Hubert Haddad Falastin

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Inhaltsangabe zu „Falastin“ von Hubert Haddad

'Lieben? Lieben? Heißt Lieben nicht Sterben?', so fragt Falastin – arabisch für 'Palästina' – in Hubert Haddads preisgekröntem gleichnamigen Roman. In der Wüste des Westjordanlandes bei Hebron entspinnt sich eine tragische Liebesgeschichte. Bei einem Patrouillengang wird der israelische Soldat Cham verwundet und von einem paläs-tinensischen Kommando entführt. In einem Keller liegend, kommt er wieder zu sich, den Kopf von einer Kufiya bedeckt, schwer verletzt und ohne Erinnerungsvermögen. Als er zu einem anderen Versteck gebracht werden soll, fällt er anderen Palästinensern in die Hände, die ihn für einen Araber halten und ihn Nessim nennen. 'Das ist große Literatur. Die erzählerischen Wurzeln jeder großen Literatur wachsen aus dem Bedürfnis nach Wahrheit. Deswegen ist ›Falastin‹ ein Buch, das prägen, das eine dauerhafte Spur hinterlassen wird.' J.M.G. Le Clézio

Ein wunderschönes und poetisches kleines Buch für ein friedliches Miteinader im Nahen Osten.

— kfir
kfir

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  • Rezension zu "Falastin" von Hubert Haddad

    Falastin
    kfir

    kfir

    16. May 2009 um 21:33

    Der junge israelische Soldat Cham wird bei einer Patrouille von palästinensischen Untergrundkämpfern angeschossen und ins Westjordanland entführt. Bei weiteren Kampfhandlungen kann er entkommen. Traumatisiert und seinen Erinnerungen beraubt, wird er von der blinden Asmahane und deren Tochter Falastìn (arabisch für Palästina) für einen Palästinenser gehalten und gesund gepflegt. Man gibt Cham die Identität des verschwundenen Sohnes und Bruders Nessim, um ihn vor ständig drohenden israelischen Razzien zu beschützen. In den Strudel des israelisch-palästinensischen Konfliktes gerissen, steuert Cham/Nessim dem drohenden Unheil entgegen. Hubert Haddad entspinnt die Geschichte eines unfreiwilligen Grenzgängers im israelisch-palästinensischen Konflikt, der durch das Schicksal zwischen die Mühlsteine zu geraten droht. Mit einer gelassenen Distanz und doch eindringlichen Worten schildert er die Konfliktparteien, die trauernden Familienangehörigen, die teils teilnahmslosen, teils ihre Macht missbrauchenden Soldaten, die verzweifelten Heimatlosen, die skrupellosen Strippenzieher der Bombenanschläge im Hintergrund. Dabei geht es allerdings nicht um die große Politik, eine allumfassende Problemlösung oder moralische Wertungen. Vielmehr kommt die Sichtweise der kleinen Leute zum Tragen. Es sind die tiefen Gefühle, die einen die Charaktere ans Herz wachsen lassen und so glaubhaft machen. Wirklich lesenswert wird dieses Buch allerdings durch seine meisterliche und poetische Sprache. Schafft es Hubert Haddad durchweg mit drastischen Schilderungen, den Leser in das Geschehen zu ziehen, so nimmt er immer wieder mit sehr leisen Tönen Geschwindigkeit aus der Story. Besonders die in all ihren Facetten geschilderte Schönheit des Heiligen Landes mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt sorgt stets für neue Zuversicht beim Leser, dem stets bewusst ist, wie wenig aussichtsreich ein Happy End in diesem Buch erscheint. Immer wieder werden die großen Gegensätze wie Liebe und Hoffnung, Hass und Trauer, friedliche Natur und zerstörerischer Krieg von Hubert Haddad thematisiert und gegenüber gestellt. Der Leser befindet sich unablässig in einem Wechselbad der Gefühle, in dem der Wunsch und der Glaube an einen Frieden im Nahen Osten obsiegt, so lange Bücher wie dieses geschrieben werden. Ein wunderschönes und poetisches kleines Buch für ein friedliches Miteinader im Nahen Osten.

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