Hubert Wolf Die Nonnen von Sant'Ambrogio

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Inhaltsangabe zu „Die Nonnen von Sant'Ambrogio“ von Hubert Wolf

Die Akten dieses Inquisitionsprozesses sollten für alle Ewigkeit in den Archiven des Vatikans verschwinden. Um ganz sicher zu gehen, legte man sie an der falschen Stelle ab, ohne zu ahnen, dass sie gerade dadurch über hundert Jahre später der Forschung zugänglich werden – und Hubert Wolf sie aufspürt. Rom, im Juli 1859: Eine Nonne ruft um Hilfe, man will sie vergiften, doch sie kann fliehen. Es kommt zu einem Prozess, in dem die Inquisition Unglaubliches aufdeckt: Im Kloster Sant’Ambrogio werden seit Jahrzehnten Nonnen als Heilige verehrt. Visionen, Dämonenaustreibungen, Segnungen per Zungenkuss, lesbische Initiationsriten und Wunder sind an der Tagesordnung. Zweiflerinnen werden beseitigt. Und hinter alledem steht ein Netzwerk von Jesuiten mit besten Kontakten zum Papst. Bis heute besitzt der Fall Sant’Ambrogio eine gewaltige Sprengkraft: Einer der Beichtväter, der unter falschem Namen bei den Nonnen übernachtete, entpuppt sich als vatikanischer Spitzentheologe und enger Vertrauter des Papstes, der das Unfehlbarkeitsdogma maßgeblich mitformulierte. Die wahre Geschichte von Sant’Ambrogio ist damit auch ein Kapitel aus der wahren Geschichte des modernen Katholizismus.

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  • Eine wahre Kirchenverschwörung

    Die Nonnen von Sant'Ambrogio
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    21. May 2013 um 10:57

      Das dies ein Sachbuch ist, das muss sich der Leser hier und da vor Augen halten, denn wie ein Thriller, ein historischer Kriminalroman, ein intensiv und spannend erzählter Gerichtsthriller kommt das Buch von Hubert Wolf in großen Teilen daher.   Wenn die „Dramaturgie einer Vergiftung“ als Augenzeugenbericht nachvollzogen wird, wenn über „weitere Morde“ fast lapidar Zeugnis abgelegt wird, dann lässt sich eine leichte Schauder nicht verhindern. Und wenn man den gewundenen Ausführungen so mancher Beklagter im Buch folgt, dann sind solche „neuscholastischen Windungen“ nicht anders, als die altbekannten, wohl formulierten und wohl klingenden, inhaltslosen Ausreden, die man bis heute von manchen Kreisen der Kurie „um die Ohren“ bekommt.   Ein Buch auch, dass natürlich Wasser auf die Mühlen all jener Kirchenkritiker ist, deren schlimmste Annahmen von Sumpf und Morast, von sexuellen Orgien und machtvoller Härte im Schutz der eigenen Interessen durch diesen Inquisitionsprozess aus der Mitte des 19. Jahrhunderts bei weitem noch übertroffen wird.   