Honoré de Balzac Von Edelfedern, Phrasendreschern und Schmierfinken

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Inhaltsangabe zu „Von Edelfedern, Phrasendreschern und Schmierfinken“ von Honoré de Balzac

Journalisten? Hohle Schwätzer und vorlaute Kläffer! Zeitungsmacher? Elende Opportunisten! Kritiker? Perfide Ignoranten! Für Balzac waren Presseleute so ziemlich das Letzte. In seinem Bestiarium der Pariser Journaille, hier erstmals ins Deutsche übersetzt, wagt der Autor einen satirischen Rundumschlag – respektlos, böse und herrlich einseitig. Die Herren von der schreibenden Zunft haben in Balzacs Augen samt und sonders etwas maliziös Wankelmütiges, sind offen korrupt oder von eherner Prinzipienlosigkeit. Angelehnt an die zoologische Artenbestimmung knöpft er sich in seiner Typenlehre nun sämtliche Gestalten der Pressewelt vor: den Leitartikler, den Vulgarisator, das Faktotum, den Lobhudler, den Monothematiker, den Sektierer, den Mann fürs Grobe und was sonst alles über die Flure von Zeitungsredaktionen kreucht und fleucht. Die kritische Inventur des modernen Journalismus ist ein origineller Sidekick in der aktuellen Debatte um die Rolle der Medien. Ergänzt wird die heitere Philippika durch Balzacs Appell an Schriftsteller, ihr Urheberrecht zu verteidigen.

Toll, toll.....

— Bjjordison

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    Von Edelfedern, Phrasendreschern und Schmierfinken

    Gwhynwhyfar

    14. May 2017 um 14:41

    1843 hat der französische Schriftsteller Honoré de Balzac in seinem Werk »Monographie de la presse parisienne« seine Geringschätzung gegenüber Journalisten zu Papier gebracht. Nach circa 150 Jahren ist dieses Werk immer noch aktuell. Man kann es nicht glauben, bisher ist dieses Buch nicht auf Deutsch erschienen! Vielen Dank, Rudolf von Bitter, für diese Übersetzung.»Die Presse, wie die Frau, ist wunderbar und erhaben, wenn sie eine Lüge vorbringt. Sie lässt nicht locker, bis Sie ihr glauben, und sie verwendet die größten Talente auf diesen Kampf, in dem das Publikum, so dämlich wie ein Ehegatte, immer unterlegen ist. Wenn es die Presse nicht gäbe, dürfte man sie nicht erfinden.«Balzac unterteilt die »Schmierfinken« in Publizisten und Kritiker, Gattungen mit Untergattungen wie bei Brehms Tierleben. Feuilletonisten bezeichnet er als »fröhlichste Spezies all dieser Papierverschwender«. Es gibt »Pamphletisten, Lobhudler, Schönschreiber, Nihilogen, das Faktotum, Zeilenangler, den Mann fürs Grobe und was sonst noch alles in Redaktionen kreucht und fleucht.« Die »Quarkschläger« gehören zu der Gattung der Journalisten, die Art Artikel schreiben, die die Masse der Leser konsumieren möchte, es sind opportunistische Karriere-Journalisten. Schon damals werden Buch-Piraten benannt, die sich Raubdrucker nannten. »Für den Journalisten ist alles Wahrscheinliche wahr.«Voller Polemik und Satire zieht Balzac über die Presse her, in Wut über die schlechten Rezensionen seiner Bücher. Balzac selbst hatte als Journalist begonnen, sich dann für die Schriftstellerei entschieden, wurde von den Kollegen in den Dreck gezogen. Er behauptet, im Gegensatz zum Schriftsteller bedienen sich Journalisten an vorgefertigten Sätzen. In den Redaktionen befinden sich Menschen »mit grüner, gelber oder roter Brille, die dereinst mit ihrer Brille auf der Nase sterben werden und die man einem bestimmten Blatt zuordnet.« Und die ernsthafte Recherche kann nicht bezahlt werden, drum gilt: »Erst daufhauen, dann klären.«Er kennt sich aus in Zeitungen, beschreibt den Wettbewerb der Marktanteile, politischen Einfluss und den Einfluss der Werbeschaltung. Eine gehaltvolle Fürsprache zum Urheberrecht, wird Jahre später vom Gericht zur Urteilsfindung und gültigen Rechtsprechung herangezogen, ist noch heute brandaktuell. Voll Temperament peitscht Balzac respektlos auf die ehemaligen Kollegen ein, polemisch, ja, aber mit viel Tiefe und Sachverstand. Schmierenpresse, Fake-News, Lügenpresse, Presse zur Meinungsmache zu nutzen, politische Zwecke, gockelhafte Chefredakteure, allzu viel hat sich seit damals nicht geändert. Balzac bedauert, dass die ehrlichen, kritischen Journalisten weder von der Presse noch vom Volk geliebt werden.»Das Blatt mit den meisten Abonnenten ist also das, das der Masse am ähnlichen ist.«Ich finde, dieses Buch darf in keinem Bücherschrank fehlen.»Der junge blonde Kritiker – Drei Arten: 1. Der Leugner, 2. Der Spaßvogel, 3. Der Lobhudler« Nun frage ich, wer bin ich? Zum Glück bin ich nicht blond.

