Howard Jacobson

 3.4 Sterne bei 77 Bewertungen
Autor von Shylock is My Name, Shylock und weiteren Büchern.
Howard Jacobson

Lebenslauf von Howard Jacobson

Howard Jacobsen wurde bereits 2 mal für den Booker Prize nominiert, 2010 hat er dann den Preis für 'Die Finkler Frage' bekommen. Der Autor ist am 25. August 1946 in Manchester geboren worden. Er kommt aus einer jüdischen Familie, die Thematik greift er auch in seinen Büchern immer wieder auf. Außerdem arbeitet er als Journalist u. a. beim Independent und ist zudem immer wieder als TV Moderator für das britische Fernsehen tätig.

Alle Bücher von Howard Jacobson

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Howard JacobsonShylock
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Shylock
Shylock
 (17)
Erschienen am 11.04.2016
Howard JacobsonDie Finkler-Frage
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Die Finkler-Frage
Die Finkler-Frage
 (10)
Erschienen am 13.05.2013
Howard JacobsonLiebesdienst
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Liebesdienst
Liebesdienst
 (8)
Erschienen am 09.06.2014
Howard JacobsonPussy
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Pussy
Pussy
 (10)
Erschienen am 04.02.2018
Howard JacobsonJ
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J
J
 (3)
Erschienen am 12.10.2015
Howard JacobsonIm Zoo
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Im Zoo
Im Zoo
 (1)
Erschienen am 29.09.2014
Howard JacobsonPussy: Roman
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Pussy: Roman
Pussy: Roman
 (1)
Erschienen am 13.01.2018
Howard JacobsonDie Finkler-Frage: Roman
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Die Finkler-Frage: Roman
Die Finkler-Frage: Roman
 (0)
Erschienen am 12.09.2011

Neue Rezensionen zu Howard Jacobson

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Xanakas avatar

Rezension zu "Shylock" von Howard Jacobson

Absolut schwere Kost
Xanakavor 14 Tagen

Angelehnt an "Der Kaufmann von Venedig" von William Shakespeare wird hier die Geschichte in ein der heutigen Zeit noch einmal erzählt. 

Die Story klingt erst einmal interessant. Der reiche jüdische Kunstsammler Strulowitsch aus Manchaster hat Sorgen. Seine frühreife Tochter Beatrice ist in die Kreise von Plurabelle einer jungen, sehr reichen leichtlebigen Erbin geraten. Dort lernt sie auch noch den sehr viel älteren Fußballer Howsome kennen, der sich sofort in das junge Mädchen verliebt. Das kann Strulowitsch so nicht akzeptieren.

Eigentlich eine Thematik, wie sie auch im Leben stattfinden könnte. Die Konflikte, die daraus entstehen sind bestimmt lesenswert. Allerdings hat der Autor hier für mich schwer verdauliche Kost geschaffen. Er springt in der Handlung hin und her, es fiel mir schwer den eigentlichen Faden zu finden. Es gibt auch hier ausgesprochen schöne Textpassagen, die ich mir markiert habe. Sie sind einfach zu schön. Einige Dinge waren mir während des Lesens unklar und sie sind mir bis zum Schluss auch nicht klarer geworden. Wahrscheinlich fehlte mir hier der Bezug zu Shakespeare.

Wer sich gern mit Shakespeare beschäftigen möchte, der kann sich hier gern ein eigenes Urteil bilden. Von mir gibt es nur zwei Lesesterne.

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walli007s avatar

Rezension zu "Shylock" von Howard Jacobson

Väter und Töchter
walli007vor 2 Monaten

Der reiche Kunstsammler Strulovitch hat es nicht leicht mit seiner 16jährigen Tochter Beatrice. Ihren Jahren voraus ist sie in die Kreise älterer und etwas dekadent lebender Reicher geraten. Und nun ist sie auch noch mit einem Fußballer durchgebrannt. Das schlägt dem Faß nun wirklich den Boden aus. Strulovitch sucht Rat bei seinem Zufallsbekannten Shylock, der verwitwet ebenfalls von seiner Tochter entfremdet ist. Mehr als alles andere will Strulovitch erreichen, dass seine Tochter wieder bei ihm und ihrer kranken Mutter ist. Einfach wird das allerdings nicht, denn die junge Frau ist doch sehr gewitzt.


