Howard Marks Der Finanz-Code

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Inhaltsangabe zu „Der Finanz-Code“ von Howard Marks

Wer an die ganz Großen des Investmentgeschäfts denkt, dem fallen zuerst George Soros und Warren Buffett ein. Weniger bekannt ist der Dritte im Bunde: Howard Marks. Dabei ist er in einem Atemzug mit Warren Buffett und George Soros zu nennen. Schließlich verwaltet er mit seiner Investmentgesellschaft Oaktree nicht weniger als 55 Milliarden Dollar. Das ihm anvertraute Vermögen hat er nicht nur sicher durch alle Krisen gebracht, sondern auch noch vermehrt. In Expertenkreisen gilt Marks als herausragender Investor, dessen Philosophie so wegweisend ist wie im 20. Jahrhundert Benjamin Grahams Wertpapier-Analyse. Marks weiß also, wovon er spricht, wenn er in zwanzig Kapiteln aufzeigt, worauf es wirklich ankommt. Zum Beispiel darauf, dass man weiß, wie sich Risiko klug steuern lässt und welche Fallen selbst bei einem durchdachten Investment lauern.

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    Der Finanz-Code
    R_Manthey

    R_Manthey

    16. July 2015 um 09:37

    Das steht so ähnlich auf Seite 218. Und weil es tatsächlich so ist, schwankt man beim Lesen zwischen dem Gefühl, tiefe Einsichten vermittelt zu bekommen, und der Ahnung, dass einem das praktisch nicht viel nützen wird. Dass Warren Buffet den Text für ein "richtig nützliches Buch" hält verwundert ebenfalls nicht, denn der Autor fasst wohl viele von Buffetts Erfahrungen gut zusammen. Howard Marks leitet Oaktree Capital Management, das er 1995 mitbegründet hat. Man kann sich über diesen Fond auf Wikipedia informieren und wird dabei lernen, dass er auch schon Hochrisiko-Anleihen im Depot hatte (und damit satte Gewinne einfuhr) und bei manchen als Hedgefond gilt. Oaktree agiert sehr profitabel, und eine entsprechende Achtung genießt Marks. Der Text enthält 20 Regeln eines nicht näher definierten "Finanz-Codes", also mit anderen Worten eine Zusammenfassung der Investment-Philosophie von Marks. Als Fondmanager schreibt Marks in regelmäßigen Abständen Memos für seine Kunden. Aus diesen Texten zitiert er in seinem Buch und kommentiert dies dann aus heutiger Sicht und unter thematischen Aspekten. Der Autor studierte in Chicago, wo die Theorie der effizienten Märkte entwickelt wurde, die nach seinen Worten sein Denken "stark geprägt und beeinflusst hat". Dankenswerterweise erklärt er dem Leser die Hypothese vom effizienten Markt. Wenn man auch nur etwas in Logik geschult ist, wird man leicht erkennen, dass Marks und Oaktree ähnlich wie Buffett lebende Beispiel dafür sind, dass diese Theorie unsinnig ist. Der Autor selbst steht ein wenig mit der Logik auf Kriegsfuß, denn er sieht das anders und bestreitet offen, dass bereits ein Gegenbeispiel eine Theorie widerlegt. Die Theorie der effizienten Märkte ist in der selbsternannten Finanzindustrie weit verbreitet und anerkannt. George Soros hält sie deshalb in ihrer fatalen Fehlerhaftigkeit sogar für einen wesentlichen Grund für den Ausbruch der letzten Finanzkrise. Auf Seite 29 steht, dass "man die Vorstellung der Markteffizienz nicht einfach von der Hand weisen kann". Vier Seiten später heißt es dann aber, dass "kein Markt vollständig effizient oder ineffizient ist". Das ist völliger Blödsinn, weil nach Definition der Markteffizienz ein Markt entweder effizient ist oder eben nicht. Solche wachsweichen Formulierungen