Hubert Wolf Krypta

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Inhaltsangabe zu „Krypta“ von Hubert Wolf

Tief unten in den Kellern der Kirchengeschichte, verborgen selbst für die meisten Historiker, liegen jahrhundertealte Traditionen begraben, von denen die Kirche heute nichts mehr wissen will. Hubert Wolf steigt mit archäologischem Spürsinn hinab in diese Krypta. Er entdeckt dort Frauen mit bischöflicher Vollmacht, Laien, die Sünden vergeben, eine Kirche der Armen – und andere Traditionen, die heute wieder aktuell werden könnten. Die katholische Kirche setzt auf die lange und unabänderliche Tradition ihrer heute gültigen Einrichtungen und Regeln. Grundlegende Reformen gelten als Sakrileg. Höchste Zeit für einen frischen Blick auf die Geschichte: Päpste waren einmal in Gremien eingebunden, die sie kontrollierten, Frauen konnten Sünden vergeben, Laien hatten etwas zu sagen, Bischöfe wurden gewählt. Die katholische Kirche war lange ein breiter Strom mit vielen Nebenarmen – den der römische Zentralismus im 19. Jahrhundert kanalisierte. Dazu wurden Traditionen erfunden, an die bis heute selbst Historiker glauben. Hubert Wolf enthüllt an zehn Beispielen Vergessenes und Verdrängtes – und gewinnt daraus Reformideen für die Kirche von morgen.

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  • Theologische Möglichkeiten der Liberalität

    Krypta
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    06. February 2015 um 12:16

    Theologische Möglichkeiten der Liberalität Ist die katholische Dogmatik quasi, wie es manchmal scheint, zugleich mit dem Wort der Bibel „vom Himmel“ gefallen? Gilt zumindest, wie oft behauptet, die fundamentale Aussage, dass die gesamte Dogmatik sich nicht widerspricht, das heißt, ein theologische Aussage auf die Andere aufbaut, erweitert, ein großes, stimmiges „Gesamtes“ ergibt? Oder könnte es sein, dass auch kontrovers diskutierte Fragen der Gegenwart wie die Unfehlbarkeit des Papstes, die apostolische Sukzession, der Ausschluss von Frauen vom Priesteramt, der Zölibat und so manches mehr geschichtliche Entwicklungen darstellen, die sich in Teilen widersprechen, die eben nicht „ewige Wahrheiten“ darstellen? Zu denen es auch dogmatisch-theologische Überlegungen im Lauf der Geschichte gab, an denen sich in der Gegenwart anknüpfen ließe im Zuge einer Neuordnung, Reform der katholischen Lehren und der Praxis der katholischen Kirche? Hubert Wolf zeigt ruhig, sachlich, fundiert und argumentativ sehr überzeugend auf, wie im große Gebäude der Kirche eben auch jene „Krypta“ existiert, der Raum der Aufbewahrung anderer theologischer Denkgebäude oder praktischer Haltungen der Geschichte, die „dazu gehören“ und gerade in der Gegenwart gehört werden sollten. Dass der Papst zu Zeiten dem Konzil „unterstellt“ war, und das mit gutem Grund. Dass erst 1870 die unbedingte autokratische Autorität im Sinne einer kirchlichen Monarchie dogmatisch festgelegt wurde (und das weniger aus theologischen, denn aus kirchenpolitischen Gründen des Machtanspruchs). Ein Zustand, wie Wolf nachweist, der nicht zum Guten in der katholischen Kirche dient und der Gläubige und Klerus letztendlich dem Gutdünken einer Person ausliefert (eine Machtfülle, die verschieden gehandhabt wurde, die gerade beim aktuellen Papst persönlich (aber eben nicht institutionell) relativiert wird. Sei es die Wahl des Bischofs (urtümlich demokratisch verankert, statt vom Papst „eingesetzt“). Sie es, wie Mönche und eben auch Nonnen höchste Autorität zu Zeiten genossen und sich niemand am weiblichen Geschlecht dabei störte. Dass das Konzil von Trient mehr durch Mythen denn durch historische Fakten den Lauf der Lehre der katholischen Kirche bis in die Gegenwart hinein grundlegend beeinflusst hat. Seite für Seite wird dem Leser in ruhigem Stil dargelegt, wie nachweisbar „menschlich“ doch die katholische Dogmatik sich darstellt. Wenn Wolf am Beispiel des Franziskus die kühle Strategie des „Einfangens der Anarchie in den katholischen Kanon“ minutiös nachvollzieht, dann wird deutlich und klar, dass so ziemlich alles an „Lehrbehauptungen“ auf der Blaupause der Geschichte verhandelbar wäre und auch schon in ganz anderer Form „katholische Lehre“ einmal gewesen ist (wovon heute entweder niemand mehr etwas wissen will oder was im Lauf der Zeit mit spitzer Zunge und Feder so relativiert und „wegerklärt“ worden ist, dass selbst größte theologische Gegensätze passend gemacht werden, je nachdem, welcher (menschlichen Macht-) Neigung eine solche Angleichung dann dienst. „Die Wahrheit, die aus der Geschichte kommt“. Das ist jene Wahrheit, der sich Wolf als katholischer Theologe historisch-kritisch verpflichtet sieht und die er durchaus konstruktiv (und keinesfalls polemisch) „seiner“ Kirche zur Verfügung stellt. Allerdings bleibt zu befürchten, so gut und fundiert Wolf auch argumentiert, Reformversuche, Reformpäpste, theologische Ansätze gab es im Lauf von zwei Jahrtausenden bereits zur Genüge, ohne die fortschreitende Zementierung weltlicher und geistlicher Macht und deren Bewahrung soweit irgend möglich wenig aufgehalten oder gestört hat. Ein interessantes und gut zu lesendes Buch über die „anderen Seiten“ katholischer Theologiegeschichte, die einen wichtigen Beitrag für eine offenere Haltung der katholischen Kirche sich selbst und der Welt gegenüber beinhalten.

