Howard Jacobson Shylock is My Name

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Inhaltsangabe zu „Shylock is My Name“ von Howard Jacobson

‘Who is this guy, Dad? What is he doing here?’

With an absent wife and a daughter going off the rails, wealthy art collector and philanthropist Simon Strulovitch is in need someone to talk to. So when he meets Shylock at a cemetery in Cheshire’s Golden Triangle, he invites him back to his house. It’s the beginning of a remarkable friendship.

Elsewhere in the Golden Triangle, the rich, manipulative Plurabelle (aka Anna Livia Plurabelle Cleopatra A Thing of Beauty is a Joy Forever Christine) is the face of her own TV series, existing in a bubble of plastic surgery and lavish parties. She shares prejudices and a barbed sense of humour with her loyal friend D’Anton, whose attempts to play Cupid involve Strulovitch’s daughter – and put a pound of flesh on the line.

Howard Jacobson’s version of The Merchant of Venice bends time to its own advantage as it asks what it means to be a father, a Jew and a merciful human being in the modern world.

Sperrig, sehr extrem, nicht jedermanns Geschmack, aber sicher nicht banal!

— danielamariaursula

Sehr anspruchsvoll und schön geschrieben. Durchhaltevermögen muss jedoch aufzuweisen sein.

— dreamsbyari

Fragte mich oft ob überhaupt auf englisch geschrieben wurde.

— Fanni99

Anspruchsvoll aber auch beisterungsfähig nimmt uns Jacobson mit zurück zu Shakespeare in der heutigen Zeit

— Klene123

Eine anspruchsvolle und anstrengende, aber dennoch lesenswerte Adaption.

— Jashrin

Weltliteratur, fortgeschrieben von der Renaissance bis in die Gegenwart, ein Buch, das das Leben seiner Leser begleiten kann.

— Joachim_Tiele

Sehr interessante Adaption von Shakespeares "Merchant of Venice". Wahrscheinlich noch besser, wenn man das Original kennt.

— Kaiaiai

Anspruchsvoller Roman, der sich an Shakespeares "Kaufmann von Venedig" anlehnt.

— Mrs_Nanny_Ogg

Leider hat es mir nicht so gut gefallen, wie ich es mir gewünscht hätte.

— Cattie

Ein bisschen zu viel und doch zu wenig! Das Buch hat meinen Geschmack leider nicht getroffen.

— jasimaus123

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

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    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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  • Howard Jacobson - Shylock is my Name

    Shylock is My Name

    miss_mesmerized

    24. July 2016 um 18:29

    Kunstsammler Simon Strulovitch ist am Verzweifeln. Nicht nur dass seine Frau schwerkrank ist, macht ihm seine Tochter Beatrice auch nur Probleme. Schon in jungen Jahren hat sie Männern reihenweise den Kopf verdreht und nun droht sie mit einem Fußballer durchzubrennen. Rat sucht er bei Shylock, den er zufällig auf dem Friedhof kennenlernte und zu sich einlädt. Derweil kämpf in einem anderen Stadtteil Londons D’Anton damit, der liebenswürdigen, aber leider ziemlich falschen Pluralbelle (aka Anna Livia Plurabelle Cleopatra A Thing of Beauty is a Joy Forever Christine) alles recht zu machen und deren etwas dümmlichen Verlobten derart zu manipulieren, dass Plurabelle bei Laune bleibt. Als Beatrice samt Verlobtem im Haus auftauchen, wird D’Antons ohnehin schweres Leben noch eine Nummer komplizierter.Howard Jacobson hat Shakespeares Komödie „The Merchant of Venice“ neu interpretiert und in das London der Gegenwart verlegt. Einige der Figuren erkennt man leicht wieder, vor allem die Problematik des Judentums bzw. der Juden in einer christlichen Mehrheitsgesellschaft kommt auch in dieser Variante des Sujets sehr gut zum Vorschein, aber alles in allem hat mich der Roman mehr verwirrt als überzeugt. Herrliche Dialoge können über die schwache Grundgeschichte nicht hinwegtäuschen, ebenso sind die Figuren derart überzeichnet, dass es nur wenig an ihnen zu entdecken gibt an Facetten und Schattierungen, die sich erst im Laufe der Handlung hätten zeigen können. Es bleibt bei einem interessanten Ansatz, der bei mir jedoch nicht angekommen ist.

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  • Shylock

    Shylock is My Name

    Yuina

    16. June 2016 um 13:24

    Simon Strulovitch, Kunstsammler und seines Zeichens Jude, trifft auf einem Friedhof Shylock, der sich gerade mit seiner verstorbenen Frau unterhält und klagt diesem die Sorge um seine Tochter Beatrice, die sich seiner Meinung nach mit den falschen Leuten eingelassen hat. Ihren Liebhaber will er sogar zur Konvertierung zum Judentum überreden, was schlussendlich zu einer Wette um eine Beschneidungs-Operation führt. Eine moderne Fassung von Shakespeares Kaufmann von Venedig soll das Buch sein – bis auf wenige Anspielungen ist davon jedoch kaum etwas wiederzuerkennen. Besonders die Tatsache, dass Shakespeare direkt erwähnt wird, wirkt äußerst befremdlich, die modernen Pendants einfach abgeschwächt. Der Schreibstil ist anspruchsvoll, aber nicht zu anspruchsvoll und daher auch für fortgeschrittene Lerner der englischen Sprache noch gut verständlich. Dafür ist die Sprache leider sehr trocken gehalten und bereitet wenig Freude beim Lesen. Die Dialoge plätschern nur so dahin, ohne dass etwas Bedeutendes geschieht und auch die Charaktere beginnen einen sehr bald zu langweilen oder aber zu nerven: Es wirkt so, als können die Hauptcharaktere sich bloß über die Religion identifizieren – allein das Judentum in all seinen Facetten steht im Mittelpunkt des Buches, was in dieser Art der Darstellung leider völlig einschläfernd und außerdem stark überdosiert auf den Leser wirkt. Viel mehr gibt es zu diesem Buch auch leider nicht zu sagen. Ich hatte hohe Erwartungen an diesen Roman und wurde bitter enttäuscht, als das Lesen zu einer einzigen Qual wurde, weshalb ich das Buch leider überhaupt nicht weiterempfehlen kann.

