Hubert Seipel Putin

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Inhaltsangabe zu „Putin“ von Hubert Seipel

Wie wurde Wladimir Putin vom KGB-Offizier in der DDR zum mächtigsten Mann und Gestalter des neuen Russlands, das sich immer weiter von den Vorstellungen des Westens entfernt?
Barack Obama stuft Wladimir Putin als eine der größten Gefahren für die Welt ein - gleich neben Ebola und den Terroristen des IS. Der russische Präsident wiederum kritisiert heftig 'die Doppelmoral des Westens'. Seit den Ereignissen auf dem Maidan herrscht Dauerfrost mit guten Aussichten auf eine neue Ost-West-Eiszeit. Wie konnte es Jahrzehnte nach dem Ende der Sowjetunion wieder so weit kommen?
Hubert Seipel gelang es als einzigem westlichem Journalisten, Putin während der letzten fünf Jahre zu begleiten. Sein Buch ist die Geschichte einer gegenseitigen Entfremdung und Enttäuschung. Es gewährt tiefe Einblicke in die Motive und Vorstellungen des Wladimir Wladimirowitsch Putin.

Sehr interessant einmal die andere Seite der Geschichte zu hören... Wirbt für mehr Verständnis und weniger Arroganz gegenüber Russland!

— Pippo121

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  • Aufschlussreich, spektakulär, unterhaltsam. Sehr lesens- und hörenswert!

