Hubert Seipel

 3,9 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor von Putins Macht und Putins Macht.

Lebenslauf von Hubert Seipel

Hubert Seipel wurde 1950 in Alzenau-Wasserlos geboren. Er arbeitete zunächst als Redakteur und Auslandskorrespondent für Stern und Spiegel, bevor er Anfang der neunziger Jahre zum Fernsehen wechselte und sich auf komplexe wirtschaftliche und politische Themen spezialisierte. 2012 sendete die ARD Seipels Dokumentation Ich, Putin – ein Portrait. Anfang 2014 führte er das weltweit erste Fernsehinterview mit Edward Snowden. Im November 2014 interviewte er Putin zu seiner Position im Ukraine-Konflikt für die ARD. Seine Filme wurden u.a. zweimal mit dem Deutschen Fernsehpreis, dem Helmut-Schmidt-Journalistenpreis und dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Hubert Seipel

Cover des Buches Putins Macht (ISBN: 9783455013146)

Putins Macht

 (15)
Erschienen am 02.04.2022
Cover des Buches Putins Macht (ISBN: 9783954718535)

Putins Macht

 (0)
Erschienen am 15.12.2021

Neue Rezensionen zu Hubert Seipel

Cover des Buches Putins Macht (ISBN: 9783455013146)Rose75s avatar

Rezension zu "Putins Macht" von Hubert Seipel

Stand 2015, aber heute aktueller den je
Rose75vor 3 Monaten

Ich habe das Buch "Putin - Innenansichten der Macht" aus dem Jahr 2015 gelesen und so wie es ausschaut, hat der Verlag das Buch aus aktuellem Anlass noch einmal in neuer Aufmachung herausgebracht.  Wer sich für  die russische Seite bzw. die lange Vorgeschichte  des aktuellen Ukraine-Konfliktes interessiert,  kann sich mit diesem Buch einen Überblick verschaffen. 

Der Autor Hubert Seipel hat zahlreiche Interviews mit Präsident Putin,  seinen Weggefährten und auch seinen Kontrahenten geführt.  In diesem Buch spannt er einen großen Bogen von Putins ersten Schritten in der Stadtverwaltung von St. Petersburg und den großen Herausforderungen und Problemen die Russland nach dem Zerfall der Sowjetunion hatte bis zur Ernennung Putins zum Ministerpräsidenten und der Wahl zum Präsidenten.  Gefüllt ist dieser Bogen mit zahlreichen Problemen und Konflikten, die mir gar nicht mehr so geläufig waren.  Es geht um die Kriege in Tschetschenien und Georgien ( Südossetien), der Aufstieg  der Oligarchen und die Einflussnahme von westlichen NGOs in der russischen Gesellschaft. 

Obwohl Präsident Putin titelgebend ist, geht es im Buch nicht  hauptsächlich um ihn als Person.  Es geht überwiegend  um die wirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen und geostrategischen Probleme und Herausforderungen der Zeit zwischen Auflösung der Sowjetunion 1991 bis zum Jahr 2015 mit dem Abkommen "Minsk II".  Als ich die Kapitel über Maidan, Krim und Ostukraine gelesen habe, war ich sprachlos und erschüttert.  Sämtliche Abkommen und Vereinbarungen sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen, wenn sie nicht eingehalten werden. 

Schlagzeilen  und Kommentare ( belegt in der Quellenangabe) von "Spiegel"  und Co. aus der damaligen Zeit, wären heute undenkbar.  

An einigen Stellen erwähnt der Autor den amerikanischen Strategen Zbigniew Brzezinski und sein Buch "Die einzige Weltmacht - Amerikas Strategie der Vorherrschaft".  Das werde ich mir zeitnah besorgen, weil die zitierten Stellen daraus sehr interessant waren. 

Das Buch selber ist gut geschrieben und lässt sich flüssig lesen. 