Im Mittelpunkt stehen, vordergründig, die Nonnen des Klosters Sant`Ambrogio. Ein Ort, an dem nicht nur das „Geistliche“ der Nonnen hoch verehrt wird (und Nonnen gar zu ebzeiten als „Heilige“ verehrt wurden), sondern auch „das Weibliche im Geistlichen“, wenn man es freundlich ausdrücken will. Nichts anderes als  verbrämte sexuelle Untiefen sind es, die dort an der Tagesordnung sind, hintergründig gesteuert von ausgewählten Mächtigen des Jesuitenordens unter Einbeziehung hoher bist höchster Würdenträger des Vatikans. Und sollte man meinen, das Ganze als „Verwirrungen des Fleisches“ abtun zu können, fällt es schwer, die Vergiftungen und Morde zu erklären, die über jene Nonnen einbrachen, die den Versuch unternahmen, sich zu wehren.   Ekstase, mythische Verzückung, spezielle sexuelle Übergriffe gegen Novizinnen, wie der Ausbund uralter und wegdriftender Sekten mitsamt exorbitanter Körperlichkeit und sexueller Dynamik wirkt das, was da im „Namen der Jungfrau Maria“ alles hinter verschlossenen Klostertüren geschieht.   Und dass dies Hubert Wolf zugänglich ist in der Gegenwart, auch dies liegt an alten, verkrusteten Strukturen der katholischen Kirche. Denn einen Prozess gab es, als eine Nonne Hilfe suchte. Eine Inquisition, die ihresgleichen in der Kirchengeschichte sucht und kaum findet. Weit gefehlt aber, wer davon ausgehen würde, dass es hier um „größtmögliche Aufklärung“ in irgendeinem öffentlichen Sinne gegangen wäre.   „Geheimakten“ sind es, unter tiefstem Verschluss gehalten wurden die Ergebnisse, die Aussagen, die Akten dieses Prozesses. Und die dann doch für die Forschung zugänglich wurden und Wolf diese Akten sich vorgenommen hat.   Sowohl also die Geschehnisse als solche, wie auch der Umgang mit den Akten und die Folgen für die Beteiligten werfen ein sehr bezeichnendes Licht auf die Umgangsformen der katholischen Kirche auf Skandal, die im stark sexuellen angesiedelt sind und auch vor Mord nicht zurückschrecken. Wer nun meint, dies alles sei ja „tiefstes Mittelalter“, der achte auf die Zeit, in der dies geschah (der Neuzeit nahe) und auf die Parallelen zu Ereignisse auch in den letzten Jahrzehnten.   Ein detailliert recherchiertes Buch, das weitgehend flüssig zu lesen daherkommt, sich allerdings hier und da in kleinteiligen Einzelheiten auch festhakt. Was aber den überzeugenden Gesamteindruck nicht grundlegend schmälert.