    The Putin Interviews: Oliver Stone Interviews Vladimir Putin

    Wedma

    Preisgekrönter US-Amerikanischer Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Oliver Stone hat im Juni 2017 sein Buch „Putin Interviews“ veröffentlicht. Darin enthalten sind vier Interviews mit dem russischen Staatspräsidenten: Das erste Interview ist von 2015. Das zweite und das dritte von 2016. Das vierte ist von Februar 2017.   Bei all dem, was man in der letzten Zeit über Putin aus Leitmedien gehört hat, fand ich es interessant wie notwendig, seine eigene Sicht der Dinge zu erfahren. Und ich muss sagen: Diese Lektüre erwies sich als eine enorme Bereicherung, z.T.  auch als Augenöffner, denn diese Informationen, die Hintergründe und Zusammenhänge, erfährt man aus den Leitmedien wohl kaum. Aufschlussreich und vllt auch schonungslos, liefert dieses Buch vieles, was der dt Öffentlichkeit vorenthalten wurde.   Im ersten Interview unterhalten sich die beiden über Putins Werdegang, seine Kindheit in Leningrad (heute St. Petersburg) der Nachkriegszeit, über seine Familie, auch über den 2.ten Weltkrieg und seine Auswirkungen auf das gesamte Land, z.B. dass die Hälfte der russischen Männer zwischen 17 und 35 infolgedessen tot oder ernsthaft verwundet waren. Zum Thema Krieg kommen sie noch paarmal, um z.B. über die Ursprünge des kalten Krieges, sowie über Stalin, oder auch über die Technologie zur Fertigung der Atombombe und wie sie nach Russland kam, zu reden uvm.   Weiter geht es mit der Frage, wie Putin nach seinem Jurastudium im Jahr 1975 zu KGB kam und warum. Über Perestroika und Gorbatschow gibt auch viele interessante Dinge. Putin sagt, wo er Gorbatschows Schwächen sieht und warum seine Politik Russland nicht so gutgetan hatte.  Weiter erzählt Putin, wie er zum 1 Januar 2000 russischer amtierender Präsident wurde, welche Probleme er zu lösen hatte, was für ihn als Erstes zu tun war, usw. Hier, und vielerorts später, offenbart Stone nicht nur seine gute Vorbereitung, er fragte z.B., ob Putin mit Yeltsin, ähnlich wie Chruschow seiner Zeit mit Stalin, auch Wodka trinken musste. Putin verneinte. Stone ist ein geschickter Befrager, der weiß, wie er an die Aussagen seines Gesprächspartners kommt.   Eigentlich gibt es kaum ein wichtiges politisches Thema, ob in der Vergangenheit oder in der Gegenwart, das hier nicht besprochen wurde: Die Fragen der Auf- und Abrüstung. Die Osterweiterung der NATO und welche Rolle dies im heutigen politischen Geschehen spielt, wie es bei dieser Frage mit Russland und seinem Mitspracherecht und Mitentscheidungswunsch umgegangen wurde, z.B. dass sie oft vor getaner Tatsachen gestellt wurden uvm.   Im letzten Interview, von 2017, geht es u.a. um den Tiefen Staat (Deep State) und seiner Rolle im heutigen politischen Geschehen, sowie um die Frage, die heute noch manche Gemüter in USA zur Wallung bringt, i.e. ob Russland auf amerikanische Wahlen 2016 Einfluss genommen hätte. Putin sagt dazu: „You know, this is a very silly statement... We were not hacking the election at all.“ Bei seinen weiteren Ausführungen musste ich an das Buch von Dan Kovalik „Plot to scapegoat Russia“ (2017) denken, in dem der Autor klar sagt, dass die US-Demokraten, unfähig ihre Wahlniederlage anzuerkennen, denn die Blamage, dass sie die Wahlen gegen so einen Kandidaten verloren haben, können sie schlicht nicht ertragen, suchen nun nach fadenscheinigen Erklärungen. Hier ist jede Peinlichkeit recht. Einfacher scheint es, einen Sündenbock zu finden, statt zuzugeben, dass sie keine tragfähige Kandidatur stellen konnten. Und an Noam Chomsky in „Global Discontents“ (2017) musste ich denken, der sagt: In USA gibt es keine Demokraten. Sie nennen sich bloß so, tatsächlich aber, von der Ausrichtung und Gesinnung her sind diejenigen, die sich Demokraten nennen, noch reaktionärer und konservativer als manche Republikaner.   Da gibt es noch andere Themen, die im Interview von 2017 besprochen wurden. Julian Assange, WikiLeaks, Cyberkrieg kommen da genauso zur Sprache wie Japan, Korea, Syrien, IS uvm. Zum Schluss geht es um Souveränität. Auch sehr aufschlussreich.   Putin erweist sich als ein angenehmer, kluger und vielseitig gebildeter Gesprächspartner mit gut ausgeprägtem Sinn für Humor, der seine Aufgabe gut versteht und seinen Job gut macht. Dieser Meinung war Oliver Stone am Ende der Interviews, was er ihm auch offen gesagt hat. Darauf antwortete Putin: „If they are going to beat you for this, you can come back here to Russia and we’ll help to heal you.“   Bemerkenswert finde ich, dass es dieses Buch nicht auf Deutsch gibt, obwohl an wissenswertem Stoff und Brisanz hier keineswegs mangelt. Das Buch gibt es momentan nur in der Originalfassung als Print, E-book und Hörbuch. Auf letzteres wurde ich aufmerksam und habe die 9 St. 45 Min. gern durchgehört, dann E-book dazu geholt. Die Macher des Buches haben Putins Part ins sehr einfache Amerikanisch übertragen, was sie auch am Anfang sagen, sodass man mit gutem Englisch keine Schwierigkeiten mit dem Verständnis der Inhalte haben kann. Die Hintergrundinformationen, von einer Frauenstimme gesprochen, wurden im Hörbuch gleich in den Text eingebaut, sodass man sofort Bescheid weiß, was gemeint ist. Der Sprecher für Putin wurde so gewählt, dass seine Stimme bestimmte Ähnlichkeit mit dem Original aufweist. Für mich hätte es nicht notgetan, aber er spricht deutlich und recht langsam. Jeder kann seine Ausführungen gut verstehen.   Fazit: Ein sehr lesens- und hörenswertes Buch, das einem für viele Dinge die Augen öffnet, spannende Informationen liefert, wichtige Zusammenhänge darlegt und zudem auch ausgezeichnet unterhält.

