Vater Goriot

von Honoré de Balzac 
4,2 Sterne bei60 Bewertungen
Vater Goriot
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Positiv (47):
ElyseoDaSilvas avatar

Beinahe 200 Jahre alt - und dennoch erfasst dieser Roman viele der grundmenschlichen Eigenschaften. Gut lesbar.

Kritisch (1):
Beusts avatar

Erst spät schält sich Rastignac als Hauptperson heraus, der am Beispiel Vater Goriots und mit dem Leser reift. Handlungarm, aber anrührend.

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Inhaltsangabe zu "Vater Goriot"

Im kleinbürgerlichen Milieu der Pariser Pension Vauquer wird der ehemals als Nudelfabrikant zu Wohlstand gekommene Vater Goriot Opfer von Intrigen. Seine Töchter, an denen er in abgöttischer Liebe hängt, pressen aus ihm noch den letzten Sou für ihre Vergnügungen, bis er zuletzt im schlechtesten Zimmer unter dem Dach einsam, verlassen und völlig verarmt stirbt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257209044
Sprache:
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:01.11.2009
Das aktuelle Hörbuch ist bei Hörbuchproduktionen erschienen.

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    KaterinaFrancescas avatar
    KaterinaFrancescavor 6 Monaten
    Ein liebender Vater gegen die Pariser Gesellschaft

    Vater Goriot, ehemals erfolgreicher Nudelfabrikant, ist in der billigsten Pension Paris' gelandet, während seine schönen Töchter als Damen der Gesellschaft Unsummen für Kleider, Liebhaber und Firlefanz verschwenden. Selbst sein letztes Hemd würde er für seine verschenderischen und selbstsüchtigen Töchter hingeben. Diese Entwicklung wird unter anderem vom Jurastudent Eugene verfolgt, auch Bewohner der Pension. Der junge Mann droht vom Strudel der heuchlerischen Pariser Gesellschaft davongerissen zu werden.

    In "Vater Goriot" stehen Egoismus, Verschwendungssucht und die bedingungslose Vaterliebe, die diesen gegenübersteht im Mittelpunkt. Vater Goriot, der von den anderen Pesnioniären in der Pension der Madame Vauquer zunächst verachtet wird, hat es durch Fleiß und unermüdliche Arbeit zu Geld gebracht. Selbst Witwer investierte er seine ganze Zuneigung in seine zwei Töchter und verwöhnte sie maßlos, sodass sie, nach ihrer Heirat, sich für den Beruf ihrres Vaters zu schämen begannen und ihn dazu drängten, sein Geschäft zu verkaufen. Selbst genügsam und anspruchslos lebt Vater Goriot inmitten der anderen gestrandeten Existenzen bei Madame Vauquer. In diesem illustren Zirkel muss jeder sich mehr schlecht als recht durchschlagen und hat daher keinen Platz für Mitleid. Darunter auch Jurastudent Eugène, in den seine Familie große Hoffnungen setzt, Angestachelt vom ehemaligen Kaufmann und Zyniker Vautrin, bemüht Eugène sich um ein Fortkommen in der feinen Welt und sieht seine Grundsätze straucheln. Schonungslos reißt der Roman der schönen Gesellschaft die Fassade herunter. Nicht nur Goriots Töchter, auch ihre Ehemänner, Liebhaber und andere Damen der Gesellschaft leben nur zu ihrem Vergnügen und schicken alles andere zum Teufel. Familiäre Gefühle und Zuneigung finden dort keinen Platz. Einige Szenzen sind übertrieben melodramatisch, während die Gutgläubigkeit Goriots einerseits mitleiderregend, aber teilweise auch naiv und ermüdend ist.
    Sentimentale Erwägungen haben gegen die Flut aus Eitelkeit, Geltungssucht und Gier keine Chance, sodass die Geldverluste von Goriots Töchtern ihn immer mehr kosten. Der undurchsichtige Vautrin unterdessen scheint das Getriebe der Pariser Gesellschaft durchschaut zu haben und erteilt Eugène Ratschläge, die dessen Gewissen harten Prüfungen auferlegen. Insgesamt verfügt der Roman über wenig Sympathieträger, da fast jeder etwas enervierendes an sich hat.
    Sprachlich ist der Roman gut zu lesen, auch wenn das Fehlen von Kapiteln und Kapitelüberschriften vllt etwas irrtiert (ist mir aber erst gegen Ende des Buches bewusst geworden).

