Honoré de Balzac

 3.9 Sterne bei 462 Bewertungen
Autor von Vater Goriot, Die Frau von dreißig Jahren und weiteren Büchern.
Honoré de Balzac

Lebenslauf von Honoré de Balzac

Honoré de Balzac wurde am 20. Mai 1799 im südwestfranzösischen Tours geboren und verstarb am 18.August 1850 in Paris. Er war das älteste Kind von Bernard-François Balzac (1746–1829) und Anne-Charlotte-Laure Sallambier (1778–1854) Balzac gehört neben Molière und Victor Hugo zu den größten Schriftstellern Frankreichs. Er zählt zur Generation der Romantiker wir jedoch zusammen mit Stendhal und Flaubert als Dreigestirn der größten Realisten angesehen. Sein bekanntestes Werk ist das rund 88 Titel umfassende, dennoch unvollendete Romanzyklus La Comédie humaine (dt.: Die menschliche Komödie), welches ein Gesamtbild der französischen Gesellschaft zu seiner Zeit wiedergibt.

Neue Bücher

Die große Hörspiel-Edition

Neu erschienen am 01.10.2018 als Hörbuch bei Der Hörverlag.

Cousine Lisbeth

Neu erschienen am 24.09.2018 als Hörbuch bei Der Hörverlag.

Vater Goriot

Neu erschienen am 24.09.2018 als Hörbuch bei Der Hörverlag.

Eugénie Grandet

Neu erschienen am 24.09.2018 als Hörbuch bei Der Hörverlag.

Alle Bücher von Honoré de Balzac

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Die Frau von dreißig Jahren

Die Frau von dreißig Jahren

 (51)
Erschienen am 20.10.2011
Verlorene Illusionen

Verlorene Illusionen

 (33)
Erschienen am 29.09.2014
Glanz und Elend der Kurtisanen

Glanz und Elend der Kurtisanen

 (27)
Erschienen am 22.12.2003
Tolldreiste Geschichten

Tolldreiste Geschichten

 (15)
Erschienen am 01.01.2017
Das Chagrinleder

Das Chagrinleder

 (13)
Erschienen am 01.03.2001
Tante Lisbeth

Tante Lisbeth

 (13)
Erschienen am 27.10.2009
Der Talisman oder Das Chagrinleder

Der Talisman oder Das Chagrinleder

 (10)
Erschienen am 01.11.2007
Das unbekannte Meisterwerk

Das unbekannte Meisterwerk

 (9)
Erschienen am 09.03.2012

Neue Rezensionen zu Honoré de Balzac

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aus-erlesens avatar

Rezension zu "Reise von Paris nach Java" von Honoré de Balzac

Phantasterei extraordinaire
aus-erlesenvor 3 Monaten

Die Sehnsucht verweigert sich strikt der Evolution. Die Objekte der Begierde variieren, doch die Sucht, das Wesen des Verlangens, bleibt gleich. Wer träumt nicht davon einmal auf einer Insel unter der Sonne den Tag, die Tage, die Wochen an sich vorbeiziehen zu lassen? Und träumt sich selbst auf eben ein solches Eiland? Honoré de Balzac ging es vor knapp zweihundert Jahren nicht anders. Allerdings kann man bei ihm davon ausgehen, dass sein Blut nicht unbedingt unfreiwillig in Wallung gekommen ist. Der manische Kaffeetrinker hat nebenbei auch gern mal an was anderem genascht…
Und so träumt er sich auf eine Reise gen Java. Damals – wir reden hier von den Dreißigerjahren des neunzehnten Jahrhunderts – war so ein Trip fast noch Utopie. Unbezahlbar. Für kaum jemanden, über den und für die Balzac schrieb realistisch. 
Seinen Anzug, ein Paar Rasiermesser, sechs Hemden und leichtes Gepäck – mehr braucht der Mann von Welt im Jahr 1831 nicht, um die Seine gegen den Pazifik einzutauschen. Und erst die Frauen auf Java … Dem Verleger von 1832 waren die erotischen Ausführungen des wuchtigen Schriftsteller zu wuchtig, zu detailliert, zu direkt, dass er sie einfach strich. Skandal! Und dieser wird nun endlich gesühnt. Im Anhang dieses kleinen Büchleins, das auf jedem noch so kleinen Nachttischchens Platz finden muss, ist die gestrichene Passage abgedruckt. Für die heutige Zeit fast schon brav, doch man kann sich vorstellen, dass man damals – und vielleicht noch heute – die Schamesröte deutlich ins Gesicht schießen sah.
Honoré de Balzac war nie auf Java. Wenn man aber diese fast vergessene Geschichte liest, musste er auch nicht dorthin reisen. Er hatte viel gelesen. Solche Reiseberichte waren zur damaligen Zeit auch immer kleine Werbetexte für die Handelskompanien, die für die Anpreisung ihrer exotischen Waren über jedes Wort dankbar waren. Und so kam es wohl auch, dass Balzac diesen Text – sicher nicht ganz nüchtern und in der ihm eigenen Rasanz – zu Papier brachte. 
Heute liest man diesen Text mit einem genüsslichen Lächeln auf den Lippen. Im Schein der Leselampe rückt das Moderne in den Hintergrund und das Verlangen von einst rückt immer näher. 

