Homer Homers Ur-Odysee

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Inhaltsangabe zu „Homers Ur-Odysee“ von Homer

Das Odysseus-Epos Homers, eines der bedeutendsten kulturellen Vermächtnisse der Antike, hat bereits während der ersten tausend Jahre nach seiner Entstehung bedeutende Veränderungen erfahren: es wurde immer länger. Schon in der hellenistischen und römischen Zeit, als das Werk Gemeingut der Gebildeten war, wie auch später in der Epoche der deutschen Klassik, die sich wieder verstärkt mit den Epen Homers beschäftigte, wurde erkannt, daß die Odyssee einen erheblichen Ballast in Form späterer Hinzufügungen mitschleppte, erkennbar als störende Wiederholungen, zusammenhangloses, ablenkendes Beiwerk und Widersprüche. Niemand freilich brachte es über sich, auch nur einen der geheiligten Hexameter der berühmten Dichtung zu streichen. Jetzt aber ist die Zeit gekommen, das Werk in seiner vermutlichen Urgestalt wiederherzustellen. Angeregt wurden Kürzungen noch von W. Schadewaldt, dem verstorbenen bedeutenden Prosa-Übersetzer der Odyssee. Nach Schadewaldts Schätzung sollte 'ein Drittel' des Textes wegfallen. Professor Ulrich Crämer, der den Gedanken ausführte, legt hier nun seine gereinigte Urfassung vor, die – als Ergebnis sorgfältiger Prüfung und Abwägung – sogar um 44 Prozent gegenüber dem bisherigen Text gekürzt ist. Vier der vierundzwanzig 'Gesänge' mußten im ganzen entfallen, darunter die komplette (und besonders störende) 'Telemachie'. In der neuen Unterteilung in vier große Abschnitte – statt der ebenfalls nicht von Homer stammenden 'Gesänge' – wirkt das Werk schon auf den ersten Blick straffer, frischer, zügiger erzählt, unmittelbarer, ursprünglicher, echter – der große Wurf eines der bedeutendsten abendländischen Genies, ohne alle späteren Zutaten, Verdünnungen, Übermalungen und Krusten. Zugrundegelegt wurde die volkstümliche Hexameter-Übersetzung von J. H. Voß von 1781, weil das Epos bislang in dieser Form am bekanntesten ist, der Vergleich von neuer und alter Fassung also besonders leichtfällt. Erläuternde Texte und Tabellen sind der Neufassung beigegeben. Eine Großdichtung wie diese in neuer Fassung vorzulegen, erfordert Verantwortung und bedeutet immer ein Wagnis. Herausgeber und Verlag versprechen sich davon eine neubelebte Auseinandersetzung mit dem einzigartigen Werk.
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