchmachen musste und am Ende deswegen zur Alkoholikerin geworden ist. Man hat solches Mitleid mit ihr und hofft so für sie, dass sie die Kurve bekommt. Dazu hat die Autorin die Alkoholsucht für mich, als einem Menschen, der nicht besonders viel Alkohol trinkt, wirklich sehr überzeugend dargestellt. Da ich bis jetzt wenig Bücher zu diesem Thema gelesen habe, fand ich das einfach interessant und etwas traurig.Doch nicht nur Alex erzählt ihre Geschichte, es werden noch verschiedene weitere Perspektiven mit in das Buch eingewoben, die alle etwas mit Amy zu tun haben. Alle Charaktere lernt man so näher kennen und es hat mir wirklich sehr gefallen, dass sie alle so unperfekt waren.Amys Geschichte und der ganze Kern des Buches war ebenfalls sehr mitreißend und die Autorin schilder sehr gut und nachvollziehbar, auch aus Amys Sicht. Sicher kommt es nicht bei jedem gut an, dass Amy ebenfalls einen Erzählstrang bekommt und das Erlebte aus ihrem Koma heraus berichtet, da es schon etwas unrealistisch wirkt, aber so hat man einfach ein besseres Bild von den gesamten Ereignissen bekommen.Auch das Thema Wach-Koma und neuste Forschungsergebnisse schafft die Autorin gut in die Geschichte einzuweben. Sie hat mich dabei so neugierig gemacht, dass ich erst mal googeln musste und doch erstaunt war, was Wach-Koma eigentlich bedeutet und was die Patienten noch können.Das Ende der Geschichte war für mich recht zufriedenstellend, auch wenn es einen Punkt gibt, der für mich nicht ausreichend geklärt wurde. Es gibt jedoch kein kitschiges, unrealistisches Happy End und das hat für mich sehr gut zu diesem Buch gepasst. FazitMal ein Buch etwas abseits von meinem Beuteschema. Ich hätte es nie gelesen, wenn ich es nicht geschenkt bekommen hätte, doch da hätte ich wirklich etwas verpasst. Die gesamte Thematik hat mir wirklich gut gefallen und auch wenn das Buch für mich absolut kein Thriller war, habe ich doch mit allen Beteiligten sehr mitgefiebert - was sehr für gelungene Charakterentwicklungen spricht!Etwas schade war das Ende, das an einem Punkt doch zu offen war, aber letztendlich gut zum Buch gepasst hat. Von mir gibt es begeisterte 4,5 DC.

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  • Rezension - Locked in von Holly Seddon