 

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Cover des Buches Putins Macht (ISBN: 9783455002867)Dr_Ms avatar

Rezension zu "Putins Macht" von Hubert Seipel

Eine glaubwürdige Erklärung der russischen Sicht auf die Politik des Westens
Dr_Mvor einem Jahr

Unter diesem Buchtitel hatte ich mir etwas anderes vorgestellt, etwa eine genauere Beschreibung des politischen Zirkels der russischen Elite um Putin. Davon jedoch ist in diesem Text nicht die Rede, nicht einmal in Ansätzen. Und warum Europa Russland braucht, erklärt Hubert Seipel auch nicht besonders gut. Dennoch aber kann ich jedem, der die gegenwärtige russische Politik verstehen möchte, dieses Buch nur empfehlen. Denn der Autor bemüht sich gut und redlich, sie seinen Lesern zu erklären.

Legt man die politischen Landkarten Europas von heute und von 1990 nebeneinander, dann sieht man deutlich, was wirklich passiert ist: Die Außengrenzen der NATO haben sich erheblich nach Osten verschoben, fast bis an die Grenze zu Russland. Selbstverständlich kann man sich auf den kindischen Standpunkt stellen und Russland als die Macht des Bösen bezeichnen, diesen Blödsinn auch glauben und daraus das Recht ableiten, Russland immer näher zu rücken. Tatsache ist jedoch, dass im Rahmen des deutschen Einigungsprozesse Gorbatschow und der damaligen Sowjetunion zugesichert wurde, dass es zu keiner NATO-Ausdehnung nach Osten kommen würde.

Die USA unter Obama und heute Biden betonen gerne, dass es für Russland rote Linien geben würde, die Russland gefälligst nicht übertreten dürfe. Russland einen ähnlichen Standpunkt zuzubilligen, steht jedoch nicht auf der Agenda der USA. Die Vereinigten Staaten halten sich für so einzigartig und wundervoll, dass nur sie solche Linien benennen dürfen. Wer auf dieser Grundlage Politik betreibt, ist ein Narr. Genau das erklärt Seipel seinen Lesern im Detail.

Er dehnt dies auf den ganzen politischen Reigen aus, denn Russland ist eine Atommacht und spielt damit eine entscheidende Rolle im Weltgeschehen. Damit kommen auch solche Themen im Buch vor wie etwa der Syrienkrieg. Seipel beschreibt das ganze unheilvolle Geschehen, das mit der US-Politik des Regime-Change begann und schließlich zum Krieg in Syrien führte. Dem Westen fällt offenbar nicht auf, dass seine Regime-Change-Einmischungen bisher nur zu Katastrophen geführt haben.

Leider versteht Seipel in diesem Zusammenhang nicht, was Präsident Trump tatsächlich mit seinem "America First" wollte. Seipel sieht dort nur US-Egoismen, aber nicht den wirklichen Antrieb Trumps. Der bestand eben genau in der Aufgabe dieser Unsummen verschlingenden Regime-Change-Politik. Er wollte die Truppen nach Hause holen und die Gelder besser in Amerika nutzen. Die USA sind in ihrer Infrastruktur schließlich noch heruntergekommener als Deutschland, und das wusste Trump aus seiner ganz persönlichen Erfahrung als Bauunternehmer.

Als die unsägliche Regime-Change-Politik die Ukraine traf, war eine ziemlich dicke rote Linie für Russland überschritten. Der Umsturz in der Ukraine war organisatorisch und materiell ebenso gesteuert wie alle "Farbenrevolutionen" oder der "Arabische Frühling" vorher. Nach Belegen dafür muss man nicht weit suchen. Die gleiche Methode wird gegenwärtig in Weißrussland versucht. Ob einem nun der weißrussische Diktator gefällt oder nicht – es ist nicht die Aufgabe vorgebliche demokratischer Länder, die Grundordnung in fremden Staaten zu ändern und sich gleichzeitig fürchterlich darüber aufzuregen, wenn das auf Gegenwehr trifft. Internationales Recht gilt überall und immer und nicht nur dann, wenn man es gerade für sich beansprucht.