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  • Unterdrückte Traditionen als Chance

    Krypta
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    23. January 2015 um 12:40

        Das Studium und das Erforschung von Traditionen und Glaubensrichtungen, die oft schon im Laufe der ersten Jahrhunderte des Christentum nicht selten blutig und brutal ausgelöscht und unter Sanktion gestellt wurden, war, so erinnern ich mich gut, in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts unter uns progressiven Theologiestudenten, die die Kirche verändern wollte, ein beliebtes Thema für AGs und Lehraufträge abseits des durch die Prüfungsordnungen geregelten Lehrbetriebs an den theologischen Fakultäten.   Nun legt der Münsteraner Professor für Kirchengeschichte, Hubert Wolf unter dem Titel „Krypta“ ein auch für theologische Laien absolut lesbares und verständliches Buch vor, in dem er viele dieser unterdrückten Traditionen aus der Versenkung holt und zeigt, dass der status quo der Kirche sich oft einer konkrete Geschichte der Unterdrückung von anderen Glaubensrichtungen und vor allen Dingen einer anderen Praxis verdankt.   Da geht es um von allen gewählte Bischöfe, von Frauen mit Vollmacht, die in der frühen Kirche als Bischöfinnen wirkten. Da geht es um das Domkapitel der Bistümer als ein Kontrollorgan und als Senat des Bischofs, um den Papst als Kollege unter anderen, der nicht unfehlbar ist und dem die Kardinäle als ein Gegengewicht zur päpstlichen Macht gegenüberstehen.   Es geht um die Mönchen und Nonnen, die durch radikale Nachfolge sich höchster Autorität erfreuten und um die Bedeutung der Gemeinde vor Ort. Da geht es um Traditionen, in denen die Laien keine unmündigen Schafe sind und um Konzile, in denen pluraler Katholizismus lebendig wurde.   Zuletzt, auch im Zusammenhang mit dem frischen Wind, den der neuen Papst in die verkrusteten Strukturen in Rom gebracht hat, um Franz von Assisi und die Option einer Kirchen der Armen.   Überall sieht Hubert Wolf in den wie in einer Krypta verborgenen Traditionen, die er geborgen hat, vielfältige Chancen, sie heute wieder aktuell werden zu lassen, in einer Kirche, deren Mitglieder sich so sehr nach lebendiger Reform sehnen.

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