Howard Jacobson Die Finkler-Frage

(10)

Lovelybooks Bewertung

  • 12 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(3)
(2)
(4)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die Finkler-Frage“ von Howard Jacobson

Von Männerfreundschaft, Liebe, Sex, Tod – und was es bedeutet, jüdisch zu sein. Julian Tresloves Leben ist ein Scherbenhaufen. Gescheitert als Redakteur der BBC, gescheitert in seinen Beziehungen zu Frauen, gescheitert als Vater seiner zwei Söhne. Eines Abends wird Treslove Opfer eines Überfalls und glaubt zu hören, wie die Angreiferin ihn als Juden beschimpft – und ist auf perverse Art glücklich. Endlich gehört er irgendwo dazu. Was nur werden seine beiden Freunde zu diesem Gesinnungswandel sagen? Beide sind Juden und wären es lieber nicht …

Stöbern in Romane

Töte mich

Ein tiefgründiger, kurzweiliger und humorvoller Roman mit exzentrischen Caraktheren.

dermoerderistimmerdergaertner

Hotel Laguna

Eine literarische Familienreise in das schöne Mallorca. Gewürzt mit Kritik am Massentourismus

rallus

Und jetzt auch noch Liebe

Emma ist arbeitslos, schwanger und von Vater getrennt. Als sie Joe kennenlernt.Dieser steht vor der Hochzeit.Eine amüsante Zeit beginnt.

Nina_Sollorz-Wagner

Der Brief

Starker Anfang, lasches Ende

baroki

Was man von hier aus sehen kann

Wortgewandt, bildhaft, berührend und voller Humor. Ein Buch über die Liebe, das Leben und den Tod und eine außergewöhnliche Gemeinschaft.

Seehase1977

Dann schlaf auch du

Eine Geschichte, die einem atemlos zurückläßt, grandios erzählt.

dicketilla

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Leserunde zu "Shylock is My Name" von Howard Jacobson

    Shylock is My Name
    PenguinRandomHouseUK

    PenguinRandomHouseUK

    Liebe Leser, Im Februar möchten wir euch das zweite Buch unserer neuen Hogarth Shakespeare-Reihe vorstellen: Shylock is my Name von Howard Jacobsen Bei Hogarth Shakespeare werden einige „Shakespeare Plays“ von etablierten Autoren in die heutige Zeit versetzt.  Howard Jacobsen kennt der ein oder andere vielleicht schon durch seine Bücher Die Finkler Frage oder J. Bei Shylock is My Name erzählt er die Geschichte vom Kaufmann von Venedig – nur ein bisschen anders. Wir sind gespannt was ihr davon haltet und bieten deshalb wieder 25 Leseexemplare an. DAS BUCH ‘Who is this guy, Dad? What is he doing here?’  With an absent wife and a daughter going off the rails, wealthy art collector and philanthropist Simon Strulovitch is in need someone to talk to. So when he meets Shylock at a cemetery in Cheshire’s Golden Triangle, he invites him back to his house. It’s the beginning of a remarkable friendship. Elsewhere in the Golden Triangle, the rich, manipulative Plurabelle (aka Anna Livia Plurabelle Cleopatra A Thing of Beauty is a Joy Forever Christine) is the face of her own TV series, existing in a bubble of plastic surgery and lavish parties. She shares prejudices and a barbed sense of humour with her loyal friend D’Anton, whose attempts to play Cupid involve Strulovitch’s daughter – and put a pound of flesh on the line. Howard Jacobson’s version of The Merchant of Venice bends time to its own advantage as it asks what it means to be a father, a Jew and a merciful human being in the modern world. DER AUTOR Howard Jacobson won the Bollinger Everyman Wodehouse award in 2000 for The Mighty Walzer and then again in 2013 for Zoo Time. In 2010 he won the Man Booker Prize for The Finkler Question and was also shortlisted for the prize in 2013 for his most recent novel, J. He has written fourteen novels and five works of non-fiction. HIER GEHT ES ZUR LESEPROBE Jetzt heißt es bewerben, warten und English Breakfast Tea trinken! Der Lostopf wird dann wieder entscheiden. Viel Erfolg und liebe Grüße aus London, Svenja