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  • Leserunde zu "Shylock is My Name" von Howard Jacobson

    Shylock is My Name

    PenguinRandomHouseUK

    Liebe Leser, Im Februar möchten wir euch das zweite Buch unserer neuen Hogarth Shakespeare-Reihe vorstellen: Shylock is my Name von Howard Jacobsen Bei Hogarth Shakespeare werden einige „Shakespeare Plays“ von etablierten Autoren in die heutige Zeit versetzt.  Howard Jacobsen kennt der ein oder andere vielleicht schon durch seine Bücher Die Finkler Frage oder J. Bei Shylock is My Name erzählt er die Geschichte vom Kaufmann von Venedig – nur ein bisschen anders. Wir sind gespannt was ihr davon haltet und bieten deshalb wieder 25 Leseexemplare an. DAS BUCH ‘Who is this guy, Dad? What is he doing here?’  With an absent wife and a daughter going off the rails, wealthy art collector and philanthropist Simon Strulovitch is in need someone to talk to. So when he meets Shylock at a cemetery in Cheshire’s Golden Triangle, he invites him back to his house. It’s the beginning of a remarkable friendship. Elsewhere in the Golden Triangle, the rich, manipulative Plurabelle (aka Anna Livia Plurabelle Cleopatra A Thing of Beauty is a Joy Forever Christine) is the face of her own TV series, existing in a bubble of plastic surgery and lavish parties. She shares prejudices and a barbed sense of humour with her loyal friend D’Anton, whose attempts to play Cupid involve Strulovitch’s daughter – and put a pound of flesh on the line. Howard Jacobson’s version of The Merchant of Venice bends time to its own advantage as it asks what it means to be a father, a Jew and a merciful human being in the modern world. DER AUTOR Howard Jacobson won the Bollinger Everyman Wodehouse award in 2000 for The Mighty Walzer and then again in 2013 for Zoo Time. In 2010 he won the Man Booker Prize for The Finkler Question and was also shortlisted for the prize in 2013 for his most recent novel, J. He has written fourteen novels and five works of non-fiction. HIER GEHT ES ZUR LESEPROBE Jetzt heißt es bewerben, warten und English Breakfast Tea trinken! Der Lostopf wird dann wieder entscheiden. Viel Erfolg und liebe Grüße aus London, Svenja

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    • 370
  • Das Vorbild mochte ich lieber!

    Shylock is My Name

    danielamariaursula

    07. June 2016 um 20:38

    Tja, diese Rezension wird eine Herausforderung, denn ich empfand das Buch als sehr sperrig. Hatte ich den merchant of venice, der die Vorlage für diese Auftragsarbeit ist, im Unterricht sehr gerne gelesen, nachdem ich entdeckte, weshalb wir die Oxford-Uni-Ausgabe verwendeten, fehlte mir eine derartige Aufarbeitung für dieses Buch leider, auch wenn einige Beiträge in der Leserunde sehr hilfreich und erhellend waren. Tja, worum geht’s auf einem Friedhof im Goldenen Dreieck im Norden Englands trifft der reiche Kunstmäzen Strulovich auf den orthodoxen Shylock, der am Grab seiner Frau Leah Zwiesprache mit ihr hält. Nach einem Verrat ihrer gemeinsamen Tochter, ist das Grab seine einzige Ansprache. Fasziniert nimmt Strulovich ihn mit in sein Haus, wo seine eigene Frau nach einem Schlaganfall in ihrem eigenen Körper gefangen ist und seine minderjährige Tochter Beatrice meist seinen Anblick nicht ertragen kann. In unmittelbarer Nachbarschaft, aber in anderen reichen Kreisen lebt die schönheitschirugisch optimierte Plurabelle (kurz für Anna Livia Plurabelle Cleopatra a Thing of Beauty is a Joy Forever Christine), die der strahlende Stern in ihrer eigenen Verkupplungs-realitiy-show ist. Gemeinsam mit ihrem mondänen schwulen-besten-Freund D’Anton amüsiert sie sich über ihre zahlreichen Verehrer und versucht vergeblich ihre innere Leere zu füllen. Da scheint es ihr eine unterhaltsame Abwechslung zu sein, die junge jüdischstämmige Beatrice mit dem geistig schlichten drittklassigen Fußballer mit Naziruf zu verkuppeln…. So sperrig wie Plurabelles Name, ist auch die Geschichte und für mich auch die Sprache. Viele andere in der Leserunde waren gerade von der poetischen Sprache angetan. Ich dachte jedoch oft genug: bitte komm mal auf den Punkt. Als Lektor hätte ich radikal gekürzt. Für meinen Geschmack wurde gerade zu Beginn des Buches zu viel lamentiert. Die Personen waren mir zu extrem, zu krass, einfach nicht von dieser Welt. Sympathisch war mir niemand wirklich. Manchmal mag ich extrem schräge Charaktere in Büchern, aber irgendwie kam bei mir kein Schmunzeln auf, ich konnte mich mit der Exaltiertheit von Plurabelle nicht verbünden und Shylock war mit zu hart und kalt. Irgendwie fehlte mir das neben aller Extreme Liebenswürdige. Wäre es kein Buch aus einer Leserunde gewesen, hätte ich es sehr früh abgebrochen, denn Freude am Lesen hatte ich keine. Dabei war das Buch nicht nur schlecht, es hatte zu Recht auch seine Liebhaber. Aber das Thema der Bedeutung ein jüdischer Vater zu sein, reißt mich nicht wirklich mit. Die Gedanken zu den Religionen und ihrem Verhältnis untereinander waren jedoch nicht uninteressant, aber bitte nicht immer und immer wieder. Bei aller Längen, war das Buch jedoch auch gespickt mit wirklich zitierwürdigen Gedanken. Und gerade diese intelligenten Überlegungen waren es, die für mich die Lektüre nicht zu einer reinen Zeitverschwendung machten, wenn es schon kein reines Vergnügen war. Da ich aber Lesen als Genuß empfinde, dieser bei diesem Buch jedoch nicht wirklich aufkommen wollte, kann ich diesem Werk allenfalls 2,5 Sterne geben, wegen der teilweise wirklich brilliant formulierten Gedanken aufgerundet auf 3 Sterne. Es ist ein Werk das spaltet und so hat es auch glühende Verehrer gefunden, wenn auch nicht in mir. Wer mal ein etwas anderes Buch sucht, und sicher ist, daß er sich auch von wirklich zähen Buchanfängen nicht schrecken läßt, vielleicht auch noch ein Vater einer Tochter aus einer Beziehung verschiedener Religionen und Kulturen ist, könnte sich hier durchaus gut aufgehoben fühlen.

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    • 3
  • Shakespeares "The Merchant of Venice" retold

    Shylock is My Name

    wolkenbruch

    07. April 2016 um 11:59

    "Shylock Is My Name" by Howard Jacobson is an adaptation of Shakespeares "The Merchant of Venice", relocated into our contemporary, post-modern world of plastic surgery and reality TV. Jewish art collector Simon Strulovitch, father of a precocious daughter named Beatrice, meets Shylock, another Jew, on a cemetery. While they negotiate their Jewish identities - and we learn that Jewishness is interpreted quite differently by them - in profound conversations with each other and while Simon expresses his fear of Beatrice running off with a non-Jew she is introduced to Gratan Howsome, a soccer player who is not only not Jewish, but also twice her age and, if that wasn't enough, known for his nazi salute on the field, by Plurabelle who hosts a reality TV show and D'Anton, close friend of Plurabelle and Beatrice's lecturer at college. In the course of the narrative, these remarkably distinct characters get interwoven with each other over the "pound of flesh" which, in Shakespeares original, is supposed to change hands and indeed did find a suitable equivalent in "Shylock Is My Name". Jacobson, in my opinion, did well in adapting Shakespeares famous play. The language of "Shylock is my name" is not only appealing but also highly sophisticated and by transferring rather dusty practices of the Jewish religion - on which an actually not-so pedantic Jew insists - into today's post-modern environment Jacobson created a humourous and ironic account of the material - with which the playwright would certainly have been pleased.