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    • 5
  • Rezension zu "Putin" von Hubert Seipel

    Putin

    tragalibros

    10. July 2016 um 22:15

    "Putin ist schuld" - das Urteil ist schnell aus dem Ärmel geschüttelt, wenn es darum geht anzuprangern, was "im Osten" alles schiefläuft. Und der russische Präsident ist aus der Perspektive des Westens offenkundig persönlich an allem schuld: von Wahlbetrug über Dissidentenverfolgung bis hin zu militärischer Aggression. Hätte dieser Ex-KGB-Agent nicht das Sagen in Moskau, wäre alles besser - oder? Dieses Buch kann ich jedem ans Herz legen, der sich politisch interessiert und dem die einseitige Berichterstattung der "westlichen" Medien auf die Nerven geht. Hubert Seipel gibt in seinem Buch interessante und sehr aufschlussreiche Einblicke in die Politik Putins, beleuchtet Hintergründe und beschreibt Konflikte und Zusammenhänge sehr nüchtern und fokussiert. Nach der Lektüre dieses Buches bin ich wieder einmal darin bestärkt worden, dass die Berichterstattung, mit der wir tagtäglich konfrontiert werden, sehr einseitig und ungenau ist. Sei es auf Grund von Zitaten oder Bildern, die aus dem Zusammenhang gerissen werden und von Zeitungen und Fernsehen zu vollkommen falschen Aussagen gebogen werden, oder wegen öffentlichen Schlammschlachten zwischen Politikern. Mein Fazit deshalb: Dieses Buch ist eine Empfehlung für jeden, der einen neuen Blickwinkel eröffnet haben möchte.

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1703
  • Spannende Einsichten. Solides, toll geschriebenes und leicht zu lesendes Werk

    Putin

    Wedma

    26. November 2015 um 20:48

    Ich muss das Werk sowohl für die Themenauswahl als auch für die tolle Ausführung loben. Die Themen sind nicht nur hochaktuell: Ukraine, Krim, Rolle der USA bei den Kernfragen der Weltpolitik zu Anfang von Putins Regierungszeit und heute, Kampf gegen Terrorismus, Beresowski und andere Oligarchen, Blitzkrieg in Georgien 2008, Sotchi 2014, etc. Die besprochenen Punkte liefern den Lesern die im Titel versprochenen Einsichten, sowie eine plausible Erklärung der gegenwärtigen politischen Lage. Dabei werden die Interessen der jeweiligen Seite klar genannt und begründet. Die Ausführung lässt keine Wünsche offen: Eine klare, aussagekräftige Sprache von H. Seipel in Kombination mit der sachlichen wie entspannten Haltung zur Person und Machtmenschen Putin sorgen nicht nur für die hohe Glaubwürdigkeit, sondern bereitet ein Lesegenuss, der seinesgleichen sucht. Das Buch liest sich sehr angenehm und leicht: in nur paar Lesesitzungen hatte ich es durch. Es ist ein hochspannendes Material, den H. Seipel seinen Lesern liefert. Definitiv KEIN 08/15 Zeitungswissen. Zum ersten Mal las ich von der Rolle von Fr. Merkel als Mittelerin im ukrainischen Konflikt 2014, die nun gar nicht so positiv ausfällt, wie man es sonst aus den Öffentlich-rechtlichen und den