Zum 400. Todestag des großen Barden William Shakespeare wurde mit der Veröffentlichung einer Reihe von Romanen begonnen, mit denen bekannte Schriftsteller einige der Werke des Meisters in der heutigen Zeit nachempfunden haben. Eine wunderbare Ehrung für den einzigartigen Dichter.  Howard Jacobson hat sich dabei des „Kaufmanns von Venedig“ angenommen. Mit eleganter Sprache gibt er die Gespräche zwischen Strulovitch und Shylock wieder, die an ihren Familien zweifeln und verzweifeln. Wie sollen sie Shylock, verwitwet, und Strrulovitch, dessen Frau nach einem Schlaganfall ans Bett gefesselt ist, mit ihren Töchtern umgehen. Zwischen ihnen ihre Freiheit lassen und dem sie helikopterartigen Beschützen schwanken sie, ohne ein Gleichgewicht zu finden. Wie soll ein Vater da seinen Weg finden?


Eine tolle Idee, die einen veranlasst, sich zunächst noch einmal etwas mit der originalen Geschichte zu beschäftigen, um sich der Interpretation des Autors zuwenden zu können. Man versucht sich in die Denkweise von Strulovitch und Shylock hineinzuversetzen, sich am Witz der Geschichte zu erfreuen und die gelungene Übertragung der Story in die heutige Zeit zu würdigen. 

Zwar wird es jeder heutige Autor schwer haben, es mit Shakespeares Original aufzunehmen, aber dennoch gibt der vorliegende Roman viel und erinnert auf wunderbare Weise an den großen Meister, dessen Werke es jederzeit verdienen wieder gelesen zu werden.


3,5 Sterne

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MikkaGs avatar

Rezension zu "Shylock" von Howard Jacobson

Verläuft sich zwischen Epik und Drama
MikkaGvor 2 Monaten

Von der Struktur her ist “Shylock” eine Chimäre: ein unentschlossenes Mischwesen aus Theaterstück und Roman, in meinen Augen nur halbwegs geglückt.

Durch die Aufteilung in Akte erinnert das Buch an Shakespeares Drama, auch die dialog- und monologlastige Sprache lässt das Theater anklingen. Dieser Klang hat für mich jedoch deutliche Misstöne – die Sprache fühlt sich unnatürlich an für die modernen, zum Teil jugendlichen Charaktere.

Viele dieser Charaktere sind meines Erachtens ohnehin zu provokant überzogen, zu wenig differenziert und authentisch für einen Roman.

In einem Theaterstück hat jeder Charakter nur eine begrenzte Zeit, um dem Zuschauer sein Wesen und seine Motive zu vermitteln, deswegen ist dort eine gewisse Vereinfachung und Übersteigerung unumgänglich, aber in einem Roman fällt diese Notwendigkeit weg. Wird dennoch vereinfacht und übersteigert, werden aus Charakteren schnell Parodien oder Klischees, und genau das passiert hier meiner Meinung nach.

Der Kunstsammler Simon Strulovitch nimmt die Rolle des Shylock ein, seine frühreife Tochter Beatrice die Rolle von Shylocks Tochter Jessica. Das verwöhnte reiche Social-Media-Sternchen Anna Livia Plurabella Cleopatra Eine-Schönheit-ist-eine-ewige-Freude-weiser-als-Salomon Christine (der Name ist Programm) gibt die Portia, während ihr Bekannter D’Anton das moderne Äquivalent des Kaufmanns Antonio darstellt. Auch bei anderen Charakteren kann man erahnen, welcher Charakter aus “Der Kaufmann von Venedig” ihnen Pate gestanden hat.

Die beiden Frauengestalten in “Shylock” fand ich sehr fragwürdig: sie gehen extrem (!) jung  sexuelle Beziehungen ein und haben beide einen Vaterkomplex mit inzestuösem Unterton. Strulovitch denkt beängstigend oft darüber nach, wie verführerisch seine Tochter ist.