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KaterinaFrancescas avatar

Rezension zu "Vater Goriot" von Honoré de Balzac

Ein liebender Vater gegen die Pariser Gesellschaft
KaterinaFrancescavor 8 Monaten

Vater Goriot, ehemals erfolgreicher Nudelfabrikant, ist in der billigsten Pension Paris' gelandet, während seine schönen Töchter als Damen der Gesellschaft Unsummen für Kleider, Liebhaber und Firlefanz verschwenden. Selbst sein letztes Hemd würde er für seine verschenderischen und selbstsüchtigen Töchter hingeben. Diese Entwicklung wird unter anderem vom Jurastudent Eugene verfolgt, auch Bewohner der Pension. Der junge Mann droht vom Strudel der heuchlerischen Pariser Gesellschaft davongerissen zu werden.

In "Vater Goriot" stehen Egoismus, Verschwendungssucht und die bedingungslose Vaterliebe, die diesen gegenübersteht im Mittelpunkt. Vater Goriot, der von den anderen Pesnioniären in der Pension der Madame Vauquer zunächst verachtet wird, hat es durch Fleiß und unermüdliche Arbeit zu Geld gebracht. Selbst Witwer investierte er seine ganze Zuneigung in seine zwei Töchter und verwöhnte sie maßlos, sodass sie, nach ihrer Heirat, sich für den Beruf ihrres Vaters zu schämen begannen und ihn dazu drängten, sein Geschäft zu verkaufen. Selbst genügsam und anspruchslos lebt Vater Goriot inmitten der anderen gestrandeten Existenzen bei Madame Vauquer. In diesem illustren Zirkel muss jeder sich mehr schlecht als recht durchschlagen und hat daher keinen Platz für Mitleid. Darunter auch Jurastudent Eugène, in den seine Familie große Hoffnungen setzt, Angestachelt vom ehemaligen Kaufmann und Zyniker Vautrin, bemüht Eugène sich um ein Fortkommen in der feinen Welt und sieht seine Grundsätze straucheln. Schonungslos reißt der Roman der schönen Gesellschaft die Fassade herunter. Nicht nur Goriots Töchter, auch ihre Ehemänner, Liebhaber und andere Damen der Gesellschaft leben nur zu ihrem Vergnügen und schicken alles andere zum Teufel. Familiäre Gefühle und Zuneigung finden dort keinen Platz. Einige Szenzen sind übertrieben melodramatisch, während die Gutgläubigkeit Goriots einerseits mitleiderregend, aber teilweise auch naiv und ermüdend ist.
Sentimentale Erwägungen haben gegen die Flut aus Eitelkeit, Geltungssucht und Gier keine Chance, sodass die Geldverluste von Goriots Töchtern ihn immer mehr kosten. Der undurchsichtige Vautrin unterdessen scheint das Getriebe der Pariser Gesellschaft durchschaut zu haben und erteilt Eugène Ratschläge, die dessen Gewissen harten Prüfungen auferlegen. Insgesamt verfügt der Roman über wenig Sympathieträger, da fast jeder etwas enervierendes an sich hat.
Sprachlich ist der Roman gut zu lesen, auch wenn das Fehlen von Kapiteln und Kapitelüberschriften vllt etwas irrtiert (ist mir aber erst gegen Ende des Buches bewusst geworden).

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Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Von Edelfedern, Phrasendreschern und Schmierfinken" von Honoré de Balzac

Das Buch gehört in jeden Bücherschrank
Gwhynwhyfarvor 2 Jahren

1843 hat der französische Schriftsteller Honoré de Balzac in seinem Werk »Monographie de la presse parisienne« seine Geringschätzung gegenüber Journalisten zu Papier gebracht. Nach circa 150 Jahren ist dieses Werk immer noch aktuell. Man kann es nicht glauben, bisher ist dieses Buch nicht auf Deutsch erschienen! Vielen Dank, Rudolf von Bitter, für diese Übersetzung.