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  • Anwesenheit von Durchhaltevermögen ist notwendig

    Shylock is My Name

    dreamsbyari

    06. April 2016 um 11:53

    Inhalt ‘Who is this guy, Dad? What is he doing here?’ With an absent wife and a daughter going off the rails, wealthy art collector and philanthropist Simon Strulovitch is in need someone to talk to. So when he meets Shylock at a cemetery in Cheshire’s Golden Triangle, he invites him back to his house. It’s the beginning of a remarkable friendship. Elsewhere in the Golden Triangle, the rich, manipulative Plurabelle (aka Anna Livia Plurabelle Cleopatra A Thing of Beauty is a Joy Forever Christine) is the face of her own TV series, existing in a bubble of plastic surgery and lavish parties. She shares prejudices and a barbed sense of humour with her loyal friend D’Anton, whose attempts to play Cupid involve Strulovitch’s daughter – and put a pound of flesh on the line. Howard Jacobson’s version of The Merchant of Venice bends time to its own advantage as it asks what it means to be a father, a Jew and a merciful human being in the modern world. Meine Meinung Mir fiel der Einstieg sehr schwer. Ich habe Shakespears Original nicht gelesen, was mir einige Male zum Verhängnis geworden ist. Ich empfehle das Original zuerst zu lesen, damit der Inhalt klarer wird. Erstmals legte mir die Sprache einen Stein in den Weg. Obwohl sie meiner Meinung nach sehr schön geschrieben ist, ist der Anspruch sehr hoch. Ein Wörterbuch hat mir dabei geholfen dieses Problem aus der Welt zu schaffen, doch es ist sehr zeitaufwendig alle Wörter zu suchen und alles doppelt zu lesen. Die Handlung konnte mich nicht richtig fesseln. Strulovitch und Shylock führen stets die selben Dialoge, was auf den Leser langweilig wirkt und die Lust am Lesen ein wenig verdirbt. Die Charakteren konnte ich leider auch nicht groß in mein Herz schließen. Die Personen wirkten nicht sehr interessant, man konnte sie sich als Leser auch nicht gut vorstellen. Erst gegen Ende konnte ich in das Buch hineinfinden. Das Lesen fiel mir leichter und es geschahen interessante Dinge, welche teilweise auch amüsant dargestellt wurden. Wirklich schade, denn die vorherigen Kapitel zogen sich enorm in die Länge, was mein Durchhaltevermögen strapazierte. Einige Themen, welche in dem Buch behandelt werden, fand ich interessant und werden auch heute noch sehr ernst genommen.  Fazit Wer Mühe mit Englisch hat, dem ist das Buch nicht zu empfehlen. Wer aber bereit ist sich in das Buch hinein zu knien, wird das Buch bestimmt mögen. Das Buch greift interessante Themen auf, jedoch ist es sehr in die länge gezogen. Auf jeden Fall empfehle ich, das Original zu lesen. 

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  • Einfach nur Durchhalten

    Shylock is My Name

    Fanni99

    28. March 2016 um 16:45

    ‘Who is this guy, Dad? What is he doing here?’ With an absent wife and a daughter going off the rails, wealthy art collector and philanthropist Simon Strulovitch is in need someone to talk to. So when he meets Shylock at a cemetery in Cheshire’s Golden Triangle, he invites him back to his house. It’s the beginning of a remarkable friendship. Elsewhere in the Golden Triangle, the rich, manipulative Plurabelle (aka Anna Livia Plurabelle Cleopatra A Thing of Beauty is a Joy Forever Christine) is the face of her own TV series, existing in a bubble of plastic surgery and lavish parties. She shares prejudices and a barbed sense of humour with her loyal friend D’Anton, whose attempts to play Cupid involve Strulovitch’s daughter – and put a pound of flesh on the line. Howard Jacobson’s version of The Merchant of Venice bends time to its own advantage as it asks what it means to be a father, a Jew and a merciful human being in the modern world. Zunächst möchte ich erwähnen das ich Shakespeares variante nicht gelesen hatte bevor ich mit Howard Jacobsons Buch anfing. Ich würde es aber jedem empfehlen da sonst einige wichtige Informationen untergehen. Nichts desto trotz hat Jacobson einen neumodischen styl gefunden der sehr gut zu dieser Geschichte passt.  Was sich jedoch zu einem Problem herausstellte war das der englische Wortgebrauch, in diesem Buch, ein sehr hohes Niveau hatte. Für das Lesevergnügen würde das Buch also nur einen Stern bekommen da man manchmal ganze Seiten übersetzen musste um dem Kontext überhaupt annähernd zu verstehen. Inhaltlich gesehen war alles ein bisschen Farblos und die Erzählungen sprangen etwas zu schnell in der Geschichte herum. Außerdem konnten die sich immer wiederholenden Gesprächsthemen von Shylock und Strulovitch einen nicht begeistern. Sodass schnell einem das Gefühl kam nicht fertig zu werden, was ja auch stimmte der Seiten pro Stunden Durchschnitt war so niedrig das es fast schon peinlich ist. Fazit: Empfehlen würde ich das Buch denjenigen die selber von sich denken sie können perfekt englisch und denjenigen die ihren Wortschatz erweitern wollen. Andernfalls könnte es zum zweifeln an den eigenen Sprachkenntnissen kommen.  

