Horst Althaus Stendhal-Balzac-Flaubert-Zola

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Inhaltsangabe zu „Stendhal-Balzac-Flaubert-Zola“ von Horst Althaus

Mit dem Ancien Régime, das 1789 zu Ende gegangen war und der 3. Republik nach 1871 hatte Frankreich im Verlaufe von noch nicht einmal hundert Jahren drei Königreiche, zwei Kaiserreiche und zwei Republiken hinter sich. Es war dies ein durch die Umbrüche und seine Gewaltsamkeiten von drei Revolutionen durchgepflügter Boden für Gipfelleistungen der Weltliteratur, die der Historiker und Kunstwissenschaftler Horst Althaus in diesem Band untersucht:§Stendhal, vor dem Sturz der bourbonischen Monarchie Sympathisant der Republik, wird von der Welle der napoleonischen Heroik hochgetragen, muss danach seine Hoffnungen begraben, überwindet die Resignation durch den Egotismus als Freude am grenzenlosen Genuss der Stunde, an der Wildheit der großen Naturen.§Balzac, elf Jahre nach der Revolution geboren, beschreibt ihre Folgen nach dem Sturz Napoleons aus der Perspektive der Restauration und der bürgerköniglichen Demokratie, er bedauert das Ende der bourbonischen Monarchie bei voller Einsicht seiner Unvermeidbarkeit, den Verlust des Stils, der Unbedenklichkeit der grande passion. Der Anbruch der orléanistischen Ära, in der der König als Präsident regiert, den Formen des Gewinns um jeden Preis, lässt Balzac vor Marx zum Entdecker der neuen Herrschaft werden: "Das Geld ist die Triebfeder des modernen Lebens". Aufgezeigt werden die Zirkulationswege, die es einschlägt beim Aufbau von neuen Industrien, im Handel, in den Familien, den Erbschaften und auch den Zerstörungen, die es hinterlässt.§Flaubert, eine halbe Generation jünger, hat seine Erfahrungen mit dem Verlust der Illusionen bezahlt, er ist Privatier, nicht von den Einkünften als Schriftsteller abhängig. Er ist Bourgeois, der die Bourgeoisie verachtet, weil er sie kennt. Er verlegt die Moral in den Willen zur Genauigkeit, der Unparteilichkeit des Künstlers, die ihn unangreifbar macht. Seine "Madame Bovary" ist der vollendete Roman.§Bei Zola werden die Lebensvorgänge nach den Gesichtspunkten des Fortschritts, der vérité en marche, von einem statistischen Mittelwert aus geschildert. Der Schriftsteller gerät unter die Zwänge der Banalität, die er ebenso schildern muss wie die auf dem Rücken liegenden, ihre Kohle aus dem Gestein herausschlagenden Sklaven, die Arbeiter des nordfranzösischen Bergwerks, die häusliche Gewalt in den neuen Mietshäusern. Zola verdankt seine großen Erfolge dem zweiten Kaiserreich, das er bekämpft und dessen vorausgesehenes Ende er begrüßt, als es mit Sedan erfolgt ist.

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