Howard Weinstein Die Macht der Krone. Star Trek

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Inhaltsangabe zu „Die Macht der Krone. Star Trek“ von Howard Weinstein

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  • Rezension zu "Die Macht der Krone. Star Trek" von Howard Weinstein

    Die Macht der Krone. Star Trek
    Ameise

    Ameise

    23. December 2011 um 12:14

    Es war einmal ein König, der weise und gerecht über sein Reich Shad regierte. Doch der Frieden war trügerisch, denn die kriegerischen Bewohner der Mohd-Provinz fühlten sich benachteiligt und rebellierten gegen ihren Herrscher. Schließlich flüchtete die königliche Familie ins Exil, und die Mohd-Allianz übernahm die Macht und lieferte sich fortan einen erbitterten Bürgerkrieg mit den Anhängern des Königs. Achtzehn Jahre später hat der ehemalige König genug gesehen und möchte die Bevölkerung Shads wieder vereinigen. Da er aber inzwischen zu alt geworden ist, soll seine Tochter diese Aufgabe übernehmen. Kailyn, der jungen Königstochter, steht eine sehr schwierige Aufgabe bevor: Zuerst muss sie die heilige Krone finden, die gut an einem schwer zugänglichen Ort versteckt ist. Aber vor allem Kaylins innere Stärke ist gefragt, denn nur wenn die Krone sie als würdige Herrscherin akzeptiert, könnte die junge Frau Königin über ihr Volk werden. Kailyn selbst fühlt sich von dieser Prüfung überfordert, auch wenn sie Unterstützung zweier Begleiter aus dem Weltraum hat... Der Weltraum? Ja, auch wenn "Die Macht der Krone" stark an Fantasy erinnert, so haben wir es doch mit einem Star Trek- und somit einem Science-Fiction-Roman zu tun, denn bei Kailyns beiden Begleitern handelt es sich um niemand anderen als Spock und McCoy. Kirk persönlich war es, der dem alten König damals riet, ins Exil zu gehen. Die Föderation hat ein starkes Interesse daran, dass der ressourcenreiche Planet nicht von den Klingonen unterjocht wird, was das Machtgefüge im Alpha-Quadranten erheblich verändern würde. Während die Enterprise die Aufmerksamkeit der Klingonen auf sich ziehen soll, begeben sich Spock, McCoy und Kailyn per Shuttle zu dem unwirtlichen Planeten Sigmal 1212, auf sich die Krone befindet. Doch jemand an Bord der Enterprise hat diese Geheimaktion an die Klingonen verraten... Zuallererst möchte ich einige Worte über das Cover verlieren. Als ich den Roman bei einem allseit bekannten Internetauktionshaus erstand, war ich einigermaßen über die abgebildeten Personen überrascht, die mir so gar nicht (mehr) bekannt vorkamen. Wie sich herausstellte, sind auf der ersten deutschsprachigen Auflage die Akteure aus "Das schwarze Loch" abgebildet, einem SF-Film aus dem Hause Disney, der mir als Kind sogar mal richtig gut gefallen hat. Bei den späteren Ausgaben wurde dann das richtige Cover verwendet. Nun muss ich allerdings gestehen, dass ich dieses fast noch schlimmer finde als das erste, weil das Trio Kirk-Spock-Pille darauf einfach furchtbar aussieht. McCoy und Kirk äugen mit verkniffenem Gesichtsausdruck nach links bzw. nach rechts, und ein unglaublich schlecht getroffener Spock schielt so stark, dass man nicht so recht sagen kann, wohin er eigentlich blickt. Mit anderen Worten: So oder so zählen beide Cover zu den schlimmsten aller Star Trek-Romane. Ich muss jedesmal lachen, wenn ich sie sehe. So, kommen wir endlich zur Geschichte selbst! Der Roman erschien bereits 1981, und für sein Alter schlägt er sich recht wacker. Die märchenhaft anmutende Hauptstory über die Prinzessin, die anfangs ängstlich und unsicher ist, aber im Laufe der Handlung über sich hinauswächst und an Reife gewinnt, ist so klassisch wie zeitlos. Der Roman ist ganz auf die drei Personen McCoy, Kailyn und Spock zugeschnitten (in dieser Reihenfolge); der Rest der Enterprise-Crew sowie die stereotypen Klingonen sind nur schmückendes Beiwerk. Der Autor geht sehr ausführlich auf das Seelenleben des Trios ein - und das ist sowohl eine Stärke als auch eine Schwäche des Romans. Wirklich gut gelungen ist die Beziehung zwischen zwischen Spock und McCoy. Die bissigen und gleichzeitig liebenswürdigen Kabbeleien zwischen den beiden sind von soviel gegenseitigem Respekt geprägt, dass einem als Trekkie förmlich das Herz aufgeht. Leider kommen alle drei meiner Meinung nach zu gefühlsduselig rüber, sogar Spock hat scheinbar seine sentimentale Phase und zeigt sich so warmherzig und verständnisvoll wie selten zuvor. Das ist aber kein Vergleich zu den emotionalen Kapriolen, die seine beiden Begleiter gerade durchmachen! McCoy wurde offenbar schwer von der Midlife Crisis erwischt und geht mir ehrlich gesagt in diesem Roman ziemlich auf die Nerven. Fast die ganze Zeit über quengelt er umher, wirkt hilflos und voller Selbstmitleid. Auch Kailyn strapaziert als heulsusiges Nervenbündel, das sich obendrein noch in den wesentlich älteren McCoy verguckt, des Öfteren die Geduld des Lesers. Die Geschichte ist alles andere als originell und verläuft größtenteils ohne Überraschungen: Natürlich ist der Weg beschwerlich, die Nerven liegen blank, es wird gestritten, sich wieder zusammengerauft, man meistert gefährliche Situationen, dann scheint alles umsonst gewesen zu sein - und dreimal dürft ihr raten, wie die Geschichte ausgeht. Komischerweiserweise macht genau diese Vorhersehbarkeit den Reiz der Geschichte aus, jedenfalls ging es mir so. Aus irgendeinem Grund erweist es sich beim Lesen dieses Romans als eigentümlich befriedigend, ganau das zu erhalten, was man erwartet. Man freut sich, dass alles so geschieht, wie man es sich gehofft hat. Denn auch wenn Kailyn ab und zu mit ihrer Kleinmädchentour nervte - am Ende will man ja doch die scheinbar schwachen Personen triumphieren sehen! Die Rollen sind klar verteilt, die Handlung unkompliziert aufgebaut, und der Schreibstil so einfach gehalten, dass das Buch auch problemlos von Kindern gelesen werden könnte. Insgesamt macht der Roman einen sehr stimmigen und sympathischen Eindruck. Hin und wieder stößt man auf altersbedingte Ungereimtheiten, zum Beispiel wenn eine Klingonin einen Schrei unterdrückt und mit den Tränen kämpft, als ihr Vorgesetzter stirbt. Darüberhinaus leidet der Roman auch an der schludrigen Übersetzung und der teilweise etwas seltsamen Wortwahl der frühen Heyne-Classic-Romane. Fazit: "Die Macht der Krone" liest man am besten, wenn einem der Sinn nach etwas "Leichtem" steht. Ein harmloses, nettes und unterhaltsames Abenteuer mit etwas zuviel Gefühlsduselei, das durch den märchenhaften Touch (und durch das falsche Cover) alte Kindheitserinnerungen aufleben lässt.

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