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  • "Gedrucktes Geschrei"

    Von Edelfedern, Phrasendreschern und Schmierfinken

    YukBook

    18. December 2016 um 10:29

    Dass der französische Schriftsteller Honoré de Balzac ein Meister darin war, die Menschheit zu typisieren und zu kategorisieren, hat er mit seinem Monumentalwerk „Comédie Humaine“ bewiesen. In der „Monographie de la presse parisienne“ von 1843 knöpfte er sich auch die Journalisten vor. Seine Abrechnung mit der Pariser Presse ist nun erstmals in deutsch erschienen und trägt einen sehr treffenden Titel. Balzac hielt offenkundig nicht viel von der schreibenden Zunft, obwohl er selbst 1826 bis 1832 in diesem Metier tätig war und unter anderem für ‚Figaro‘ oder ‚La Silhouette‘ schrieb. Sein Urteil fällt äußerst harsch aus, ganz gleich ob er sich über Feuilletonisten, Lobhudler oder Propheten auslässt. In spöttischem Ton wirft er ihnen vor, Albernheiten auszuwalzen, lediglich die Meinungen der Leser wiederzugeben und für gedrucktes Geschrei Papier zu verschwenden. Nur wenige Schreiberlinge kommen gut weg wie jene, die Hintergrundartikel verfassen; ihnen traut er gedankliche Aufrichtigkeit, gewissenhaftes Talent und ernsthafte Recherchen zu.  Das Besondere an diesem Buch ist nicht nur die edle Gestaltung, sondern die Sammlung verschiedenster Beiträge zu dem Thema, darunter ein Auszug aus Balzacs Roman mit einem Journalisten als Hauptfigur, seine kritische Beurteilung des Schriftstellers Sainte-Beuve sowie ein ausführliches Nachwort. Zusammen ergeben die Texte ein sehr umfassendes und anschauliches Bild der Zeitungslandschaft im allgemeinen und Balzacs Haltung im speziellen. Der Leser erfährt dabei so manche interessante Details: zum Beispiel warum Kurzmeldungen für die Zeitung so wichtig waren oder weshalb ständig Theaterstücke, aber keine Literatur besprochen wurde. Politische Hintergründe werden ebenso erläutert wie die Entstehung der Massenpresse und die Etablierung von Karikaturen. Ich fand die Lektüre sehr amüsant und informativ – manchmal fühlte ich mich sogar als Bloggerin angesprochen und kam ins Grübeln, was es eigentlich heißt, die Werke anderer zu beurteilen und seine Meinung kundzutun.

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  • Toller Roman

    Von Edelfedern, Phrasendreschern und Schmierfinken

    Bjjordison

    13. December 2016 um 14:51

    Ich mag ja die Bücher des Autors sehr gerne, obwohl viele davon, besonders stellenweise recht anstrengend sind zu lesen, was ich denke, aber damit zusammenhängt, dass doch die Sprache sehr ausdrucksvoll ist und auch teilweise alte Ausdrücke verwendet werden. Natürlich habe ich mich dann sehr gefreut, dass ich dieses schöne Exemplar hier gesehen habe, da ich es noch nicht kannte und somit sehr gespannt darauf war. Wie auch die anderen Bücher des Verlages, passt auch dieses hier wieder wunderbar in meine Sammlung, da es wieder das kleine Format hat und schön dezent gestaltet wurde. In diesem Buch werden die Schreiberlinge sehr kritisch vom Autor aufs Korn genommen, was ich absolut klasse gemacht fand. Das Buch wurde, wie eine Art Lexikon aufgebaut und jede Gattung an Journalisten, wurde bis ins kleinste Detail unterteilt, womit der Leser eine wirklich sehr schöne Übersicht über das ganze hat. Fand ich aber auch eine witzige Idee, die ganzen Untergattungen. Die Schreiberlinge werden als sehr selbstverliebt dargestellt, denen doch die Auflage wirklich sehr wichtig ist. Ich empfand manche Stellen des Buches doch auch sehr zeitlos und finde, die Beschreibungen könnten heute noch stimmen. Zusätzlich zum Haupttext gibt es noch ein 64seitiges Nachwort. Fazit: 5 von 5 Sterne. Definitiv eine Kauf – und Leseempfehlung für dieses Buch. Ich denke, wer Klassiker mag, ist hier richtig.

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