Horst Dreier

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Autor von Staat ohne Gott, Das Wagnis der Demokratie und weiteren Büchern.

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Das Wagnis der Demokratie

Neu erschienen am 12.11.2018 als Hardcover bei C.H.Beck.

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Rezension zu "Staat ohne Gott" von Horst Dreier

Nüchterne und fundierte Bestandsaufnahme
michael_lehmann-papevor 8 Monaten

Nüchterne und fundierte Bestandsaufnahme

Vorweg gesagt, all die Konflikte und Streitigkeiten des politischen und gesellschaftlichen Alltags von „Rechts gegen Links“, die zunehmende Stilisierung der Religion entweder als „Formel“ für eine Art „bessere Heimat“ oder, auf der anderen Seite, als emotionale Aufwühlung zum Kampf finden in diesem, in der Form sehr ruhig dargelegten, Werk keinen Platz.

Wie Dreier das versteht und wie er die historische Linie belegt, die zu der konkreten Ausgestaltung der Haltung des modernen, demokratischen Staates zur Religion in der Gegenwart führt, ist daher eine angenehme, anregende und, vielfach, „zurecht-rückende“ Lektüre.

„Der säkulare Staat als religiöser Freiheitsgewinn“. Allein schon diese Überschrift über das erste Kapitel zeigt an, dass Dreier sein Feld differenziert angeht und auch Fragen recherchiert, die zunächst im allgemeinen „Gerede“ zu kurz kommen.

Nicht nur der Staat nämlich ist es, der sich „zu befreien hat“ und nicht die Religionen sind es, die nun einen „Mangel an Einfluss“ zu beklagen hätten, sondern ebenso gilt, dass durch die Trennung von Staat und Kirche diese sich vermehrt der ihr „inne wohnenden“ Aufgabe, Kultus, Ritus und Spiritualität“ zuwenden kann, befreit von den Verpflichtungen zur „Regierung“. Ohne dass politische Aussagen oder ein demokratisches Mitsprachrecht bei gesellschaftlichen Themen davon beschnitten wäre.

Im Rahmen der „Selbstbeschränkung des säkularen Staates auf das Säkulare“ und damit auch den Schutz der Religionen vor staatlicher „Benutzung“, wie im dritten Reich noch massiv mit der „Deutschen evangelischen Kirche“ geschehen.

Sachlich im Ton, fundiert in jedem Kapitel, stellt Dreier die Säkularisierung in ihren vielfachen Facetten sachgerecht dar, verweis auf die Überlegungen hinter konkreten Setzungen in der Historie, lässt auch die Kontroversen zu Wort kommen (was die unbedingte religiös-weltanschauliche Neutralität des Staates angeht, die durchaus kritisch gesehen wird, um die Kontroversen grundsätzlicher Natur immer schon im Raum standen) und schaut durchaus auch nach, ob nicht „sakrale Elemente im säkularen Staat“ sich erhalten, eingeschlichen, bewusst platziert worden sind.

Insgesamt ergibt sich daraus eine klare Haltung der Freiheitlichkeit, die als „höchster Wert“ Dreiers durchaus verstanden werden kann und deren Grundfesten eher bis in die Aufklärung hinein verfolgt.

Eine wertvolle Lektüre gerade in „religiös“ aus vielen Richtungen, in vielen Arten und mit ebenso vielfachen Motiven „aufgeheizter“ Lage, nach der ein „Kreuz-Zwang“ dann durchaus kritisch bewertet werden kann und der Leser sachlich fundierte „Orientierungspunkte“ noch einmal deutlich formuliert und ebenso überzeugend begründet vorfindet.

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