Ein 11-Jähriger Junge wird zu Grabe getragen, er wurde von einem Pädophilen sexuell missbraucht und getötet. Grausame Vorstellung, aber leider auch realistisch. Ein stiller Beobachter verfolgt die Beerdigung und verhält sich ausgesprochen verdächtig.
Bei der Mieterin dieser Wohnung handelt es sich um eine alleinstehende alte Dame, die ihre Räumlichkeiten vermutlich gar nicht mehr selber nutzt. An dieser Stelle hat mich der polizeiliche Hinweis an der Wohnungstür irritiert, der besagt, dass Frau Michelsen entweder im Heim oder im Krankenhaus aufhältig ist. Ich könnte mir vorstellen, dass so etwas in der Realität umgehend überprüft wird.
Das prägnante Cover passt zum Titel und der Handlung. Die Sprache ist gut verständlich und lässt sich angenehm lesen. Mehrere Handlungsstränge verwirren zunächst, führen aber irgendwann zusammen. Das gelegentliche Einstreuen des Lieblingsliedes des ermordeten Marc-Leon empfand ich als kleinen positiven Gänsehautfaktor, weil man immer wieder an den Jungen erinnert wird. Die Personenbeschreibungen im Allgemeinen fand ich ein wenig zu detailliert, wie auch beispielsweise die Büroeinrichtung. Dadurch wird die Phantasie des Lesers eingeschränkt.
Insgesamt gesehen ein sehr interessanter Thriller, der sicher genauso passiert sein könnte. Im ersten Kapitel ist immer nur die Rede von „Er“, sodass ich ständig auf der Lauer lag endlich zu erfahren, wer sich dahinter verbirgt, leider vergebens. Ich gebe gerne vier Sterne und eine Empfehlung.
Liebe Grüße Rebecker
Verbrennungen

