Horst Bienek Workuta

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Inhaltsangabe zu „Workuta“ von Horst Bienek

1951 wurde der junge Schriftsteller Horst Bienek in Ostberlin verhaftet und wegen angeblicher Tätigkeit für den amerikanischen Geheimdienst zu 20 Jahren Arbeitslager verurteilt. Etwa drei Jahre verbrachte er in Workuta, nördlich des Polarkreises, bis er 1955 nach Westdeutschland entlassen wurde. Schon sehr früh verarbeitete er diese existenzielle Erfahrung in seinen Werken, etwa in 'Traumbuch eines Gefangenen' (1957) oder im Roman 'Die Zelle' (1968).Bereits von der AIDS-Krankheit gezeichnet, hat Bienek kurz vor seinem Tod seine Erinnerungen an Workuta in szenischen Rückblicken aufgezeichnet. Darin beschreibt er die lange Untersuchungshaft mit unzähligen Verhören und seine Verurteilung. Ebenso schildert er die lange Reise in den Ural und vor allem die unmenschlichen Verhältnisse im Arbeitslager. Bienek starb 1990, ohne seine Aufzeichnungen abgeschlossen zu haben.

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  • Rezension zu "Workuta" von Horst Bienek

    Workuta

    WinfriedStanzick

    12. February 2013 um 14:05

    Der Schriftsteller Horst Bienek war mit seiner vierbändigen oberschlesischen Chronik „Gleiwitz“ mit den Bänden: • Die erste Polka (1975) • Septemberlicht (1977) • Zeit ohne Glocken (1979) • Erde und Feuer (1982) einer meiner Lieblingsschriftsteller in den Jahren meines Studiums. Ich wusste damals auch von seiner Verhaftung und Internierung in einem sibirischen Straflager und habe mir nach der Lektüre der vier Romane auch das schon 1968, dem Jahr, als er sich als Schriftsteller selbständig machte, erschienene Buch „Die Zelle“ gekauft und es gelesen, in dem er ohne seine biographischen Bezüge deutlich zu machen, den Zustand des Gefangenseins literalisierte. Kurz vor seinem Tod 1990 brachte ihn ein Erlebnis bei einer Lesung aus der „Zelle“, als ihn ein alter Mann fragte, warum er nicht über Workuta geschrieben habe, wo er doch zwischen 1952 und 1955 vier lange harte Jahre verbrachte, dazu, seine Erinnerungen an diese Zeit niederzuschreiben. Sein Freund und langjähriger Verleger Michael Krüger fand das Manuskript nach Bieneks Tod in dessen Wohnung und hat es nun mit einem langen und sehr persönlichen Nachwort versehen zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgelegt. „Wie viel musste er, ganz klassisch,. Verdrängt haben, um vierzig Jahre nicht über Workuta zu schreiben?“ Obwohl vom Autor nicht ganz abgeschlossen, weil ihm der Tod zuvorkam, ist dieser Text ein literarisches Fragment von großer Eindruckskraft. Es ist ein knappes Zeugnis nicht nur über die damalige Unrechtszeit, sondern es atmet tiefe Einsichten über die generellen Grundzüge von Menschlichkeit und Unmenschlichkeit.

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