Howard Jacobson

 3.4 Sterne bei 81 Bewertungen
Autor von Shylock is My Name, Shylock und weiteren Büchern.
Howard Jacobson

Lebenslauf von Howard Jacobson

Howard Jacobsen wurde bereits 2 mal für den Booker Prize nominiert, 2010 hat er dann den Preis für 'Die Finkler Frage' bekommen. Der Autor ist am 25. August 1946 in Manchester geboren worden. Er kommt aus einer jüdischen Familie, die Thematik greift er auch in seinen Büchern immer wieder auf. Außerdem arbeitet er als Journalist u. a. beim Independent und ist zudem immer wieder als TV Moderator für das britische Fernsehen tätig.

Alle Bücher von Howard Jacobson

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Shylock

Shylock

 (18)
Erschienen am 11.04.2016
Die Finkler-Frage

Die Finkler-Frage

 (12)
Erschienen am 13.05.2013
Liebesdienst

Liebesdienst

 (8)
Erschienen am 09.06.2014
Pussy

Pussy

 (10)
Erschienen am 04.02.2018
J

J

 (3)
Erschienen am 12.10.2015
Im Zoo

Im Zoo

 (1)
Erschienen am 29.09.2014
Pussy: Roman

Pussy: Roman

 (2)
Erschienen am 13.01.2018
Die Finkler-Frage: Roman

Die Finkler-Frage: Roman

 (0)
Erschienen am 12.09.2011

Neue Rezensionen zu Howard Jacobson

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Rezension zu "Pussy: Roman" von Howard Jacobson

Bitterböse Trump-Satire an der Grenze zum Klamauk
smayrhofervor 6 Monaten

In der Republik Urbs-Ludus sorgen sich der Großfürst und seine Frau um ihren einzigen Sohn Prinz Fracassus. Der ist nämlich alles andere als wohlerzogen: seine Bildung bezieht er aus dem Fernsehen, mag den römischen Kaiser Nero und verkehrt mit Prostituierten. Also engagieren die besorgten Eltern zwei Privatlehrer, Professor Probius und Dr. Yoni Cobalt. Die haben aber einen schweren Stand beim Junior…


Dieses Buch wird ganz offen – siehe Cover - als bissige Satire auf Donald Trump vermarktet. Und so ist der Aufstieg von Prinz Fracassus angelehnt an den Werdegang des aktuellen US-Präsidenten; zudem findet man viele versteckte und offene Referenzen an die Person des Donald Trump, seine Handlungen sowie sein persönliches Umfeld (Weggefährten und Gegner). Man muss sich aber schon vorher mit Trump beschäftigt haben und unter Umständen auch einiges zweimal lesen, um die Anspielungen wirklich zu verstehen. Ich muss zugeben, das fiel mir nicht immer leicht.

Trotz des interessanten Ansatzes hat mich das Buch nicht wirklich vom Hocker gerissen. Wer Jacobson kennt, wird zwar die geschliffene Sprache wiederkennen, die seine preisgekrönten Romane auszeichnen. Aber das und der Anlass für dieses Buch reichen irgendwie nicht aus, um die Geschichte zu tragen. Zwar ist das Ganze durchaus bitterböse und lustig geschrieben, aber oft hat man den Eindruck, als ob der Autor mit aller Macht übertreiben wollte und so ungewollt die Grenze zum Klamauk überschritt. Zudem fand ich die Figuren oft zu holzschnittartig dargestellt, so dass ich eigentlich mit keinem Charakter warm geworden bin. 

Vielleicht ist dieses Buch aber auch schon von der Realität überholt worden. Denn Trumps „Herrschaft“ ist eigentlich die beste Satire seit langem…

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Rezension zu "Shylock" von Howard Jacobson

Intellektuelles Vorhaut-Geplänkel...
pardenvor 7 Monaten

INTELLEKTUELLES VORHAUT-GEPLÄNKEL...