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  • Wahre Geschichte aus der Kirchenwelt

    Die Nonnen von Sant'Ambrogio
    Penelope1

    Penelope1

    1859 – Rom: Die Adlige Katharina wird im strengen Kloster des dritten Ordens aufgenommen. Doch noch vor Ablauf des zweiten Jahres dort ruft sie ihren Cousin verzweifelt zu Hilfe – sie bangt um ihr Leben und flieht. Aufgrund ihrer daraufhin erfolgten Anzeige kommt es zu einem Inquisitionsprozess, zu Untersuchungen, Befragungen, überraschenden Aussagen von Nonnen und Beichtvätern und unglaubliche Zustände kommen ans Licht. Ein Inquisitionsprozess mit Folgen – nicht nur für die Nonnen, sondern auch für die Beichtväter und den Papst. Meine Meinung: Hubert Wolf’s intensive Recherche deckt ein ein Geflecht aus Mord, Totschlag, Unterschlagung, Täuschung, falschem Heiligenkult und Sexuellen Übergriffen auf, das bisher von der Kirche möglichst geheimgehalten wurde. Kein Wunder, schließlich ist dieser Skandal um das Kloster Sant Ambrogio das sich in unmittelbarer Nähe des Vatikans befand, nicht gerade ehrenhaft. Und so ist die Kirche verständlicherweise nicht an einer breiten Information der Gemeinschaft der Gläubigen über diesen wichtigen Inquisitionsprozess des 19. Jahrhunderts interessiert, in dem nicht nur Nonnen, sondern ebenso die Beichtväter angeklagt wurden. Der Leser erfährt anhand von Briefen, Berichten, Aussagen und Anschuldigungen die Wahrheit über die skandalösen Vorgänge im strengen Kloster, das von einer angemaßten Heiligen geführt wurde und die göttliche Verehrung und den Marienkult des marianischen Jahrhunderts für ihre Zwecke nutzte. Der Autor bezieht seine Informationen meist aus belegbaren Protokollen aus den Archiven des Vatikans und lässt bei seinen Ausführungen keinen Zweifel darüber, welche seiner Aussagen Vermutungen oder Realität sind. Außerdem gibt er tiefe Einblicke in die klerikale Politik des 19. Jahrhundert, in Ursachen und Wirkung der verschiedenen Bewegungen, sodass es leichter fällt, die Zusammenhänge zu verstehen. Auch Abläufe werden erläutert, z.B. den eines Inquisitionsprozesses, führt z.B. auf, dass auch die Verurteilung der Schuldigen seinen eigenen, klerikalen Gesetzen folgte - nach Beendigung des Prozesses und Abgabe des Strafmaß-Votums durch Untersuchungsrichter und Konsultoren blieb das letzte Wort bei den Kardinälen des Heiligen Offiziums, dessen Urteil wiederum vollkommen vom Votum abweichen konnte. Weiterhin gibt sich Hubert Wolf nach der Darstellung eines langen und höchst widersprüchlichen Prozesses nicht mit der Verkündung der Urteile zufrieden, sondern er geht weiter, erkundigt sich und lässt uns daran teilhaben, wie die Lebensläufe der Verurteilten, Schuldigen oder gar der Opfer weitergingen. Dies hat mir besonders gut gefallen, kann man doch hieraus gut erkennen, wie „streng“ die gefällten Urteile und Strafen umgesetzt wurden. Der Schreibstil ist mitunter recht sachlich und nüchtern, aber dennoch auf seine ganz eigene Art auch wieder fesselnd und beeindruckend intensiv, sodass man gebannt weiterliest um zu erfahren, wie die Angeklagten immer wieder neue Erklärungen suchen und welche Entwicklung der Inquisitionsprozess nimmt... Fazit: Wer sich auf dieses Buch einlässt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es sich hier nicht um einen Roman handelt, den man flüssig und zügig durchlesen kann. "Die Nonnen von Sant' Ambrogio" ist kein Roman, aber auch kein Sachbuch. Es ist - wie auf dem Cover erwähnt - "eine wahre Geschichte" mit vielen Details und Hintergründen, für die man sich Zeit lassen sollte. Zusätzlich dazu gibt es über zahlreiche Fußnoten weitere Informationen und Quellenhinweise, die man in einem umfangreichen Verzeichnis im Anhang des Buches nachlesen kann. Aber es lohnt sich: die erschütternde und skandalöse Geschichte der Nonnen von Sant‘ Ambrogio und der klerikalen Politik des 19. Jahrhunderts ist spannender als viele Romane, und Hubert Wolf gelingt es trotz - oder gerade durch seine intensiven und beeindruckendenn Recherchen und Informationen, den interessierten Leser zu fesseln und zum Nachdenken anzuregen.

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    • 2
    siebenundsiebzig