Seipel jedenfalls erklärt in diesem Zusammenhang die russische Sicht auf diese Prozesse und den tiefen Pessimismus, den die russische Führung inzwischen bezüglich der Beziehung zum Westen teilt. Offenbar besitzt er einen hervorragenden persönlichen Draht zu Putin und kann daher dessen Sicht auf die Ereignisse und Figuren gut erklären. Allein schon deshalb ist dieses Buch lesenswert.

Seipel erklärt auch die russische Sicht auf den vom Westen als neue Gallionsfigur auserkorenen "Kreml-Kritiker" Nawalny. Die Merkwürdigkeiten seiner schweren Vergiftung mit einer tödlichen Substanz, die er scheinbar spurlos und schnell überwunden hat, um sich dann anschließend wieder in die Hände der Giftmischer zu begeben, beleidigen doch die Intelligenz eines jeden, der politisch denken kann. Offenbar ist der so gefährliche russische Geheimdient komplett unfähig. Oder die ganze Geschichte stimmt hinten und vorne nicht. Seipels Kommentare dazu sind sehr aufschlussreich.

Vernünftige Außenpolitik versucht den Standpunkt des Gegenüber zu verstehen und bestenfalls zu respektieren. Das aber geschieht im Verhältnis zu Russland nicht. Stattdessen versucht der Westen, Russland in die Enge zu treiben. Die Folgen sind erheblich: Russland rüstet auf, Russland wendet sich China zu und macht damit die tatsächliche wirtschaftliche und machtpolitische Bedrohung, die vom Reich der Mitte ausgeht, noch größer.

Wendet man die moralischen Ansprüche des Westens auf ihn selbst an, dann sind dessen umstürzlerischen Taten und Einmischungen weltweit von ganz anderer Qualität als das Russland je könnte. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich der Westen nicht irgendwann selbst in den Netzen der eigenen Heuchelei verfängt oder die Karten überreizt.

Kommentare: 2
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Cover des Buches Putin (ISBN: 9783455503036)tragalibross avatar

Rezension zu "Putin" von Hubert Seipel

Rezension zu "Putin" von Hubert Seipel
tragalibrosvor 6 Jahren

"Putin ist schuld" - das Urteil ist schnell aus dem Ärmel geschüttelt, wenn es darum geht anzuprangern, was "im Osten" alles schiefläuft. Und der russische Präsident ist aus der Perspektive des Westens offenkundig persönlich an allem schuld: von Wahlbetrug über Dissidentenverfolgung bis hin zu militärischer Aggression. Hätte dieser Ex-KGB-Agent nicht das Sagen in Moskau, wäre alles besser - oder?

Dieses Buch kann ich jedem ans Herz legen, der sich politisch interessiert und dem die einseitige Berichterstattung der "westlichen" Medien auf die Nerven geht.
Hubert Seipel gibt in seinem Buch interessante und sehr aufschlussreiche Einblicke in die Politik Putins, beleuchtet Hintergründe und beschreibt Konflikte und Zusammenhänge sehr nüchtern und fokussiert.

Nach der Lektüre dieses Buches bin ich wieder einmal darin bestärkt worden, dass die Berichterstattung, mit der wir tagtäglich konfrontiert werden, sehr einseitig und ungenau ist. Sei es auf Grund von Zitaten oder Bildern, die aus dem Zusammenhang gerissen werden und von Zeitungen und Fernsehen zu vollkommen falschen Aussagen gebogen werden, oder wegen öffentlichen Schlammschlachten zwischen Politikern.

Mein Fazit deshalb: Dieses Buch ist eine Empfehlung für jeden, der einen neuen Blickwinkel eröffnet haben möchte.

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