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  • Eine komplizierte Nacherzählung von Shakespeares Original

    Shylock is My Name

    Lola1008

    28. March 2016 um 15:05

    Eine komplizierte Nacherzählung von Shakespeares OriginalMit "Shylock Is My Name" erzählt Howard Jacobson die Handlung von Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig" nach. Dabei spielen einige Personen und Themen eine zentrale Rolle. Strulovitch, die Hauptperson der Geschichte, kann es nicht fassen: Seine Tochter Beatrice hat sich in einen Christen verliebt! Und das obwohl sie Jüdin ist und ihr Angebeteter sich bisher nicht gerade von der besten Seite gezeigt hat. Auf einem Friedhof im Golden Triangle von Cheshire treffen Strulovitch und Shylock aufeinander. Kurzerhand lädt er Shylock zu sich nach Hause ein und er wird für ihn Diskussionspartner und auch Ratgeber. Zeitgleich versucht D’Anton seinen Freunden Barnaby und Gratan zu helfen, indem er ein Bild von Strulovitch ersteigern und Beatrice mit ihrem Geliebten zusammenbringen will. Dadurch knüpft er unbeabsichtigt und teils unfreiwillig eine Verbindung zu Strulovitch und Shylock, wodurch er in einen Pakt hineingezogen wird, der über alles entscheiden soll...Meine MeinungDa es schon wieder ein Weilchen her ist, dass ich ein englisches Buch gelesen habe, wollte ich mir mit "Shylock Is My Name" mal wieder etwas Gutes tun und bewarb mich bei einer Leserunde für das Werk. Leider muss ich gestehen, dass mich das Buch kaum bis gar nicht begeistern konnte. Ich muss zudem erwähnen, dass ich "Der Kaufmann von Venedig" leider nicht im Original gelesen habe, durch die Nacherzählung aber hoffte, einen ungefähren Blick auf die Geschichte zu bekommen.Die Probleme fingen bei mr schon bei der Sprache an. Der Autor springt schon am Anfang zwischen Präsens und Vergangenheit hin und her, was es für mich sehr schwierig machte, der Handlung wirklich folgen zu können. Immer wieder musste ich neu ansetzen und hatte das Gefühl, aus dem vorherigen Abschnitt nichts behalten zu haben. Dies führte dazu, dass ich diesen dann auch noch ein bis zwei Mal lesen musste, bis ich wirklich alles verstand. Trotzdem war dies nicht immer möglich und ich hatte des Öfteren ein Wörterbuch bei mir liegen, um verschiedene Worte nachzuschlagen, da sie sich mir auch im Kontext nicht wirklich erschließen konnte. Dieses Buch ist also definitiv nichts für Einsteiger oder Gelegenheitsleser, da man an vielen Ecken mit der Sprache aneckt und nicht wirklich versteht, was der Autor dem Leser überhaupt mitteilen will. Dadurch fiel es mir auch schwer, mir die Situationen vorzustellen, die der Autor beschrieb. Nie sah ich Shylock und Strulovitch wie sie sich miteinander unterhielten, noch konnte ich mir eine der anderen Szenerien wirklich gut projizieren. So saß ich also oft mit dem Buch auf dem Sofa, las zwar etwas über die Handlung, konnte aber nicht wirklich in sie hineingezogen werden. Das fand ich etwas schade und hätte mir erhofft, dass der Autor dies etwas besser löste. So wurden die Kapitel, die eigentlich relativ kurz gehalten waren auch zu einem absoluten Albtraum für mich und ich brauchte zwischenzeitlich 2-3 Tage um 20 Seiten in dem Buch zu lesen.Auch die Charaktere haben mir nicht wirklich zusagen können. Man bekommt zwar eine Einführung auf alle Haupt- und Nebenpersonen, ist aber zeitgleich so distanziert von diesen, dass auch diese nicht wie reale Personen wirken können. Man kann sie scih nur schwerlich vorstellen und sie wirken durch ihr immer gleiches Tun schnell langweilig und repetitiv auf den Leser. Dies war besonders bei Shylock und Strulovitch der Fall, die sich scheinbar nur über ihre "Jewishness" unterhalten konnten und kein anderes Thema fanden, über das sie sprechen wollten. Zudem fiel es mir schwer, die Namen der Personen zu behalten und den einzelnen Charakteren zuzuordnen, sowie die Beziehungen der Protagonisten zueinander mental festzuhalten. Ich benötigte fast das ganze Buch um mir endlich merken zu können, dass Leah und Shylock eine Tochter namens Jessica hatten, und dass Strulovitch, Kay und Beatrice zusammengehörten. Immer wieder verwechselte ich die Personen und musste mich daran erinnern, wer der- oder diejenige wieder war und was er oder sie in der Vergangenheit erlebt hatte. Einzig Plurabelles Geschichte fand ich zu anfang interessant und dachte, sie könnte ein Charakter sein, der dem Leser etwas näher gebracht wird, aber auch dies geschah nicht.Die Handlung selbst konnte mich nur gegen Ende fesseln; zu drei Vierteln bestand sie nämlich aus endlosen Dialogen zwischen Shylock und Strulovitch, die sich über das Jüdisch-Sein, das Christentum und den Antisemitismus unterhielten. Dies wirkte zwar besonders am Anfang sehr interessant, vor allem da es immer noch ein wichtiges und ernstzunehmendes Thema ist, nervte den Leser jedoch spätestens beim 5. Wiederaufgreifen dessen. Die beiden schienen keine anderen Themen auf Lager zu haben als ihre Religion, wodurch sich das Buch unheimlich für mich zog. Erst im letzten Drittel wurde die Geschichte endlich interessant, denn erst hier traten einige Plottwists auf und es wurde von der doch recht objektiven Erzählweise auf eine amüsante Darstellung der Ereignisse geschwenkt. So kam endlich etwas Leben in die Geschichte und es fiel mir leichter, Motivation für das Weiterlesen zu finden.Das Ende fand ich nur die Wendung betreffend überraschend. Alles, was drumherum passierte, konnte mich nicht wirklich fesseln und ich nahm es nach der Beendigung des Buches einfach so hin wie es war. Es ließ mich weder recht nachdenklich, noch besonders aufgeregt, sondern eher neutral und unbetroffen zurück. Somit war es für mich nur recht durchschnittlich und für mich nicht noch einmal lesenswert.FazitFür mich hat sich "Shylock Is My Name" leider zu einer richtigen Enttäuschung entpuppt. Die Distanz zu den Charakteren, die umständliche Sprache und die endlosen Dialoge über ein und dasselbe Thema haben nicht gerade meine Motivation gefördert, dieses Buch zu lesen. Vielleicht hätte ich es besser nachvollziehen können, wenn ich das Original von Shakespeare gelesen hätte. Wer gerne eine etwas kompliziertere Darstellung der Geschichte lesen möchte, kann ich dieses Buch empfehlen. Mich konnte es leider kaum bis gar nicht fesseln. Kein Charakter hat mir gefallen und die Handlung zieht sich extrem, bis es am Ende interessant wird und es endlich einmal zu einer überraschenden Wendung kommt. Da das Buch mir bis auf diesen letzten Aspekt nicht gefallen hat, bekommt "Shylock Is My Name" gerade noch 2 Sterne von mir.