Tageszeitungen entnimmt. Die komplexesten Dinge sind gut verständlich und anschaulich geklärt. Die Ursache-Wirkung Verhältnisse, wie die Zusammenhänge perfekt formuliert auf den Punkt gebracht, unabhängig davon, welches Thema gerade besprochen wird, ob es um die Rolle der Medien und der dt. Journalisten geht oder um die schwierigen Fragen der Beziehung Russlands zur EU oder USA. Als Beispiel des soliden, hochprofessionellen und hochqualitativen Journalismus kann man guten Gewissens dieses Werk nennen. Zwei kleine Kostproben: „Die beiderseitige Abneigung ist über die Jahre gewachsen. Die Pose der moralischen Überlegenheit, die der US-Präsident in öffentlichen Auftritten zum Thema Russland an den Tag legt, nervt Putin. Wie zuletzt jene Attacke, als Obama Russland als Regionalmacht und den russischen Präsidenten als unkonzentrierten Schuljungen in der letzten Schulbank verspottete. Wladimir Putin hat sich bislang mit persönlichen Angriffen zurückgehalten. Er attackiert dafür regelmäßig den alleinigen Großmachtanspruch der USA.“ S. 27. Oder das hier: „Unsere journalistischen Beziehungen zum neuen Russland sind ein emotionaler Cocktail aus Sympathie und eigener Größenvorstellung. Bereits nach dem Kollaps der Sowjetunion produzierten deutsche Journalisten im neuen Wir-Gefühl Tausende von Artikeln mit gutgemeinten Ratschlägen und strengen Warnungen vor Irrwegen. Wir haben nie damit aufgehört, Kopfnoten für korrektes Verhalten zu verteilen, und glauben stets genau zu wissen, wie der „failed state“ Russland auf dem Weg in den Westen weiter vorankommen könnte. Die russische Politik zeigt sich für das Engagement deutscher Reformpädagogik allerdings nur bedingt empfänglich. Auf die Richtung der Marschroute war keineswegs abgesprochen. Und so endetet die Beziehung bald dort, wo unerwiderte Leidenschaft in der Regel immer endet: im gegenseitigen Frust.“ S. 18. Auch Waldimir Putin als Mensch kommt deutlich rüber. Schön fand ich die Geschichte der heiligen Elisabeth, zu Lebzeiten Alexandra Luise Alice von Hessen-Darmstadt, die er in der ihr gewidmeten Privatkapelle erzählt. So sieht man Herrn Putin kaum heute in Medien. Somit wird es klar, dass die Person Putin, seine Rolle in der Politik und die Sachverhalte, die mit seiner Tätigkeit einhergehen, vielmehr mit der Art der Darstellung, dem Bild, das ihm die Medien verpasst haben, zu tu hat und weniger mit dem, wie er ist, was er denkt und wie er seine Politik macht. Für mich sind es nun zwei verschiedene paar Schuhe. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Es hat mir viele spannende Einsichten geliefert, und ich kann es wärmstens weiterempfehlen. Man muss sich dabei nicht unbedingt brennend für Politik interessieren. Das habe ich vor dem Lesen des Werkes auch nicht getan. Danach wird einem das Bild der heutigen politischen Situation klar, in der man steckt und wer welche Rolle dabei spielt oder zu spielen versucht.

