Housui Yamazaki MAIL. Bd.1

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  • Rezension: "Mail" Band 1

    MAIL. Bd.1

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    Die 3-bändige Reihe “Mail – Botschaften aus dem Jenseits” erzählt von den Fällen des Privatdetektivs Akiba, der übernatürlich begabt ist und es sich zur Aufgabe gemacht hat, “die Lebenden vor den Toten zu retten”, denn Geister sind Akibas Spezialgebiet. Der erste Band enthält 6 Geschichten, deren einziges Verbindungsglied die Person von Akiba und sein Geisterrevolver Kagutsuchi sind. Dabei laufen sie in der Regel nach einem ähnlichen Schema ab. Durch ihre Kürze findet wenig Charakterentwicklung statt, man weiß zunächst nichts über Akiba und die Geister sind in insofern gleich, dass sie gewaltsam gestorben sind und meist beliebig Opfer aussuchen. Eine Ausnahme bildet die 6. Geschichte, “Botschaft: Sehkraft”, in der wir mehr über Akibas Hintergründe erfahren, was mich persönlich für weitere Abenteuer bei der Stange hält. Die Geschichten sind in sich stimmig und interessant, auch wenn ich mir ein wenig mehr Komplexität oder einen groß angelegten Handlungsbogen gewünscht hätte. Diese kleinen Enttäuschungen werden jedoch durch die Atmosphäre schnell wieder wettgemacht. „Mail“ ist ein Manga für Erwachsene, den ich zwischendurch schon ein wenig unheimlich fand. Housui Yamazaki versteht es meisterhaft, Emotionen in Mimik und Gestik seiner Figuren auszudrücken, manchmal nur durch wenige Striche oder minimale Veränderungen. Diese klare, aber auch stille Darstellung empfand ich als äußerst wirksam, um Spannung aufzubauen – oftmals viel wirksamer als Worte (und dass, obwohl ich meist mit Worten mehr anfangen kann). So fällt es auch leicht, sich in die Figuren hineinzuversetzen und sich an die Orte in der Geschichte zu denken. Eine Ausnahme bildet wieder Akiba, an dessen Körpersprache sich wenig ablesen lässt, sodass er ein Mysterium bleibt. Sprachlich variieren die Geschichten – es gibt einige mit viel Dialog, während andere stark durch Erzählungen einer Figur gekennzeichnet werden. Immer gleich ist die Formel, mit der Akiba die Geister letztlich austreibt, die mir etwas lächerlich vorkam, aber als Teil eines Rituals akzeptabel ist. Yamazakis Geschichten gewinnen viel durch den Zeichenstil, der klar und geradeaus, aber bei Bedarf auch schön detailliert ist. Besonders positiv aufgefallen ist mir das in der ersten Geschichte, die auf dem Land spielt. Es empfiehlt sich, nicht den ganzen Band direkt hintereinander zu lesen, sondern zwischen den einzelnen Geschichten zu pausieren und die Atmosphäre in sich aufzunehmen, da der Manga meiner Meinung nach davon lebt. Dadurch und durch den Zeichenstil habe ich trotz kurzzeitiger Frustration über das ähnlich verlaufende Schema Lust auf die Nachfolgebände bekommen. 3,5 Sterne.

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