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  • Modern shakespearean

    Shylock is My Name

    Klene123

    22. March 2016 um 11:11

    Howard Jacabson hat im Ramen der Hogarth Shakespeare-Reihe mit  „Shylock is my name“ das Buch von Shakespeare „Der Kaufmann von Venedig“ adaptiert und sich damit und auch uns nochmals die darin vorkommenden Fragen über Anitsemitismus, das Jüdisch-Sein und auch einfach die "religiöse Struktur" unserer Gesellschaft vor Augen geführt. Ich muss gleich zu Beginn sagen: es war sehr schwer reinzukommen, die Sprache ist sehr elaboriert und irgendwie schafft sie auch eine gewissen Distanz zum Leser. Was einem aber beim Original ja auch so geht, nur dass dort eben "alte" Sprache benutzt wird. Ich habe auch gleich zu Beginn gemerkt, das es von Vorteil ist "Den Kaufmann von Venedig" zu kennen, aber kein Muss, denn im Grunde kommt ihr des gleiche Rahmenverlauf zum Tragen.Man findet wenn man sich auf die Suche begibt zu jeder historischen Figur wohl auch eine moderne Figur im neuen Roman. Nur Shylock, der jüdische Kaufmann von Shakespeare´s Zeiten, taucht auch als er selbst im Jetzt auf. Hier jedoch weiß man manchmal nicht, ob als Gedankenspiel der Hauptfigur Strulovitch in der Gegenwart oder auch als echte Person selbst. Er redet manchmal nämlich nur und da kann man ihn auch hier und da als Strulovitch´s Gewissen ansehen. Dennoch tritt er auch mit den anderen Figuren teilweise in Kontakt und wird dadurch real. Es ist aber meines Erachtens gar nicht wirklich wichtig, wer real ist und wieso, denn die Dialoge sind grundsätzlich das was dieses Buch für mich ausmacht. Sie sind sehr tief aber dann auch wieder oberflächlich. Man ertrappt sich ratlos, in meinem Fall vor allem bei den jüdischen Themen zwischen Shylock und Strulovitch, aber auch mal irgendwie beschämt, weil man selbst merkt, dass es wohl wirklich so ist manchmal: die Welt ist geteilt. Obwohl man über die jüdischen Witze schon mal schmunzeln kann, dürfte man sie wohl weitererzählen?Shylock und Strulovitch erschaffen sich hier ein ganzes Universum, das sie von den Anderen abgrenzen, obwohl sie selbst sich auch voneinander abgrenzen wollen. Und da kommt man von der geteilten Welt dann doch zu den fließenden Übergängen, die wir in unserem täglichen Umgang im Miteinander haben. Ich bin Strulovitch gerne, im verzweifelten Versuch seine Tochter zurückzubekommen, gefolgt. Obwohl man ja wusste wie die Geschichte eigentlich endet, endet sie doch nicht so genau wie erwartet. Fazit:Ich hab das Buch genossen, auch wenn ich hier und da mal Verständnisprobleme hatte und dadurch mehr Pausen als gewöhnlich beim Lesen machen musste. Aber vielleicht war das auch Absicht, damit man mal nachdenkt, die Geschichte sich setzen kann und man dann mit einem ganz anderen Licht heran geht. Ob Shakespeare nun Antisemit war kann ich immer noch nicht beantworten, aber die Figuren seines Stückes haben nochmal anderes Licht bekommen.

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  • "We were not put on earth to be forever sad"

