Naja, ich muß mich jetzt vorsichtig ausdrücken, denn eventuell sitzt einer der Herren in den nächsten Wochen in meiner Prüfungskommission und da will ich ja nicht direkt schlechte Karten haben.
Also vorsichtig ausgedrückt, ist dieses Buch überflüssig.
Ja, es besitzt hier und da wichtige Stellen, die Gliederungen eines Tatortbefundberichtes, die Kriminalistische Fallanalyse, einige Hinweise zum Umgang mit Beweisen und Zeugen/Beschuldigten, etc. Aber ganz ehrlich, dieses Buch von 500 auf 100 Seiten zusammengekürzt, wäre immer noch zu lang gewesen. Es wird sich wiederholt, es wird geschwafelt, es werden Dinge, die weder für Praxis noch für Studium Relevanz haben und lediglich nice to know sind, über lange Seiten hinweg ausgedehnt. Es mag sein, daß ein Berufsanfänger mit diesem Buch etwas anfangen kann, es als Einstieg gut nutzen kann, um sich mit den Grundsätzen der Kriminalistik auseinander zu setzen und überhaupt zu lernen, worum es bei unserem Job geht. Jeder, der aber mal ein bißchen die grünweiße Luft geschnuppert hat, benötigt dieses Buch nicht wirklich und ist mit dem allein von Clages verfaßten Buch "Der rote Faden" wesent besser bedient.
Dazu der ziemlich überzogene Preis, bleibt leider trotz allen guten Willens kein Raum für eine gute Bewertung.
Rezension zu "Handbuch der Kriminalistik" von Rolf Ackermann