sind typisch für den Text und verwirren mehr als sie nutzen. Andererseits spricht Marks jedoch auch zahlreiche wirklich tiefliegende Wahrheiten aus, die aber wiederum so allgemein sind, dass man sie nur nutzen kann, wenn man die entsprechenden Erfahrungen besitzt, aus denen sie erwuchsen. Doch welcher Leser verfügt darüber? Man kann es dem Autor sicher nicht übel nehmen, dass er seine Methode preist. Ihm geht es vor allem darum, Papiere zu finden, deren Preis erheblich unter ihrem wirklichen Wert liegt, das mit einem Kauf verbundene Risiko vernünftig abzuschätzen und sie konsistent in ein existierendes Portfolio aufzunehmen. Die dazu seiner Meinung nach notwendige Philosophie versucht Marks sehr ausführlich, aber eben auch sehr allgemein in seinem Text zu erläutern. Das gelingt ihm recht gut. Ich bezweifle jedoch, dass man damit im Konkreten wirklich viel anfangen kann. Aber vielleicht fühlt sich der eine oder andere Leser wenigstens bestätigt oder beginnt, sein eigenes Handeln zu hinterfragen. Für Marks besteht beispielsweise das größte Risiko in einem zu hohen Einstiegskurs. Dagegen kann man nichts sagen. Aber wann ein solcher Fall vorliegt, erklärt er eben nicht. In guten Börsen-Jahren, schreibt er, reiche es aus, durchschnittliche Ergebnisse zu erzielen, in schlechten müsse man dann aber besser sein. Das brächte eine sehr gute Performance. Auch da kann man sicher zustimmen. Was aber bedeutet das wirklich? Strebt man in guten Jahren tatsächlich nach dem Durchschnitt? Oder will man nicht immer den Markt schlagen? Mit dem Kapitel 8 erläutert Marks die Zyklik von Märkten. Mit dem Kapitel 10 erklärt er, wie man negative Einflüsse bekämpft. Er definiert solche Einflüsse als Gier, Furcht, die Neigung, die Logik, die Geschichte und bewährte Normen zu vernachlässigen, als Konformitätsdruck, als Neid und dem Streben, sich permanent mit anderen zu vergleichen, als Egomanie und als Kapitulation vor der Herde in Spätphasen von Zyklen. Und dann gibt er vernünftige Ratschläge, wie man sich dagegen wehren kann. Dieses Kapitel empfand ich als recht lehrreich, auch wenn diese Einflüsse natürlich nicht neu sind und bereits in vielen Büchern beschrieben wurden. Im folgenden Kapitel empfiehlt Marks dem Leser dann antizyklisches Verhalten und identifiziert die meisten Marktteilnehmer als Trendfolger, was nach seiner Anschauung nicht gerade die überlegene Methode wäre. Und da haben wir eines dieser Übel vom Vorkapitel - den Drang sich zu vergleichen. Niemand kann bestreiten, dass es hervorragende Trendfolger und hervorragende Value-Investoren gibt. Solche Vergleiche sind deshalb eher kontraproduktiv. Im Rest des Buches erklärt Marks dann noch, wie man intelligent ein Depot aufbaut, wie man Schnäppchen findet, was man vom Prognosewahn zu halten habe und worin der Unterschied zwischen offensivem und defensivem Investieren besteht. Leider erweisen sich auch hier die meisten seiner Aussagen zwar sicher als richtig, aber wie schon vorher auch als sehr allgemein. Der Text liest sich zwar bei vorhandenem Interesse relativ leicht, aber er verweilt leider nur im Grundsätzlichen und ist darüber hinaus auch recht trocken geschrieben. Immerhin gibt es manchmal auch Gelegenheit zum Lachen, beispielsweise wenn der Autor beschreibt, wie man eine Katze mit einer Karotte auf einen Baum lockt. Das soll er uns doch mal vormachen.

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