    Locked In

    Sandra_Lessig

    20. August 2017 um 12:06

    Informationen zum Buch: - Titel: Locked in - Wach auf, wenn du kannst- Autor: Holly Seddon- Seiten: 432- Verlag: Wilhelm Heyne Verlag- Reihe: /  - Ersterscheinung: 2016 (in Deutschland)  - ISBN: 9783453419223- Format: Taschenbuch- Preis: [A] 13,40 €  [D] 12,99 €- Originaltitel: /- Sprache: auf Deutsch gelesen  - Genre: Roman- Altersfreigabe: keine Angabe Die Autorin: Holly Seddon wuchs im Südwesten Englands auf und lebt mittlerweile mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Amsterdam. Sie arbeitete fünfzehn Jahre lang in verschiedenen Nachrichtenredaktionen.Als freie Journalistin schreibt sie für Magazine, Tageszeitungen und Onlinemedien. Die ersten Sätze: Musik dröhnte durch Amys Körper und hämmerte in ihrem Herzen. Musik, die so laut war, dass ihre Trommelfelle flattertenund ihre zarten Mädchenrippen vibrierten. Musik war alles. Na ja, fast alles.Später sollten die Zeitungen die fünfzehnjährige Amy Stevenson einen "Sonnenschein" nennen, dem "die ganze Welt offenstand". In ihren Kopfhörern wummerte Britpop, als sie mit dem schweren Rucksack den langen Weg nach Hause trottete.Amy hatte einen Freund, Jake. Er liebte sie, und sie liebte ihn. Seit fast acht Monaten waren sie schon zusammen, liefen in den Schulpausen die Verliebtenrunde um das Fußballfeld, heiße Hand in heißer Hand, synchron pochende Herzen.Und Amy hatte zwei beste Freundinnen: Jenny und Becky. Das Trio kreiselte in einer Dauerschleife von alten Geschichten, Konkurrenz und Lästereien. Auf verwirrende Berichte von "Dann-hat-sie-gesagt-dann-hat-er-gesagt-dann-hat-sie-gesagt" folgten reumütige, schluchzende Umarmungen am Ende jedes betrunkenen Samstagabends.Ausgehen bedeutete Bacardi Breezers im Park oder Pfirsichlikör mit Limo im Sleeper, wo nicht mal ein Fünfjähriger nach dem Ausweis gefragt würde. Wochentage bedeuteten Anrufe um Punkt achtzehn Uhr zum billigeren Tarif. Dann telefonierte sie, bis ihr Stiefvater Bob ins Esszimmer kam und ihr diesen Blick zuwarf: Es gibt gleich Abendessen, leg jetzt gefälligst mal auf. Donnerstagabends gab es Top of the Pops und Eastenders, freitags Friends und The Word.Amys Kickers-Rucksack zog mit jedem Schritt weiter nach unten. Umständlich hängte sie ihn sich über die andere Schulter und verhedderte sich dabei im Kopfhörerkabel, sodass ein Knopf aus dem Ohr rutschte und die Geräusche der Außenwelt auf sie einstürmten.Sie hatte den langen Heimweg genommen. Am Vortag war sie früher nach Hause gekommen und hatte Bob in der Küche erschreckt, als er sich gerade Dosenmilch in seinen Lieblingskaffeebecher rührte. Zuerst hatte er gelächelt und die Arme ausgebreitet, bis ihm aufgefallen war, dass sie in Rekordzeit zurück war und quer übers Feld gegangen sein musste.Eine halbe Stunde lang hatte sie sich Bobs Schimpftiraden und Ermahnungen anhören müssen, dass sie gefälligst die ungefährliche Strecke über die Straßen zu nehmen hatte: "Ich sage das, weil ich dich liebe, Ames, wir beide lieben dich, und wir wollen doch nur, dass dir nichts passiert."Amy hatte zugehört, auf dem Stuhl herumgezappelt und einGähnen unterdrückt. Als er endlich aufgehört hatte, war siedie Treppe hochgestapft, hatte sich aufs Bett geworfen und mitlautem CD-Hüllen-Geschepper eine wütende Mixkassetteaufgenommen. Rage Against The Machine, Hole und Faith NoMore.Da sie Bob am Tag vorher überrascht hatte, wusste Amy,dass er wahrscheinlich schon zu Hause war. Darauf wartete,sie zu erwischen und sich noch einmal vorzuknöpfen. Es warden Stress nicht wert, obwohl der längere Weg an Dienstagenbesonders unangenehm war. Da war ihr Rucksack immer soschwer, weil sie Französisch und Geschichte hatte und es zubeiden Fächern blöde, dicke Bücher gab.Amy hasste den Französischunterricht aus tiefster Seele, der Lehrer war ein Arsch, und sie fragte sich, weshalb "Fenster"auf einmal weiblich sein sollte. Aber sie hätte die Sprachegern gekonnt. Französisch war irgendwie sexy. Sie malte sichaus, jemanden, der ein bisschen erfahrener, weltmännischerals Jake war, verführen zu können, indem sie ihm etwas Französisches ins Ohr flüsterte. Sie könnte jemand Älteren verführen.Jemand viel Älteren.Sie liebte Jake, natürlich, sie meinte es ehrlich, wenn sie essagte. Sie hatte seinen Namen sorgsam mit Schablone aufihren Rucksack gemalt, und wenn sie sich die Zukunft vorstellte,kam er darin vor. Aber in den letzten Wochen hatte sieimmer stärker die Unterschiede zwischen ihnen beiden wahrgenommen.Jake mit seinem breiten Lächeln und den dunkelbraunenHundeaugen war so unkompliziert, so sanft. Aber seit sie zusammenwaren, hatte er sich kaum mal getraut, die Hand unterihre Schuluniformbluse zu stecken. Ganze Mittagspausen verbrachten sie knutschend auf dem Fußballfeld, und einmalhatte er sich auf sie gelegt, aber dann war ihr das Bein eingeschlafen,und sie hatte sich bewegen müssen, und er war so verlegen gewesen, dass er den Rest des