    Mehr
    • 370
  • Rezension zu "Die Finkler-Frage" von Howard Jacobson

    Die Finkler-Frage
    Clari

    Clari

    29. September 2011 um 19:10

    Ein Männertrio und Glaubensfragen.... Was hat es denn nun mit der Judenfrage - und Zugehörigkeit auf sich? In einer langen Abhandlung versucht Howard Jacobson eine Antwort darauf zu finden. Er berichtet von den Schattierungen einer Religionszugehörigkeit, die vielen Menschen Leid und anderen Glück zu bringen scheint. Mit Witz und Humor und leiser Selbstironie erscheint der Hauptakteur in Gestalt des Nichtjuden Julian Treslove, der so recht im Leben nicht auf die Beine kommen kann. Gescheitert als Redakteur der BBC und gescheitert als Vater seiner Söhne stellt er sich den großen Fragen des Lebens: Glaube, Glück, Liebe und Familienleben. Er ist etwa 50 Jahre alt und erlebt im Zusammensein mit seinen beiden jüdischen Freunden Libor und Sam Aussagen über jüdisches Leben, die ihn faszinieren und fragt sich, ob nicht auch er sein Glück als Jude finden könnte. Melancholisch und mit einer Neigung zur Tragödie scheint er der Verlierer des Trios zu sein. Nach einem Überfall durch eine Frau, die ihn vermeintlich “Jud“ beschimpft hat, lässt ihn die Frage nach seiner Identität überhaupt nicht mehr los. Seine zwei Freunde sind Witwer. Libor, der aus Tschechien stammt und sehr alt ist, und Sam Finkler, sein ehemaliger Schulfreund, bieten genügend Möglichkeiten, sich in Gesprächen über das Leben, die Liebe, den Glauben, die Misere des Alltags und das Glück auszulassen. Libor und Sam beklagen den Tod ihrer Frauen, denn offensichtlich ging es ihnen gut in ihren Ehen. Treslove hingegen hat es noch nie länger mit einer Frau ausgehalten. Bei seiner Suche nach einer glücklicheren Identität gelingen ihm tiefe Einblicke in die Geflogenheiten jüdischen Lebens. Das Für und Wider des Judentums, seiner Rituale, Feiern und Gebräuche bestimmen weitgehend die Handlung dieses fulminanten Romans. Dass Julian am Ende eine warmherzige Jüdin zu Freundin hat, die ihm gelegentlich den Kopf zurecht setzt, bietet neuerdings vielfältige Möglichkeiten, jüdischen Humor und jüdisches Denken kennen zu lernen. Hintergründig und launig, komisch und melancholisch sind die wechselnden Stimmungen, mit denen wir in dem Roman von Howard Jacobson konfrontiert werden. Sex, Frauen und das Judentum bewegen die drei Protagonisten bei ihren zahlreichen Gesprächen. Ein wenig Neid und Eifersucht sind die pikanten Zutaten, mit denen uns der Autor zu höchsten Unterhaltungsfreuden führt. Die Geschichte ist mit trockenem Humor abgehandelt und bietet vielschichtige Facetten des menschlichen Miteinanders. Begleitet werden die Ausführungen von Auswüchsen, wie man sie im anbiedernden Philosemitismus findet. In dieser ehrlichen und bei aller Komik auch ernsten Abhandlung darf der Hinweis auf typische antisemitische Handlungen nicht fehlen, die in fast dialektischer Art und Weise aufgezeigt werden. Einmal mehr lernt man mit diesem Roman einen herausragenden großen englischsprachigen Erzähler kennen, der,1942 in Manchester/ England geboren, zu lange auf sein Entdeckwerden warten musste. Howard Jacobson kann sich durchaus mit Autoren wie Jonathan Franzen, Philipp Roth und Jonathan S. Foer, der ihn neu entdeckt hat, und vielen anderen mehr messen. Die Übersetzung von Bernhard Robben lässt leider an einigen Stellen zu wünschen übrig.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Finkler-Frage" von Howard Jacobson

