Bücher, in denen Autoren oder Autorinnen sich oder Familienangehörige beweihräuchern, gibt es wie Sand am Meer. Dagegen sind Werke, in denen offen und ehrlich das eigene Schicksal und das seiner Familie geschildert wird, merklich seltener. Ein wohltuendes Beispiel für letztere Art von Büchern ist der Titel "Tagebücher meiner Mutter: 1926-1948. Ein Zeitdukument" von Horst Lutter.
Der Autor zahlreicher Sachbücher erzählt spannend den Aufbruch und Niedergang seiner Familie von 1926 bis 1948. Die Tagebuchaufzeichnungen seiner Mutter, einer berühmten deutschen Pilotin, und Schriften anderer Zeitzeugen werden durch eigene Erlebnisse ergänzt.
Das Buch berichtet von den Erfolgen der Nazis, aber auch vom schrecklichen Zusammenbruch, der diese Familie aus ihren nationalistischen Träumen riss. Neben der ernsten Zeitgeschichte werden aber auch lustige Begebenheiten erzählt. Eine historische und familiäre Darstellung, vom Autor kritisch begleitet und kommentiert.