Tages kaum noch ein Wort sagte.Monate waren schon vergangen, und sie war immer nochJungfrau. Es wurde langsam peinlich. Auf keinen Fall wolltesie die Letzte aus ihrer Clique sein. Sie hasste es überhaupt,bei irgendetwas zu verlieren.Aber mal abgesehen von diesem Frust, hoffte Amy, dassJake Judo geschwänzt hatte, damit sie sich treffen konnten.Jake und sein jüngerer Bruder Tom wurden jeden Tag mit demAuto nach Hause gefahren, weil ihre versnobte Mama imSchulsekretariat arbeitete. Seine Familie wohnte in einem dergroßen, frei stehenden Häuser auf der Royal Avenue. Er war immer schon zurück, bevor Amy das Reihenhäuschen in derWarlingham Road erreichte, in dem sie mit Bob und ihrer Mutter Jo lebte.Jakes Mutter Sue mochte Amy nicht. Sie glaubte offenbar,dass sie ihr heiß geliebtes Söhnchen verdarb. Allerdings gefielAmy die Vorstellung, eine verruchte Frau zu sein. Ihr gefiel dieVorstellung, überhaupt eine Frau zu sein.Amy Stevenson hatte ein Geheimnis. Ein Geheimnis, dasihren Magen zum Hüpfen und ihr Herz zum Pochen brachte.Keine von Amys Freundinnen wusste von ihrem Geheimnis,und Jake erst recht nicht. Er durfte es auch nie erfahren. SelbstJakes Mutter mit ihren missbilligenden Blicken hätte es niemalserraten.Amys Geheimnis war ein Mann. Ein richtiger Mann. SeineSchultern waren breiter als die von Jake, seine Stimme tiefer,und wenn er unanständige Bemerkungen machte, kamen sieaus einem Mund, der sich das Recht dazu verdient hatte. Erwar groß und hatte einen selbstbewussten Gang, nie hatte eres eilig.Ihr Geheimnis trug Aftershave, keine Nivea-Creme, und erfuhr Auto, nicht Fahrrad. Im Gegensatz zu Jakes rotblondenhatte er dicke, dunkle Haare. Einen Männerschnitt. Durchseine T-Shirts hatte sie gesehen, dass in der flachen Mulde inder Mitte seines Brustkorbs schwarze Haare wuchsen. IhrGeheimnis warf einen großen, dunklen Schatten.Wenn Amy an ihn dachte, kribbelte schlagartig ihr ganzerKörper, und in ihrem Kopf entstand ein weißes Rauschen, dasjede Vernunft ausschaltete.Er berührte ihre Taille wie ein Mann eine Frau berührte. Erhielt ihr die Tür auf, im Gegensatz zu den Jungs in ihrer Klasse,die in die Flure rasten wie Flipperkugeln.Ihre Mutter hätte ihn als "groß, dunkel und gut aussehend" bezeichnet. Er brauchte nicht anzugeben, hatte es nicht nötig,sich wichtigzumachen. Nicht mal das hübscheste Mädchen ander Schule hätte sich Chancen bei ihm ausgerechnet. Keinerahnte, dass Amy mehr als nur eine Chance hatte. Viel mehr.Amy wusste, dass er ein Geheimnis bleiben musste, undzwar eines von sehr kurzer Dauer. Ein Komma in ihrer Geschichte,mehr nicht. Sie wusste, dass sie das alles unter Verschlusshalten musste, absolut, komplett vertraulich, völliggetrennt von ihrem restlichen Soundtrack. Eigentlich war esjetzt schon eine Erinnerung. In ein paar Monaten würde sieimmer noch in der Mittagspause mit Jake knutschen, sich mitihren Freundinnen streiten, sich Ausreden für nicht gemachteHausaufgaben ausdenken, jeden Abend auf Radio One Mark& Lard hören. Das wusste sie. Sie redete sich ein, dass ihr dasnichts ausmachte.Das Gefühl, das Amy spürte, wenn er ihre Hüfte berührteoder ihr die Haare aus dem Gesicht strich, war wie ein Stromschlag.Schon seine Fingerspitzen brachten ihre Haut so zumKribbeln, dass nichts anderes auf der Welt mehr zu ihr durchdrang.Die Vorstellung, was er mit ihr machen könnte, was ervielleicht von ihr verlangen würde, jagten ihr Schauer derErregung über den Rücken und machten ihr gleichzeitig eineHöllenangst. Bekämen sie jemals die Gelegenheit? Wüsste siedann, was zu tun war?Der Kuss in der Küche, während sie die anderen direkt vorder Tür hörte. Seine Hände auf ihrem Gesicht, das Kitzeln vonBartstoppeln, das sie noch nie zuvor gespürt hatte. Dieser einzigewinzige Kuss, der ihr nachts den Schlaf raubte.Amy bog in die Warlingham Road ein, und das Ritual begann.Sie stellte den Rucksack auf der bröckeligen Betonmauerab. Sie krempelte den Bund ihres Rocks herunter, sodasser wieder seine normale Länge hatte. Sie räumte ihren Rucksack halb aus, bis sie ihr duftendes Körperspray und denKirsch-Lippenbalsam fand.Nach einem kurzen Schütteln der Dose sprühte Amy einesüße Duftwolke in die Luft. Dann sah sie sich schnell verstohlenum und trat in die Parfümschwaden, wie sie es bei ihrerMutter vor einem Abend im Nachbarschaftsverein gesehenhatte.Den Kirschbalsam strich sie sich erst auf die Unterlippe,dann auf die Oberlippe, presste die Lippen kurz aufeinanderund tupfte sie dann mit dem Ärmel ab. Für den unwahrscheinlichenFall, dass Jake schon wartete, wollte sie vorbereitetsein, aber er sollte natürlich nicht merken, dass sie sich Mühegegeben hatte.Die Musik aus ihrem Walkman überflutete weiter AmysKopf. "Do You Remember The First Time?" von Pulp fing an,und Amy musste lächeln. Jarvis Cocker grinste und zwinkertein ihre Ohren, während sie ihre Sachen zurück in den Rucksackpackte, ihn sich über die andere Schulter warf und ihrenWeg fortsetzte.Do you remember the first time?