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    SicaUees avatar
    SicaUeevor 2 Jahren
    [Rezension] "Vater Goriot" - gesellschaftskritisches Pariser Sittengemälde

    Um Balzacs Romane zu lesen, benötigt man sehr viel Konzentration und ein gutes Gedächtnis, weil in ihnen stets sehr viele Figuren auftauchen, die in der Regel aus nahezu allen Sozialschichten stammen, so dass man ein breit angelegtes Sittengemälde vorgelegt bekommt. Zudem sind sie in der Regel sehr gesellschaftskritisch und werden dem Realismus zugeordnet. Soviel vorneweg.

    Ein Werk aus Balzacs Romanzyklus „La Comédie humaine“ („Die menschliche Komödie“) ist „Vater Goriot“. Der frühere Nudelfabrikant Goriot hat zwei Töchter, die er von ganzem Herzen liebt und die er sein Leben lang über die Maßen verwöhnt hat. Beide sind gut verheiratet worden, da Goriot ihnen eine sehr hohe Mitgift mitgeben konnte (und wir wissen ja: mit Geld kann man nahezu alles kaufen, auch den gesellschaftlichen Aufstieg). Nun sollte man denken, dass seine Töchter ihm dankbar sind und mit kindlicher Liebe an ihm hängen – weit gefehlt! Die beiden, Anastasie und Delphine, erinnern sich nur an ihren Vater, wenn sie Geld brauchen und er gibt ihnen alles, was er hat und lebt selbst in ärmlichen, ungenügenden Lebensumständen.

    Weitere wichtige Figuren sind weitere Bewohner der Pension von Madame Vauquer, in der auch Vater Goriot lebt. Als wirkliche Hauptfigur stellt sich der ehrgeizige, aber mittellose Student Eugène de Rastignac heraus, der sich in Goriots Tochter Delphine verliebt und mit ihr ein Verhältnis eingeht und sich daraufhin auch um Vater Goriot kümmert. Doch dann ergeben sich neue Schwierigkeiten für dessen Töchter, die immer mehr und mehr Geld brauchen...

    Bei Balzac spielt Geld und damit verbunden Geldgier oder auch Geiz oft eine große Rolle, die, die keins haben, versuchen unter allen Umständen, an welches zu kommen und die, die welches haben, wollen nichts davon abgeben. Es geht um Ruhm und Macht, um Skrupellosigkeit, Egoismus und Eitelkeit – und stets ist da mehr Schein als Sein.

    Man muss sich, wie gesagt, bei Balzac stets sehr konzentrieren, weil viele Figuren auftreten und die Handlungsstränge sehr komplex miteinander verwoben werden. Da er die Gesellschaft stets schonungslos mit all ihren schlechtesten Eigenschaften schildert, ist die Lektüre in diesem Sinne auch nicht sehr angenehm, vor allem, weil man so vieles wiedererkennt; Geldgier, Unersättlichkeit und der Ehrgeiz, in der Gesellschaft mit allen Mitteln aufzusteigen, sind schließlich zeitlose Ziele der Menschheit.

    Dennoch lese ich Balzac immer wieder gerne, er ist ein großartiger, meisterhafter Geschichtenerzähler, der wortgewaltig die zeitgenössischen Verhältnisse der Pariser Gesellschaft darstellt. Da Balzac sehr nah an seinen Figuren bleibt, kann man sich gut mit ihnen identifizieren (oder auch jede Identifizierung ablehnen), man empfindet großes Mitleid für Vater Goriot, der alles gibt und nichts zurückbekommt und man empfindet Verachtung mit der oberflächlichen, geldgierigen Gesellschaft, vor allem mit den Töchtern...

    Wer sich gerne mit gesellschaftskritischen Themen auseinandersetzt und eine komplexe Lektüre nicht scheut, dem kann ich Balzac nur ans Herz legen, es lohnt sich in jedem Fall!

    Kommentare: 8
    145
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    ElyseoDaSilvas avatar
    ElyseoDaSilvavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Beinahe 200 Jahre alt - und dennoch erfasst dieser Roman viele der grundmenschlichen Eigenschaften. Gut lesbar.
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    kleine_welles avatar
    kleine_wellevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Hat mir gut gefallen.
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    Beusts avatar
    Beustvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Erst spät schält sich Rastignac als Hauptperson heraus, der am Beispiel Vater Goriots und mit dem Leser reift. Handlungarm, aber anrührend.
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    Hirschkuh
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    hartel
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    JeunesseDoree
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    ZwergPinguin
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    MichaelP

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