Hubert Filser Das erste Mal

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Inhaltsangabe zu „Das erste Mal“ von Hubert Filser

Woher kommen wir? Was hat uns zum Menschen gemacht? Wann fingen wir an, die Welt zu gestalten? Der preisgekrönte Wissenschaftsjournalist Hubert Filser hat sich auf Spurensuche begeben. Er ist nach Mähren gereist, wo sich die Spuren der ältesten Haustiere finden. Er war in der Südosttürkei, wo vor 12 000 Jahren die ersten Tempel errichtet und das erste Mal Feldfrüchte geerntet wurden. Und er ist auf die Schwäbische Alb gefahren zu der Höhle, in der man das älteste Musikinstrument entdeckte: eine  steinzeitliche Knochenflöte. Zusammen mit Filser erleben wir die epochalen historischen Premieren,  besuchen namhafte Wissenschaftler und erfahren die neuesten Forschungsergebnisse.

Geniale Art, Interesse am ersten Auftreten menschlicher Errungenschaften zu wecken

— bibliophilist1985
bibliophilist1985

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  • Rezension zu " Das erste Mal" von Hubert Filser

    Das erste Mal
    bibliophilist1985

    bibliophilist1985

    02. November 2014 um 21:35

    Ein überaus kreativer Ansatz zur Weckung von Geschichtsinteresse mit der großen Option auf Folgebände oder Nachahmer, da im Feld nicht nur evolutionärer, sondern etlicher anderer Wissensbereiche eine liebevoll gestaltete sowie packend recherchierte Bestenliste sicher mehr Interesse wecken würde als konventionelle Literatur. Dem Lehrgedanken ist mit dem Konzept gewiss ebenso nebenbei Genüge getan. Zu den angeschnittenen Themen gehören der aufrechte Gang, Werkzeuge, Sportereignisse, Bier, blaue Augen, Computer, Beamte, Siedler, Feuer, das Wort, Künstler, Mordwaffen, Kleider, Tempel, Mathematik, Haustiere und Musik. Ohne Gruppendynamik, Zusammengehörigkeitsgefühl und Altruismus wären vermutlich viele Erfindungen in ihrer Wirkung und letztendlichen Konsequenz nicht annährend so wichtig  geworden wie im Fall des Sozialwesens Mensch. Die Einflechtung kurzer Geschichten zur Veranschaulichung der Entdeckung von bahnbrechenden Kenntnissen und Dingen lockert das Werk ungemein auf. Die Kurzgeschichten festigen sowohl das theoretische Gelesene, als dass sie auch Neugier wecken und im Kopf schon eigene Hypothesen über wissenschaftlichen Erklärungsmodelle entstehen lassen. Es zeigt sich der eklatante Unterschied zwischen einer unpersönlichen, historisch korrekten Schilderung ohne eine konkrete Bezugsperson und dem Ansatz des Autors, der durch lebendig gestaltete Umgebungen und authentische Bewandtnisse ein realistisches Bild der jeweiligen Epoche zeichnet. Auch werden teils nicht nur der Weg zur Erfindung, sondern auch damit verbundene Strukturänderungen und Konsequenzen sowohl in der Erzählung eingeflochten als auch im sachlichen Abschnitt erklärt. Zu großen Teilen befinden wir uns in vielerlei historischen und menschheitsgeschichtlichen Zusammenhängen im Bereich von Theorien und Hypothesen, so dass man der gerade modernsten Lehrmeinung samt entsprechenden Anschauungsmaterialien in Form von Fossilien glauben oder sich die, für einen selbst ansprechendste, These herauspicken und präferieren kann. Sei es beim aufrechten Gang, der sowohl aufgrund von klimatischen Veränderungen und neuen Lebensbedingungen angeregt worden oder der besseren Übersicht wegen erfolgt sein kann. Die Sprache kann unter dem rein soziologischen, evolutionären oder physiologischen Gesichtspunkt betrachtet aus jeweils anderen Anforderungen heraus entstanden sein, welcher der vorhandenen Faktoren der entscheidende war, ist unsicher. Ob Kunst als unbeabsichtigtes Nebenprodukt der Werkzeugherstellung oder bewusst als solche und in einem religiösen Kontext erzeugt würde ist fraglich. Oder wurden zuerst Tierjungen von Menschen gefangen und aufgezogen oder verloren Tiere von sich aus die Scheu vor den Menschen? Und war das Verlassen der Baumwipfel ein durch äußere Umstände bedingter Akt von Primaten oder wurde es durch die Option, im Wasser leichter Nahrung finden zu können, motiviert? In erfrischend vielen Bereichen wird in sehr trüben Gewässern gefischt, was als Garant für zukünftige, überraschende Erkenntnisse der forschenden Zunft nur gut sein kann. Die Idee, eine Auflistung der am meisten Neugier weckenden Erfindungen und Errungenschaften mit viel Liebe und Sorgfalt zu gestalten, könnte im Sachbuchbereich als durchaus erstrebenswerte Neuerung betrachtet werden. So böte sich in Astronomie, Chemie, Physik und generell Naturwissenschaft eine Liste der energiereichsten, gefährlichsten oder mysteriösesten Fakten samt kurzen Science-Fiction-Einschüben an. Im rein philosophisch- geisteswissenschaftlichen Sektor könnten sich die an Wirkung einflussreichsten Denker samt autobiografischen Einschüben selbiger nach verschiedenen Kriterien geordnet anschaulich beschreiben lassen. In Wirtschaft und Geschichte ließen sich mit Staatsmännern, Ökonomen. Wirtschaftstheorien und Feldherren sowohl Ereignisse als auch weitragende Konsequenzen bunt illustrieren. Das Potential zur besseren Vermittelbarkeit samt schüren von Begeisterung für den Stoff könnte, mit dem kleinen Kunstgriff des dezenten Einbaus kurzer Belletristikpassagen zur Steigerung der Motivation, in so ziemlich jedem Lehrbereich drastisch verbessert werden.

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