    Die Finkler-Frage
    lokoschade

    lokoschade

    28. September 2011 um 12:06

    Gebundene Ausgabe: 448 Seiten Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (12. September 2011) ISBN: 978-3421045232 Originaltitel: The Finkler Question Preis: € 22,99 Pressestimmen »Oszillierend zwischen Komik und Trauer, Selbstironie und Selbstoffenbarung und voller Sprachwitz, beweist Jacobson, dass sich Komik und Größe literarisch keineswegs ausschließen.« (FAZ, 01.08.2011 ) "Ein wahrhaft Großer! Ein herausragender Autor!" (Jonathan Safran Foer ) "Brillant! Howard Jacobson ist der bedeutendste lebende Autor Großbritanniens!" (Mail on Sunday ) Kurzbeschreibung Julian Tresloves Leben ist ein Scherbenhaufen. Gescheitert als Redakteur der BBC, gescheitert in seinen Beziehungen zu Frauen, gescheitert als Vater seiner zwei Söhne. Eines Abends wird Treslove Opfer eines Überfalls und glaubt zu hören, wie die Angreiferin ihn als Juden beschimpft – und ist auf perverse Art glücklich. Endlich gehört er irgendwo dazu. Was nur werden seine beiden Freunde zu diesem Gesinnungswandel sagen? Beide sind Juden und wären es lieber nicht … Von Männerfreundschaft, Liebe, Sex, Tod, und was es bedeutet, jüdisch zu sein – sprachlich raffiniert nimmt Howard Jacobson die Obsessionen unserer Zeit ins Visier und hat mit „Die Finkler-Frage” einen beißend-klugen und dabei hochkomischen Gegenwartsroman geschrieben. Meine Meinung: Drei Männer und die ewige Diskussion über Sex, Freundschaft, Frauen, Tod. Julian Treslove ist kein depressiver Mann; er hat einfach nur den Hang die Dinge etwas pessimistischer zu sehen als andere und daher kreisen seine Gedanken ständig um Themen wie das Leben im Allgemeinen, den Tod, das Glück. Während seine Kollegen bei der BBC die Karriereleiter unaufhaltsam erklimmen, bleibt er stehen. Sein Gerede von Trauer und Verlust mag niemand so recht verstehen. Libor Sevcik, fast 90jährig, Böhmen entronnen (Gott sei Dank)ist der Meinung dass es sich nur in England oder Amerika zu leben lohnt. Nun ist er, nachdem er 40 Jahre mit Malkie verheiratet war, Witwer. Wofür lohnt es sich jetzt noch zu leben? Ein Mann der davon überzeugt ist, dass man für Glück einen weitaus grausameren Preis bezahlen muss als für dessen Gegenteil. Sam Finkler, der Dritte im Bunde, inzwischen auch Witwer und mit Julian Treslove zusammen zur Schule gegangen, ist der Meinung Monogamie ließe sich nicht mit der Natur des Mannes vereinbaren und hat immer wieder Affären (seine Frau weiß davon). "Einem Mann steht es frei, mit seinem Körper zu tun, was ihm beliebt, solange er dabei nicht seine Familie in die Armut treibt oder sie infiziert"..... Im abendlichen London wird Julian dann auf dem Heimweg, nachdem er sich mit Libor und Sam getroffen hatte, von einer Frau überfallen. Von einer Frau! Ausgerechnet! War es Zufall oder eine der Frauen die ihn hasste, weil er sie noch unglücklicher machte als sie eh schon war? War es eine Verwechslung? Hat er antisemitische Äußerungen gehört? Ja, ganz sicher! Dieser Überfall ändert alles. Plötzlich fühlt er sich zugehörig und in seinen Bemühungen jüdisch zu denken und zu fühlen benimmt er sich jüdischer als seine beiden Freunde es jemals waren. Er lernt Hephzibah kennen. Sie entspricht überhaupt nicht seinem Frauenbild, ist aber so jüdisch dass ihm fast "das Herz schmilzt". Warum möchte er jüdisch sein? Weil er darin den direkten Weg in die Katastrophe sieht? Howard Jacobsen geht der "Finkler-Frage" mit Ironie, Wortspielereien und Witz auf die Spur dass es eine wahre Freude ist. Bei dieser Suche nach Identität habe ich mich köstlich unterhalten und kann das Buch wirklich jedem empfehlen der tragischkomische Geschichten mag.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Finkler-Frage" von Howard Jacobson

    Die Finkler-Frage
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    13. September 2011 um 12:12