    Shylock is My Name

    Joachim_Tiele

    We were not put on earth to be forever sad Shylock is My Name ist eine aus einer ganzen Reihe von Auftragsarbeiten des Verlages Hogarth, in denen anlässlich des 400. Todestages Shakespeares namhafte Bestsellerautoren ein Shakespeare-Stück neu aufbereiten sollen (das vorliegende ist das zweite dieser Reihe). Ein anspruchsvoller PR-Gag, könnte man meinen, aber mit Howard Jacobson hat sich ein Autor an den Merchant of Venice gemacht, der mit 73 Jahren nichts mehr zu verlieren hat und gleichzeitig seit mehr als 50 Jahren Spezialist in Sachen Shakespeare und der Geschichte des Judentums ist, als jüdischer Engländer qua Geburt für das Thema prädestiniert, denn das Stück wird bis heute von der Frage begleitet, ob es – so, wie es Shakespeare geschrieben hatte – ein antisemitisches Stück oder ein Stück über Antisemitismus sei. Jacobson macht daraus einen Roman über jüdisches Leben in einer nicht-jüdischen Welt. Dies tut er auf eine ungewöhnliche Weise, indem er das Thema von Anfang an von der Religiosität im Sinne individuellen Glaubens abtrennt, aber gleichzeitig nicht vernachlässigt, was eine religiöse Enkulturation aus einem Land und seinen Bewohnern macht, etwa die stark auf den Apostel Paulus zurückgehende Christlichkeit eines judenfreien (der Verfasser verwendet dieses Wort auf Deutsch) Englands zu Zeiten Shakespeares oder die einer säkularen areligiösen jüdischen Oberschicht im gegenwärtigen England. Ein Alterswerk also, dem man gewisse Übertreibungen in der Behandlung seines Gegenstands nachsehen kann und soll? Nicht wirklich, denn Jacobson gehört einer Generation an, die Jugendlichkeit im heutigen Sinne in weiten Teilen geprägt und bis ins hohe Alter nicht vorhat, diese aufzugeben. Also nichts Verstaubtes oder Altväterliches an diesem Roman, aber auch kein Ranschmeißen an junge oder jugendliche Leser. Shylock is My Name ist damit ein Roman über ein seit Jahrhunderten bestehendes Problem, das der Verfasser aus einer modernen Perspektive zumindest verstehbar machen will. Sein Shylock ist ein wohlsituierter jüdischer Kunstsammler und Mäzen namens Strulovitch mit einer jugendlichen Tochter in der Ablösung vom Elternhaus und einer durch einen Schlaganfall stark beeinträchtigten Ehefrau, dem während der trauernden Kontemplation am Grab seiner Mutter ähnlich einer inneren Vision sein Gewissen begegnet, in Form des historischen Shylock aus Shakespeares Drama, mit dem er in einen fortwährenden inneren Dialog tritt. Ähnlich dem öfter bei Shakespeare auftretenden Geist handelt es sich bei ihm um eine mal sichtbare, mal verborgen bleibende zweite Persönlichkeit im Widerstreit mit der eigentlichen. Beider Antagonist ist ein dem Antonio in Shakespeares Stück nachempfundener D’Anton, ein wohlsituierter christlicher Kunsthändler und Mäzen, der Strulovitch in so gut wie jedem Aspekt außer der enkulturierten Herkunft aus jüdischer beziehungsweise christlicher Tradition ähnlich und ebenbürtig ist. Zwischen den beiden Männern entsteht ein Streit, bei dem es um Strulovitchs Tochter und ihren nicht-jüdischen Freund geht, und bei dem aus dem Pfund Fleisch als Pfand aus Shakespeares Stück die Vorhaut D’Antons wird, die er verlieren soll, wenn Strulovitchs minderjährige Tochter und ihr Freund nach deren Flucht ins Ausland nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder auftauchen. Dies ist das Spielmaterial des Romans, in dem sich Strulowitchs Tochter Beatrice sehr Shylocks Tochter Jessica annähert, eine Anna Livia Plurabelle in einer der Portia bei Shakespeare nachempfundenen, diese aber übersteigernde und verzerrende Figur auftaucht, und eine Menge mehr an Nebenfiguren, die man leicht als Äquivalente der Figuren des klassischen Dramas ausmachen kann, sofern man dieses kennt und sich zumindest am Anfang des Romans die Mühe einer Zuordnung macht. Jacobson macht es dem Leser nicht leicht. Da ist zum einen die Sprache, die nicht unbedingt die Shakespeares ist, aber auf eine dieser vergleichbaren Weise eine höchst elaborierte moderne Literatursprache darstellt, die vermutlich auch englisch-muttersprachliche Leser gelegentlich in ein Wörterbuch schauen lässt, wenn sie dem Roman folgen wollen. Diese wird manchmal mit fast derber Umgangssprache kontrastiert, aber dies nicht an Stellen, an denen man es, insbesondere im Zusammenhang mit Körperlichkeit, erwarten würde, die durchgehend geschmack- und rücksichtsvoll beschrieben werden. Inhaltlich besteht die Gefahr, dass man relativ schnell den Zusammenhang verlieren kann, wenn man das Original und die literaturwissenschaftlichen Debatten darüber nicht kennt. Eine literarische Belesenheit in der Nähe humanistischer Bildung kann hier helfen, aber auch das, was man als Herzensbildung bezeichnet, also die Fähigkeit, ein Problem erkennen und seine Lösung empathisch begleiten zu können. Über eine dieser beiden Bildungen sollte man verfügen oder man kann leicht Gefahr laufen, weite Teile des Textes als sinnloses Geplapper über Religion oder die Erziehung von Töchtern zu empfinden, was sie nicht sind, wenn man tiefer in den Text einsteigt. Hinweise zur Erschließung der Tiefenstruktur seines Romans gibt der Verfasser jede Menge, von Noam Chomsky (dem Erfinder des Begriffs der sprachlichen Tiefenstruktur) über mehrere Romane Philip Roths, zu ergoogelnde Sachinformationen über das religiöse Ritual der Beschneidung wie über die Beschneidung aus medizinischen oder sozialen Gründen, wie etwa die glaubensunabhängige Beschneidung der männlichen Mitglieder des britischen Königshauses, bis hin zu einer kürzlich erschienenen Doktorarbeit über das Verhältnis von Vätern und Töchtern bei Shakespeare… In seinem Reichtum an Beziehungen und Anspielungen ist der Roman nahezu unendlich, und allein dies bringt seine Lektüre in die Nähe von Arbeit. Diejenigen, die schon immer auch anspruchsvolle Literatur über die Bedarfe von Schule und Universität hinaus zu ihrer eigenen Unterhaltung gelesen haben, sind dabei natürlich im Vorteil, aber es gibt auch eine durchaus bescheidenere (im subjektiven Sinne des Verfassers, den man als Leser übernehmen kann) Wahrheit, die der Roman herausarbeitet. Lässt man alle historischen, philosophischen, psychologischen, literarischen, literaturhistorischen und weltanschaulichen Anspielungen beiseite, dann geht es in dem Roman um menschliche Erniedrigungen, absichtsvoll oder nicht Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen und mit den unterschiedlichsten Mitteln beigebracht, die als Folge eine scheinbar unüberwindliche Trauer in die Seelen und Persönlichkeiten dieser Menschen eingraviert haben, aber aus der man – schlussendlich und mit viel innerer Arbeit – heraustreten kann. Der Zirkel lässt sich unterbrechen, nicht voraussetzungslos, aber doch als eine Art neue kulturelle Leistung. Vorbereitet wird diese durch einen Monolog der Shylock-Geist-Figur, den Shylock bei Shakespeare nicht hatte, in einem mit der Überschrift Act Five besonders herausgestellten Kapitel, in Teilen textidentisch mit der Rede Portias in der berühmten Gerichtsszene im vierten Akt des Dramas, aber auch eine überreligiöse, dennoch auf jüdische Vorbilder verweisende Variante der biblischen Bergpredigt. Diese wird von der Strulovitch-Seite der Figur zunächst zutiefst abgelehnt, führt sie aber zu einem Brief an D’Anton, dessen letzter Satz lautet We were not put on earth to be forever sad und damit eine direkte Antwort auf den ersten Satz des Stückes bei Shakespare ist, in dem dessen Antonio sagt: I know not why I am so sad. Die Shakespeare-Forschung ist sich weitgehend darüber einig, dass diese sadness als Melancholie zu verstehen ist, als die Verwundung der Seele durch eine in ihren Gründen nicht verstehbare Traurigkeit, deren inadäquate Versuche zu ihrer Überwindung durch Jahrhunderte vielen Menschen unaussprechliches Leid gebracht haben. Um diesen Satz als glaubwürdige Quintessenz schreiben zu können, musste jedes Wort des Romans geschrieben werden, der dadurch, wie sein Vorbild bei Shakespeare, zu Weltliteratur wird, indem er sie von der Renaissance bis in die Gegenwart fortschreibt. Ein Buch, das das Leben seiner Leser begleiten kann. Eine deutschsprachige Ausgabe des Buches ist unter dem Titel Shylock für Mitte April 2016 im Knaus-Verlag angekündigt. 11.03.2016 – Joachim Tiele

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    • 2
  • Eine anspruchsvolle, anstrengende und lesenswerte Adaption