/I can’t remember a worsetime/but you know that we’ve changed so much since then/Oh yeah, we’ve grown.Bobs Transporter stand auf der Straße. Amy war noch zwölfTüren von ihrem Elternhaus entfernt. Als sie die Augen zusammenkniff,bemerkte sie eine Gestalt, die auf sie zulief.Der Gang der Gestalt  – selbstsicher, aufrecht, gelassen  –verriet ihr, dass es nicht Jake war. Jake hampelte immer herumwie ein aufgeschreckter Krebs. Die schlanke Taille der Gestaltverriet ihr, dass es auch nicht Bob war, denn der hatte eher dieForm einer kleinen Kartoffel.Als Amy erkannte, wer es war, wurde ihr schlagartig ein bisschen übel.Hatte ihn jemand gesehen?Hatte Bob ihn gesehen?Wie konnte er riskieren, zu ihr nach Hause zu kommen?Vor allem aber spürte sie ein plötzliches Hochgefühl, einenAdrenalinschub, der sie in seine Richtung stieß wie zu einemMagneten.Now I don’t care what you’re doing/No I don’t care if youscrew him just as long as you save a piece for me/Oh yeahnow, you say you’ve got to go home.Immer noch sang Jarvis Cocker ihr schmutziges Zeug ins Ohr,sie wollte ihn zum Schweigen bringen, aber nicht ungeschicktan ihrem Walkman rumfummeln.Do you remember the first time?Amy wich dem Blick ihres Geheimnisses nicht aus und bisssich auf die Lippe, während sie wahllos auf jeden Knopfdrückte, bis sie endlich den richtigen erwischte und die Musikverstummte. Sie standen Zeh an Zeh. Mit einem Lächelnstreckte er langsam die Hand aus. Er zog erst den einen Kopfhörer,dann den anderen heraus. Seine Finger streiften dabeiihre Ohren. Amy schluckte heftig, sie kannte die Regeln nichtso genau."Hallo, Amy", sagte er immer noch lächelnd. Seine grünenAugen funkelten, die Wimpern so dunkel und schimmernd,dass sie beinahe feucht wirkten. Er erinnerte sie an ein altesFoto von John Travolta, auf dem er sich bei den Aufnahmen zuSaturday Night Fever das Gesicht wusch. Es war in einer ihrer Musikzeitschriften abgedruckt gewesen, und obwohl sie JohnTravolta eigentlich ziemlich blöd fand, war es ein sehr coolesBild. Sie hatte es in ihr Art&Design-Skizzenbuch geklebt."Hallo", erwiderte sie, nur einen Hauch lauter als einFlüstern."Ich habe eine Überraschung für dich… steig ein." Er deuteteauf sein Auto – einen fuchsroten Ford Escort – und öffneteihr formvollendet wie ein Chauffeur die Beifahrertür.Amy sah sich um. "Lieber nicht, mein Stiefvater sieht unswahrscheinlich."Sobald ihre Worte heraus waren, hörte Amy in der Näheeine Tür schlagen und duckte sich hinter den Escort.Ein paar Meter weiter stellte Bob mit einem Grunzen seineWerkzeugtasche auf dem Bürgersteig ab. Er atmete geräuschvollaus, suchte nach seinem Schlüssel und schloss den Transporterauf. Ohne zu bemerken, dass er beobachtet wurde,knallte er die Werkzeugtasche auf den Beifahrersitz und warfdie Tür mit seinen schweren, behaarten Händen zu. Dannwatschelte er zur Fahrerseite, hievte sich auf den Sitz und fuhrmit knirschendem Getriebe los, sodass das Heck des Wagensschaukelte wie ein wedelnder Schwanz.So aufgeregt Amy war, so bereit sie war, spürte sie dochgleichzeitig den Impuls, Bob nachzurennen und in den Transporterzu springen, ihn zu fragen, ob sie für ihn schaltendurfte, wieder klein und geborgen zu sein."War das dein Stiefvater?"Amy stand auf, klopfte sich den Staub ab und nickte wortlos."Dann ist das Problem ja gelöst. Also steig ein." Er grinsteein Alligatorgrinsen. Und damit war das Thema erledigt. Amyhatte keine Ausrede mehr und stieg in den Wagen. Die Buchrückseite: Alex Dale ist eine brillante Journalistin. Doch sie hat ein Alkoholproblem. Mehr als ein paar Stunden am Tag hält sie ohne Drink nicht aus, beruflich hangelt sie sich von einem Freelance-Job zum nächsten. Bei der Recherche für einen Artikel stößt sie auf den Fall von Amy Stevenson, die seit vielen Jahren im Koma liegt. Und plötzlich erwacht Alex’ untrüglicher journalistischer Spürsinn wieder. Sie ahnt, dass Amy ein Geheimnis hat. Aber wer soll einer Alkoholikerin schon glauben? Inhalt: Mal wieder ist die freie Journalistin Alex Dare an einem Tiefpunkt. Sie hat nicht nur ein kleines Alkoholproblem, nein, sie säuft richtig. Sie hat ihren festen Job verloren und ihre Ehe ist gescheitert. Trotzdem muss der Rubel rollen, deshalb beginnt sie mit der Recherche zu einem neuen Artikel. Können Wachkomapatienten kommunizieren? Im Rahmen ihrer Nachforschungen erinnert sich an den Fall eines jungen Mädchen aus ihrer Heimatstadt, dass nach einem Missbrauch so brutal zusammengeschlagen wurde, dass es bis heute nicht mehr aufgewacht ist. Mit diesem wenn auch geringen persönlichen Bezug ist Alex' Interesse geweckt und sie versucht, die letzten wachen Stunden der jungen Amy zu rekonstruieren. Meine Meinung: Das Buch ist spannend - das auch durchgängig, aber beim Epilog bleibt das weitere Schicksal der Hauptprotagonistin offen, was ich ein bisschen schade fand. Deswegen einen Stern Abzug. Fazit: Folglich gebe ich dem Buch 4 Sterne.

