Horst Bastian Gewalt Und Zärtlichkeit - 2. Roman,

(3)

Lovelybooks Bewertung

  • 3 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(0)
(2)
(0)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Gewalt Und Zärtlichkeit - 2. Roman,“ von Horst Bastian

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Gewalt Und Zärtlichkeit - 2. Roman," von Horst Bastian

    Gewalt Und Zärtlichkeit - 2. Roman,
    Heike110566

    Heike110566

    08. July 2010 um 13:05

    Der zweite Roman des fünfteiligen Romanzyklus (1974- 1987) des DDR-Schriftstellers Horst Bastian (1939- 1986), der wie der erste Roman noch 1974 im Verlag Neues Leben (DDR) erschien, beschäftigt sich mit der Zeit nach dem 17. Juni 1953 (gerechtfertigte Proteste gegen die Arbeits- und Lebensbedingungen in der DDR, die allerdings von westlichen Antikommunisten dann zur versuchten Konterrevolution missbraucht wurden) und der Zeit kurz vor dem 13. August 1961 (der Tag an dem die DDR die Grenzen zur BRD dicht machte), Der Autor betrachtet diese Zeit durchaus nicht einseitig, sondern zeigt, wie auch schon im ersten Teil, Fehlentwick- lungen im DDR-System auf. Zur Sprache kommen zB zu- nehmender Selbstbetrug (Obwohl Heizwerk und Brikett- fabrik noch gar nicht dazu in der Lage sind, wird der Pro- bebetrieb gestartet, weil der 1. Mai ist und es eben sein muss. Um zu zeigen wie toll alles funktioniert, muss Rauch aus dem Schornstein aufsteigen. Dazu werden kurzerhand, zur Täuschung, Autoreifen verbrannt.) und auch wie schnell man in Konflikt mit der Staatsmacht kommen kann (Dr. Bachler, inzwischen 1. Kreissekretär der SED, wird von der Staatssicherheit aus seinem Büro "zur Klärung eines Sachverhalts" abgeholt, weil er sich gegen die Rin- deroffenställe aussprach, und verschwindet für mehrere Tage von der Bildfläche.). - Aber auch die subversiven Anstrengungen des Westens, dessen Ziel die Zerstörung der DDR ist, werden klar benannt: Embargo, Sabotage ... sowie die Konsequenzen der offenen Grenze (Menschen aus der DDR arbeiten im Westen und tauschen dann zum Schwindelkurs oder betreiben Schiebereien oder auch die zunehmende Fluchtwelle nach Westen). Daneben kommen aber die zwischenmenschlichen Bezie- hungen nicht zu kurz, wie die "komplizierte" Beziehung zwischen Karin Brösel und Max Spinnt oder die zwischen der "kleinen Frau" Spinnt und Dr. Bachler. Ein Stück lesenswerte DDR-Geschichtsbetrachtung in Ro- manform emotional und spannend dargeboten.

    Mehr