    siebenundsiebzig

    02. May 2013 um 09:27
  • Eine Geschichte die nicht wieder in Vergessenheit geraten sollte.

    Die Nonnen von Sant'Ambrogio
    Infinity_Books

    Infinity_Books

    .:Empfehlung:. Bücher mit einem wahren Hintergrund sind Solche, die meine angeborene Neugierde fesseln und mich nicht eher zufrieden lassen bis ich so gut es geht bescheid weiß. Das die Geschichte um dieses Kloster namens Sant´Ambrogio so viele Geheimnisse offenbaren würde war selbst mir nicht ganz klar. Es ist eine Geschichte die, so hoffe ich, auch euch neugierig machen wird. Vielen Dank an Herrn Wolf der sich die Arbeit und Mühe gemacht hat, die Informationen allen zugänglich zu machen. Auf eine Art, die wir verstehen können ohne uns mit den tiefen kirchlichen Vorgängen und Ausdrücken aus zu kennen. .:Fazit:. [Vorsicht Spoiler!] Die Geschichte um Sant´Ambrogio ist Eine, die mich tief mitgenommen hat, ihr Ausgang hat mich jedoch nicht sonderlich überrascht, leider.  Hubert Wolf legt hier Stück für Stück offen was man Jahrhunderte lang versuchte zu vergessen und zu verstecken, er gibt Inhalte der Prozessakten wieder und gibt Denkanstöße wenn Handlungen der damals beteiligten sich widersprechen. Widersprechen oder sich schon durch diese Verhaltensweise heraus lesen lässt das sich dahinter weit mehr verbirgt. Genannt ist Katharina Fürstin von Hohenzollern-Sigmaringen die durch ihre Anklage nach Verlassen des Klosters Sant´Ambrogios nicht nur vertuschte Morde an Mitschwestern und ihrer eigenen geplanten Vergiftung offen legte. Bei dem nachfolgend 2 1/2 Jahre andauernden Prozess und Verhör der Schwestern und Beichtväter sind auch Sexualdelikte und die Verehrung einer falschen Heiligen Maria Agnese Firrao´s ans Licht geraten. Wir lernen im laufe der Briefe und Akten viele Schwestern und auch die Beichtväter kennen, zur Zeit Pius des IX und welche Vorwürfe erhoben wurden, wie ihnen nachgegangen wurde. Letztendlich wurde zwar durch den Dominikaner Sallua ausreichend recherchiert und verhört aber dieser hatte nicht das letzte Wort. Konnte ein Strafmaß vorschlagen aber nicht absegnen. In meinen Augen, so wie das Ganze beschrieben ist, finde ich es erschreckend was hinter Klostermauern geschehen kann. Das selbst wenn dies den "richtigen" Leuten zu getragen wird, das Strafmaß aus augenscheinlicher Sympathie so gemildert wird das einem flau im Magen wird. Die Fürstin Katharina hatte großes Glück durch ihren Cousin Erzbischof Gustav Adolf zu Hohenlohe-Schillingfürst errettet worden zu sein. Denn dieser lies seine Beziehungen spielen um sie am Folgetag des Erfahrens aus dem Kloster holen zu können.  Am Anfang des Buches konzentriert sich dieses sehr auf die Vorstellung der bezogenen Personen die an dem ganzen Teil hatten. Viele geschichtliche Daten und auch Erklärungen ziehen sich ebenfalls durch das Buch. Herr Wolf erläutert wichtige Begriffe und auch Lebensweisen die in der damaligen Zeit gelebt wurden.  Um so mehr ich las, um so Neugieriger wurde ich auf das Urteil das Pius der IX letztendlich absegnen würde. Wie oben schon angedeutet waren die Strafen mehr als gering, doch dadurch das nichts an die Öffentlichkeit geraten sollte kam man, denke ich letztendlich, auch damit durch. Zwei Beteiligte, wichtige Berater des Papstes bekamen nicht mal das, sie durften ihre Ämter genau so weiter ausüben. Die gegebenen Strafen wurden durch Pius IX noch mal gemildert und verkürzt. Dieses Buch hat mir einen sehr interessanten Einblick in die Geschichte des Klosters Sant´Ambrogios gewährt. Auch wenn das Buch sicherlich keine leichte Kost ist, so hoffe ich das es viele Menschen ebenfalls neugierig macht und sie die Augen dafür öffnen können. Denn keinesfalls sollten solche Geschichten vergessen werden.

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    • 2
  • Kein Roman...

