Howard Axelrod Allein in den Wäldern

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Inhaltsangabe zu „Allein in den Wäldern“ von Howard Axelrod

Wirklich ganz zu sich kommen
Allein in den Wäldern, weit weg von den Problemen des modernen Alltags – für viele ein Traum. Howard Axelrod macht ihn wahr und lebt zwei Jahre lang in einem abgeschiedenen Haus in der Wildnis, bis die seltenen Kontakte zur Außenwelt für ihn zu einem gleichzeitig beglückenden wie quälenden Ereignis werden. Es gelingt ihm, sich von den Zwängen der modernen Zivilisation zu lösen und ganz zu sich zu kommen, doch reift in ihm auch die Erkenntnis, dass Probleme sich nicht durch Rückzug lösen lassen. Eine ehrliche, poetische und überraschende Meditation darüber, was es heißt, aus der Welt verschwinden zu wollen und ihr gleichzeitig näherzukommen.

Titel und Inhalt des Buches passen nicht ideal zusammen,,,

— Angie*

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  • Luxusjunge im Wald

    Allein in den Wäldern

    BettinaR87

    13. August 2017 um 20:06

    Bei einem Basketballspiel bohrt Peter seinem Kumpel Howard Axelrod einen Finger ins Auge und durchtrennt so den Sehnerv. Die Ärzte geben alle Hoffnung verloren, dass Axel jemals wieder mit beiden Augen sehen wird - er ist jetzt einäugig. Das geht natrlich mit Einschränkungen im Alltag einher, verliert er doch damit auch die Fähigkeit, Tiefe wahrzunehmen, was allein schon Treppensteigen zu einer kleinen Herausforderung macht. Axel schafft es nicht recht, in seinen Alltag zurückzukehren, daher wendet er sich von allem ab: Er zieht für zwei Jahre in eine einsame Waldhütte, wo er sich auf seine Existenz und das Leben an sich konzentrieren möchte.Die KritikEs ist nicht so, als wäre er ein klassischer Einsiedler - die Hütte verfügt über Strom und damit eine kleine Küche sowie einen Telefonanschluss. Innerhalb von einer Stunde ist er bei einem Supermarkt. Trotzdem idealisiert er seine Zeit, in der er fast nur Instantnudeln zu sich genommen habe - das klingt viel eher nach "selbst schuld" als "den Umständen entsprechend". Darüber hinaus wirkt er immer wieder wie ein verwöhnter, weißer Junge, der ein großartiges Sozialexperiment wagt. Zum einen wird er es nicht müde, immer wieder auf sein Studium und seine Zeit in Harvard hinzuweisen, zum anderen stellt er sich im Umgang mit der Natur sogar etwas dümmlich an. In seinem Buch finden sich Formulierungen, dass er total überrascht gewesen sei, dass Schnecken sich nicht sofort verkriechen würden - liegt in der Natur der Sache, nicht wahr? Dann wieder beschreibt er, dass er in einer Art Racheanfall eine fast faustgroße Schnecke mit dem Rad überfahren hat, die, Zitat, "größte Schnecke, die mir je untergekommen war". Für einen Stadtjungen, der keine Verbindung zur Natur hat, sicherlich ein großartiges Ereignis. Der persönliche Eindruck, den er vermittelt, ist also kein guter.Der Schreibstil mutet bisweilen poetisch an, wobei das nach einigen Seiten auch langsam wirkt, sich hinzieht. Mit Sicherheit gibt es viele Naturspektakel oder Eindrücke, die man im wahrsten Sinne des Wortes blumig umschreiben kann. Wenn es sich jedoch stets wiederholt, bietet es dem Leser kaum Mehrwert. Zudem fehlt ein richtiger Lesefluss. Anstatt einige übersichtliche Rückblenden einzufügen, springt er ohne ersichtlichen Grund hin und her in der Erzählzeit. Hier der Wald, dort das College, da der Wald, hier die Verletzung und dort eine Erklärung einer Studie, die er mal in Harvard lesen musste. Das erschwert das Lesevergnügen deutlich. Inhaltlich besteht leider auch eine große Diskrepanz zwischen Titel, was der Untertitel suggeriert und worum es letztendlich geht. Obwohl er über 2 Jahre seines Lebens in der ich-Form schreibt, bleibt er seltsam distanziert, eine etwas unangenehme Person und der gewünschte gedankliche Tiefgang fehlt. Nicht zuletzt bleibt die Frage: Was macht man denn 2 Jahre im Wald? Nur spazieren, Schnecken beobachten, auf Eichhörnchen lauschen? Eine besondere Lebensweisheit hat sich aus dem Aufenthalt scheinbar nicht ergeben.