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  • Locked in - Wach auf, wenn du kannst!

    Locked In

    BettinaForstinger

    22. July 2017 um 13:04

    Klappentext: Alex schreibt einen Artikel über Komapatienten. Sie wird auf Amy Stevenson aufmerksam, die vor  vielen Jahren schwer misshandelt wurde und seitdem im Wachkoma liegt. Niemand weiß, wer der Täter war. Aber Alex kennt Amy. Und sie ahnt etwas schreckliches...Alex eine Journalistin mit einem guten Instinkt und vielen Leidenschaft fürs Schreiben dennoch mit einem Problem - mit einem sehr großen Problem, denn sie ist schwere Alkoholikerin, die täglich ihrer Arbeit nachgeht, aber eben nur am Vormittag, denn am Nachmittag widmet sie sich nur ihrer Sucht dem Trinken. Es war sehr schockierend einer Alkoholikerin so nahe zu sein und wenn auch nur beim Lesen. Das Leben und Verhalten der Alex war das ganze Buch über sehr schockierend dennoch mochte ich sie sehr gerne, sie ist eine sehr sympatische Person.Die Geschichte braucht etwas bis sie Fahrt aufnimmt, doch dann konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und hab es in einem Rutsch ausgelesen.Das Buch ist unterteilt und man liest so immer die verschiedenen Perspektiven der betreffenden Protagonisten.Auch die Beschreibungen der im Koma liegenden Amy gehen beim Lesen sehr ans Herz.Das Buch ist spannend und ich dachte immer ich weiß Bescheid und bin mir völlig im Klaren wer der Täter ist.Doch dann kam für mich die große Überraschung!Sehr zu empfehlen - 5* 

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    • 3
  • Locked in, Holly Seddon