Interessanterweise tritt Shakespeares Shylock selber in der Geschichte auf.

Am Anfang hielt ich ihn für reines Gedankenspiel des bekennenden Shakepeare-Liebhabers Strulovitchs. Aber im Laufe des Buches interagieren auch andere Charaktere mit Shylock, er ist also ein Mensch aus Fleisch und Blut – gleichzeitig ist er ebender Shylock aus dem Venedig des 16. Jahrhunderts.

Wie das möglich ist, bleibt unerklärt, und Strulovitch hinterfragt es kaum.
Sei’s drum, denn die Dialoge zwischen Shylock und Strulovitch – scharfsinnig, manchmal humorvoll, immer zum Nachdenken anregend – sind für mich das Highlight und Herzstück des Buches.

Shylock ist immer noch der Shakespeare-Shylock, wie er leibt und lebt: sein Sprachrhythmus, sein ätzender Humor, sein zwiespältiges Wesen. Strulovitch neidet ihm seine Kompromisslosigkeit, und letztlich ist er deswegen dazu verdammt, Shylocks Schicksal zu wiederholen.

Aber so sehr ich die Dialoge zwischen Shylock und Strulovtich auch genoss, stellte sich doch irgendwann Überdruss ein.

Ihre Gespräche drehen sich immer wieder um dasselbe Thema, aus demselben Blickwinkel.

Es geht um das Judentum, das traditionelle sowie das moderne, und das jüdische Selbstverständnis in einer nicht-jüdischen Gesellschaft. An sich ein hochinteressantes Thema, aber es dreht sich zu sehr um sich selbst und verliert dadurch an Substanz. Strulovitch, der antisemitische Vorurteile beklagt, unterteilt die Menschen rigoros in “die Christen” und “die Juden”, ohne sich einer Doppelmoral bewusst  zu sein.

Shylock vertritt den Standpunkt des traditionellen Judentums, während Strulovitch sich als moderner Jude über die Religion erhaben fühlt. Doch als seine Tochter einen Christen heiraten will, nimmt Strulovitch auf einmal antiquierte Vorstellungen an.

Und hier wird die Geschichte absurd.

Aus dem Drama wird eine Posse: die meisten nicht-jüdischen Charaktere zeigen sich auf einmal plump antisemitisch – Plurabelle und D’Anton lachen hysterisch über Schmähbegriffe wie “Hakennase”, Beatrices Liebhaber Graham zeigt den Hitlergruß –, und Strulovitch ist fest entschlossen, besagtem Liebhaber die Vorhaut zu rauben und ihn dadurch quasi zum Juden zu machen.

Durch konstruierte Ereignisse ergibt es sich, dass D’Anton für die Sache einstehen muss.

Die Vorhaut stellt also das Pfund Fleisch dar, das Shylock im Originaldrama von seiner Nemesis Antonio fordert, aber das ergibt absolut keinen Sinn: welchen Sinn macht es für Strulovitch, die Vorhaut eines anderen Mannes als Ersatz zu akzeptieren? Dadurch wird der Liebhaber seiner Tochter jedenfalls nicht zum Christen – wobei die Vorstellung, dass man einen Mann durch Beschneidung zum Christen machen kann, natürlich von vorneherein absurd ist.

FAZIT

Im Grunde lässt sich das Originaldrama herunterbrechen auf:

Einem Juden wird viel Unrecht getan. Er muss sich tagtäglich herumschlagen mit Vorurteilen, hat dadurch auch echte Nachteile und fühlt sich gedemütigt. Als sich eine Chance bietet, sich an einem seiner Peiniger zu rächen, bringt sein Zorn ihn dazu, maßlos in seiner Grausamkeit zu werden.

Aus einer modernen Adaption hätte man viel machen können, aber für ich ist die Umsetzung leider nicht gelungen.

Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:
https://wordpress.mikkaliest.de/2018/09/01/rezension-howard-jacobson-shylock/

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Gespräche aus der Community

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Klett-Cotta_Verlags avatar
Liebe Lovelybooks-LeserInnen,

wer hat Lust auf eine gnadenlose Satire über Donald Trump des englischen Booker-Preisträgers Howard Jacobson?