Der reiche Kunstsammler Simon Strulovitch aus Manchester hat Sorgen: Seine aufmüpfige Tochter Beatrice ist in die Kreise der leichtlebigen Erbin Plurabelle und ihres persönlichen Assistenten D’Anton geraten. Nicht der richtige Umgang für ein jüdisches Mädchen, klagt Strulovitch seinem Zufallsbekannten Shylock. Dieser rät zur Zurückhaltung. Doch als Beatrice sich auch noch mit dem Fußball-Beau und Unterwäsche-Modell Howsome einlässt, sieht ihr Vater rot. Er verlangt, dass der junge Mann zum Judentum konvertiert. Mit Hilfe einer kleinen Operation ließe sich heute manches arrangieren. Aber das Leben hält nicht nur für Strulovitch ein paar Lektionen bereit.

Dieser Roman ist Teil der Buchreihe, die im Rahmen des Hogarth Shakespeare-Projektes (anlässlich von Shakespeares 400. Todestag) erscheint. Acht Werke des weltberühmten Schriftstellers wurden bzw. werden von bekannten Autoren neu interpretiert und somit als zeitgemäße Version des altbekannten Stoffes veröffentlicht.

Howard Jacobson hat sich für das umstrittene Werk 'Der Kaufmann von Venedig' entschieden, was auf der Buchrückseite auch deutlich gekennzeichnet ist. Vorne steht der 'moderne' Titel 'Shylock', hinten 'Der Kaufmann von Venedig'. Überhaupt sticht die liebevolle Gestaltung des Romans ins Auge - so z.B. mit dem hübschen Innendruck und dem Lesebändchen. Details, die mir gefallen, auf die ich in meinen Rezensionen ansonsten allerdings eher nicht eingehe. Aber hier scheint es mir nötig, positive Aspekte des Buches hervorzuheben.

Ansonsten kann ich kurz und knapp sagen: das Buch war für mich eine Zumutung.

Ja, ich habe verstanden, dass Howard Jacobson sich in all seinen Werken mit der Frage auseinandersetzt, wie er als Jude mit seinem Jüdischsein in der säkularen westlichen Welt umgehen soll. Und so darf es nicht verwundern, dass dies auch hier zum Hauptthema avanciert. Doch geht es für mich als Leser doch wohl in erster Linie darum, wie ein Thema umgesetzt wird, wie es in eine Handlung eingebettet wird, in eine Erzählung, eine Geschichte.

Eben diese Geschichte will sich nicht entwickeln, dreht sich im Kreise, bietet wenig Überraschendes, Spannendes, keinen roten Faden. Zudem hat Jacobson hier etwas zwischen Roman und Drama kreiert, was für mich so nicht überzeugend funktioniert. Strulovitch als 'moderner' Jude diskutiert stundenlang mit dem alten, orthodoxen Juden Shylock. Dabei beklagen beide den Verlust ihrer Töchter, die sich recht frühreif mit dubiosen Bekanntschaften davongemacht haben. Shylock betrauert zudem den Tod seiner Frau, ohne die er kaum noch zu leben scheint, Strulovitch ist ebenfalls vom Schicksal gebeutelt, da seine Frau nach einem Schlaganfall bettlägerig ist, ihr Gedächtnis und ihre Sprache verloren hat.

Shylock fungiert hinsichtlich von Strulovitchs Problemen mit dessen Tochter Beatrice gelegentlich als Berater, doch lieber noch führt er geistreich das Wort bei der Fragestellung, was es bedeutet, ein moderner Jude zu sein. Die jüdische Tradition wird hier thematisiert, die Rolle der jüdischen Familie, noch heute geltende Werte, gängige Vorurteile - aber auch Stereotypien kommen hier nicht zu kurz. Christen gegen Juden, Juden gegen Christen, Juden gegen Juden - ein Feuerwerk an klischeehaften Zuschreibungen. Ein Buch, das nur von einem Juden geschrieben werden durfte - jeder andere wäre zwangsläufig des Antisemitismus bezichtigt worden.