    Shylock is My Name

    Jashrin

    Auf einem Friedhof im Golden Triangle von Cheshire treffen Strulovitch und Shylock aufeinander. Stulovitch, der um seine Frau trauert, mit dem Verhalten seiner Tochter kämpft und beinahe ebenso mit seinem eigenen Jüdischsein, lädt Shylock kurzerhand zu sich ein. Shylock wird für ihn Diskussionspartner und auch Ratgeber. Zeitgleich versucht D’Anton seinen Freunden zu helfen und knüpft so unbeabsichtigt und teils unfreiwillig eine Verbindung zu Strulovitch und damit auch zu Shylock. So kreuzen sich die Wege und es fragt sich, ob es in der sich entwickelnden Geschichte überhaupt einen Gewinner geben kann. Howard Jacabsons „Shylock is my name“ ist das zweite Buch der neuen Hogarth Shakespeare-Reihe, in der einige Shakespeare Dramen von bekannten Autoren adaptiert und in unsere Zeit übertragen werden. So nahm Jacobson mit „Der Kaufmann von Venedig“ eine große Herausforderung an. Wie bei der Vorlage nicht anders zu erwarten sind die zentralen Themen das Jüdischsein und der Antisemitismus. Was bedeutet es überhaupt ein Jude zu sein? Wie ist das Leben in einem Nicht-Jüdischen Umfeld? Wie und wo kann man sich positionieren? Darüber hinaus beschäftigt sowohl Shylock als auch Strulovitch das Vatersein und in dem Zuge natürlich auch die jüdische Erziehung ihrer Töchter. In langen Gedankengängen und Diskussionen wird der Leser mit diesen Fragen konfrontiert. Dennoch hatte ich nicht den Eindruck, dass das Buch den Leser in irgendeiner Art und Weise belehren möchte. Es zeigt die Probleme, die die handelnden Personen mit der Religion und den Reaktionen Andersgläubiger haben, spart auch nicht an Vorurteilen, aber es hebt nicht mahnend den Finger, um uns zu sagen, was der richtige Weg ist. Sprachlich ist das Werk anspruchsvoll und schafft mit seiner schönen Sprache eine tolle Balance zwischen dem Alten und Neuen. Doch obwohl es handwerklich sehr gut gemacht ist, konnte mich das erste Drittel nicht wirklich fesseln und ich empfand das Lesen als eher mühselig und anstrengend. Zum einen sind mir besonders Shylocks Ausführungen zu den Juden teils zu lang, zum anderen liegt es natürlich auch daran, dass weder Strulovitch noch Shylock Charaktere sind, mit denen man sich identifizieren kann. Das macht es mir sonst in der Regel leichter, mich in eine Geschichte einzufinden oder mich ganz in ihren Bann ziehen zu lassen. Doch je weiter ich kam, desto besser hat mir das Buch gefallen. Die Dialoge zwischen Strulovitch und Shylock wurden für mich wesentlich interessanter. Zudem haben die beiden eine spannende Dynamik entwickelt. Einerseits sind sie sich teils sehr ähnlich und dann doch eher wieder wie Tag und Nacht. Jeder zeigt für mich eine andere Seite. Shylock scheint das Jüdischsein mit jeder Faser zu unterstützen, zu durchdenken und irgendwie das Jüdischsein seit Anbeginn der Zeit zu verkörpern. Strulovitch hingegen ist moderater, fast aufgeklärt und durchaus in der modernen Welt angekommen. Er hinterfragt meiner Meinung nach weniger, besucht nicht oder nicht oft die Synagoge oder die traditionellen Riten und Feste, aber dennoch ist er nicht völlig ungläubig. Auch der andere Handlungsstrang um D’Anton und Plurabelle wurde mir sympathischer. Zu Beginn konnte ich keinen richtigen Zugang dazu finden. Dies änderte sich, als sich beide Handlungsstränge annäherten. Sehr mochte ich die geschickt eingebunden Verweise zum Original. Manche Dinge sind eins zu eins übernommen oder klar erkennbar, anderes hingegen ist schwerer zu erkennen und mir ist sicher auch genug völlig entgangen. Venedig spielt lange Zeit keine Rolle spielte, daher hat es mich gefreut, dass die Stadt letztlich auch ein Handlungsort wird, denn so rückt Jacobsons Version für mich noch ein Stückchen näher an die Vorlage heran. Shylocks kurze Rede auf dem Fest am Ende war ein Highlight für mich. Blieb er am Anfang des Buches für mich erst nicht ganz greifbar, so hat er mehr und mehr an Substanz gewonnen. Er wurde wirklich ein spannender Charakter und ich finde seine Darstellung sehr gelungen. Sicher, bis zum Ende hin nicht der Sympathieträger, aber manchem, was er sagt kann ich dennoch zustimmen und seine Gedankengänge sind interessant, egal wie fern sie mir teils auch sind. Mein Fazit: Die Lektüre ist anspruchsvoll und anstrengend, doch durchhalten lohn sich. Am Ende konnte mich das Buch positiv überraschen. Nachdem mich das erste Drittel sehr demotiviert hat und ich auch jetzt noch denke, dass man es hätte straffen können, wurde es dann doch fast mit jeder Seite besser, so dass ich letztlich guten Gewissens vier von fünf Sternen vergebe. Alles in allem eine gelungene Adaption.

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    • 6

    Jashrin

    18. March 2016 um 20:40
    Joachim_Tiele schreibt Na ja, das mit dem ständigen am Text rumschnibbeln wollen ("kürzen"), erweckte doch den Eindruck, dass du den Clou des Buches nicht verstanden hättest, wenn ich mal anlassbezogen so direkt sein ...

    Mir war der Anfang schlichtweg zu ausschweifend, was die langen Passagen zum Jüdischsein anbelangt. Nur weil ich fünf Seiten zu einem Thema schreibe ist das ja nicht zwangsläufig besser als wenn ...

  • What it means to be Jewish.

    Shylock is My Name

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    14. March 2016 um 18:32

    Was bedeutet es eigentlich ein Jude zu sein - heute und früher? Anlässig zum 400-jährigen Jubiläum von William Shakespeare hat es sich Howard Jacobson zur Aufgabe gemacht, innerhalb des Hogarth-Projektes, Shakespeares Komödie „The Merchant of Venice“ (zu deutsch: Der Kaufmann von Venedig) zu modernisieren. Anders als im Original, spielt der Roman im „Golden Triangle“ des heutigen Cheshire. Alle shakespearsche Charaktere wurden, leicht verändert, in unsere Zeit transferiert. Alle außer Shylock. Shylock , der in „The Merchant of Venice“ die zentrale Rolle „des Juden“ spielt, hat sich weder im Namen, noch in der Person ausschlaggebend verändert. Er erscheint, wie eine Art „Geist der Vergangenheit“ und repräsentiert somit das Judentum zur Zeit Shakespeares. Im Gegensatz dazu steht Strulovitch, der, von Jacobson unabhängig von der Urfassung kreiert, als der „heutige Jude“ fungiert. Shylock und Strulovitch stehen sich ständig als Träger verschiedener Themen gegenüber. Auch in der Sprache ist es eine gelungene Adaption. Zwar erinnert Jacobsons Schreibstil kaum an den Shakespeareschen, dennoch ist er durchaus gelehrt und schwierig. Daher eine echte Challenge, nicht nur für Fremdsprachler. Nichtsdestotrotz gewöhnt man sich, nach ein bisschen Einlesen, relativ schnell an dessen Sprache und Schreibstil. Außerdem lernt man einige neue, nützliche Worte und Ausdrücke kennen. Ein großes Thema ist das Judentum. Jacobson behandelt intensiv jüdische Themen, wie Beschneidung und Vorurteile. Außerdem kontrastiert er ständig, mit Hilfe der Shylock-Strulovitch-Parallele, die differenzierten „Welten“ der Juden, von heute und von damals. Mit anderen Worten: was es heute bedeutet ein Jude zu sein im Vergleich zu den Verhältnissen der Vergangenheit. Außerdem beschäftigt sich der Autor mit der Stigmatisierung der Juden aufgrund unberechtigter, unbegründeter und nicht nachvollziehbarer Vorurteile, die anscheinend immer noch tief in den Köpfen mancher Menschen verankert sind. Für mich steht „Shylock is my name“ in nichts der Urfassung nach. Howard Jacobson brilliert mit seiner Adaption in Sprache und Schreibstil. Außerdem geht er nuanciert auf den zentralen Konflikt, Judentum und Antisemitismus, ein und arbeitet mit subtiler Detailtreue den Kontrast von Heute und Damals heraus. Die Geschichte ist dennoch nicht einfach zu lesen und zieht den Leser nicht sofort in den Bann. Stattdessen sieht sich der Leser mit einem schweren, literarisch anspruchsvollen Schreibstil konfrontiert und muss sich mit den Gedanken eines Autors auseinander setzen, der intensiv Kritik an subtilen Themen übt. Es ist sicherlich kein Roman, indem es zentral um die Charaktere geht, der Leser leicht eine Verbindung zu diesen aufbauen kann. Viel mehr ist es eine große, satirische, aber auch moralisch kritisierende Diskussion über das Judentum und den Antisemitismus, mit einem modernen, wie auch mehr als 400 Jahre alten Hintergrund. Gewisse Kenntnisse zu „The Merchant of Venice“ sind für dieses Buch unabdingbar und ein breites Allgemeinwissen (bzw. Google in der Nähe) ein Muss, da das Buch unzählig viele Anspielungen auf verschiedene Themenbereiche aufweist.