Howard Jacobson erzählt die Geschichte eines Zöglings, der am liebsten ohne Ton fernsieht und erhebliche Schwierigkeiten mit dem gesprochenen und geschriebenen Wort hat. Wie soll er die Macht in der friedlichen Republik Urbs-Ludus übernehmen und politische Karriere machen, für die ihn seine Eltern vorgesehen haben? Doch die Eltern geben nicht auf und schicken Prinz Fracassus mit seinen Lehrern auf Reisen, auf denen er aktuelle Politiker kennenlernt.
Als er endlich lernt zu twittern, ist seine Karriere schon auf dem besten Weg...

»Das ist gedruckte eiskalte Rache.«
Washington Post

»Das ist erstklassig geschrieben, maskiert als satirisches Denkspiel… Es ist, um den Titel von Jacobsons eigener Untersuchung über die Komödie zu zitieren, ernsthaft komisch.«
The Times



»Pussy bietet viele ästhetische Freuden. Obwohl Trump’s Präsidentschaft ein Quell andauernder Ängste ist, so gehört zu ihren wenigen Vorteilen, dass sie einen unserer besten komischen Autoren dazu gebracht hat, eine elegant wilde Satire zu schreiben über einen Mann, der sich jeder Satire entzieht.«
The Guardian


>> hier ist der Link zum Buch mit Leseprobe

Wer das spannend findet, darf sich gerne für das Buch bewerben! Der Schluss der Bewerbung ist 6.02.

Viel Glück!

Euer Verlag Klett-Cotta









Zur Leserunde
PenguinRandomHouseUKs avatar
Liebe Leser,
Im Februar möchten wir euch das zweite Buch unserer neuen Hogarth Shakespeare-Reihe vorstellen:

Shylock is my Name von Howard Jacobsen

Bei Hogarth Shakespeare werden einige „Shakespeare Plays“ von etablierten Autoren in die heutige Zeit versetzt. 

Howard Jacobsen kennt der ein oder andere vielleicht schon durch seine Bücher Die Finkler Frage oder J. Bei Shylock is My Name erzählt er die Geschichte vom Kaufmann von Venedig – nur ein bisschen anders.

Wir sind gespannt was ihr davon haltet und bieten deshalb wieder 25 Leseexemplare an.

DAS BUCH

‘Who is this guy, Dad? What is he doing here?’ 

With an absent wife and a daughter going off the rails, wealthy art collector and philanthropist Simon Strulovitch is in need someone to talk to. So when he meets Shylock at a cemetery in Cheshire’s Golden Triangle, he invites him back to his house. It’s the beginning of a remarkable friendship.

Elsewhere in the Golden Triangle, the rich, manipulative Plurabelle (aka Anna Livia Plurabelle Cleopatra A Thing of Beauty is a Joy Forever Christine) is the face of her own TV series, existing in a bubble of plastic surgery and lavish parties. She shares prejudices and a barbed sense of humour with her loyal friend D’Anton, whose attempts to play Cupid involve Strulovitch’s daughter – and put a pound of flesh on the line.

Howard Jacobson’s version of The Merchant of Venice bends time to its own advantage as it asks what it means to be a father, a Jew and a merciful human being in the modern world.

DER AUTOR

Howard Jacobson won the Bollinger Everyman Wodehouse award in 2000 for The Mighty Walzer and then again in 2013 for Zoo Time. In 2010 he won the Man Booker Prize for The Finkler Question and was also shortlisted for the prize in 2013 for his most recent novel, J. He has written fourteen novels and five works of non-fiction.

HIER GEHT ES ZUR LESEPROBE

Jetzt heißt es bewerben, warten und English Breakfast Tea trinken! Der Lostopf wird dann wieder entscheiden.

Viel Erfolg und liebe Grüße aus London,

Svenja
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Howard Jacobson wurde am 24. August 1942 in Manchester (Vereinigtes Königreich) geboren.

Community-Statistik

in 152 Bibliotheken

auf 28 Wunschlisten

von 7 Lesern aktuell gelesen

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