Mir drängte sich jedenfalls zunehmend der Eindruck auf, dass die Geschichte im Grunde um diese Thematik des 'modernen Judenseins' herumgeschrieben wurde, wenig einfallsreich für meinen Geschmack. Die Charaktere Strulovitch und Shylock sind halbwegs plastisch dargestellt, alle anderen Figuren schälen sich dagegen kaum heraus, bleiben eindimensional und blass - die Frauenfiguren sind zudem durchweg exzentrisch gezeichnet und bleiben komplett ohne Tiefe. Entwicklungen (wie beispielsweise Liebesbeziehungen) sind oftmals nicht nachvollziehbar. Das Verhalten der Charaktere zwingt einem immer wieder die Frage auf, weshalb  sie überhaupt zusammen sind.

Okay, da wäre natürlich die körperliche Anziehungkraft - Sex sells. Oder etwa nicht? Wenn wie hier die anregenden Bettgeschichten zum alleinigen Argument geraten, eine Beziehung zu führen, wenn sowohl Shylock als auch und v.a. Strulovitch unmäßige Ansprüche an den Nachwuchs stellen und dadurch eine durchgängige unterschwellige Sexualisierung der Vater-Tochter-Beziehung im Raum steht, wenn schließlich das geforderte Pfund Fleisch (im Kaufmann von Venedig: ein Herz) sich auf die Vorhaut eines Mannes fokussiert und letztlich zum Zentrum des Romans wird ohne dass die Handlung dann noch großartig vorangetrieben wird - dann muss ich sagen: Sex ödet an. Intellektuelles Vorhaut-Geplänkel: nein danke.

Zwei Sterne vergebe ich dennoch, denn ich muss dem Roman zugute halten, dass ich das Original 'Der Kaufmann von Venedig' bislang nicht kenne. Zwar wird durch kursiv gehaltene Passagen deutlich, wenn etwas aus dem Originaltext zitiert wird, doch denke ich, dass mir ohne die Vorkenntnis sicherlich etliche Andeutungen und Parallelen entgangen sind.

Selten war ich jedenfalls so froh, ein Buch endlich beendet zu haben. Lust aufs Original habe ich derzeit keine, aber demnächst versuche ich mich an einem anderen Werk des Hogarth Shakespeare-Projektes. Ich hoffe sehr, dass mich der andere Roman dann mehr überzeugen kann!


© Parden


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Die Bücher des Hogarth Shakespeare-Projektes:
Margaret Atwood: Der Sturm Tracy Chevalier: Othello Gillian Flynn: Hamlet Howard Jacobson: Der Kaufmann von Venedig Jo Nesbo: Macbeth Edward St. Aubyn: König Lear Anne Tyler: Der Widerspenstigen Zähmung Jeanette Winterson: Das Wintermärchen

Kommentare: 5
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Rezension zu "Shylock" von Howard Jacobson

Absolut schwere Kost
Xanakavor 9 Monaten

Angelehnt an "Der Kaufmann von Venedig" von William Shakespeare wird hier die Geschichte in ein der heutigen Zeit noch einmal erzählt. 

Die Story klingt erst einmal interessant. Der reiche jüdische Kunstsammler Strulowitsch aus Manchaster hat Sorgen. Seine frühreife Tochter Beatrice ist in die Kreise von Plurabelle einer jungen, sehr reichen leichtlebigen Erbin geraten. Dort lernt sie auch noch den sehr viel älteren Fußballer Howsome kennen, der sich sofort in das junge Mädchen verliebt. Das kann Strulowitsch so nicht akzeptieren.

Eigentlich eine Thematik, wie sie auch im Leben stattfinden könnte. Die Konflikte, die daraus entstehen sind bestimmt lesenswert. Allerdings hat der Autor hier für mich schwer verdauliche Kost geschaffen. Er springt in der Handlung hin und her, es fiel mir schwer den eigentlichen Faden zu finden. Es gibt auch hier ausgesprochen schöne Textpassagen, die ich mir markiert habe. Sie sind einfach zu schön. Einige Dinge waren mir während des Lesens unklar und sie sind mir bis zum Schluss auch nicht klarer geworden. Wahrscheinlich fehlte mir hier der Bezug zu Shakespeare.

Wer sich gern mit Shakespeare beschäftigen möchte, der kann sich hier gern ein eigenes Urteil bilden. Von mir gibt es nur zwei Lesesterne.

