Reise von Paris nach Java

von Honoré de Balzac 
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Reise von Paris nach Java
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Genussvoll zieht es Balzac in die Südsee

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Inhaltsangabe zu "Reise von Paris nach Java"

Zu Lebzeiten Honoré de Balzacs 1832 veröffentlicht, im Jahr darauf ein einziges Mal auf Deutsch erschienen, liegt die »Reise von Paris nach Java« hier erstmals in neu bearbeiteter Übersetzung wieder in deutscher Sprache vor.
Eine der ausgefallensten Erzählungen des großen französischen Realisten Balzac, ein Traumtext, eine Phantasmagorie, ein Drogentrip – verursacht durch die Wirkungen des Tees, »welche unmittelbar zwischen dem Opium und dem Kaffee stehen«. Nicht wie Kaffee, der »in das Gehirn dringt wie eine Mänade«, nicht wie das Opium, das »jedem Sinne das höchste Maß von Wollust« gibt, sondern weil der Tee »mit allen Schätzen der Melancholie, mit den Träumen und Projekten des Abends« erfüllt. Balzac, der Reiseberichte nicht mochte, weil ihm darin zu viel »ich« gesagt wurde, lässt seinen Erzähler eine empfindsame Reise über das Meer der Phantasie zu den Düften, Farben und Gefahren der indonesischen Inselwelt antreten. Nicht ohne satirische Hintergedanken verführt er den Leser dabei mit Exotismus, mit Bajaderen, Schmetterlingsfinken und dem tödlichen Upasbaum zu einem geistreichen und witzigen Capriccio, das Balzac in einem ganz ungewohnten und überraschenden Licht erscheinen lässt.
Schlaflosreihe:
Unbekannte und vergessene Texte – phantastische Hirngespinste, erotische Erzählungen, märchenhafte und verrückte Gedankenspiele, diese Reihe bietet den Stoff, aus dem die schlaflosen Nächte gewoben sind. Im Taschenlampenkegelformat und schön gestaltet, laden sie zum Träumen ein, wenn die Stunden vorüberrieseln und der Schlaf nicht kommen will. Märchen, Essays, Gruselgeschichten, Erzählungen – wofür am Tag die Zeit zu kurz ist und dafür die Nacht sich dehnt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783943999945
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:88 Seiten
Verlag:Ripperger & Kremers Verlag
Erscheinungsdatum:01.09.2018

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    aus-erlesenvor einem Monat
    Kurzmeinung: Genussvoll zieht es Balzac in die Südsee
    Phantasterei extraordinaire

    Die Sehnsucht verweigert sich strikt der Evolution. Die Objekte der Begierde variieren, doch die Sucht, das Wesen des Verlangens, bleibt gleich. Wer träumt nicht davon einmal auf einer Insel unter der Sonne den Tag, die Tage, die Wochen an sich vorbeiziehen zu lassen? Und träumt sich selbst auf eben ein solches Eiland? Honoré de Balzac ging es vor knapp zweihundert Jahren nicht anders. Allerdings kann man bei ihm davon ausgehen, dass sein Blut nicht unbedingt unfreiwillig in Wallung gekommen ist. Der manische Kaffeetrinker hat nebenbei auch gern mal an was anderem genascht…
    Und so träumt er sich auf eine Reise gen Java. Damals – wir reden hier von den Dreißigerjahren des neunzehnten Jahrhunderts – war so ein Trip fast noch Utopie. Unbezahlbar. Für kaum jemanden, über den und für die Balzac schrieb realistisch. 
    Seinen Anzug, ein Paar Rasiermesser, sechs Hemden und leichtes Gepäck – mehr braucht der Mann von Welt im Jahr 1831 nicht, um die Seine gegen den Pazifik einzutauschen. Und erst die Frauen auf Java … Dem Verleger von 1832 waren die erotischen Ausführungen des wuchtigen Schriftsteller zu wuchtig, zu detailliert, zu direkt, dass er sie einfach strich. Skandal! Und dieser wird nun endlich gesühnt. Im Anhang dieses kleinen Büchleins, das auf jedem noch so kleinen Nachttischchens Platz finden muss, ist die gestrichene Passage abgedruckt. Für die heutige Zeit fast schon brav, doch man kann sich vorstellen, dass man damals – und vielleicht noch heute – die Schamesröte deutlich ins Gesicht schießen sah.
    Honoré de Balzac war nie auf Java. Wenn man aber diese fast vergessene Geschichte liest, musste er auch nicht dorthin reisen. Er hatte viel gelesen. Solche Reiseberichte waren zur damaligen Zeit auch immer kleine Werbetexte für die Handelskompanien, die für die Anpreisung ihrer exotischen Waren über jedes Wort dankbar waren. Und so kam es wohl auch, dass Balzac diesen Text – sicher nicht ganz nüchtern und in der ihm eigenen Rasanz – zu Papier brachte. 
    Heute liest man diesen Text mit einem genüsslichen Lächeln auf den Lippen. Im Schein der Leselampe rückt das Moderne in den Hintergrund und das Verlangen von einst rückt immer näher. 

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