In Tress Welt bestehen die Ozeane aus Sporen, die bei Kontakt mit Wasser tödlich sind, Prinzen geben sich als Gärtner aus, um mit ihr reden zu können und Tassen sind wunderbare Sammelgegenstände.
Doch dann verschwindet besagter Prinz und Tress begibt sich, mit nur fünf Lieblingstassen und einem roten Mantel bewaffnet auf die See aus smaragdgrünen Sporen, um Charlie aus den Fängen einer bösen Hexe zu retten. Unterwegs begegnet sie nicht nur einer sprechenden Ratte und einem unglaublich liebenswerten Haufen besonderer Menschen. Sondern lernt auch viel mehr über die Sporen und über sich selbst, als sie je gedacht hätte.
Dieser märchenhaft anmutende Roman aus Sandersons Feder hat mich vom ersten Kapitel an überzeugt. Die Welt ist faszinierend aufgebaut und es macht ungeheuren Spaß sie zu entdecken. Tress ist eine ebenso faszinierende Protagonistin. Ein Mädchen, so gewöhnlich, dass sie schon wieder ungewöhnlich ist, die nachdenkt, statt überstürzt zu handeln, sich ihren Ängsten und Vorurteilen stellt und sie schließlich überwindet.
Erzählt wird das Buch jedoch nicht von ihr, sondern aus Hoids Sicht - ein alter Bekannter, den zu treffen ich mich sehr gefreut habe - der sich jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht im optimalen Geisteszustand befindet. Der Schreibstil ist wie gewohnt bildgewaltig und lebendig aber auch humoristisch.
Die Charaktere sind eigensinnig, bemerkenswert und schnell liebgewonnen.
Diese Umkehrung der typischen Jungfrau in Nöten ist somit eine grandios originelle, bezaubernde und spannende Geschichte, die zu lesen sehr viel Spaß gemacht hat und die ich allen empfehlen kann, die gerne mal etwas andere Bücher, ohne die üblichen Klischees lesen wollen, allen die bereit sind, sich auf ein leicht verrücktes Märchen für Erwachsene einzulassen, ebenso wie allen Fans von Sanderson. Ich habe jedenfalls vor, das Buch bei Gelegenheit irgendwann noch einmal zu lesen.




