Horst Bosetzky Kein Reihenhaus für Robin Hood

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Inhaltsangabe zu „Kein Reihenhaus für Robin Hood“ von Horst Bosetzky

Der junge Benno ist zum Scheitern verurteilt: in der Gesellschaft aber auch als Terrorist. Er lebt in Bramme, einer fiktiven Kleinstadt zwischen Bremen und Oldenburg – zusammen mit seiner Freundin Britta, der er hörig ist. Gemeinsam betreiben sie einen kleinen Laden und leben in einem abbruchreifen Häuschen, das er geerbt hat. Sie sind fremd in der Stadt und fühlen sich nicht zugehörig. Suchen einen Neuanfang, den sie nicht finden können. Eines Tages finden Sie bei einem Spaziergang eine schwer verletzte junge Frau. Es ist Eva Bragulla, die gesuchte Terroristin. Sie hat einen Brammer Industriellen entführt und gegen Lösegeld wieder freigelassen. Er will das Werk schließen, die Arbeiter sitzen auf der Straße. Eva Bragulla wollte in Robin-Hood-Manier das Geld unter ihnen verteilen … doch dazu kam es nicht. Sie stirbt, nimmt aber Britta das Versprechen ab, dass sie die Geldverteilung an die Armen übernehmen. Benno ist überwältigt und überfordert zugleich – gefällt sich aber in der Rolle des Robin Hood, der den Armen etwas zurückgeben kann. Britta hingegen hat einen Plan und den will sie auch durchsetzen – doch draußen vor dem Haus liegt noch die Tote. Und überall sind Polizeisirenen zu hören. Die Großfahndung ist eingeleitet … AUSZUG AUS DEM INHALT Auf der Beifahrerseite, für uns zunächst verdeckt gewesen, lag eine junge Frau, etwa Mitte Zwanzig. Sie war auffallend elegant gekleidet. Halstuch, Kostümjacke, Rock und Stiefel – alles in den Farben Zimt und Nougat, vollendet aufeinander abgestimmt, erste Boutique am Platze. Chefsekretärinnen sehen so aus, Fernsehmoderatorinnen, Empfangsdamen erstklassiger Hotels. Ich hätte das sicherlich nicht so intensiv wahrgenommen, wenn nicht zweierlei in krassem Gegensatz zu diesem ersten Bild gestanden hätten: ihr blutüberströmtes Gesicht und der großkalibrige Revolver, der vor dem Fahrersitz lag. Britta war zuerst bei ihr, hob sie hoch, wischte das Blut ab. «Lebt sie noch?» «Ja.» Britta massierte ihr das Herz und tat sonst noch einiges, was man in einem Erste-Hilfe-Kurs lernt. Ich verstehe nichts davon. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich konnte kaum mehr richtig denken. Schließlich, irgendwie musste ich ja zeigen, dass ich helfen wollte, rannte ich ein paar Schritte in Richtung Parkplatz-Polizeimelder und rief: «Ich hol die Polizei!» Doch in diesem Augenblick, wie auf ein magisches Stichwort hin, rappelte sich die Überfallene wieder auf und stoppte mich mit einem fast hysterischen Ausruf: «Keine Bullen – bist du denn verrückt geworden!» Ich starrte sie verständnislos an. Britta schien da schneller zu schalten. «Los, guck nich so blöd – lauf zum Parkplatz rauf und bring unseren Wagen her!» Ich gehorchte. Eine tiefere Analyse meines Verhaltens erübrigt sich hier – mit diesen beiden Worten ist schon alles gesagt. Ich lief zum Parkplatz zurück.
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