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  • Titel und Inhalt passen nicht ideal zusammen!

    Allein in den Wäldern

    Angie*

    08. June 2017 um 09:54

    INALT: Ein disziplinierter Harvard-Student aus einem wohlbehüteten Elternhaus, der schon viel in der Welt herumgekommen ist , verliert durch einen tragischen Sportunfall sein rechtes Augenlicht und hat sehr grosse Schwierigkeiten diesen Verlust emotional zu verarbeiten. Howard Axelrod sucht einen neuen Platz im LEBEN für sich und beschliesst zwei Jahre allein in einer Hütte im Wald zu leben, ohne Internet und TV. Er kann allerdings in einer Stunde Autofahrt eine Supermarkt erreichen. Auch hat er durch einen Telefon- Festnetzanschluss die Möglichkeit Kontakt zur Welt aufzunehmen. So ganz allein und abgeschieden lebt er also doch nicht,,, MEINE MEINUNG: Als erstes hat mich der Schreibstil von Howard Axelrod  sehr beeindruckt. Seine poetischen Naturbeschreibungen haben lyrischen Charakter und vermitteln die wunderbare Romantik des Waldes. Ich hatte mir  allerdings ein ähnliches Buch wie *Walden von David Thoreau*vom Inhalt  erhofft, wurde aber ein wenig enttäuscht. Die Hoffnung baute sich wegen des Untertitels *Auf der Suche nach dem wahren Leben* in mir auf.  Herr Axelrod hat seinen Roman in mehrere Erzähl Stränge gegliedert, in denen er laufend hin und her wandert, manchmal nur in sehr kurzen Leseseiten und Zeiträumen. Das empfand ich als anstrengend beim Lesen und hat mich oft aus meinen eigenen Überlegungen zum Geschehen herausgeworfen. Er lässt den Leser immer wieder in seine studentische Vergangenheit, Erinnerungen und Gedanken zurückblicken , oft auf den traumatischen Basketballunfall, bei dem er sein Augenlicht verlor. Ich habe viel Verständnis für so ein einschneidendes Erlebnis. Aber sucht man deswegen  nach dem wahren Leben? Was ist das wahre Leben überhaupt? Durch das Lesen dieses Buches erschloss sich mir das jedenfalls nicht. Ich bin beim Lesen zu der Überzeugung gelangt, dass ich den Inhalt des Buches mit den beiden Titeln schwer in Zusammenhang bringen konnte. Das hat mich ein wenig enttäuscht. Die sehr stimmigen, schönen, fast schon verklärten  Beschreibungen der Natur haben mich versöhnt - aber irgendwann eben auch leise gelangweilt. Was hat Howard Axelrod den ganzen Tag gemacht, ausser die Natur zu beobachten? Das habe ich nicht erlesen können. Die Rückblicke in die Vergangenheit haben sich immer wieder in den Vordergrund gedrängelt. So wirklich allein und einsam war er jedenfalls auch nicht. Feuerholz wurde zum Beispiel gebracht und er hätte jederzeit per Telefon Kontakt suchen können, was er ja auch sporadisch getan hat. Dieser autobiografischen Lebensbeschreibung hat etwas Entscheidendes gefehlt. Die Mystik der Einsamkeit, die innersten Gedanken und Gefühle , die dadurch ausgelöst werden können, sind leider nur teilweise in den Roman gewandert. Schade, der wunderbare Schreibstil kann diese Schwäche in der Erzählung nicht wettmachen.  Aber das wiederum ist mein ganz persönliches Empfinden beim Lesen gewesen. Für dieses schöne, gute Buch möchte ich VIER **** STERNE vergeben. Herzlichen Dank an den Autor und den Kösel-Verlag für das gebundene Rezensionsexemplar.

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