    Locked In

    readingmia

    28. June 2017 um 23:40

    Locked in Titel: Locked inAutor/in: Holly SeddonOriginaltitel: Try Not to BreatheAus dem Englischen von Astrid FinkeGenre: RomanErschienen: 14.03.2016Verlag: Heyne VerlagISBN: 978-3-453-41922-3Seitenanzahl: Paperback, Klappenbroschur, 432 SeitenPreis: ca. € 12,99 [D] | ca. € 13,40 [A]Quelle/Bildquelle Inhaltsangabe: Du denkst, sie hört dich nicht. Aber du täuschst dich. Alex Dale ist eine brillante Journalistin. Doch sie hat ein Alkoholproblem. Mehr als ein paar Stunden am Tag hält sie ohne Drink nicht aus, beruflich hangelt sie sich von einem Freelance-Job zum nächsten. Bei der Recherche für einen Artikel stößt sie auf den Fall von Amy Stevenson, die seit vielen Jahren im Koma liegt. Und plötzlich erwacht Alex’ untrüglicher journalistischer Spürsinn wieder. Sie ahnt, dass Amy ein Geheimnis hat. Aber wer soll einer Alkoholikerin schon glauben? Autorin: Holly SeddonHolly Seddon wuchs im Südwesten Englands auf und lebt mittlerweile mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Amsterdam. Sie arbeitete fünfzehn Jahre lang in verschiedenen Nachrichtenredaktionen. Als freie Journalistin schreibt sie für Magazine, Tageszeitungen und Onlinemedien. Cover: Das Cover ist schwarz und blau gehalten. Es ist nicht groß besonders aber trotzdem schön im Regal stehen zu sehen. Mir gefällt es gut das der blaue Hintergrund metallisch ist. Das lässt das Cover etwas besonderer aussehen. Meine Meinung: Der Schreibstil......ist einfach gehalten und kann leicht gelesen werden. Die Autorin baut gut Spannung auf, sodass man in die Geschichte hineingezogen wird. Außerdem ist es ihr gut gelungen, den Leser, auf die völlig falsche Fährte zu lenken. Dadurch wusste ich bis zum Ende nicht wer der Täter ist. Das Buch wird aus zwei Perspektiven geschrieben. Dadurch wird es noch interessanter und macht Spaß am Lesen.Die Charaktere......waren alle gut beschrieben und authentisch. Mir gefiel es gut das viele Charaktere zu Wort kamen und man somit die Geschichte und die Protagonistin besser kennenlernen konnte. Ich mochte Alex und ihre Art auch, wenn ich manche Handlungen von ihr nicht ganz nachvollziehen konnte. Ich weiß natürlich nicht wie es ist ein Alkoholproblem zu haben aber ich finde das die Autorin es sehr realistisch beschrieben hat. Dadurch konnte man sich noch besser in Alex hineinversetzen.Die Handlung......war sehr spannend gestaltet. Die Autorin führte mich ins leere und ich war wirklich verzweifelt wer der Täter nur sein würde. Außerdem war die Ermittlungsarbeit total realistisch und authentisch geschrieben, man dachte wirklich man wäre in einem echten Ermittlungsverfahren. Das Ende war auch total logisch aber, auch etwas ungewöhnlich. Alles wurde gut aufgeklärt. In allem hat es Spaß gemacht dieses Buch zu lesen. Fazit: Locked in war ein schönes und spannendes Lesevergnügen. Dieses Buch ist ein richtiges Rätsel bei dem man gut mit grübeln kann. Das Thema ist auch total interessant. Ich kann euch dieses Buch also sehr empfehlen und lasst mich gerne wissen wie es euch gefallen hat.Locked in bekonnt von mir 4 von 5 SterneDanke an den Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplar

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  • Locked in

    Locked In

    butterflyinthesky

    03. May 2017 um 23:04

    Zusammenfassung:Alex Dale ist eine brillante Journalistin. Doch sie hat ein Alkoholproblem. Mehr als ein paar Stunden am Tag hält sie ohne Drink nicht aus, beruflich hangelt sie sich von einem Freelance-Job zum nächsten. Bei der Recherche für einen Artikel stößt sie auf den Fall von Amy Stevenson, die seit vielen Jahren im Koma liegt. Und plötzlich erwacht Alex’ untrüglicher journalistischer Spürsinn wieder. Sie ahnt, dass Amy ein Geheimnis hat. Aber wer soll einer Alkoholikerin schon glauben?Meine Meinung:4,5 / 5Ich mochte es! Ich fand es so gut wie Alex, eine Alkoholikerin, endlich ihr Leben auf die Reihe kriegt und wieder einen Sinn in ihrer Arbeit sieht. Amy tut mir immer noch Leid, aber ich bin froh dass der der ihr das angetan hat gefasst wurde. Konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen! :)

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  • Wer ermittelt, wenn du im Koma liegst?