    Der Autor des vorliegenden, in England 2010 mit dem Booker-Preis ausgezeichneten Romans, Howard Jacobson, stammt aus einer jüdischen Familie und fühlt sich gewissen jüdischen Traditionen und der Geschichte der Juden verbunden. In „Die Finkler-Frage“ taucht er tief hinein in das jüdische Leben in England, und erzählt eine Geschichte, die lustig und ernst zugleich, voller Tragikomik steckt. Der Roman erfasst einen nicht näher genannten Zeitraum von einigen Jahren mit etlichen Rückblicken aus der Sicht seiner Protagonisten, dreier Männer, zwei davon Juden, und einer, der es gerne sein möchte. Da ist der alte, aus der CSSR stammende Jude Libor Sevcik, fast neunzig Jahre alt und ehemaliger BBC Journalist. Er war über vierzig Jahre mit seiner Frau Malkie verheiratet, die für ihn eine glänzende Karriere als Konzertpianistin aufgab. Als Malkie nach unheilbarer Krankheit stirbt, bricht für Libor eine Welt zusammen, die er dadurch aufrechtzuerhalten sucht, dass er Schuberts „Impromptus“ spielen lernt. Vor ihrem Tod hatten die beiden mit dem Gedanken gespielt, gemeinsam vom Bitchie Head zu springen, „aber Malkie meinte, ich sei zu leicht, also würde ich bestimmt nicht gleichzeitig mit ihr im Meer landen. Und ihr gefiel die Vorstellung nicht, im Wasser auf mich warten zu müssen.“ Das Buch ist auf über 400 Seiten voll von solchem Humor. Der zweite Protagonist ist der Jude Sam (Samuel) Finkler, ein erfolgreicher und in den Medien permanent präsenter Philosoph, der aber große Probleme hat mit der Politik des Staates Israel und sich deshalb schämt, ein Jude zu sein. Mit anderen, denen es ähnlich geht, gründet er die sogenannten ASCHandjiddn, unter denen es aber wiederum die heftigsten Auseinandersetzungen um Detailfragen gibt. Nie sind sie sich einig und selten gefeit vor unwillkommener Zustimmung von Antisemiten. Als die sie sich übrigens fast täglich selbst gegenseitig beschimpfen. Sam Finkler ist verheiratet mit Tyler, die für ihn zum Judentum konvertiert und über seine antijüdischen Aktivitäten entsetzt ist. Sam Finkler ist mit dem dritten im Bunde, Julian Treslove über viele Jahre in die Schule gegangen und sie sind nach wie vor befreundet. Auch deshalb, weil Julian über viele Jahre bei der BBC gearbeitet hat, wo, wie er findet, unverhältnismäßig viele Juden sich tummeln. Doch die waren es nicht, die zum Ende seiner dortigen Tätigkeit als Journalist führten. Mittlerweile verdient er sein Geld bei einer Agentur, die ihn als Doppelgänger berühmter Personen vermietet. Treslove hat irgendwann mit der schon von ihrer Krankheit gezeichneten Tyler eine sexuelle Affäre und ist ganz enttäuscht, als er erfährt, dass sie gar keine „richtige“ Jüdin ist. Der Roman beginnt mit einer Szene, die das Leben von Julian Treslove verändern wird. In einer Einfahrt wird er von einer Frau überfallen und ausgeraubt, und, je länger je mehr, ist er sich sicher, dass diese Frau zu ihm gesagt hat: „Du Jud.“ Seit langem fühlt sich Julian Treslove, der in zahllosen Beziehungen immer schnell gescheitert ist und auch als Vater zweier Söhne nicht gerade überzeugt, wieder glücklich. Endlich glaubt er dazu zu gehören. Er fragt sich, was wohl seine beiden Freunde Finkler und Tibor zu seinem Bedürfnis sagen werden, ein Jude zu sein, Juden, die alles dafür gäben, keine zu sein, Howard Jacobson schildert mit vielen ironischen Stilmitteln sowohl die innerjüdischen Debatten um Identität, Israel, die Palästinenser, den Holocaust und „den HERRN“, als auch in der Person von Julian Treslove eine auch bei etlichen dem Judentum affinen Menschen bei uns eigene Sehnsucht nach dem Jüdischsein. Da hören wir von skurrilen Debatten im Kreise der ASCHandjiddn, lesen über die Frage , ob die jüdische Sitte der Beschneidung das sexuelle Verlangen nun steigert oder hemmt, einem jüdischen Blogger, der durch manuelle Stimulation seine entfernte Vorhaut wieder hochziehen will, und immer wieder köstliche Dialoge, die oft in nichts anderem bestehen als in Fragen und Gegenfragen. „Die Finkler-Frage“, so nennt Julian Treslove für sich die Frage nach seinem Jüdischsein, ist ein unterhaltsamer Roman, den man nicht mehr aus der Hand legen will. Der Roman ist ein interessanter Beitrag zu einer sowohl innerjüdischen als auch gesamtgesellschaftlichen Debatte zu dem ewigen Thema Israel und die Palästinenser. Aber er ist auch -ganz unpolitisch- ein bewegender und tragikomischer Roman über das Leben dreier Männer, über den Sex und das Altwerden und letztlich über den Tod. Ich wünsche dem Roman in Deutschland einen großen Erfolg.

    Mehr