Honoré de Balzac

 3,9 Sterne bei 492 Bewertungen
Autor von Vater Goriot, Die Frau von dreißig Jahren und weiteren Büchern.
Autorenbild von Honoré de Balzac (©kein Urheberrecht mehr)

Lebenslauf von Honoré de Balzac

Honoré de Balzac wurde am 20. Mai 1799 im südwestfranzösischen Tours geboren und verstarb am 18.August 1850 in Paris. Er war das älteste Kind von Bernard-François Balzac (1746–1829) und Anne-Charlotte-Laure Sallambier (1778–1854) Balzac gehört neben Molière und Victor Hugo zu den größten Schriftstellern Frankreichs. Er zählt zur Generation der Romantiker wir jedoch zusammen mit Stendhal und Flaubert als Dreigestirn der größten Realisten angesehen. Sein bekanntestes Werk ist das rund 88 Titel umfassende, dennoch unvollendete Romanzyklus La Comédie humaine (dt.: Die menschliche Komödie), welches ein Gesamtbild der französischen Gesellschaft zu seiner Zeit wiedergibt.

Alle Bücher von Honoré de Balzac

Cover des Buches Die Frau von dreißig Jahren (ISBN: 9783730604113)

Die Frau von dreißig Jahren

 (53)
Erschienen am 07.08.2016
Cover des Buches Verlorene Illusionen (ISBN: 9783446246140)

Verlorene Illusionen

 (35)
Erschienen am 29.09.2014
Cover des Buches Das Chagrinleder (ISBN: 9783150190937)

Das Chagrinleder

 (16)
Erschienen am 15.03.2013
Cover des Buches Eugénie Grandet (ISBN: 9783958554849)

Eugénie Grandet

 (16)
Erschienen am 01.10.2017
Cover des Buches Tolldreiste Geschichten (ISBN: 9783907200438)

Tolldreiste Geschichten

 (15)
Erschienen am 01.01.2017
Cover des Buches Oberst Chabert (ISBN: 9783738789461)

Oberst Chabert

 (11)
Erschienen am 07.12.2014
Cover des Buches Der Talisman oder Das Chagrinleder (ISBN: 9783257066111)

Der Talisman oder Das Chagrinleder

 (10)
Erschienen am 01.11.2007
Cover des Buches Sarrasine (ISBN: 9783738784565)

Sarrasine

 (9)
Erschienen am 07.12.2014

Neue Rezensionen zu Honoré de Balzac

Cover des Buches Vater Goriot (ISBN: 9783849533045)
Olaf_Raacks avatar

Rezension zu "Vater Goriot" von Honoré de Balzac

Zu Recht ein Klassiker
Olaf_Raackvor 3 Tagen

Wer schon immer wissen wollte, wie es sich Anfang des 19. Jahrhunderts in Paris gelebt hat, der sollte sich dieses Buch zu Gemüte führen. Balzac bildet hier ein Leben zwischen bürgerlicher Armut und dem Prunk der gehobenen Gesellschaft mit all seinen Schattenseiten ab, von denen die Oberflächlichkeit noch die geringste ist.

Ja, die Sprache ist blumig, theatralisch, altmodisch und bewusst, sowie teilweise unfreiwillig, komisch, aber das Bild, das der Autor zeichnet ist in gewisser Weise zeitlos. Denn auch heute gibt es undankbare und nach Geld lechzende Kinder, Menschen, die der grundsätzlichen Auffassung sind, etwas Besseres zu sein und sich über jene, die sie als Pöbel bezeichnen, zu erheben trachten. Gesellschaft bleibt eben Gesellschaft. Etwas, das sich sicher niemals ändern wird.

Einige der wortreichen, schwülstigen und über mehrere Seite reichenden Monologe und theatralischen Ausbrüche der Protagonisten haben mich herausgefordert, aber letztlich bleibt ein durchaus positives Lesegefühl zurück. Denn gerade einige der Dialoge sind wirklich verdammt gut und amüsant geschrieben! Anders, aber ein Werk, das sich den Namen Klassiker zurecht verdient hat.

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Cover des Buches Eugenie Grandet (ISBN: 9783257209037)
bineiras avatar

Rezension zu "Eugenie Grandet" von Honoré de Balzac

Ein Roman wie ein Gemälde
bineiravor 7 Monaten


Der Roman erschien 1839 und ist das erste Werk Balzacs, das ich gelesen habe.

Die Geschichte handelt von Eugénie, der Tochter des Böttchers Grandet. Dieser ist mit Schlitzohrigkeit reich geworden, doch sein Geiz ist unermesslich. Er lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in einem baufälligen Haus in der Kleinstadt Saumur. Die beiden Frauen und die Hausangestellte Nanon hält er wie Leibeigene, teilt Ihnen täglich ihre kargen Essensrationen zu und bestimmt, wann geheizt werden und wer zu Besuch kommen darf. Madame Grandet leidet sehr unter diesem unwürdigen Leben und sehnt ihren Tod herbei, um davon erlöst zu werden. 


Eugénie, ein naives, frommes Mädchen von 22 Jahren, ist sich des Reichtums ihres Vaters nicht bewusst und hat als einzige Vertraute ihre Mutter. 


Als ihr wohlhabender Pariser Onkel Grandet sich verspekuliert und Bankrott geht, schickt dieser seinen Sohn Charles zu seinem Bruder nach Saumur und erschießt sich. Eugénie verliebt sich auf der Stelle in ihren Cousin, und auch er scheint von ihr angetan, doch nimmt er aufgrund des ärmlichen Haushalts an, dass sie kein Vermögen zu erwarten hat. 