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  • Spannend, bedenklich, kritisch und witzig

    Shylock is My Name

    Eva-Maria_Obermann

    08. March 2016 um 12:18

    Shylock ist Witwer, seine Tochter ist verschwunden. Alles wissen das. Auch Simon Strulovitch, der Shylock auf dem Friedhof trifft und aus dem Stehgreif zu sich nach Hause einlädt. Shylock sagt zu und eine ungewöhnliche Verbindung entsteht, die sich um die Zugehörigkeit zum Judentum dreht. Gleichzeitig wird Strulovitchs Tochter Beatrice als amouröser Zeitvertreib für einen Freund der reichen Plurabelle ausgesucht. Nichts, was Strulovitch erfreut, erst recht nicht, als Beatrice sich in den Christen verliebt. Herrlich. Großartig. Spannend, bedenklich, kritisch und witzig. Eine unglaubliche Mischung, ein erstaunliches Buch. Im ersten Drittel dominiert der Fokus auf dem Judentum, seinen Besonderheiten, dem Widerspruch zwischen Fremd- und Selbstbild. So dogmatisch wie Shylock hier auftritt, so fragend bleibt Strulovitch, der säkularisiert ist und sowohl seine „Religionslosigkeit“ wie Shylocks Fanatik hinterfragt. Hier wird kein Absolutum gestellt, sondern subjektive Bilder geliefert. Ein ernstes Thema, ja, ohne Frage. Hier aber gut verwoben und auf einem Grad wandernd, der mich fasziniert hat. Grandios sind die Irrungen und Wirrungen, die gerade im zweiten Teil aufkommen und zu einem parodistisch übertriebenen Höhepunkt hinführen. Wie bei Shakespeare selbst liegt der Grund dafür an mangelnder Kommunikation, dem Zufall und der tiefen Verbindungen zwischen den Figuren, die denen selbst erst (zu) spät auffällt. Hier wird es deutlich amüsanter, doch Jacobson schafft es sein Thema durchzuführen, ohne Spannung, Brisanz oder Ernsthaftigkeit zu verlieren. Fragen werden aufgeworfen, nach Menschlichkeit, Sein und Schein, und nach der Liebe. Das Finale ist dann auch gewohnt Groß – oder eigentlich gerade das Gegenteil. Denn hier kommt die Auflösung, der Knall bleibt aber aus, der letzte Schritt wird nicht gegangen. Vorab im Buch diskutieren Shylock und Strulovitch über Abraham, der seinen Sohn Isaak auf Befehl Gottes opfern „will“ und im letzten Augenblick von Gott, der nur den Glauben an die höhere Macht prüfen wollte, aufgehalten wird. Für mich ist es eben diese Stelle die das Ende des Romans bestimmt. Eine Auflösung ohne Auflösung, die Spannung kommt zu einem Ergebnis, das nur nicht so erwartet war. Sehr gut. Die Mischung, die Jacobson hier aus dem Orignal des Kaufmanns von Venedig, seinem eigenen Stil und Thema schafft, zeigt nicht nur, wie gelungen Klassiker in die Moderne überführt werden können, ohne dass Stil, Handlung oder Spannung leiden. Der Autor kreiert hier vielmehr eine Geschichte, die brisant und amüsant, durchweg kritisch und unterhaltsam ist. Aus meiner Sicht eine Pflichtlektüre.

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  • Interessanter Roman über die Gefühle eines jüdischen Vaters

    Shylock is My Name

    Kaiaiai

    08. March 2016 um 11:37

    Die Handlung von "Shylock is My Name" dreht sich vor allem um den jüdischen Vater und Kunstsammler Strulovitch, der Schwierigkeiten hat mit seiner Tochter und seinem Glauben umzugehen. Dabei thematisiert das Buch vor Allem auch wie es sich anfühlen kann als Jude in einer nicht-jüdischen Welt zu leben. Neben den Schwierigkeiten mit seiner (gegen seinen Willen) modernen Tochter hat Strulovitch auch mit Vorurteilen zu kämpfen und mit der Trauer um seine Frau, die nach einem Schlaganfall nicht mehr ansprechbar ist und dadurch für ihn als Diskussionspartner und ausgleichendes Gegengewicht wegfällt. Als Ersatz findet er Shylock, der nicht aus Zufall genau so heißt wie der Charakter aus Shakespeares "Kaufmann von Venedig". Auch wenn Shylocks Motive unklar sind und man sich nicht immer sicher ist ob dieser Überhaupt existiert, dient Shylock Strulovitch als Ratgeber und Diskussionspartner und treibt diesen zu extremer werdenden Sichtweisen aber auch zu Selbsterkenntnis. Neben diesen Hauptcharakteren finden sich in "Shylock is My Name" aber auch noch interessante Nebencharaktere. Durch diese wird deutlich, wie versteckte und unbewusste Vorurteile andere Menschen in die Enge drängen können und wie scheinheilig die moderne Gesellschaft sein kann. Alles in allem ist "Shylock is My Name" meiner Meinung nach eine gelungene Adaption und Aufarbeitung von Shakespeares "Merchant of Venice". Ich habe das Originalstück allerdings nicht im Vorfeld gelesen, sondern kenne nur grob die Handlung, was ich jetzt aber bereue, da das bei der Lektüre doch sehr geholfen hätte. Man muss außerdem sagen, dass die ersten 6-7 Kapitel etwas anstrengend sind und man etwas braucht um in den komplexen Schreibstil zu finden, aber die Mühe lohnt sich auf jeden Fall.

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