    Die Nonnen von Sant'Ambrogio
    Tialda

    Tialda

    13. April 2013 um 18:43

    Rezension: Der Klappentext von Hubert Wolfs “Die Nonnen von Sant’Ambrogio” klingt atemberaubend und nach einem richtig spannenden Buch – also habe ich mich auch genau darauf eingestellt, rechnete mit einem skandalösen historischen Roman nach einer wahren Geschichte. Nun ja… DAS war dieses Buch leider nicht, und zwar in jeder Hinsicht. Nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte, stellte ich nach einer Flut von Jahreszahlen und Namen fest, dass es sich um ein Sachbuch handelt – was an sich noch kein Problem wäre. Aber leider konnte mich das Buch einfach absolut nicht fesseln. Hubert Wolf hat ordentliche Arbeit geleistet, das muss man dem Autor wirklich lassen. Das komplette Buch ist von Fußnoten übersäht und diese werden im Anhang, der mit seinen rund 100 Seiten richtig mächtig ist, aufgelöst. Darin findet man in erster Linie natürlich Quellenangaben aus den römischen Archiven, aber auch viele Infos über wichtige Personen der Zeit und zusätzlich werden verschiedene Begriffe umfassend erklärt. Schlägt man das Buch auf, findet man einen Ausschnitt des damaligen römischen Stadtplans, auf dem das Kloster eingekreist ist – dieser Ausschnitt ist recht detailgetreu und erstreckt sich über zwei Buchseiten. Darauf folgt ein ausführliches Inhaltsverzeichnis und ein Personenregister, denn bei den Nonnen kann man schon mal leicht durcheinander kommen, da fast jede ein “Maria” im Doppelnamen trägt. Ich habe mir fest vorgenommen, das Buch ganz zu lesen. Jedes Mal, nachdem ich das Buch zur Seite gelegt habe, weil ich eigentlich keinen Nerv mehr hatte und den Erklärungen längst nicht mehr folgen konnte, habe ich das Buch später trotzdem wieder zur Hand genommen. Bis zu Seite 260 (von den insgesamt 444 ohne Anhang) – ab da habe ich das Buch mehr oder weniger abgebrochen und nur noch grob drübergeblättert. Das Buch und ich können einfach nicht zusammen und das mag etwas heißen, denn normalerweise breche ich ein Buch nie ab. Ich denke es lag an zwei Faktoren. Zum einen ist das Buch zu ausschweifend geschrieben. Man beschränkt sich nicht auf das Wesentliche – den Skandal – und wiederholt alles mehrfach, indem Aussagen verschiedener Marias, also Nonnen, zum gleichen winzig kleinen Themenabschnitt gedruckt wurden. Zu anderen hatte es wahrscheinlich persönliche Gründe, dass mir das Werk nicht liegt, da ich auf die Thesen der katholischen Kirche mit Ärger reagiere. Deshalb möchte ich betonen, dass die Bewertung von 2 Sternen meine persönliche, subjektive Wertung ist! Wer sich der katholischen Kirche nicht dermaßen verschließt, sich für Geschichte interessiert und sich außerdem noch leicht durch Sachtexte liest – für den dürfte “Die Nonnen von Sant’Ambrogio” eine Offenbarung sein, da es sehr gründlich recherchiert wurde. Fazit: Ein Buch mit dem ich persönliche Differenzen hatte, das aber objektiv betrachtet richtig gut ist.

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  • spannend, interessant und unfassbar