    Locked In

    DasBuecherregal

    21. March 2017 um 14:18

    Eine Geschichte über eines der furchtbarsten Verbrechen, dass eine Journalistin mithilfe einer Koma-Patientin zu lösen versucht. Alex ist eine hervorragende Journalistin, oder besser gesagt war, denn der Alkohol hat ihr nach und nach die Kontrolle über ihr Leben entrissen und es zerstört. Durch Zufall trifft sie auf die Komapatientin Amy, die vor Jahren verschwand und bei ihrem Wiederauftauchen ins Koma gefallen ist. Doch sie liegt im Wachkoma und kann so nach und nach Alex dabei helfen, ihre Geschichte aufzudecken. Mit von der Partie ist zudem, Jacob, der einzige, der Amy noch besucht und mehr über sie zu wissen scheint als jeder andere. Allerdings weigert er sich, Alex bei ihrer Recherche zu helfen. Die Geschichte erzählt von Vertrauensmissbrauch, Jugend und Erwachsenwerden, Loslassen und den gestörten Gelüsten der Menschen. Mehr als in dem kurzen Absatz möchte ich gar nicht über die Handlung verraten, da ich sonst nur Geheimnisse preisgeben würde, die jeder Leser selber lesend erfahren und lösen muss. Doch ich kann verraten, dass Locked In aus Amys Perspektive aus dem Jahre 1995 und Alex´ Perspektive aus dem Jahr 2010 geschrieben wurde. Wobei man Amys Jugendzeit auch durch einige charakteristische Merkmale dieser Zeit hätte erraten können, während man aus Alex Zeit wenig mitbekommt. Die beiden sind sehr unterschiedliche Persönlichkeiten mit komplett anderen Leben, doch ihnen beiden ist gemein, dass sie die Kontrolle über ihr Leben verloren haben und es ein mehr als mühsamer Weg ist, diese zurück zu erlangen. Selbiges gilt für Jacob, der einfach nicht die Fesseln der Vergangenheit abschütteln kann, die in immer wieder zurück zu Amy treiben und drohen, seine Ehe zu zerstören. Mir hat es sehr gut gefallen, dass der Leser auch Amys Sicht der Dinge erfahren konnte, ohne dass so viel verraten worden wäre, dass Alex´ Teil die Spannung genommen worden wäre, sondern ganz im Gegenteil. Durch den gewählten Zeitpunkt zu dem Amys Perspektive angesetzt ist, wird der Leser nur noch neugieriger und auf weitere, verwirrende und meist falsche Fährten gelockt. Die Alkoholprobleme von Alex treten während der Geschichte zwar eher in den Hintergrund, geben dem Ganzen aber diesen für die aktuellen Bücher typischen „menschlichen Touch“. Die Figuren werden zu mehr als „der ermittelnden Journalistin“ oder „dem Typen mit den Vergangenheitsbewältigungsproblemen“, sondern zu plastischen Menschen, die ein vollständiges Leben haben. Weniger gut gefiel mir der Mangel an unterschiedlichem Stil für die verschiedenen Charaktere. Zwischen Amy und Alex gibt es zwar sprachlich durchaus Unterschiede, zu den anderen Erwachsenen in Alex Umgebung jedoch weniger, was zu geringerer Differenzierung der Persönlichkeiten führte. Mein Fazit: Locked In ist ein relativ spannender Roman, der viele schwierige Themen anspricht, ohne sie dabei übermäßig zu dramatisieren. Wer etwas Krimi-/ Thrillerartiges sucht, das aber weder ein ausgesprochener Krimi noch ein Thriller ist, wird mit Locked In gut beraten sein. Nichtsdestotrotz halte ich die Begeisterung der Presse für etwas übertrieben.

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  • Leserunde zu "Nina & Tom" von Tom Kummer

    Nina & Tom

    aufbauverlag

    Tom liebt Nina.Nina liebt Tom.Sie hat nur noch wenige Tage zu leben.Die größte Liebesgeschichte seit Love Story.So jemanden wie Nina hat Tom noch nie gesehen: Sie sieht aus wie ein Knabe und hat diesen Gangsterblick, der keine Schwächen zulässt. Er selbst bastelt Feuerbomben und inszeniert Geschichten, die wie die Wahrheit klingen. In Barcelona lernen sie sich kennen, in Berlin experimentieren sie mit Sex, Pop und Drogen, und in L. A. gründen sie eine Familie. Nina & Tom sind das ungleiche Paar, das nur die Extreme kennt. Doch nun, nach dreißig gemeinsamen Jahren, ist Nina krank. Sie wird sterben. Und niemand kann sie davon abhalten, ihre letzten Tage in Freiheit zu verbringen. Ein Buch, wie es nur das Leben schreiben kann.“’Wir sind Engel der Hölle’, sage ich zu Nina, als wir in der Lufthansa-Maschine die Anden überqueren. Sie legt ihren Arm über meine Schulter. Ich lege meine Finger auf ihre Wange und streiche hinunter bis zum Kinn. Ich sehe, wie ihre Lippen zittern: ‘Tom’, sagt sie, ‘wie wollen wir jetzt weiterleben?’”Tom Kummer, der »Bad Boy« des deutschen Journalismus, hat der Frau ein Denkmal gesetzt, von der ihn nur der Tod scheiden konnte: ein durch und durch erschütterndes Buch.Zur Leseprobe Über Tom Kummer Tom Kummer, geboren 1961 in Bern, ist ein Schweizer Journalist. Im Jahr 2000 löste er wegen fiktiver Interviews einen Medienskandal aus. Er lebt in Los Angeles und Bern. Er schrieb u.a. Good Morning, Los Angeles. Die tägliche Jagd nach der Wirklichkeit (1996) und den Roman Blow Up (Blumenbar, 2007).Jetzt bewerben!Bewerbt euch bitte mit Klick auf den "Bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage: Welches Buch habt ihr zuletzt gelesen?Viele Grüßeeuer Team vom Aufbau Verlag Noch mehr #jungwildblumenbar! Weitere Titel aus dem Blumenbar und dem Aufbau Verlag findet ihr auch auf der Aktionsseite zu #jungwildblumenbar. Schaut doch mal vorbei! * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Buchverlosung schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.** Bitte beachtet, dass es sich hier um eine Buchverlosung handelt und nicht um eine Leserunde. Ihr könnt natürlich trotzdem gerne hier über das Buch diskutieren, aber eine Moderation wird es nicht geben.

