Horace McCoy They Shoot Horses, Don't They?

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Inhaltsangabe zu „They Shoot Horses, Don't They?“ von Horace McCoy

Controversial, modern, and unafraid to look the reader straight in the eye, "Serpent's Tail Classics" are books for life. Cult American noir is now a "Serpent's Tail Classic". The depression of the 1930s led people to desperate measures to survive. The marathon dance craze, which flourished at that time, seemed a simple way for people to earn extra money - dancing the hours away for cash, for weeks at a time. But the underside of that craze was filled with a competition and violence unknown to most ballrooms. A lurid tale of dancing and desperation: Horace McCoy's classic American novel captures the dark side of the 1930s.
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  • Tanzmarathon zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise

    They Shoot Horses, Don't They?
    sabisteb

    sabisteb

    18. August 2013 um 13:14

    L.A. August/Septemer 1935. Die Weltwirtschaftskrise hat viele, vor allem junge Leute, verarmen lassen. Robert Syverten ist einer davon. Der junge Mann hat einen großen Traum, er möchte Regisseur werden, muss sich aber mit gelegentlichen Jobs als Comparse oder Kabelträger mehr schlecht als Recht über Wasser halten. Eines Abends trifft er Gloria Beatty, die ihren Bus verpasst hat. Sie erzählt ihm von einem Marathontanzwettbewerb, der demnächst stattfinden wird. Sie sucht noch einen Partner. Der Hauptgewinn sind 1000 USD. Nach einigen Zögern willigt Robert ein. Auch wenn sie nicht gewinnen, während des Tanzmarathons haben sie zumindest ein Dach über dem Kopf und 2-3 sichere Mahlzeiten am Tag, schon das wäre ein Gewinn.   Das Buch beginnt eigentlich mit dem Schluss der Geschichte. Robert steht vor Gericht wegen Mordes an Gloria. Wie kam es dazu? Das Buch spielt zur Zeit der Weltwirtschaftskrise. Einige werden reich und berühmt, andere, besonders junge Leute vom Lande, ohne Familienunterstützung und Perspektive, leben auf der Straße und halten sich mit Aktionen, wie Marathontänzen über Wasser. Die schwangere Ruby und ihr Mann James sind ein solches Paar. Sie haben zumindest einen Marathontanzwettbewerb gewonnen und wurden auf einem anderen getraut. So haben sie etwas Geld und einen kleinen Hausstand zusammen bekommen. Diese Marathontanzwettbewerbe, bei denen das Publikum sich auf Kosten Verzweifelter belustigt, die alles für Geld tun, auch 2000 Stunden dauertanzen mit nur 10 min Schlaf alle 2 Stunden, erinnern ein wenig an heutige „Talentwettbewerbe“. Auch hier werden die Kandidaten auf verschiedene Arten vorgeführt, es gibt Derby Races, in denen die übermüdeten, erschöpften jungen Leute sich Wettrennen liefern müssen, und das langsamste Paar scheidet aus. Es gibt eine öffentliche Trauung eines Tanzpaares (gegen Geld, das die Scheidungskosten mehr als decken würde), und die Teilnehmer sind für damalige Verhältnisse teils recht skandalös wenig bekleidet, und werden wie Litfaßsäulen von Firmen gesponsert, deren Werbung sie tragen, und immer in der Hoffnung, vielleicht doch, von einem der Filmsternchen entdeckt zu werden, und durch diese Wettbewerbe reich und berühmt zu werden.   Wirklich viel passiert in diesem Roman nicht. Er ist wohl eher ein Zeitzeugnis einer der absurden Blüten, die die Weltwirtschaftskrise damals trieb: Die Tanzmarathons. Auch teils bizarr, wie der Veranstalter lobend hervorhebt, dass einige der teilnehmenden Kids, trotz der Anstrengungen deutlich an Gewicht zugelegt hätten. Die Geschichte wechselt zwischen zwei Zeitebenen: Der Gegenwart der Gerichtsverhandlung gegen Robert wegen Mordes an Ruby und seiner Erinnerung daran, wie es zu diesem Mord kam. Letztendlich wird jedoch vor allem der Tanzmarathon beschrieben, die kleinen und großen Menschlichen Dramen, die sich hinter und unter der Bühne abspielen und die Hoffnungslosigkeit Glorias, die für sich keine Hoffnung und Perspektive mehr sieht und bereits einen Selbstmordversuch hinter sich hat. McCoy's Roman stieß seinerzeit auf keine große Begeisterung und kursierte laut Wikipedia in „underground literary groups during World War II“. Meines Wissens gibt es keine deutsche Übersetzung obwohl das Buch als Klassiker gilt und auch bereits 1969 von Sydney Pollack verfilmt wurde: „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß“. Den Deutschen Titel finde ich nicht so gelungen, denn er enthält schon eine eindeutige Wertung.   Fazit. Nettes Zeitdokument. Es passiert nicht wirklich viel, aber es ist erstaunlicherweise auch nie langweilig. So viele menschliche Dramen auf so engem Raum. Die Weltwirtschaftskrise kommt nur indirekt zum Vorschein, hauptsächlich dadurch, dass schon ein Dach über dem Kopf und geregelte Mahlzeiten, gelegentliches Trinkgeld und neue Kleider durch einen Sponsor für die Teilnehmer ein Gewinn und Grund genug sind durchzuhalten, unter Umständen sogar für 2000 Stunden.

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