    Die Nonnen von Sant'Ambrogio
    kleeblatt2012

    kleeblatt2012

    Durch Blogg Dein Buch bin ich auf dieses Buch aus dem Verlag C.H. Beck aufmerksam geworden. Und die Inhaltsangabe hat mich dann doch gereizt. Welche Machenschaften gingen vor direkt vor der Nase des Vatikans und somit des Papstes? Waren die Nonen mit dem Teufel im Bunde? Welche Drahtzieher standen dahinter? Und vor allem: Warum hat dies keiner richtig wahrhaben wollen? All diese Informationen findet man in „Die Nonnen von Sant'Ambrogio“. Gleich zu Anfang wird einem Katharina von Hohenzollern vorgestellt, die nach schwerer Krankheit endlich in dem Kloster Sant'Ambrogio versucht, ihren Frieden zu finden und den Rest ihres Lebens dort verbringen möchte. Doch schon nach kurzer Zeit macht sie Entdeckungen, die sie daran zweifeln lassen, ob im Kloster alles mit rechten Dingen vorgeht. Als sie dann noch vermutet, dass ihr durch Giftanschläge nach dem Leben getrachtet wird, wendet sie sich an ihren Cousin und bittet um Hilfe. Ihr Cousin kann sie aus dem Kloster herausholen und gleich danach beschuldigt Katharina das Kloster und vor allem die Klostervorsteherin, Maria Luisa, ihr nach dem Leben getrachtet zu haben und sogar mit dem Teufel im Bunde zu sein. Der Autor nimmt sich diesem „Fall“ an und stellt minutiös dar, was 1859 passiert sein könnte. Er sichtet Akten, Papiere, Bücher und rekonstruiert den Alltag, das Leben und die Verschwörungen. Zeitweise war mir der Ton etwas zu trocken und so habe ich für diesen 544 Seiten langen Bericht auch etwas länger gebraucht als gedacht. Trotzdem hat mich zwischendrin immer wieder die „Spannung“ gepackt und ich wollte die Hintergrundfakten in mich aufnehmen. Anstrengend war die sehr kleine Schrift, musste ich das Buch doch öfters zur Seite legen, um mich von dieser Anstrengung zu erholen. Es war sehr interessant zu erfahren, was den genau in diesem Kloster so vor sich gegangen ist. Die Tatsache, dass dieses Kloster auch noch gegenüber des Vatikans steht und sich somit diese Teufeleien direkt vor dem Auge des Papstes zugetragen haben, lässt mich doch wieder daran zweifeln, ob in der katholischen Kirchen alles mit rechten Dingen vor sich geht. Die letzten knapp 100 Seiten widmet der Autor einer Danksagung und den Quellenangaben, die recht umfangreich sind. Respekt vor dem Autor, dass er dies alles gesichtet hat. Fazit: Interessant, was hinter den verborgenen Türen der Kirche so vor sich ging oder gar noch geht!

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    • 2
  • Ein Muss für jeden Kenner, für mich allerdings nicht.

    Die Nonnen von Sant'Ambrogio
    Rebel_Heart

    Rebel_Heart

    24. March 2013 um 20:01

    Das Buch soll auf einer wahren Begebenheit basieren. Erst im Jahre 1998 wurde das Archiv durch Papst Johannes Paul II. geöffnet und scheinbar schier unfassbares kam ans Licht. Rom, im Juli 1859.. Katharina von Hohenzollern entschließt sich zu einem Leben im Kloster. Nach langer Krankheit möchte sie in eben einem solchen endlich ihren inneren Frieden finden, etwas zur Ruhe kommen. Schon bald fühlt sie sich jedoch alles andere als wohl dort, fühlt sich in ihrem Leben bedroht und doch scheint ihr von ausserhalb niemand so recht glauben zu wollen. Erst durch die Befreiung durch ihren Cousin gelingt quasi ihr die Flucht und sie tut das in ihren Augen einzig richtige: Sie erstattet Anzeige gegen das Kloster und die Klostervorsteherin Maria Luisa. Ich muss ehrlich gestehen, dass mir das Buch doch sehr schwer gefallen ist. Anhand de Klappentextes fand ich es sehr ansprechend und doch hat mir so manches Mal die erhoffte Spannung gefehlt. Das Positive war auf jeden Fall, die detaillierte Beschreibung der einzelnen Abschnitte, der Vorgänge in dem Kloster und ich rechne es dem Autor hoch an, dass er sich die Mühe gemacht hat, diesen jahrelangen, zurückliegenden Fall zu recherchieren. Allerdings war es dann doch wieder etwas störend, dass bei beinahe jedem zweiten Absatz eine kleine Zahl zu finden war, welche in den Anhang führte, wo die Erklärung dazu zu finden war. Alles in allem ist das Buch besser für Leser geeignet, die sich mit dem Thema auch wirklich auseinander setzen, die über mehr Hintergrundwissen verfügen, als ich das vielleicht tue. Daher lautet mein Fazit auch: Ein Muss für jeden Kenner, für mich allerdings nicht. 3 von 5 Gänseblümchen.

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