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  • Wie eine Alkoholikerin wieder einen Sinn im Leben findet

    Locked In

    Nil

    02. March 2017 um 11:15

    Holly Seddon hat mit 'LOCKEDin - Wach auf, wenn du kannst' einen verstörenden Roman geschrieben, den ich aber nicht als wirklichen Thriller oder Kriminalroman betiteln würde, wie es viele tun und zu recht steht auf dem Cover: Roman und nichts anderes. Um wenn und was geht es? Im Fokus steht die alkoholkranke Journalistin Alex Dale. Wir lernen sie von Kapitel zu Kapitel besser kennen und verstehen auch von Kapitel zu Kapitel besser worum sie so ist wie sie ist und wie sie da "gelandet" ist als starke Alkoholikerin. Für mich persönlich, da ich keine Alkoholiker/innen im Umfeld habe (soweit ich das weiß...) war dieses Buch insgesamt durch diesen sehr präsenten Faktor sehr verstörend und für mich persönlich eher die zentrale und interessante Geschichte. Aber es geht natürlich von der Storyline eher um Amy, ein Mädchen, dass seit über 15 Jahren im Wachkomma liegt durch einen Übergriff als sie 15 Jahre alt war. Diesem Mädchen begegnet Alex im Krankenhaus und beginnt den ungelösten Fall aufzunehmen. Mehr zum Inhalt möchte ich nicht preisgeben, sonst verrate ich zu viel. Geschrieben ist das ganze in einer einfachen Sprache, ein Roman der sich gut für die Ubahn eignet. Der Aufbau ist interessant, weil es drei verschiedenen Charaktere gibt aus deren Perspektive wir diese gesamte Geschichte erzählt bekommen. Zum einen natürlich Alex, dann aus Amys Perspektive und ein gewisser Jacob. Diese drei Stränge die nebeneinander in Kapiteln erzählt werden, führen dann zur Lösung. Das schöne an dieser Erzählweise ist die Schnelligkeit. Der Blickwinkel ändert sich alle paar Seiten und dadurch ist der Roman recht dynamisch mit dem ein und anderen Twist, macht es das ganze recht unterhaltsam. Interessant fand ich an diesem Roman auch den Einblick in die Arbeiterschicht Englands. Hier wird eine Gruppe von Menschen beleuchtet, die alle auf die ein oder andere Art verloren haben im Leben und Alkohol spielt einen große Rolle. Fazit: Für alle die interessiert sind das Leben einer Alkoholikerin näher zu betrachten und nebenbei einen interessanten Fall zu lösen.  

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  • Super spannend, wobei der Schluss ein wenig unbefriedigend war.

    Locked In

    EnysBooks

    23. February 2017 um 00:13

    In diesem Buch geht es um Alex, die als freie Journalistin und Alkoholikerin von Tag zu Tag über die Runden kommt und eigentlich alles verloren hat. Mann, Kind, Job, alles. Eines Tages jedoch, als sie versucht, einen Medizinischen Artikel über Wachkomapatienten zu schreiben, wird sie auf Amy aufmerksam, die Ihr bekannt vor kommt und ihr einen neuen Schwung für ihr Leben bringt. Als ich das Buch sah, wollte ich es sofort haben. Die Farben entsprechen genau dem was ich mag, blau wie der Himmel und doch hat dieses Cover etwas düsteres an sich, passend zum Titel. Locked in, wach auf wenn du kannst, kombiniert mir dem Cover, schein unscheinbar und hat es dennoch in sich, was die Spannung betrifft. Das Ganze wir von anfänglich drei Perspektiven beschrieben. Alex, die Journalistin. Jacob, der fürsorgliche Ehrenamtliche und Amy, die Patientin im Wachkoma. Das alles wir unheimlich gut beschrieben aus deren Sichtweisen und man bekommt ein gutes Gefühl für die Charakter. Man wir oft in Sprügen zurück ins Jahre 1995 versetzt, als das Ganze begann, doch das macht es nur noch spannender. So gibt einem der ganze Inhalt auch eine gewisse richtung, wobei ich zu meinem Kritikpunkt komme. Wobei der Leser immer zu mehr denkt, dass das Alles vielleicht mit einem Erwachen enden könnte, zumal der Titel das auch vermuten lässt, so passiert das genaue Gegenteil. Mehr verrate ich hierzu mal nicht. Der Leser wird von Jahr zu Jahr begleitet also 1995 bis und mit 2011. Man spürt, wie und wo die Zeit vergeht und die diversen Hintergrundgeschichten in diesem Buch haben seinen Reiz. Mein Kurzes Fazit also: Dieses Buch ist auf jeden Fall spannend und ich konnte es schlecht aus der Hand nehmen. Trotzdem hat mir der Titel, sowie der Inhalt sehr extreme Hoffnungen gemacht und dann zerstört, was das Buch beinahe zwei, doch jetzt nur einen Stern gekostet hat. Ist auf jeden Fall etwas, für alle, die Krimis via Journalismus mögen und mit Geschichten dazu, wie das, mit den allgegenwärtigen Themen der Alkoholsucht und des Ehelebens.

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