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  • Ein absolut lesenswertes, spannendes Werk

    Putin

    Zmei

    26. November 2015 um 13:59

    Putin. Innenansichten der Macht von H. Seipel ist ein kluges, sehr gut geschriebenes, hochinformatives Werk, das ich äußerst gern gelesen habe. Ich kann es uneingeschränkt allen weiterempfehlen, die zum o.g. Thema mehr wissen möchten, vor allem den Lesern, die das seit paar Jahren an der Tagesordnung stehende Russland-Bashing satthaben und ideologiefreie, wie klare Einsichten zum Thema Putins Macht gewinnen wollen. Das Buch las sich dank der unverschnörkelten, ausdrucksstarken Sprache so leicht und aufgrund der gelieferten Fakten und Einsichten, die man sonst nirgends vorher gelesen haben konnte, so spannend, dass es nur ein paar Leseabende gebraucht hat, bis die letzte Seite umgeblättert wurde. Vom Spannungsfaktor habe ich dieses Buch höher einstufen können, als all die Krimis und Thriller, die mir in den letzten Monaten in die Hände kamen. Und das bei der Tatsache, dass ich zu den Themen schon von früher einiges aus der Tagespresse wusste. Kaum war ein Kapitel zu Ende, da tauchte prompt die Frage auf- und wie geht es bei dem nächsten Thema weiter? Und schon flogen die Seiten wieder dahin. Es steht eindeutig fest: Herr Seipel beherrscht sein Handwerk meisterhaft. Wenn man ein Buch, das man dem oft trockenen Bereich Politik zuordnet, so schreiben kann wie er es getan hat, darin besteht kein Zweifel. Tolle Arbeit, Hut ab. Herr Seipel kennt Wladimir Putin schon länger. Um dieses Buch zu schreiben, traf er den russischen Präsidenten mehrmals, wie der Autor in seinem Interview zur Erscheinung des Werkes erklärt. Was mir besonders gut gefallen hat: die Darstellung von H. Seipel ist sachlich und recht entspannt. Man gewinnt den Eindruck vom Putin als einem pragmatischen Politiker, der seine Sicht der Dinge hat und diese zu verteidigen weiß. Man lernt Herrn Putin auch auf der menschlichen Ebene kennen. Man erfährt z.B. was er selbst über seine Eltern und zu seiner Jugend sagt, welche Interessen er hatte und welche Ziele ihm erstrebenswert erschienen. Auch zu den Aufgaben in seiner Zeit in Dresden erfährt man aus erster Hand. Im Kapitel zum Verhältnis von Kirche und Staat kam eine Seite Putins ans Licht, die mir bisher unbekannt war: er kennt sich bestens in der Geschichte Russlands aus und hat ein unmittelbares Verhältnis zum Glauben. Je weiter man im Buch fortstreitet, desto deutlicher wird ein ganz anderes Bild, als das, was einem die offiziellen Medien tagein tagaus einzubläuen versuchen: das eines Menschen, der sein Land liebt und ihm dient. Man lernt ihn als einen Menschen kennen, der sich nicht von Eitelkeit, wie seinerzeit Gorbatschow mit verheerenden Folgen für das Land, und nicht von anderen Dingen verleiten ließ und nun im Westen fleißig seit Jahren verklärt wird. In H. Seipels Darstellung wird das Bestreben Putins sichtbar, noch in späten 90-gern, Anfang der Nullerjahre mit dem Westen eng zusammenzuarbeiten. Wie daraus nichts wurde, erfährt man im Kapitel 14 Die Ausweitung der Kampfzone. „Die Dämonisierung …Putins hat spätestens zu diesem Zeitpunkt ihren Anfang genommen.“ S. 159.  In weiteren Kapiteln wird auch die Motivation der USA in vielen aktuellen Fragen klar genannt. Es ist auch vom Weltmachtanspruch der USA die Rede, der aber stets PR-wirksam Russland und Putin angekreidet wird. Auch die Rolle von J. M. Barroso in 2009 bei der Aufheizung der in den Medien verbreiteten Hysterie, Putin wolle die alte Sowjetunion wieder aufbauen und habe die ehem. Republiken im Visier, wird klar, was aus den Medien damals nicht der Fall war. Auch der Konflikt in der Ukraine, die so genannten Gaskriege und die Krimfrage wurden einleuchtend beschreiben und dabei einiges ans Licht gebracht, was sonst unter den Tisch fällt und kaum die an die Öffentlichkeit getragen wird. Und viele andern Dinge mehr. Es wird Klartext geredet: Die komplizierten Vorgänge, einfach und zugänglich dargestellt, für jeden nachvollziehbar. In jedem Kapitel erhält man spannende Einsichten in bisher wenig bekannte Dinge. Es ist kein Zeitungswissen: Auch diejenigen, die sich für das Thema in den letzten Jahren interessiert haben, bringt das Buch die eine oder andere neue Seite Putins und nicht nur seiner Politik ans Licht. Die Zitate und Quellenangaben tragen enorm zur Glaubwürdigkeit bei. Die Quellen sind aktuell: Der letzte Zugriff auf die online Quellen ist hpts. von Ende Juli bis Ende August 2015. Die Ausgestaltung des Buches trägt ebenfalls zum Lesegenuss bei. Das Buch ist recht leicht, kann also gut mitgenommen werden. Eine leserfreundliche Aufteilung der Kapitel nach Themen geordnet, die Unterkapitel sind recht kurz, sodass man sie zwischen zwei-drei U-Bahn Stationen locker durchlesen kann. Dabei spielen natürlich die schöne, klare Sprache und die gekonnte Art der Darbietung eine Rolle. Fazit: Das Buch von H. Seipel liefert ein anderes, adäquateres, da differenzierteres Bild Putins und Russlands, als das, was man aus den Massenmedien und manchen Neuerscheinungen im Buchbereich kennt. Ein gutes Buch ist gut auf jeder Seite. Über dieses Werk kann man es laut sagen. Daher vergebe ich gerne 5 hochverdiente Sterne und eine klare Leseempfehlung. Lesen Sie es. Sie werden dann eindeutig besser und adäquater Wladimir Putin und seine Politik nachvollziehen können.

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