»Die Presse, wie die Frau, ist wunderbar und erhaben, wenn sie eine Lüge vorbringt. Sie lässt nicht locker, bis Sie ihr glauben, und sie verwendet die größten Talente auf diesen Kampf, in dem das Publikum, so dämlich wie ein Ehegatte, immer unterlegen ist. Wenn es die Presse nicht gäbe, dürfte man sie nicht erfinden.«

Balzac unterteilt die »Schmierfinken« in Publizisten und Kritiker, Gattungen mit Untergattungen wie bei Brehms Tierleben. Feuilletonisten bezeichnet er als »fröhlichste Spezies all dieser Papierverschwender«. Es gibt »Pamphletisten, Lobhudler, Schönschreiber, Nihilogen, das Faktotum, Zeilenangler, den Mann fürs Grobe und was sonst noch alles in Redaktionen kreucht und fleucht.« Die »Quarkschläger« gehören zu der Gattung der Journalisten, die Art Artikel schreiben, die die Masse der Leser konsumieren möchte, es sind opportunistische Karriere-Journalisten. Schon damals werden Buch-Piraten benannt, die sich Raubdrucker nannten.

»Für den Journalisten ist alles Wahrscheinliche wahr.«

Voller Polemik und Satire zieht Balzac über die Presse her, in Wut über die schlechten Rezensionen seiner Bücher. Balzac selbst hatte als Journalist begonnen, sich dann für die Schriftstellerei entschieden, wurde von den Kollegen in den Dreck gezogen. Er behauptet, im Gegensatz zum Schriftsteller bedienen sich Journalisten an vorgefertigten Sätzen. In den Redaktionen befinden sich Menschen »mit grüner, gelber oder roter Brille, die dereinst mit ihrer Brille auf der Nase sterben werden und die man einem bestimmten Blatt zuordnet.« Und die ernsthafte Recherche kann nicht bezahlt werden, drum gilt: »Erst daufhauen, dann klären.«

Er kennt sich aus in Zeitungen, beschreibt den Wettbewerb der Marktanteile, politischen Einfluss und den Einfluss der Werbeschaltung. Eine gehaltvolle Fürsprache zum Urheberrecht, wird Jahre später vom Gericht zur Urteilsfindung und gültigen Rechtsprechung herangezogen, ist noch heute brandaktuell. Voll Temperament peitscht Balzac respektlos auf die ehemaligen Kollegen ein, polemisch, ja, aber mit viel Tiefe und Sachverstand. Schmierenpresse, Fake-News, Lügenpresse, Presse zur Meinungsmache zu nutzen, politische Zwecke, gockelhafte Chefredakteure, allzu viel hat sich seit damals nicht geändert. Balzac bedauert, dass die ehrlichen, kritischen Journalisten weder von der Presse noch vom Volk geliebt werden.

»Das Blatt mit den meisten Abonnenten ist also das, das der Masse am ähnlichen ist.«

Ich finde, dieses Buch darf in keinem Bücherschrank fehlen.

»Der junge blonde Kritiker – Drei Arten: 1. Der Leugner, 2. Der Spaßvogel, 3. Der Lobhudler« Nun frage ich, wer bin ich? Zum Glück bin ich nicht blond.


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Gespräche aus der Community

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Hallorins avatar
“Wir lesen Klassiker der Weltliteratur” und im März haben wir uns Honoré de Balzacs "Verlorene Illusionen" vorgenommen.

Wikipedia sagt:
Verlorene Illusionen (frz. Illusions perdues) von Honoré de Balzac entstand zwischen 1837 und 1843 als zeitgenössische Gesellschaftskritik in dreiteiliger Romanform. Der Roman ist Bestandteil seines monumentalen Zyklus' Die menschliche Komödie, in dem es zu den Szenen aus dem Provinzleben (Scènes de la vie de province) gehört. Anhand des Aufstiegs und Niedergangs von Lucien Chardon beschreibt Balzac exemplarisch die Mechanismen, die er im Frankreich der Restauration vorfindet, speziell im Literaturbetrieb, im Journalismus und der vornehmen Gesellschaft. Als solches ist Verlorene Illusionen nicht nur ein Roman, sondern ein Zeitdokument.

Scheint nicht gerade eine Komödie zu sein... nun, lassen wir uns überraschen :)

Unsere Leserunde startet am 1. März.

Wie immer zum Schluß unsere Leserunden-Regeln:
1. Beiträge in den Leseabschnitten mit Spoiler-Haken posten.
2. Beiträge in Kategorien posten, wenn man das vergessen hat, kann man es auch nachträglich ändern.
S
Letzter Beitrag von  sKnaerzlevor 4 Jahren
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Zusätzliche Informationen

Honoré de Balzac wurde am 20. Mai 1799 in Tours (Frankreich) geboren.

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