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Gespräche aus der Community

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Liebe Lovelybooks-LeserInnen,

wer hat Lust auf eine gnadenlose Satire über Donald Trump des englischen Booker-Preisträgers Howard Jacobson?

Howard Jacobson erzählt die Geschichte eines Zöglings, der am liebsten ohne Ton fernsieht und erhebliche Schwierigkeiten mit dem gesprochenen und geschriebenen Wort hat. Wie soll er die Macht in der friedlichen Republik Urbs-Ludus übernehmen und politische Karriere machen, für die ihn seine Eltern vorgesehen haben? Doch die Eltern geben nicht auf und schicken Prinz Fracassus mit seinen Lehrern auf Reisen, auf denen er aktuelle Politiker kennenlernt.
Als er endlich lernt zu twittern, ist seine Karriere schon auf dem besten Weg...

»Das ist gedruckte eiskalte Rache.«
Washington Post

»Das ist erstklassig geschrieben, maskiert als satirisches Denkspiel… Es ist, um den Titel von Jacobsons eigener Untersuchung über die Komödie zu zitieren, ernsthaft komisch.«
The Times



»Pussy bietet viele ästhetische Freuden. Obwohl Trump’s Präsidentschaft ein Quell andauernder Ängste ist, so gehört zu ihren wenigen Vorteilen, dass sie einen unserer besten komischen Autoren dazu gebracht hat, eine elegant wilde Satire zu schreiben über einen Mann, der sich jeder Satire entzieht.«
The Guardian


>> hier ist der Link zum Buch mit Leseprobe

Wer das spannend findet, darf sich gerne für das Buch bewerben! Der Schluss der Bewerbung ist 6.02.

Viel Glück!

Euer Verlag Klett-Cotta









Zur Leserunde
Liebe Leser,
Im Februar möchten wir euch das zweite Buch unserer neuen Hogarth Shakespeare-Reihe vorstellen:

Shylock is my Name von Howard Jacobsen

Bei Hogarth Shakespeare werden einige „Shakespeare Plays“ von etablierten Autoren in die heutige Zeit versetzt. 

Howard Jacobsen kennt der ein oder andere vielleicht schon durch seine Bücher Die Finkler Frage oder J. Bei Shylock is My Name erzählt er die Geschichte vom Kaufmann von Venedig – nur ein bisschen anders.

Wir sind gespannt was ihr davon haltet und bieten deshalb wieder 25 Leseexemplare an.

DAS BUCH

‘Who is this guy, Dad? What is he doing here?’ 

With an absent wife and a daughter going off the rails, wealthy art collector and philanthropist Simon Strulovitch is in need someone to talk to. So when he meets Shylock at a cemetery in Cheshire’s Golden Triangle, he invites him back to his house. It’s the beginning of a remarkable friendship.

Elsewhere in the Golden Triangle, the rich, manipulative Plurabelle (aka Anna Livia Plurabelle Cleopatra A Thing of Beauty is a Joy Forever Christine) is the face of her own TV series, existing in a bubble of plastic surgery and lavish parties. She shares prejudices and a barbed sense of humour with her loyal friend D’Anton, whose attempts to play Cupid involve Strulovitch’s daughter – and put a pound of flesh on the line.

Howard Jacobson’s version of The Merchant of Venice bends time to its own advantage as it asks what it means to be a father, a Jew and a merciful human being in the modern world.

DER AUTOR

Howard Jacobson won the Bollinger Everyman Wodehouse award in 2000 for The Mighty Walzer and then again in 2013 for Zoo Time. In 2010 he won the Man Booker Prize for The Finkler Question and was also shortlisted for the prize in 2013 for his most recent novel, J. He has written fourteen novels and five works of non-fiction.

HIER GEHT ES ZUR LESEPROBE

Jetzt heißt es bewerben, warten und English Breakfast Tea trinken! Der Lostopf wird dann wieder entscheiden.

Viel Erfolg und liebe Grüße aus London,

Svenja
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Howard Jacobson wurde am 24. August 1942 in Manchester (Vereinigtes Königreich) geboren.

Community-Statistik

in 152 Bibliotheken

auf 22 Wunschlisten

von 6 Lesern aktuell gelesen

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