Auf Druck des alten Grandet schifft sich sein Neffe nach Ostindien ein, wo er zu Geld kommen und seinem Namen wieder Ehre machen soll.  


Die beiden jungen Menschen schwören sich Treue, und 

 Eugénie wartet über sieben Jahre auf Charles. Obwohl sie kein Lebenszeichen von ihm erhält, widersteht sie dem Werben angesehener Männer. Als ihre Eltern sterben, wird sie zur Millionärin. Dann kommt Charles als wohlhabender Mann zurück nach Paris...


Balzac beschreibt die Landschaft ebenso wie die Bekleidung oder die Einrichtung mit Worten, die wie satte Pinselstriche wirken. Die Sprache ist einfach nur schön, was sicher auch an der guten Übersetzung liegt. Obwohl es eine tragische Geschichte ist, blitzt immer wieder Humor durch. Gestört hat mich ein wenig das etwas  überstürzte Ende des Romans. Der Galopp auf den letzten 30 Seiten passt so gar nicht zu dem gemächlichen Tempo der 200 vorhergehenden.


Das Buch hat mir trotzdem sehr gut gefallen. Ich werde sicher noch mehr von Balzac lesen.

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Cover des Buches Oberst Chabert (ISBN: 9783954555765)
blertas avatar

Rezension zu "Oberst Chabert" von Honoré de Balzac

Detailreich und spannend
blertavor einem Jahr

Oberst Chabert, der nach der Schlacht in Eylau als tot gilt, taucht eines Tages plötzlich in einem Anwaltsbüro auf. Mit dem Wunsch, sein Eigentum zurückzuerlangen, das nach seinem vermeintlichen Tod in die Hände seiner Frau gefallen ist.

Es ist eine kurze Geschichte, aber trotzdem unglaublich detailliert geschildert. Damit meine ich nicht, dass ich elendig lange Beschreibungen lesen musste, sondern gezielt gepickte Ausführungen, die dazu beitrugen, eine Atmosphäre im Buch zu schaffen. Ich fühlte mich so, als wäre ich dort – in Frankreich, im 19. Jahrhundert.

Spannend dabei ist, dass man als Leser:in Chabert vor allem aus anderen Augen sieht. Beispielsweise kommen wir als erstes in Kontakt mit ihm, als er spontan im Anwaltsbüro auftaucht. Jedoch lernt man ihn immer besser kennen und erblickt auch die Komplexität, die hinter dem Charakter steckt. Auch kommt während des Lesens ordentlich Spannung auf. Vor allem gegen Schluss, wo man unbedingt wissen will, ob Chabert gegen die gesellschaftlichen Verhältnisse ankämpfen kann oder dagegen verliert.

Obwohl das Buch fast 200 Jahre alt ist, spürt man das fast nicht während des Lesens. Ich kam gut durch die Seiten, alles war verständlich und flüssig geschrieben.

Balzac kritisiert in diesem Buch die gesellschaftlichen Verhältnisse Frankreichs zu dieser Zeit. Man erlangte lediglich sozialen Status, wenn man Geld besass und rücksichtslos war. Ein Mann wie Chabert, dem das Wohl seiner Mitmenschen nicht egal war, hatte zu kämpfen – und er wurde schamlos ausgenutzt.

Diese Auffassung lässt einen auch an die heutigen Tage denken, wo man immer wieder von Korruption und Machtspielen hört. Balzacs Kritik an die Gesellschaft ist auch im 21. Jahrhundert noch aktuell.

Fazit
Eine Kritik an die gesellschaftlichen Verhältnisse Frankreichs im 19. Jahrhundert, wo der soziale Status nur von Geld und Macht abhing. Auch wenn das Buch 200 Jahre alt ist, liest es sich sehr flüssig und weist eine gute Atmosphäre und Spannung auf. Die Geschichte mag alt sein, aber die Kritik ist noch hochaktuell.

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Gespräche aus der Community

“Wir lesen Klassiker der Weltliteratur” und im März haben wir uns Honoré de Balzacs "Verlorene Illusionen" vorgenommen.

Wikipedia sagt:
Verlorene Illusionen (frz. Illusions perdues) von Honoré de Balzac entstand zwischen 1837 und 1843 als zeitgenössische Gesellschaftskritik in dreiteiliger Romanform. Der Roman ist Bestandteil seines monumentalen Zyklus' Die menschliche Komödie, in dem es zu den Szenen aus dem Provinzleben (Scènes de la vie de province) gehört. Anhand des Aufstiegs und Niedergangs von Lucien Chardon beschreibt Balzac exemplarisch die Mechanismen, die er im Frankreich der Restauration vorfindet, speziell im Literaturbetrieb, im Journalismus und der vornehmen Gesellschaft. Als solches ist Verlorene Illusionen nicht nur ein Roman, sondern ein Zeitdokument.

Scheint nicht gerade eine Komödie zu sein... nun, lassen wir uns überraschen :)

Unsere Leserunde startet am 1. März.

Wie immer zum Schluß unsere Leserunden-Regeln:
1. Beiträge in den Leseabschnitten mit Spoiler-Haken posten.
2. Beiträge in Kategorien posten, wenn man das vergessen hat, kann man es auch nachträglich ändern.
195 Beiträge
S
Letzter Beitrag von  sKnaerzlevor 8 Jahren

Zusätzliche Informationen

Honoré de Balzac wurde am 19. Mai 1799 in Tours (Frankreich) geboren.

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